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Mit Motivation und Engagement zum Erfolg an Vechte und Hase

Rückblick: Fließgewässer- und Auenentwicklungsmaßnahmen schreiten voran


Luftbild: Die verschiedenen neuen Gewässer links und rechts der Vechte, die durchs Bild fließt, sind gut zu erkennen. Sie sind bereits mit Wasser gefüllt, aber noch nicht mit der Vechte verbunden.   Bildrechte: NLWKN
Da tut sich was: Bei Quendorf in der Grafschaft Bentheim werden im Rahmen eines Renaturierungsvorhabens gleich mehrere neue Gewässerstrukturen angelegt.

Von Josef Schwanken

Der NLWKN in Meppen ist mit seinen Betriebshöfen Georgsdorf und Lehrte einer der Vorreiter einer ökologisch geprägten, am Artenschutz ausgerichteten Gewässerunterhaltung. Allein durch eine Anpassung der Unterhaltungspraxis sind die mit der EG-Wasserrahmenrichtlinie verknüpften Ziele aber nicht zu erreichen. An Vechte und Hase engagiert sich der Landesbetrieb deshalb auch in konkreten Projekten zur Förderung der Fließgewässer- und Auenentwicklung. Unter anderem bei Haselünne im Emsland und Schüttorf in der Grafschaft Bentheim wurden und werden entsprechende Vorhaben derzeit mit Erfolg umgesetzt.

Mit der Realisierung struktureller Maßnahmen hat der NLWKN am Standort Meppen einige Erfahrung: In der Vergangenheit wurden hier bereits vielfach entsprechende Projekte umgesetzt. Das Besondere: Viele dieser Projekte konnten unmittelbar durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der landeseigenen Betriebshöfe Georgsdorf und Lehrte durchgeführt werden. Die Umsetzung in Eigenregie und der „erlebte“ Erfolg der selbst durchgeführten Maßnahmen schufen Akzeptanz und steigerten spürbar die Motivation und Identifikation mit den Zielen einer naturnahen Gewässerentwicklung.

Dieser eingeschlagene Weg wurde in 2020 konsequent fortgesetzt. Dabei rückten einmal mehr die Gewässer Vechte und Hase in den Blick. Die strukturverbessernden Maßnahmen an der Vechte in der Nähe von Nordhorn (Frenswegen), die bereits in 2018 durch das Team des NLWKN-Betriebshofs Georgsdorf begonnen worden waren, wurden fortgeführt und werden voraussichtlich noch in diesem Jahr zum Abschluss gebracht.

An der Hase konnte in 2020 durch den Betriebshof Lehrte ein neues Projekt nahe dem Haselünner Stadtgebiet begonnen werden. Auch hier ist ein Abschluss der Arbeiten noch in diesem Jahr geplant. Konkretes Ziel ist die Aufwertung der Strukturen im Gewässerprofil und den Uferbereichen.

An den landeseigenen Fließgewässern stehen darüber hinaus zunehmend Maßnahmen im Fokus, die die Auen der Gewässer mit einbeziehen.

Die Arbeiten an der Vechte aus der Luft (Juni 2021). Insgesamt entstehen bei Quendorf (Schüttorf) vier Laufverlängerungen und ein Stillgewässer.

Luftbild: Die Vechte schlängelt sich von links nach rechts durchs Bild. Abseits des Flusses sind die neu angelegten Laufweitenverlängerungen zu erkennen.  
Luftbild: Die Vechte schlängelt sich von links nach rechts durchs Bild. Abseits des Flusses sind die neu angelegten Laufweitenverlängerungen zu erkennen.  
Luftbild: Die Vechte schlängelt sich von links nach rechts durchs Bild. Abseits des Flusses sind die neu angelegten Laufweitenverlängerungen zu erkennen.  
Luftbild: Die Vechte schlängelt sich von links nach rechts durchs Bild. Abseits des Flusses sind die neu angelegten Laufweitenverlängerungen zu erkennen.  
Luftbild: Die Vechte schlängelt sich von links nach rechts durchs Bild. Abseits des Flusses sind die neu angelegten Laufweitenverlängerungen zu erkennen.  
Luftbild: Die Vechte schlängelt sich von links nach rechts durchs Bild. Abseits des Flusses sind die neu angelegten Laufweitenverlängerungen zu erkennen.  

In die Umsetzung gekommen ist 2020 ein solches Projekt an der Vechte, das neben den strukturverbessernden Maßnahmen jetzt auch die angrenzenden Flächen berücksichtigt. Hier werden sogenannte Sukzessions- bzw. Initialgerinne angelegt – also neue Gewässerverläufe mit naturnäheren Geometrien. Außerdem werden Rohbodenflächen geschaffen und Auengewässer angelegt. Insgesamt werden hierzu rund 40.000 Kubikmeter Boden bewegt. Die Naturschutzstiftung des Landkreises Grafschaft Bentheim stellte hierfür die Flächen zu Verfügung. Ängste und Vorbehalte bei angrenzenden Flächennutzern in Bezug auf befürchtete Auswirkungen auf den Hochwasserschutz mussten in intensiven Gesprächen vorab ernst genommen und berücksichtigt werden. Ein Kompromiss wurde gefunden, eine an der Vechte verlaufende Verwallung zurückverlegt und auf diese Weise neuer Überflutungsraum geschaffen.

Das Ergebnis: In einem großzügig abgegrenzten Entwicklungskorridor darf sich die Vechte zukünftig eigendynamisch entfalten. Der Vechteabschnitt kann sich so in den kommenden Jahren zu einem naturnahen Highlight entwickeln. Hierzu beitragen wird auch eine stärker beobachtende, naturschonende Unterhaltung durch die NLWKN-Betriebshöfe.

Für die Umsetzung des Vorhabens hat die NLWKN-Betriebsstelle Meppen das Vergabeverfahren durchgeführt und die Bauleitung übernommen. Finanziert wird das Projekt über Mittel aus der FGE-Richtlinie in Höhe von rund 890.000,- Euro.

Skizze der Projektfläche   Bildrechte: NLWKN
Absperrdämme, Laufverlängerungen, Verwallungen, Auenentwicklung: Das Luftbild lässt die Schwerpunkte der Eingriffe erkennen (Grafik: NLWKN).

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