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Niedersächsisches Wiesenvögel-Projekt ausgezeichnet

Projekt des Landes vorbildlich für Arterhalt


Minister Lies überreichte dem NLWKN die UN-Urkunde. V.l.n.r. Berthold Paterak, Claudia Peerenboom, beide NLWKN, Minister Olaf Lies, Dr. Stefan Heitefuss, Ministerium, Dr. Markus Nipkow und Jürgen Ludwig, NLWKN. (Foto: Bettina S. Dörr, NLWKN)   Bildrechte: Bettina S. Dörr, NLWKN
Minister Lies überreichte dem NLWKN die UN-Urkunde. V.l.n.r. Berthold Paterak, Claudia Peerenboom, beide NLWKN, Minister Olaf Lies, Dr. Stefan Heitefuss, Ministerium, Dr. Markus Nipkow und Jürgen Ludwig, NLWKN. (Foto: Bettina S. Dörr, NLWKN)

Das LIFE Projekt „Wiesenvögel“ des Landes Niedersachsen ist als „UN Dekade-Projekt Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet worden. Den Titel erhalten Projekte, die auf vorbildliche Weise zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Verliehen wird er von einer Fachjury im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).

Niedersachsens Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Olaf Lies, nahm die Auszeichnung für das in Trägerschaft des Landes Niedersachsen beantragte und vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) umgesetzte Projekt am 2. September im Innenhof des Ministeriums in Hannover in Empfang. „Für das Projekt, in dem der NLWKN mit Partnern wie dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Baltic Environmental Forum und Natuurmonumenten aus den Niederlanden zusammenarbeitet, ist dies eine große Anerkennung der bisher geleisteten Arbeit“, so Lies. Finanziell gefördert wurde das Projekt zu 60 Prozent durch die EU und zu 40 Prozent durch das Land Niedersachsen, hinzu kommen Fördersummen der Stiftung Naturschutz der Landkreise Emsland und Leer.

Der besondere Beitrag zum Erhalt der Wiesenvögel ist aus dem im Rahmen des Projekts Erreichten abzulesen: Im Vogelschutzgebiet „Dümmer“ hat sich der Bestand der Uferschnepfe entgegen dem landesweiten Trend verdreifacht, in Teilgebieten sogar verfünffacht. Auch der Kampfläufer, eine in Niedersachsen fast ausgestorbene Brutvogelart, scheint sich hier wieder anzusiedeln. In anderen Kernprojektgebieten konnten die Brutbestände von Uferschnepfe und Wachtelkönig mindestens erhalten werden.

Voraussetzung dafür war, 950 Hektar Grünland durch Ankauf zu sichern und auf dieser Fläche Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung für Wiesenvögel umzusetzen und dauerhaft zu pflegen. Besonders bedeutsam ist das Wassermanagement auf bislang 1.800 Hektar. Dadurch konnte wertvoller Lebensraum für Uferschnepfe, Kiebitz, Brachvogel und weitere Arten des Feuchtgrünlands wiederhergestellt werden. Knapp 1.000 Hektar Grünland wurden in die extensive Bewirtschaftung überführt. Das heißt, dass diese Flächen erst nach der Brutzeit bearbeitet und von einer geringeren Tierzahl beweidet werden dürfen. Düngung und Pflanzenschutzmittel sind dort nicht erlaubt.

Jürgen Ludwig, NLWKN-Mitarbeiter und stellvertretender Projektleiter, betonte: „Erfolgreich ist Wiesenvogelschutz dann, wenn Flächen naturschutzfachlich betreut werden können und wenn es durch öffentliches Eigentum möglich ist, dieses Grünland vor und während der Brutzeit zu vernässen. Durch ein Nachfolge-Projekt werden wir den Wiesenvogelschutz noch mehr in die Fläche bringen. Nur so kann mittelfristig der Erhalt der Wiesenvögel erreicht werden.“

Gemeint ist das neue LIFE-Projekt „LIFE IP GrassBirdHabitats“, das im Herbst 2020 startet. Es hat zum Ziel, den Wiesenvogelschutz bis 2030 in Niedersachsen, in der niederländischen Provinz Friesland und in den westafrikanischen Wintergebieten voran zu bringen. Unter der Federführung der Staatlichen Vogelschutzwarte im NLWKN sollen unter anderem Konzepte erarbeitet werden, wie landwirtschaftliche Betriebe, die den Wiesenvogelschutz unterstützen, auskömmlich wirtschaften können. Dabei kann „LIFE IP GrassBirdHabitats“ an die Erfolge des nun ausgezeichneten Projekts anknüpfen.

Das noch bis Ende 2022 laufende LIFE Projekt „Wiesenvögel“ und das im Herbst 2020 startende Projekt „LIFE IP GrassBirdHabitats“ werden somit auch einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung des „Niedersächsischen Wegs“ leisten. Mehr zum niedersächsischen Weg: https://www.niedersachsen.de/niedersaechsischer-weg

Weitere Informationen:

https://www.undekade-biologischevielfalt.de/index.php?id=49&tx_lnv_pi1%5Bwettbewerb%5D=2915&tx_lnv_pi1%5Baction%5D=show&tx_lnv_pi1%5Bcontroller%5D=Wettbewerb&no_cache=1

Artikel-Informationen

erstellt am:
02.09.2020

Ansprechpartner/in:
NLWKN Pressestelle

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76a / Am Sportplatz 23
30453 / 26506 Norden / Hannover
Tel: +49 (0)511 3034-3322 sowie +49 (0)4931/ 947 -173
Fax: +49 (0)4931/947 - 222

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