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Entwicklung der Landschaftsrahmenplanung in Niedersachsen

Erfahrungsaustausch 2013


Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen

Heft 1/14, 68 S., 4,- €

Ein Besprechungsvorschlag für dieses Heft steht Ihnen hier als Download zur Verfügung.


Tagungsbeiträge

Weitere Themen


Vorwort

Entwicklung der Landschaftsrahmenplanung in Niedersachsen – Ein Erfahrungsaustausch“
Tagung am 07.11.2013 an der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA)

Die Landschaftsplanung sieht sich umfassenden neuen Herausforderungen gegenüber. Der Bau von Anlagen zur Nutzung regenerativer Energiequellen, die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, die Umsetzung naturschutzfachlicher Ziele wie des länderübergreifenden Biotopverbunds oder die Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung führen zu einer Verschärfung bestehender Flächenkonkurrenzen. Es stellt sich die Frage, wie die Flächenansprüche raum- und landschaftsverträglich gesteuert werden können und ganz grundsätzlich, wie eine niedersächsische Landschaft der Zukunft aussehen soll, die den bestehenden Ansprüchen gerecht wird. Der Landschaftsplanung kommt bei der Beantwortung aktueller Fragen der Raum- und Landschaftsentwicklung eine Schlüsselfunktion zu.

Durch ihren übergreifenden Charakter, der sich aus der planungsmethodischen Integration der Schutzgüter Arten und Biotope, Landschaftsbild, Boden, Wasser, Klima und Luft ergibt, können im Zuge der Landschaftsplanung in sich stimmige, umsetzungsorientierte und konsensfähige Zielkonzepte entstehen. Diese schutzgutübergreifende Zielklärung dient dem Naturschutz als zentrale Handlungsgrundlage und allen anderen Fachplanungen sowie der Raumordnung als Grundlage für die eigene raumbezogene Positions- und Zielbestimmung sowie der qualifizierten Ausgestaltung von Vorhaben.

Unter dem Titel „Entwicklung der Landschaftsrahmenplanung in Niedersachsen – Ein Erfahrungsaustausch“ wurde auch 2013 wieder ein Fachseminar in Kooperation zwischen der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA) und der Niedersächsischen Fachbehörde für Naturschutz (NLWKN) durchgeführt. Die Veranstaltungsreihe zur Landschaftsrahmenplanung soll zum Informations- und Erfahrungsaustausch der mit diesem Thema befassten Akteure beitragen. Der interdisziplinäre und praxisorientierte Fachdialog zwischen den verschiedenen Handlungsebenen der Landschaftsplanung ist ein vorrangiges Ziel dieser Fachseminare. Über die reine Wissensvermittlung hinaus kommen hier die verschiedenen Vertreter der fachbehördlichen, der gutachtlichen, der verbandsspezifischen und der vollzugsbehördlichen Positionen miteinander ins Gespräch.

Ein Ergebnis der vorangegangenen Fachveranstaltung im Jahr 2012 war, dass die Themen Biotopverbund und Klimaschutz in der Folgeveranstaltung 2013 ein besonderes Gewicht bekommen sollten. Um die diesbezüglichen Ergebnisse der Tagung 2013 einem weiteren Kreis zugänglich zu machen, wurde die vorliegende Tagungsdokumentation erstellt. Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Referenten der Veranstaltung, die ihre Referate für die vorliegende Veröffentlichung aufbereitet haben.

Die Veranstaltungsreihe soll auch weiterhin jährlich stattfinden und am 12. November 2014 fortgesetzt werden. Die programmatische und konzeptionelle Fortentwicklung der Landschaftsplanung in Niedersachsen wird bei der Folgeveranstaltung im Fokus stehen – insbesondere die Arbeiten an einer Niedersächsischen Naturschutzstrategie sowie die beginnenden Arbeiten zur Neuaufstellung des Niedersächsischen Landschaftsprogramms.

Alexander Harms, NLWKN
Bernhard Salomon, NNA


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Landschaftsrahmenplanung in Niedersachsen – Aktuelle Arbeitsschwerpunkte der Fachbehörde für Naturschutz
von Alexander Harms

Inhalt
1 Stand der Landschaftsrahmenplanung bei den unteren Naturschutzbehörden
2 Arbeitsschwerpunkte der Fachbehörde zur konzeptionellen Fortentwicklung der Landschaftsplanung
2.1 Schutzgut Arten- und Biotope: Musterleistungsverzeichnis für die Biotopkartierung
2.2 Schutzgut Klima: Inhaltliche Überarbeitung der fachbehördlichen Bearbeitungshinweise
2.3 Zielkonzept: Verfahrensvorschlag Biotopverbund
2.4 Maßnahmenplanung: Integration der Maßnahmenkulisse EG-Wasserrahmenrichtlinie
2.5 Strategische Umweltprüfung: Verfahrensempfehlungen für die Durchführung
2.6 Verfahrenstechnik: Nutzung des Internet für Fortschreibungen, Beteiligungsverfahren und Veröffentlichung
2.7 Zusammenfassend: Fortschreibung der fachbehördlichen Hinweise zu Ausarbeitung und Fortschreibung
3 Fachpolitische Veränderungen, die die Landschaftsplanung betreffen
4 Strukturelle und aufgabenbezogene Änderungen im NLWKN
5 Zukünftige Zusammenarbeit zwischen unteren Naturschutzbehörden und NLWKN
6 Die Schwerpunktthemen der Tagung: Bedeutung von Moor- und Klimaschutz sowie Biotopverbund für die Landschaftsrahmenplanung
7 Zusammenfassung
8 Summary
9 Literatur

Zusammenfassung
Der Beitrag gibt zunächst einen Überblick über Veränderungen in der Landschaftsrahmenplanung seit der letzten Fachveranstaltung im Jahr 2012. Dabei werden allgemeine Veränderungen dargestellt, die den Stand der Landschaftsrahmenplanung in Niedersachsen betreffen, sowie der Fortgang konzeptioneller Arbeiten im NLWKN als Fachbehörde für Naturschutz. Außerdem werden Veränderungen der fachpolitischen Rahmenbedingungen für die Landschaftsplanung erörtert und abschließend in die Schwerpunktthemen der Tagung (Biotopverbund und Klima- bzw. Moorschutz) eingeführt.

Summary
The article provides an overview of changes since the last landscape planning seminar in 2012. General changes are presented concerning the state of landscape planning in Lower Saxony as well as the progress of conceptual work of the NLWKN as sectoral planning authority for nature conservation. In addition, changes in the way of political framework for landscape planning are discussed. Finally the focus issues habitat connectivity, climate protection and bogs protection are introduced.


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Landesweiter Biotopverbund und Vorranggebiete Torferhaltung und Moorentwicklung – der Beitrag der Raumordnung zu Natur- und Klimaschutz
von Stephan Löb

Inhalt
1 Landesplanerische Festlegungen zum Biotopverbund von 1994 bis heute
2 Unvollständige naturschutzfachliche Datenlage als planerisches Problem
3 Vorgesehene Festlegungen zum Biotopverbund
4 Vorgesehene Festlegungen zum Schutz kohlenstoffhaltiger Böden und zur Moorentwicklung
5 Ausblick auf das weitere Verfahren
6 Zusammenfassung
7 Summary
8 Literatur

Zusammenfassung
Die Fortschreibung des Landes-Raumordnungsprogramms beinhaltet raumordnerische Ziele und Grundsätze zur Umsetzung eines landesweiten Biotopverbundes. Erstmals werden dabei auch gebietsbezogene Festlegungen in Form von Vorranggebieten Biotopverbund getroffen. Des Weiteren sollen aus Gründen des Natur- und Klimaschutzes sämtliche Vorranggebiete für den Torfabbau gestrichen und darüber hinaus Vorranggebiete Torferhaltung und Moorentwicklung festgelegt werden. Der Artikel liefert einen Überblick über die vorgesehenen Regelungen und einen Ausblick auf das weitere Verfahren zur Fortschreibung des Landes-Raumordnungsprogramms.

Summary
The update of the spatial development programme of Lower Saxony contains regional planning objectives and principles of implementation for a state-wide habitats network. Also, priority areas for a habitats network are determined for the first time. For the sake of nature and climate protection, all former priority areas for peat mining will be deleted and, furthermore, priority areas for bog soil preservation and development of near-natural moorlands will be defined. This article provides an overview of the planned provisions and gives an outlook on the further procedure of updating the spatial development programme.


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Integration von Klimaschutzzielen in die Landschaftsrahmenplanung – Lösung von Zielkonflikten
von Irene Dahlmann

Inhalt
1 Verursacher von Treibhausgasen in Niedersachsen
2 Politische Rahmenbedingungen
3 Beitrag der Landschaftsrahmenplanung im Bereich Klimaschutz/Moorschutz
4 Umsetzung des Programms „Niedersächsische Moorlandschaften“
5 Zusammenfassung
6 Summary
7 Literatur

Zusammenfassung
Ein für Niedersachsen wichtiger Ansatz zur Senkung der Treibhausgasemissionen liegt in der Verringerung und Vermeidung von CO2-Emissionen aus der Landwirtschaft. Innerhalb dieses Sektors haben die Emissionen aus der Nutzung von Hoch- und Niedermooren den höchsten Anteil. Vor diesem Hintergrund enthält das von der Landesregierung geplante Programm „Niedersächsische Moorlandschaften“ die fachlichen Rahmenbedingungen für den Erhalt naturnaher Moore und die klimaverträgliche Bewirtschaftung kultivierter Moorböden. Die für dieses Programm entwickelte Gebietskulisse der kohlenstoffreichen Böden ist eine wichtige Grundlage für das Zielkonzept und die Maßnahmenplanung des Landschaftsrahmenplans.

Summary
Reduction and prevention of carbon emissions in agriculture is an important approach in order to decrease greenhouse gas emissions in Lower Saxony. The highest share of emissions caused in that sector derives from land use on bog and fen soils. Faced with this challenge, the state government has developed the programme “Moorlands of Lower Saxony”. It sets the technical framework for preserving near natural moorland and foster climate-friendly land use techniques on bog soil. A basic feature of the programme is a map of carbon-rich soils in Lower Saxony. On this basis, site-specific targets and measures will be developed in the course of regional landscape framework planning.


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Landschaftsrahmenplan Wesermarsch – Identifizierung avifaunistisch wertvoller Bereiche zur Fortschreibung des Regionalen Raumordnungsprogramms, Teilbereich Windenergie
von Harald Platte und Dieter Günnewig

Inhalt
1 Aufgabenstellung
2 Ausgangssituation
2.1 Gefährdete Brut- und Rastgebiete
2.2 Intensive Nutzungen –Bestand und Planungen
3 Vorgehensweise und Methodik
4 Ergebnisse
5 Fazit
6 Zusammenfassung
7 Summary
8 Literatur

Zusammenfassung
Im Zuge der Neubearbeitung und Fortschreibung des 1992 erstmals aufgestellten Landschaftsrahmenplans für den Landkreis Wesermarsch nehmen Aussagen zur beabsichtigten zusätzlichen Ausweisung von Gebieten für die Windenergienutzung im Regionalen Raumordnungsprogramm eine zentrale Stellung ein. Da die Brut- und Rastvogelvorkommen der großflächigen Grünland-Graben-Areale wertbestimmend für den Naturschutz sind, werden auf Basis einer flächendeckenden Bestandserhebung avifaunistisch wertvolle Gebiete und darauf aufbauend „Schutzwürdige Bereiche“ identifiziert. Als wirkungsvollste raumordnerische Kategorie zum Schutz dieser Lebensräume wird die Darstellung als „Vorranggebiet für Grünlandbewirtschaftung, -pflege und -entwicklung“ empfohlen, mit der eine Ausschlusswirkung für die Errichtung von Windkraftanlagen verbunden ist.

Das Beispiel zeigt, dass die niedersächsische Landschaftsrahmenplanung die Chance bietet, naturschutzfachliche Inhalte so gezielt und zeitnah aufzuarbeiten, dass sie als gesicherte und damit verbindliche Aussagen in die Regionalplanung übernommen werden können. Diese Chance sollte in Zukunft häufiger genutzt werden.

Summary
As the regional development plan (RROP) for the Wesermarsch district intends to provide for more areas suitable for wind energy use, the landscape framework plan has to take this into account, especially with respect to the large areas of wet grasslands and ditches providing valuable habitats for breeding and migratory birds. Extensive surveys were conducted on their populations in order to identify ‘areas worthy of protection’.

To protect these areas from being degraded as habitats, it is recommended to declare them ‘priority areas for grassland management, maintenance, and development’ in the regional development plan, which would exclude the erection of wind power plants.

This example shows that the instrument of the landscape framework plan can be an effective tool to support nature conservation objectives in regional planning. It is therefore recommended to make use of the tool of landscape framework planning more frequently in future years.


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Biotopverbund in der Stadt Hildesheim – Ein Praxisbeispiel aus der Landschaftsplanung

von Frauke Imbrock

Inhalt

1 Einleitung
2 Hildesheim – eine Stadtlandschaft an der Schwelle vom Bergland zur Börde
3 Rechtliche und fachliche Grundlagen des Biotopverbunds
4 Biotopverbund in Hildesheim
5 Biotopverbund versus Biotopvernetzung
6 Bewertung im Hinblick auf das Leitbild für die Landschaftsentwicklung
7 Überregionale Bezüge des Biotopverbunds
8 Diskussion
9 Zusammenfassung
10 Summary
11 Literatur
Danksagung

Zusammenfassung
Die Schaffung eines Biotopverbunds auf mindestens 10 % der Landesfläche ist im Bundesnaturschutzgesetz verankert. Der Biotopverbund besteht aus der Schnittmenge der sowohl fachlich geeigneten als auch dauerhaft rechtlich gesicherten Flächen. Am Beispiel der Stadt Hildesheim wird vorgestellt, wie diese Thematik auf regionaler Ebene in die Landschaftsrahmenplanung integriert werden kann.

Hierzu wurde das Stadtgebiet in fünf Landschaftstypen eingeteilt: Bördelandschaft, Waldlandschaft, Weide- und Kulturlandschaft, Auenlandschaft und Siedlungsbereich. Für jeden dieser Landschaftstypen wurde jeweils ein spezifisches Leitbild definiert. Orientiert an diesen Leitbildern wurden repräsentative Biotopkomplexe und Zielarten für den Biotopverbund ausgewählt. Es erfolgte eine hierarchische Gliederung in Flächen von regionaler, landesweiter oder bundesweiter bzw. internationaler Bedeutung.

Aus europaweiter Sicht trägt Hildesheim eine besondere Verantwortung für den Erhalt artenreicher Halbtrockenrasen, alter Eichen- und Buchenwälder sowie naturnaher Auwälder und Bachtäler. An der Schwelle zwischen Bergland und Börde erreichen viele in Niedersachsen gefährdete Arten ihre nördliche Verbreitungsgrenze.

Über den Biotopverbund im engeren Sinne hinaus, der ausschließlich Flächen in den Wald-, Weide- und Auenlandschaften umfasst, erfüllen viele Landschaftselemente in der Ackerlandschaft und den Siedlungen wichtige Funktionen der Biotopvernetzung. Insgesamt trägt Hildesheim mit knapp 16 % der Stadtfläche zum landesweiten Biotopverbund bei.

Zusammenfassend leistet die Stadt einen wichtigen Beitrag zum landesweiten Biotopverbund der Wald- und Weidelandschaften. Hinsichtlich des Gewässer- und Auenverbunds können – bezogen auf das angestrebte Leitbild – noch Entwicklungspotenziale ausgeschöpft werden. Entwicklungsdefizite hinsichtlich der Biotopvernetzung bestehen ferner in den ackerbaulich geprägten Landschaften.

Summary
The German Federal Nature Conservation Act stipulates that at least 10 % of Germany’s territory has to be interconnected in a habitats network. The network consists of sites either ecologically suitable and permanently protected by law. By example of the City of Hildesheim it is demonstrated how this federal legal requirement can be implemented in landscape framework planning.

In a first step the city’s territory was classified in five types of landscape: Börde landscape, forest landscape, pasture and cultural landscape, floodplains landscape, and built-up areas. For each type of landscape a specific concept was defined. According to the statements’ requirements representative habitat complexes and target species relevant for the habitats network were selected. All relevant sites were hierarchically structured in categories ranging from regional, country-wide, federal, up to international importance.

From a European perspective, Hildesheim bears a particular responsibility for the preservation of species-rich semi-arid grasslands, old oak and beech forests as well as for near-natural alluvial forests and brook valleys. Since the city is located at the threshold between lowland (Börde) and mountainous country, many endangered species reach their northern limit of distribution in this area.

The habitats network in the stricter sense consists of forest, pasture and floodplain sites only. However, there are also many landscape elements in agricultural landscapes and settlement areas with additional networking function which enhance the connectivity of the biotope network. So altogether 16 % of the city’s territory contributes to the biotope network in Lower Saxony.

In summary, the City of Hildesheim makes a substantial contribution to the habitats network of forest and pasture landscapes. However, the connectivity of water bodies and floodplain sites has not been developed to its full potential yet. There are still some major gaps in the habitats network in agricultural landscapes.


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Neuaufstellung des Landschaftsprogramms für die Freie Hansestadt Bremen – Zielkonzept und Maßnahmenplanung

von Anke Preiß

Inhalt
1 Überblick über das Planverfahren und rechtliche Rahmenbedingungen
2 Schwerpunktthemen der Neuaufstellung
3 Das neue Kartenkonzept
3.1 Kartensatz I – Bestand, Bewertung, Konfliktanalyse
3.2 Kartensatz II – Innerfachlich abgestimmtes Zielkonzept
3.3 Kartensatz III – Vorbereitung der Umsetzung
4 Grafisches Konzept
5 Fazit
6 Zusammenfassung
7 Summary
8 Literatur

Zusammenfassung
Das Landschaftsprogramm Bremen wird derzeit für das Teilgebiet der Stadtgemeinde Bremen parallel zum Flächennutzungsplan neu aufgestellt. Aufgrund der Novellierung des Bremischen Naturschutzgesetzes enthält das Landschaftsprogramm nunmehr sowohl die überörtlichen als auch die örtlichen Darstellungen und weist damit gegenüber der alten Fassung eine weitaus größere räumliche Konkretisierung auf.

Für die öffentliche Auslegung wurden Aufbau und Inhalte des Kartenkonzeptes auf der Grundlage von Vorschlägen des F+E-Vorhabens „Planzeichen für die Landschaftsplanung“ neu gegliedert und die Plangraphik überarbeitet. So wurde die Bestandsbewertung an den drei Zieldimensionen des Bundesnaturschutzgesetzes ausgerichtet und der Kartensatz in drei klar getrennte Teile gegliedert.

Die Ziele des Landschaftsprogramms werden durch die kombinierte Darstellung von Zielkategorie und angestrebtem Landschaftszustand (Zielbiotopkomplexe) im zentralen Plan 1 anschaulicher. Durch die Reduzierung der Anzahl der Karten, die getrennte Darstellung von physischen Maßnahmen und Umsetzungsinstrumenten sowie deren adressatenbezogene Aufbereitung wird insgesamt die Handhabbarkeit verbessert.

Summary
The Free Hanseatic City of Bremen is currently updating its landscape programme and its local development plan for the municipality of Bremen. Due to the latest amendment of Bremen’s Nature Conservation Act, the landscape programme does not only provide information on state-wide scale, but also on local level and will therefore give a spatially much more concrete view than the former version.

Before the new version was publicly displayed for the first time, structure, content, and design of the map concept had been revised according to the proposals developed in the course of the federal research project ‘plan symbols in landscape planning’. The evaluation of sites was aligned to the three target dimensions outlined in the Federal Nature Conservation Act which led to a clear division of the map set in three parts.

The main objectives of the landscape programme become clear in the central plan no.1. Here the target category is depicted combined with the aspired landscape condition. Altogether the new landscape programme is much easier to handle due to a smaller number of maps, a separate display of physical measures and instruments of implementation, and a preparation of data according to the different target groups.


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Identitätsstiftende Landschaftsplanung – Erwartungen an die Europäische Landschaftskonvention
von Adrian Hoppenstedt

Inhalt
1 Landschaft als Ergebnis gesellschaftlicher Werte
2 Aufgaben von Naturschutz und Landschaftsplanung
3 Erwartungen an die „Europäische Landschaftskonvention (ELC)“
4 Beitrag der Landschaftsplanung
5 Zusammenfassung
6 Summary
7 Literatur

Zusammenfassung
Kulturlandschaft ist das Ergebnis der Wechselwirkungen zwischen naturräumlichen Gegebenheiten und menschlicher Einflussnahme im Laufe der Geschichte bis in die Gegenwart. Dynamischer Wandel ist daher ein entscheidendes Wesensmerkmal der Kulturlandschaft. Das Ziel ist also nicht, lediglich die Eigenarten historischer Kulturlandschaft zu dokumentieren, um diese bestmöglich konservieren zu können. Vielmehr muss es darum gehen, den zukünftigen Wandel und die Dynamik der Landschaft bewusst zu lenken und zu gestalten, um damit die Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart mit den Wünschen für die Zukunft in Einklang zu bringen und damit neue Identifikationsmöglichkeiten für die Bewohner einer Landschaft anzubieten.

Schon immer war es in Deutschland Aufgabe der Landschaftsplanung sich mit der Historie, der Gegenwart und der Zukunft der Kulturlandschaft auseinanderzusetzen. So können wir aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen mit der Landschaftsplanung einen konstruktiven, methodischen Beitrag zur Umsetzung der Landschaftskonvention im europäischen Kontext leisten. Dazu ist allerdings zunächst eine Unterzeichnung und Ratifikation Voraussetzung!

Summary
Cultural landscape is the result of the interaction between local natural conditions and human influence throughout history to the present. Dynamic change therefore is one of its most characteristic features. So dealing with cultural landscapes can not only aim at documenting and preserving specific characteristics of historical cultural landscapes. It is rather about consciously shaping future developments, by bringing the dynamic shifts of the past and present in line with visions for the future. That would offer new possibilities for the inhabitants of a landscape, to identify with the region they live in.

In Germany it has always been the task of landscape planning to analyse cultural landscapes in history, present, and future. Thus, modern landscape planning can make a constructive, methodological sound contribution to the implementation of the European Landscape Convention. But that, of course, can only be done after it has been signed and ratified.


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Rückgang der Flechten-Kiefernwälder in Niedersachsen seit 1990
von Petra Fischer, Helga Bültmann, Olaf von Drachenfels, Thilo Heinken und Gunnar Waesch

Inhalt
1 Anlass
2 Methodik
3 Vorkommen der Flechten-Kiefernwälder 1990/91
4 Aktuelle Vorkommen der Flechten-Kiefernwälder in Niedersachsen
4.1 Entwicklung der Flechten-Kiefernwälder auf Heinken-Flächen bis 2011-2013
4.2 Weitere aktuelle Flechten-Kiefernwald-Vorkommen in Niedersachsen
4.3 Stichprobenmonitoring 2012 der aktuellen Flechten-Kiefernwald-Vorkommen in Niedersachsen
5 Ursachen des Rückganges von Flechten-Kiefernwäldern
6 Bedeutung der Flechten-Kiefernwälder für den Artenschutz
7 Handlungsbedarf
8 Zusammenfassung
9 Summary
10 Literatur

Zusammenfassung
Im Rahmen des FFH-Monitorings wurden 2011-2013 Untersuchungen zur Situation der Flechten-Kiefernwälder (LRT 91T0) in Niedersachsen durchgeführt sowie weitere Daten ausgewertet. Wichtigste Datengrundlage waren Vegetationsaufnahmen von Heinken aus den Jahren 1990/91, deren Flächen mit wenigen Ausnahmen im Gelände überprüft wurden. Im Ergebnis ist für die letzten 20 Jahre ein Flächenverlust von ca. 90 % festzustellen. Die Restbestände sind auf das nordöstliche Tiefland beschränkt, das sich durch von Natur aus nährstoffarme Sandböden, geringe Niederschläge und (noch) geringere Dichte von stark stickstoffemittierenden Stallanlagen auszeichnet. Die verbliebenen Bestände haben eine große Bedeutung als Wuchsorte gefährdeter Pflanzen-, Pilz- und Flechtenarten. Da aber landesweit die Stickstoffeinträge aus der Luft das zwei- bis über sechsfache der Belastungsgrenze für diesen Lebensraumtyp betragen, ist mittelfristig sein Totalverlust des Flechten-Kiefernwaldes in Niedersachsen zu befürchten. Daher sind intensive Schutzmaßnahmen sowie gezielte Pflegemaßnahmen wie Abplaggen zur Wiederherstellung nährstoff- und humusarmer Standorte erforderlich.

Summary
The situation of Central European Lichen Pine Forests (Code: 91T0) in Lower Saxony was investigated in 2011-2013 within the framework of the monitoring for EU Habitats Directive, together with the evaluation of additional data. The most important data basis were vegetation surveys carried out by Heinken dating from the years 1990/91. Nearly all of his former sample plots were checked again in the field. The results show that the occurrence of Lichen Pine Forest has declined by 90 % during the last 20 years. The remaining sites are limited to the north-eastern lowlands, an area which is characterized by inherently nutrient-poor sandy soils, low rainfall and (still) lower atmospheric nitrogen input from intensive livestock farming. The remaining sites serve as very important habitats for endangered plant, fungus and lichen species. However, since the atmospheric nitrogen input in Lower Saxony is nowadays two to six times the critical load for this habitat type, a total loss of the Lichen Pine Forest in the medium-term is impending. Therefore, intensive measures to protect the remnant sites and conservation activities such as sod removal to restitute nutrient- and humus-poor sites are required.


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1/2014  
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Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Naturschutzinformation

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover
Tel: +49 (0)511 / 3034-3305
Fax: +49 (0)511 / 3034-3501

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