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KliBiW - Folgenanalyse für den Wasserhaushalt und das Hochwassergeschehen

In der Phase 2 des Projektes KliBiW wurden die Entwicklungen der Wasserhaushalts-
bilanz und der Hochwasserverhältnisse in der Gegenwart und deren möglichen Veränderungen in der Zukunft analysiert.

Die Untersuchung der gegenwärtigen Situation erfolgte anhand von Aufzeichnungen an 88 Pegeln (von 1966 bis 2005) für ganz Niedersachsen. Hierbei wurden vor allem die Trends der Hochwasserscheitel (Jahreshöchstwerte) sowie der Scheiteldauern mittels des Mann-Kendall-Trendtests (nach Mann-Kendall, 1975) untersucht.

Die Ergebnisse belegen einen überwiegend negativen Trend (Abnahme des Scheitelabflusses) der Sommerhochwasser, während die Winterhochwasser eher einen positiven Trend (Zunahme des Scheitelabflusses) aufweisen. Räumliche Muster sind hierbei nur schwer zu erkennen. Es gibt leichte Tendenzen zu positiven Trends im Süden und negativen Trends im direkten Einzugsgebiet der Aller.

Trends_der_Abflussscheitelwerte_im_Sommer  
Trends der Abflussscheitelwerte (HQ) von 1966 – 2005 im Sommer (JJA)
Trends der Abflussscheitelwerte im Winter  
Trends der Abflussscheitelwerte (HQ) von 1966 – 2005 im Winter (DJF)

Die Simulation der Abflüsse in der Zukunft erfolgte anhand eines Wasserhaushalts-
modells (PANTA RHEI) für das Aller-Leine Gebiet (ALO), welches die möglichen zukünftigen Entwicklungen von Klimagrößen für den Zeitraum 1961 - 2100 als Eingangsdaten verarbeitete. Als Antrieb dienten die Läufe von einem dynamischen regionalen Klimamodell (REMO / ECHAM5 Lauf 1 und REMO / ECHAM5 Lauf 2) sowie von einem statistischen regionalen Klimamodell (WETTREG2006 / ECHAM5 Lauf 1), jeweils für das gemäßigte Szenario A1B (Special Report on Emission Scenarios, Nakicenovic, 2000). Die Ermittlung der zukünftigen Veränderungen erfolgt für 14 ausgewählte Pegel mit kleineren und größeren Einzugsgebieten anhand der mittleren Abflüsse sowie kleinerer (HQ5) und extremer (HQ100) Hochwasserabflüsse.

Die Ergebnisse weisen auf eine Zunahme der Mittelwasserabflüsse im Winter und Frühling, während der Sommer und Herbst praktisch unverändert bleiben. Bei Betrachtung der Extreme scheint deren Grad der Veränderung erheblich von der Größe des Einzugsgebietes abzuhängen. Während in größeren Gebieten demnach vor allem häufigere (kleine) Hochwasserereignisse hinsichtlich der Abflussmengen zunehmen würden, können in kleinen Gebieten, die schnell auf Niederschläge reagieren, die Extremabflüsse sowohl von kleinen wie großen Ereignissen gleichermaßen zunehmen. Diese Aussagen sind jedoch mit Unsicherheiten verbunden, da die bisher betrachteten Modellketten eine gewisse Bandbreite von möglichen Entwicklungen abbilden und zudem nur einen kleinen Teil des theoretisch verfügbaren Modell-Ensembles an regionalen Klimamodellen darstellen. Detaillierte Ergebnisse der Untersuchungen sind im Abschlussbericht der Phase 2 von KliBiW zu finden.

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Trends der Abflussscheitelwerte im Winter  

Prozentuale Veränderung von kleinen (HQ5) und großen (HQ100) Hochwasser-
abflüssen als Mittelwert über alle untersuchten Pegel im Einzugsgebiet von Aller
und Leine in den Zeiträumen 2021/2050 (Z2) bzw. 2071/2100 (Z3) gegenüber
1971/2000, simuliert mit PANTA RHEI; Modell-Ensemble: REMO / ECHAM5 Lauf 1,
REMO / ECHAM5 Lauf 2, WETTREG2006 / ECHAM5 Lauf 1 (alle Szenario A1B)

Oker bei Meinsersen

Erhöhter Wasserstand an der Oker bei Meinsersen

Artikel-Informationen

12.08.2015

Ansprechpartner/in:
Uwe Petry

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