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Nachfolger für Beweidung der Hornbosteler Hutweide gefunden

Biohof Peters neuer Pächter der Naturschutzflächen im Landkreis Celle/ Pressemitteilung vom 15. Januar 2019


Die Betriebsstelle Lüneburg des NLWKN (Niedersächsischer. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) hat einen neuen Bewirtschafter für die Pflege des Naturschutzgebiets Hornbosteler Hutweide in der Gemeinde Wietze gefunden. Auf ca. 75 Hektar führt zukünftig der Biohof Knuth Peters aus Wunstorf bei Hannover eine naturschutzkonforme Pflegebeweidung durch.

Kleinod dank Beweidung

Ziel der Pflege ist die Erhaltung der historischen Hutelandschaft mit ihrem Auengrünland, ihren Wacholderhainen und Magerrasen, Hutewäldern mit Alteichen, Schlehengebüschen sowie Altgewässern.

Dank der Beweidung hat sich das Gebiet im Laufe der Jahre zu einem Kleinod entwickelt. Über 400 Pflanzenarten, davon 23 Arten der Roten Liste der in Niedersachsen gefährdeten Pflanzenarten konnten festgestellt werden. Zwölf im Landkreis Celle mittlerweile selten gewordene Vogelarten wie Neuntöter, Schwarzkehlchen, Rohrammer, Gelbspötter, Wendehals und Sumpfrohrsänger brüten hier. Bemerkenswerte Nahrungsgäste sind neben den Weißstorchpaaren der benachbarten Orte auch Rotmilan, Silberreiher und Eisvogel. Bis zu 50 Kiebitze rasten im Gebiet, neben Bruch-und Waldwasserläufer, Flussuferläufer und Bekassine.

Ende des letzten Jahres hat der bisherige Pächter der Hornbosteler Hutweide aus Altersgründen aufgehört. Bisher erfolgte die Beweidung mit Heckrindern und Przewalski-Pferden als Ganzjahresbeweidung. Trotz der erzielten Erfolge erwies sich das Weidemanagement mit diesen Rassen als besonders anspruchsvoll und die Vermarktung der Heckrinder gestaltete sich schwieriger als ursprünglich angenommen. Die Größe der Herde wuchs dadurch in den letzten Jahren deutlich über das naturschutzfachlich angestrebte Niveau und die Beweidungsintensität war teilweise zu hoch. In Folge dessen konnte sich z.B. das giftige Jakos-Kreuzkraut auf Teilen der Hutweide ausbreiten.

Wegen der schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen ging der NLWKN einen neuen Weg: Interessierte Landwirte konnten im Frühjahr 2018 ihr Interesse an der Bewirtschaftung der Hutweide bekunden. „Wir waren über die große Anzahl der Bewerber erfreut“, berichtete Danny Wolff, zuständiger Dezernent des Geschäftsbereichs Regionaler Naturschutz. Vierzehn Betriebe hatten sich auf den Aufruf des NLWKN gemeldet, sieben Landwirte wurden zu einem persönlichen Gespräch im August eingeladen.

„Bei der Auswahl des Pächters war es uns wichtig, dass die Bewerber neben der Erfahrung in der Rinderhaltung vor allem auch eigene konzeptionelle Vorstellungen zur Betreuung und Vermarktung der Tiere und zum Management besonders pflegebedürftiger Teilflächen entwickelt hatten“, so Wolff weiter. Denn es war wichtig, dass der zukünftige Bewirtschafter in eigener Verantwortung ökonomisch tragfähige Lösungen zur Erhaltung der schutzwürdigen Kulturlandschaft entwickelt. Um die ökonomischen Aspekte der jeweiligen Konzepte angemessen zu beurteilen, hatten an den Auswahlgesprächen neben dem NLWKN auch das Domänenamt Stade sowie die Landwirtschaftskammer mit ihrer Außenstelle in Bad Fallingbostel teilgenommen.

„Die Auswahl war nicht leicht, denn mehrere Bewerber wären mit ihren Konzepten grundsätzlich gut geeignet gewesen“, sagte Bernhard Stutzmann, der sich beim NLWKN um die Pflege der landeseigenen Flächen kümmert. „In der Gesamtschau hat der Biohof Peters mit seinen Vorstellungen zur Beweidung und Vermarktung sowie zur Pflege der Hutweide aber am meisten überzeugt“. Die anschließenden Pachtvertragsverhandlungen konnten im Dezember abgeschlossen werden. „Wir sind sicher, mit Herrn Peters einen sowohl in der Rinderhaltung erfahrenen als auch für den Arten- und Biotopschutz aufgeschlossenen Partner gefunden zu haben“, so Stutzmann weiter. Je nach Hochwassersituation und Witterungsverlauf werden die erforderlichen Details der Pflege unter Beteiligung der unteren Naturschutzbehörde jeweils zu Beginn der Weidesaison bei Geländebegehungen festgelegt.

Wie fast alle Bewerber sieht auch Peters eine Beweidung mit robusten Rindern ausschließlich während der Vegetationszeit von Frühjahr bis zum Herbst vor. Wegen der Hochwasserrisiken, der teilweise schwierigen Einsehbarkeit der Weideflächen mit guten Versteckmöglichkeiten und wegen der Nähe zu dem von einem Wolfsrudel besiedelten Truppenübungsplatz wird auf eine Beweidung im Winter und auf eine Nachzucht von Kälbern direkt auf der Fläche verzichtet.

Die restlichen, aktuell noch auf der Hutweide weidenden Heckrinder und Przewalski-Pferde sollen möglichst kurzfristig an andere Tierhalter abgegeben und abtransportiert werden.

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Artikel-Informationen

15.01.2019

Ansprechpartner/in:
Achim Stolz

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Pressesprecher
Am Sportplatz 23
D-26506 Norden
Tel: +49 (0)4931/947-228
Fax: +49 (0)4931/947-222

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