NLWKN klar

Arbeiten am Wendebach-Stausee beginnen

Ablassen des Wassers und Umsiedlung von Muscheln und Fischen // Presseinformation vom 6. Oktober 2014


Mit dem vorsichtigen Ablassen des Wassers und der Umsiedlung von Muscheln und Fischen begannen am Montag (6. Oktober 2014) die Arbeiten zur Umgestaltung des Wendebach-Stausees bei Niedernjesa im Landkreis Göttingen. „Mitarbeiter des NLWKN und Mitglieder des Sportangelklubs Göttingen werden am Montag und in den Folgetagen die Tiere artgerecht aufnehmen und in umliegenden Gewässern wieder aussetzen", beschreibt Detlef Kirstein vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) die anstehenden Arbeiten. Dazu wird der Wasserabfluss durch das Sperrbauwerk auf einen halben Kubikmeter pro Sekunde erhöht, so dass zunächst die Randbereiche des Sees trockenfallen und von NLWKN-Mitarbeitern nach Muscheln abgesucht werden können.

Ab kommenden Freitag wird der Wasserstand so niedrig sein, dass Mitglieder des Sportangelklubs Göttingen am Auslaufbauwerk mit Hilfe von Netzen und Gittern die Fische bergen können. Der weiteren ökologischen Begleitung dienen auch der Einbau eines Sedimentfanges unterhalb des Sperrbauwerkes sowie eine Grundschwelle im Zulauf des Sees. „Die Grundschwelle verhindert, dass der oberhalb anschließende Abschnitt des Wendebachs trockenfällt, während der Sedimentfang Sand und andere Ablagerungen zurückhält, die sonst für die unterhalb liegenden Gewässerabschnitte schädlich sein könnten", erläuterte Torsten Knoblauch als zuständiger Projektleiter des NLWKN.

Etwa eine Woche ist für das Ablassen der ca. 130.000 Kubikmeter Wasser aus dem Becken angesetzt. „Anschließend müssen die im Becken vorhandenen Sedimente noch entwässern. Um diesen Vorgang zu beschleunigen, werden wir die Ablagerungen voraussichtlich ab November im Badebereich zusammenschieben. Im Winter werden die getrockneten Sedimente auf umliegende Felder aufgebracht und das Baufeld geräumt", ergänzt Knoblauch. Die eigentlichen Arbeiten zum Umbau der Anlage beginnen im Frühjahr 2015: Dann wird der Abschlussdamm um rund sieben Meter abgetragen und mit einer neuen Hochwasserentlastungsanlage versehen, die auch ein Jahrtausend-Hochwasser gefahrlos abführen kann. Parallel wird die bisherige Hochwasserentlastungsanlage verfüllt. „Diese Kernbauphase wird voraussichtlich bis Oktober kommenden Jahres abgeschlossen sein. Inklusive aller Restarbeiten endet die Gesamtmaßnahme im Frühjahr 2016", berichtet Kirstein.

Der Dauerstau wird dann an der tiefsten Stelle vor dem Abschlussdamm weiterhin bei 4,65 Metern liegen, so dass die Anlage auch in ihrer bisherigen Größe weiterhin für die Naherholung genutzt werden kann.

Die Umbaumaßnahmen sind notwendig, da die ursprünglich als Hochwasserrückhaltebecken geplante Anlage ihrer Funktion nie gerecht wurde. Trotz mehrerer Sanierungen konnte die Standsicherheit der Dämme nicht gewährleistet werden, so dass sich das Niedersächsische Umweltministerium für den Umbau aussprach.

Die Kosten des Vorhabens, dem ein umfangreiches Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitbeteiligung vorausging, beziffert der Landesbetrieb mit rund fünf Millionen Euro.

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Artikel-Informationen

06.10.2014

Ansprechpartner/in:
Achim Stolz

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Pressesprecher
Am Sportplatz 23
D-26506 Norden
Tel: +49 (0)4931/947-228
Fax: +49 (0)4931/947-222

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