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LNG-Terminal Wilhelmshaven, NPorts

Anhörungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung

Als Reaktion auf den Ukraine-Krieg und die Abhängigkeit Deutschlands von russischen Erdgaslieferungen ist der schnelle Aufbau von Anlagen zur Anlandung, Regasifizierung und Einspeisung von Flüssigerdgas (Liquified Natural Gas – LNG) einschließlich der damit im Zusammenhang stehenden Leitungs- und Hafeninfrastruktur vorgesehen.

Hierzu plant die Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG, Niederlassung Wilhelmshaven (NPorts), Pazifik 1, 26388 Wilhelmshaven die Errichtung und den Betrieb eines LNG-Terminals an der Umschlaganlage Voslapper Groden (UVG) in Wilhelmshaven. Dort soll zukünftig eine Floating Storage Regasification Unit (FSRU), also eine stationäre schwimmende Anlage in Form eines Produktionsschiffes zur Einfuhr, Entladung, Lagerung und Wiederverdampfung von verflüssigtem Erdgas festmachen.

Das geplante Vorhaben besteht aus drei wesentlichen Maßnahmen:

  • Maßnahme 1: Errichtung und Betrieb eines Anlegerkopfes
  • Maßnahme 2: Vertiefung des Zufahrtsbereiches
  • Maßnahme 3: Vertiefung der bestehenden Liegewanne

Der neue Anlegerkopf soll seeseitig vor dem bestehenden Anleger 1 der UVG-Brücke errichtet werden. Die neue Anlegerinfrastruktur beinhaltet im Wesentlichen eine Umschlags- bzw. Verladeplattform, Vertäu- und Fenderdalben, Laufstege, Zugangsstege und eine Zugangsbrücke sowie sonstige Anlegeranbauten. Für das Festmachen der FSRU muss die vorhandene Liegewanne auf eine Tiefe von NHN -16,0 m ausgebaggert werden. Geplant ist außerdem, den insgesamt 70 ha großen Zufahrtsbereich zwischen bestehender Fahrrinne und dem Anlegerkopf auf einer Fläche von 41,2 ha zu vertiefen.
Das im Rahmen des Bauvorhabens anfallende Baggergut soll auf einer Klappstelle der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung eingebracht werden.

NPorts hat für das Vorhaben die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens gemäß den §§ 68 ff. des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) einschließlich §§ 83, 57 Abs. 1 Satz 2 2. Alt. des Niedersächsischen Wassergesetzes (NWG) i. V. m. den §§ 72 bis 78 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) und den §§ 6, 7 und 10 des Gesetzes zur Beschleunigung des Einsatzes verflüssigten Erdgases (LNG-Beschleunigungsgesetz – LNGG) beim NLWKN beantragt. Für die Einbringung des Baggerguts in das Küstengewässer wurde zugleich ein Antrag auf Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis gestellt.

Für die Zulassung des Gewässerausbaus und von Gewässerbenutzungen, die für die FSRU am Standort Voslapper Groden erforderlich sind, ist vorliegend das LNG-Beschleunigungsgesetz gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 2 des LNGG anzuwenden. Da eine beschleunigte Zulassung des beantragten Vorhabens geeignet ist, einen relevanten Beitrag zu leisten, um eine Krise der Gasversorgung zu bewältigen oder abzuwenden, hat die Planfeststellungsbehörde in diesem Planfeststellungsverfahren das Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) gemäß § 4 Abs. 1 LNGG nicht anzuwenden.

Der NLWKN hat auf Antrag von NPorts mit Bescheid vom 29.04.2022 gemäß § 69 Abs. 2 i. V. m. § 17 WHG gestattet, mit der Maßnahme 1 vorzeitig zu beginnen. Gleichzeitig wurde die sofortige Vollziehung der Zulassung vorzeitigen Beginns der Maßnahme 1 angeordnet. Diesen Zulassungsbescheid finden Sie in der nebenstehenden Infospalte.

Nach Überarbeitung der ursprünglich mit ihrem Planfeststellungsantrag vom 25.04.2022 vorgelegten Planunterlagen hat NPorts am 07.07.2022 eine überarbeitete Fassung der Planunterlagen bei der Planfeststellungsbehörde eingereicht.

Die in diesem Planfeststellungsverfahren angeordnete Auslegung wird gemäß § 10 Abs. 2 LNGG i. V. m. § 3 Abs. 1 PlanSiG durch eine Veröffentlichung der Planunterlagen im Internet ersetzt. Diese können in der Zeit vom 15.07.2022 bis 21.07.2022 (jeweils einschließlich) sowohl im Folgenden hier als auch über das zentrale UVP-Portal des Landes Niedersachsen unter https://uvp.niedersachsen.de/ (Stichwort „LNG Terminal NPorts WHV“) eingesehen werden.

Daneben liegen die Unterlagen als zusätzliches Informationsangebot im oben genannten Zeitraum auch bei der Stadt Wilhelmshaven (Technisches Rathaus - Foyer, Rathausplatz 9, 26382 Wilhelmshaven), der Gemeinde Butjadingen (Rathaus, Budjadinger Straße 59, 26969 Butjadingen-Burhave) sowie der Gemeinde Wangerland (Rathaus, Helmsteder Straße 1, 26434 Hohenkirchen) während der Dienststunden zur Einsichtnahme aus. Den Text der gemeinsamen ortsüblichen Bekanntmachung der Auslegungsgemeinden mit weiteren Einzelheiten und Hinweisen, insbesondere zu den Fristen, finden Sie rechts in der Infospalte.

Maßgeblich ist der Inhalt der im Internet veröffentlichten Unterlagen

Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, kann sich bis einschließlich 28.07.2022 zu der Planung äußern.

Des Weiteren werden die durch das Vorhaben in ihrem Aufgabenbereich berührten Behörden beteiligt sowie die in Niedersachsen anerkannten Naturschutzvereinigungen über die Auslegung benachrichtigt.

Den Antrag und die Planunterlagen finden Sie nachstehend.



Planunterlagen

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