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FFH-Gebiet 112 Süntel, Wesergebirge, Deister

EU-Nr.: DE-3720-301


Das FFH-Gebiet „Süntel, Wesergebirge, Deister“ umfasst in mehreren Teilgebieten vielfältige Laubwaldgebiete auf den drei Höhenzügen Süntel, Wesergebirge und Deister, die überwiegend dem Naturraum Calenberger Bergland zugeordnet werden. Obwohl räumlich getrennt, weisen die Erhebungen innerhalb des Schutzgebiets doch ähnliche geologische Gegebenheiten auf: Sie bestehen überwiegend aus Kalken des Jura, die sich insbesondere am Hohenstein im Süntel, aber auch im Wesergebirge als teils markante Felsformationen und Klippenbereiche darstellen.

Flächenmäßig dominieren im Gebiet auf den zumeist frischen, basenreichen Böden naturnahe Waldmeister-Buchenwälder. Vor allem im Nordosten des Teilgebiets Deister wachsen im Übergang zu sauren, aus Sandsteinen gebildeten Böden auch Hainsimsen-Buchenwälder. An trockenwarmen Standorten sind auf flachgründigen Kalkböden im Süntel und im Wesergebirge artenreiche Orchideen-Buchenwälder mit Pflanzenarten wie der Finger-Segge und dem gefährdeten Schwertblättrigen Waldvöglein ausgebildet. Auch Hang- und Schluchtwälder, in denen verschiedene Edellaubhölzer in der Baumschicht dominieren, sind im Gebiet zu finden. Die naturnahen Laubwälder begünstigen die Vorkommen vieler, teilweise seltener Waldarten. Hierzu gehören neben der Wildkatze auch Fledermausarten, zum Beispiel das Großes Mausohr sowie Teich- und Bechsteinfledermaus. In den Buchenwäldern des Süntels findet sich außerdem das an der Rinde von Laubbäumen wachsende und europaweit bedeutsame Grüne Gabelzahnmoos.

Kalktrockenrasen, Kalkschutthalden und Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation ergänzen die Habitatvielfalt des Gebiets. An den Felsen im Süntel kommen mehrere seltene Pflanzenarten vor, zu welchen die Pfingst-Nelke, der Milzfarn und eine endemische Unterart des Brillenschötchens gehören. Mehrere kleinere und größere Höhlen dienen den im Gebiet vorkommenden Fledermäusen als Winterquartier. Vor allem in den Wäldern am Hohenstein im Süntel sind Kalktuffquellen mit ihren charakteristischen Lebensgemeinschaften zu finden. Unterhalb der Quellbereiche wachsen Auenwälder mit Erlen und Eschen. In kleinen Bächen, die abschnittsweise dem Lebensraumtyp der Fließgewässer mit flutender Wasservegetation entsprechen, lebt die europaweit bedeutsame Groppe, ein am Gewässergrund lebender Kleinfisch. Auch der Kammmolch konnte in Feuchtbiotopen im Gebiet nachgewiesen werden.

Das Gebiet ist nicht nur für den Schutz von Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie wichtig, sondern auch für die Vogelwelt gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie von Bedeutung. Eine Beschreibung hierzu findet sich auf der oben verlinkten Webseite zum EU-Vogelschutzgebiet V69 „Uhu-Brutplätze im Weserbergland“.

LRT 9150 - Orchideen-Kalkbuchenwälder   Bildrechte: O. v. Drachenfels
LRT 9150 - Orchideen-Kalkbuchenwälder
LRT 91E0 - Auenwälder mit Erle, Esche, Weide   Bildrechte: O. v. Drachenfels
LRT 9130 - Waldmeister-Buchenwald im Deister
LRT 91E0 - Auenwälder mit Erle, Esche, Weide   Bildrechte: O. v. Drachenfels
LRT 91E0 - Auenwälder mit Erle, Esche, Weide am Blutbach
LRT 7220 - Kalktuffquelle am Hollenbach   Bildrechte: O. v. Drachenfels
LRT 7220 - Kalktuffquelle am Hollenbach
LRT 8210 - Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation, hier mit endemischem Vorkommen des Blassen Habichtskrauts (Hieracium schmidtii ssp. subcaesioides)   Bildrechte: O. v. Drachenfels
LRT 8210 - Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation, hier mit endemischem Vorkommen des Blassen Habichtskrauts (Hieracium schmidtii ssp. subcaesioides)
Grünes Gabelzahnmoos (Dicranum viride) - eine Art von gemeinschaftlicher Bedeutung (Anhang II der FFH-Richtlinie)   Bildrechte: O. v. Drachenfels
Grünes Gabelzahnmoos (Dicranum viride) - eine Art von gemeinschaftlicher Bedeutung (Anhang II der FFH-Richtlinie)
Felsformationen des Hohenstein im Süntel (LRT 8210)   Bildrechte: O. v. Drachenfels
Felsformationen des Hohenstein im Süntel (LRT 8210)
FFH 112   Bildrechte: NLWKN

Erhaltungsziele des Gebietes

Management des Gebietes

Allgemeine Hinweise zum Management im Gebiet vorkommender Lebensraumtypen und Arten

(Die Hinweise sind tw. aktualisierungsbedürftig, der Stand ist jeweils angegeben. Einige Hinweise werden zurzeit überarbeitet.)

 

Gebietsspezifische Maßnahmenblätter, Maßnahmen-/Managementpläne

(Steht eine Einbindung der betroffenen Flächeneigentümer zu den konzipierten Maßnahmen noch an, ist die konzipierte Maßnahme als vorläufig zu betrachten und entsprechend gekennzeichnet.)
Natura 2000 Bildrechte: Europäische Union

Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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