NLWKN

Hochwasserschutz: Eine Aufgabe für Gegenwart und Zukunft

Dass Wasser nicht nur Leben und Lebensräume schafft und erhält, sondern diese auch bedroht, ist den Verantwortlichen in der Niedersächsischen Landesregierung und beim NLWKN nicht erst seit dem Elbe-Hochwasser 2006 oder dem Winterhochwasser 2023/2024 bekannt. Zumal es in Niedersachsen darüber hinaus viele weitere vom Hochwasser bedrohte Regionen gibt, zum Beispiel entlang der Weser und der Leine.

Auszug aus dem NLWKN-Film "Der Zukunft verpflichtet"

Wie entsteht Hochwasser?

Abhängig von Niederschlagsintensität, Schneeschmelze und Wassersättigung des Bodens kann es im Binnenland zu einer Ausuferung der Fließgewässer und damit verbundenen großräumigen Überschwemmungen kommen. Hierdurch können insbesondere Siedlungen, landwirtschaftliche Nutzflächen und Gewerbebetriebe in Mitleidenschaft gezogen werden. Neben materiellen Verlusten ist auch die Gefährdung von Menschenleben nicht ausgeschlossen.

Hochwasser kann grundsätzlich unterschiedliche Gründe haben. Häufig gibt es erhöhte Wasserstände im Frühjahr bei steigenden Temperaturen, einsetzender Schneeschmelze (z.B. im Harz) und zeitgleichen Niederschlägen. Starke Niederschläge können allerdings zu jeder Jahreszeit – wie etwa im Juli 2002, im Oktober und November 1998, im August 2010, im Juli 2017 oder zu Weihnachten 2023 – Hochwasser verursachen.

Die Häufigkeit von bestimmten Hochwasserereignissen ist anhand bisheriger Wasserstands- und Abflussbeobachtungen dokumentiert und kann auf dieser Grundlage mit Hilfe von Wettervorhersagen auch prognostiziert werden. Derartige Prognosen werden zum Beispiel für die Entscheidung über die Notwendigkeit und den Umfang von Hochwasserschutzmaßnahmen benötigt.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zum Schutz vor Hochwasser.


Technischer Hochwasserschutz

Der NLWKN betreibt deshalb selbst aktiven Hochwasserschutz: Der Landesbetrieb plant, baut und betreibt Hochwasserschutzeinrichtungen wie Deiche oder Hochwasserschutzdämme, Rückhaltebecken, Überschwemmungspolder und Talsperren. Die Vereinbarkeit von technischem Hochwasserschutz und ökologischen Aspekten zum Schutz der Gewässer (siehe Europäische Wasserrahmenrichtlinie) und des Artenschutzes spielt dabei eine wichtige Rolle.

Der NLWKN gilt aber auch als kompetenter Partner, wenn es um die Umsetzung von Hochwasserschutzprojekten für die Deichverbände und um Renaturierungsmaßnahmen geht.

Der technische Hochwasserschutz befindet sich in Niedersachsen auf hohem Niveau. Mit dem Bau von Deichen, Talsperren und Rückhaltebecken sowie dem Ausbau von Gewässern wurde erreicht, dass kleine Hochwässer heute kaum noch Schaden anrichten. Siedlungen, wichtige Verkehrswege und andere wertvolle Anlagen sind vielerorts auch vor seltenen Hochwasserereignissen geschützt. Das kommt nicht von ungefähr: Das Land Niedersachsen investiert mit Hilfe der Europäischen Union Jahr für Jahr viele Millionen Euro in den Hochwasserschutz. Dies ist jedes Jahr im Jahresbericht des NLWKN dokumentiert.


Vorbeugender Hochwasserschutz

Beim vorbeugenden Hochwasserschutz in Niedersachsen spielt die Hochwasservorhersagezentrale des NLWKN eine wichtige Rolle. Sie wurde 2009 am Standort Hildesheim eingerichtet. Derzeit werden hier Vorhersagen für die Flusseinzugsgebiete der Aller, Leine, Oker, Hase, Hunte, Wümme, Ilmenau, Vechte, Große Aue und Weser berechnet (Stand 2026). Wasserstände, Vorhersagen und frühzeitige Warnungen werden im Internet auf dem Pegelportal des NLWKN www.pegelonline.nlwkn.niedsachsen.de für mehr als 130 Binnenpegel und Tideaußenpegel sowie für Pegel von Talsperren und Stauanlagen hochaktuell zur Verfügung gestellt. Die Daten sind auch mobil über die App „Meine Pegel“ sowie teilweise über weitere gängige Warnapps wie „NINA“ abrufbar.


Meldedienste

Dieses allgemeine Informationsangebot wird durch weitere Meldedienste gezielt für im Hochwasserschutz zuständige Institutionen und Stellen ergänzt: Der Regionale Hochwasserinfodienst RHID ersetzt dabei seit Ende 2025 den Regionalen Hochwassermeldedienst (RHWD) und den Überregionalen Hochwassermeldedienst (ÜHWD). Jede Betriebsstelle des NLWKN agiert im Rahmen dieses Meldedienstes im eigenen Zuständigkeitsbereich. Sobald der RHID seinen Dienst aufnimmt, informiert er beispielsweise betroffene Landkreise oder kreisfreie Städte über die aktuelle Hochwassersituation und berät diese bei Bedarf (siehe Hochwasserdienste).


Auch für die Elbe wurde über den NLWKN in Lüneburg ein Hochwassermeldedienst für die Untere Mittelelbe eingerichtet. Dieser steht in engem Kontakt mit dem durch die Elbanrainerländer und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in Magdeburg eingerichteten Hochwasservorhersagedienst für die Elbe und ihre Nebenflüsse. Bei Hochwasser können die Wasserstandsmeldungen und Vorhersagen unter www.pegelonline.nlwkn.niedsachsen.de abgerufen werden.


Weitere Hochwasserinformationen

Der NLWKN investiert beim Hochwasserschutz über sein Hochwasserkompetenzzentrum (HWK) auch in die Bereitstellung von Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten, die zum Beispiel für kommunale Bauplanungen von Gewerbe- und Wohnflächen sehr wichtig sind. Diese Karten geben einen Überblick zu den ausgewiesenen Überschwemmungsgebietsflächen. Das HWK berät neben Fragstellungen zum Hochwasserschutz auch zu Gefahren durch Starkregen.

Für alle Bürgerinnen und Bürger stellt der NLWKN zudem Informationen für Notfall und Vorsorge bereit.



Weitere Themen:

Hier geht es zur Hochwasservorhersagezentrale
Hier gelangen Sie zum Hochwasserkompetenzzentrum
Hier geht es zum Hochwasserwarndienst der Elbe
Hier finden Sie die informative Broschüre Hochwasserschutz in Niedersachsen
Weitere Texte zum Thema finden Sie im Jahresbericht
Hier finden Sie die Anschriften der Deichverbände


Hochwasser 1998   Bildrechte: Foto: Bernd Zummach, NLWK Betriebsstelle Meppen

Hochwasser 1998 an der Hase

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Artikel-Informationen

erstellt am:
11.06.2009
zuletzt aktualisiert am:
07.09.2026

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