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Überschwemmungen an der Lühe: NLWKN betreibt intensive Ursachenforschung

Stade. Erhöhte Wasserstände in der Elbe haben in der Nacht von Freitag auf Samstag zu Überschwemmungen auf außendeichs gelegenen Grundstücken entlang der Lühe geführt. Das Lühe-Sperrwerk konnte erst gegen 3 Uhr nachts und damit nach Überschreiten des eigentlichen Schließwasserstands geschlossen werden. Infolgedessen ist es zu teils erheblichen Überschwemmungen bei Gewässeranrainern gekommen. „Das hätte so nicht passieren dürfen. Ursache der verspäteten Schließung ist nach aktuellem Stand ein technischer Defekt im Meldesystem – die Ursachenforschung ist bereits am Wochenende angelaufen und derzeit in vollem Gange“, so Birgit Baumann von der Betriebsstelle Stade des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Der NLWKN ist für den Betrieb der Anlage an der Lühe zuständig.

Das Lühe-Sperrwerk verfügt über eine aktive Pegelüberwachung, die bei Überschreitung entsprechender Warnstufen proaktiv aktuelle Wasserstandsmeldungen an die jeweiligen Sperrwerkswärter aussendet. „Diese sind sehr schnell in der Lage, ggf. eine Schließung einzuleiten“, so Baumann. Die entsprechende Meldung des Systems an den Sperrwerkswärter ist am Wochenende offenbar nicht übermittelt worden.

Im Rahmen der Untersuchungen zu den Ursachen steht der NLWKN in engem Kontakt mit der Wasserschutzpolizei, aber auch mit dem Hersteller der zum Einsatz kommenden Mess- und Meldeanlage sowie mit den Telekommunikationsanbietern. „Wir werden den Umständen, die zu diesem Vorfall geführt haben, genau auf den Grund gehen und dabei die Schutzvorrichtungen und Abläufe rund um den Betrieb der Anlage intensiv durchleuchten. Ein solcher Ausfall darf sich nicht wiederholen – der Schutz der Menschen und ihres Eigentums an der Niedersächsischen Küste hat höchste Priorität“, betont Baumann.

Das Lühe-Sperrwerk ist erst vor einigen Jahren aufwändig umgerüstet worden. In diesem Rahmen wurde die gesamte Steuerungstechnik und das Meldesystem erneuert – die Steuerung erfolgt heute vollständig digital. Bis zu 190 Mal im Jahr wird das Sperrwerk – oftmals auch bereits bei geringfügig erhöhten Wasserständen – geschlossen, um die außendeichs gelegenen Lühe-Anrainer sowie die Ortschaften Mittelnkirchen, Guderhandviertel und Horneburg vor Überschwemmungen zu schützen. „Bei all diesen Schließvorgängen haben die Steuerungstechnik und auch das Meldesystem bisher einwandfrei funktioniert“, betont der NLWKN.

Der Einsatz eines den Schließvorgang begleitenden Sperrwerkswärters ist zwingend erforderlich – er ergibt sich aus entsprechenden Vorgaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, um Gefährdungen für den Schiffsverkehr auszuschließen. Demnach dürfen die in der Regel tonnenschweren Sperrwerkstore nicht selbsttätig, also automatisiert, fahren.

Eine Gefährdungslage hinter den Deichen bestand nicht – der eingetretene Wasserstand ist für das Sommerhalbjahr eher ungewöhnlich, aber keine Herausforderung für die entsprechenden Schutzanlagen.

Anrainer, deren Grundstücke von den Überschwemmungen in Folge der verspäteten Sperrwerksschließung betroffen waren, werden gebeten, entsprechende Schäden bis zur finalen Klärung eventueller Haftungsfragen zeitnah der Wasserschutzpolizei Stade zu melden (Kontakt: 04141 7781215; esd@wspst-stade.polizei.niedersachsen.de), welche die Ermittlungen zu den Ursachen der Überschwemmungen übernommen hat.


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Artikel-Informationen

erstellt am:
30.05.2022

Ansprechpartner/in:
NLWKN Pressestelle

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76a / Am Sportplatz 23
30453 Hannover / 26506 Norden
Tel: +49 (0)511 3034-3322 sowie +49 (0)4931/ 947 -173
Fax: +49 (0)4931/947 - 222

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