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Der Klimawandel und seine Folgen im Fokus des Projekts KliBiW

Experten berechnen Auswirkungen auf niedersächsische Binnengewässer


Die Entwicklung der Temperaturen in Niedersachsen von 1881 bis 2100 auf Basis von Beobachtungsdaten des DWD und verschiedener Klimamodelle   Bildrechte: NLWKN
Die Entwicklung der Temperaturen in Niedersachsen von 1881 bis 2100 auf Basis von Beobachtungsdaten des DWD und verschiedener Klimamodelle

Autor: Uwe Petry

Nachdem Niedersachsen 2017 ein „nasses“ Rekordjahr mit Dauerregen, Unwettern, Hochwasser und Sturzfluten erlebte, folgten mit den Jahren 2018 und 2019 nacheinander zwei Extreme ganz anderer Art: Hohe Temperaturen in Verbindung mit langanhaltender Trockenheit führten an vielen Flusspegeln zu rekordverdächtigen Niedrigwasserständen.

Die Tendenz zu häufigen und intensiv ausgeprägten Extremverhältnissen zeigten sich bereits in den Beobachtungen der letzten Jahrzehnte. Wie diese Veränderung des Klimas sowie die damit verbundenen Folgen für die Wasserwirtschaft in Zukunft aussehen könnten, ist seit rund zehn Jahren Gegenstand des NLWKN-Projekts KliBiW (Globaler Klimawandel – Wasserwirtschaftliche Folgenabschätzung für das Binnenland).

Die Experten des Landesbetriebs berechnen die potenziellen Veränderungen der Abflussverhältnisse in Niedersachsen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts. In Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis analysieren sie dazu aktuelle Daten der Klimaforschung. Im Ergebnis steht fest: Die Tendenzen der jüngeren Vergangenheit können sich zukünftig nicht nur fortsetzen, sondern sogar noch weiter verschärfen, sollten die globalen Treibhausgasemissionen so voranschreiten wie bisher.

Seit 2016 werden die gewonnenen Erkenntnisse mit Experten aus anderen Fachverwaltungen und der Politik im Klimakompetenznetzwerk Niedersachsen fachlich und methodisch diskutiert und das Wissen zum Klimawandel permanent weiter ausgebaut. Ein erstes Resultat dieser Zusammenarbeit ist die Klimawirkungsstudie Niedersachsen. Sie zeigt die bevorstehenden Veränderungen in den Bereichen Oberflächengewässer, Grundwasser und Böden unter dem Einfluss des Klimawandels.

Zukünftig sollen weitere Themenschwerpunkte der wasserwirtschaftlichen Klimafolgen in den Fokus rücken wie zum Beispiel Starkregen, Nährstoffbelastungen und Grundwasserstände. Hierzu möchte der NLWKN seine Kompetenzen im Gewässerkundlichen Landesdienst stärker vernetzen.

In der aktuellen KliBiW-Projektphase werden Informationsmaterialien für Kommunen und Fachverwaltungen sowie für die allgemeine Öffentlichkeit erarbeitet, darunter auch eine Wanderausstellung. Entsprechende Informationen und Berichte sind auf den Klimaseiten des NLWKN zu finden sowie beim Kartenserver des Umweltministeriums.

Niedrigwasser wie hier 2018 am Pegel Neuhaus (Schwarzwasser) kann es zukünftig noch häufiger geben. (Foto: NLWKN)   Bildrechte: NLWKN
Niedrigwasser wie hier 2018 am Pegel Neuhaus (Schwarzwasser) kann es zukünftig noch häufiger geben. (Foto: NLWKN)
Auch Hochwasser wie das an der Innerste 2013 (hier bei Holle) werden durch den Klimawandel zukünftig verstärkt auftreten (Foto: NLWKN).   Bildrechte: NLWKN
Auch Hochwasser wie das an der Innerste 2013 (hier bei Holle) werden durch den Klimawandel zukünftig verstärkt auftreten (Foto: NLWKN).

Artikel-Informationen

erstellt am:
10.09.2020
zuletzt aktualisiert am:
11.09.2020

Ansprechpartner/in:
Pressestelle NLWKN

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Am Sportplatz 23
D-26506 Norden

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