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Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

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15.06.2017

Masterplan Ems - Maßnahme Coldemüntje mit aktuellem Bodenkonzept in Grotegaste vorgestellt

Auf Einladung des Vereins „Moor- und Naturschutz aktiv" berichtete Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel am 08. Juni zum aktuellen Stand der Masterplan-Maßnahme Coldemüntje. Im Bereich der ehemaligen Emsschleife sollen dort wieder tidebeeinflusste Flachwasserbereiche, Röhrichte und Wattflächen, wie sie früher typisch für die Emsvorländer waren, entstehen. Zu diesem Zweck sind umfangreiche Abgrabungen erforderlich - daher war das jüngst vorgelegte Boden-Verbringungskonzept von besonderem Interesse. Pegel erläuterte die darin vorgesehene Minimierung der erforderlichen Materialtransporte und damit der Belastungen für Anwohner und Erholungssuchende - verdeutlichte aber auch die großen Chancen für die Natur, die mit der Maßnahme verbunden sind.

Der Verein „Moor - und Naturschutz aktiv" ist ein Zusammenschluss entsprechend interessierter Landwirte mit Sitz in Friesoythe. Tätig ist er vor allem in den Landkreisen Cloppenburg, Emsland und Leer. Vereinsvorsitzender Hinrich Janssen aus Ayenwolde, der mit Heinrich Pegel bereits früher am Fehntjer Tief zusammengearbeitet hatte, organisierte die Info-Veranstaltung zum Masterplan Ems. Am Morgen zuvor hatte man bereits das Emssperrwerk bei Gandersum besucht und sich die geplante flexible Tidesteuerung erläutern lassen.


Mitglieder und Interessierte des Vereins „Moor- und Naturschutz aktiv“ in Grotegaste  
Mitglieder und Interessierte des Vereins „Moor- und Naturschutz aktiv“ in Grotegaste
Vereinsvorsitzender Hinrich Janssen (vierter von rechts) ist im Gebiet der Tideems auch als Deichrichter bei der Moormerländer Deichacht tätig.  
Vereinsvorsitzender Hinrich Janssen (vierter von rechts) ist im Gebiet der Tideems auch als Deichrichter bei der Moormerländer Deichacht tätig.
Höhenschichtplan mit geplanten Tide-Biotopen bei Coldemüntje  
Höhenschichtplan mit geplanten Tide-Biotopen bei Coldemüntje

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08.06.2017

Tagung des BUND-Arbeitskreises Wasser am Emsästuar

Zu ihrer diesjährigen Klausurtagung trafen sich über Pfingsten BUND-Gewässerfachleute aus mehreren Bundesländern in Papenburg an der Ems. Direkt am ersten Tag stand der Masterplan Ems 2050 auf ihrem Programm. Peter Pauschert von der Naturschutzstation erläuterte in einem Lichtbildervortrag Hintergründe und Zielsetzungen des Vertrages und berichtete zum aktuellen Stand der Umsetzung.

Auf die „Trockenübung" in den Räumlichkeiten der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte Emsland folgte eine Abendexkursion zum Emsaltarm bei Vellage. Vor Ort konnten sich die Experten ein Bild von der aktuellen Schlickproblematik an der Ems machen, genossen nicht zuletzt aber auch die abendliche Frühsommerstimmung in der weiten Flusslandschaft, in der einige Beobachtungen typischer Brutvögel wie Blau- und Schwarzkehlchen gelangen.



Foto 1: Peter Pauschert mit den Teilnehmern der Klausurtagung am Emsdeich bei Vellage  
Foto 1: Peter Pauschert mit den Teilnehmern der Klausurtagung am Emsdeich bei Vellage
Foto 2: Mit etwas Glück gelangen Beobachtungen…  
Foto 2: Mit etwas Glück gelangen Beobachtungen…
Foto 3: … eines singenden Blaukehlchens.  
Foto 3: … eines singenden Blaukehlchens.
Foto 4: Die Klausurtagung führte die Mitglieder des Arbeitskreises auch zum Emssperrwerk nach Gandersum.  
Foto 4: Die Klausurtagung führte die Mitglieder des Arbeitskreises auch zum Emssperrwerk nach Gandersum.

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24.05.2017

Auf der Jagd nach Laufkäfern - mit Otto Barna unterwegs im Emsästuar

„Ästuartypische Lebensräume" stehen im Focus des Naturschutzes und das nicht nur im Masterplan Ems 2050. Solche Lebensräume umfassen naturnahe, von Gezeiten sowie unterschiedlichen Salzgehalten geprägte Biotope wie Flusswatten, Röhrichte, aber auch Tideauwälder. Während über die Vegetation oder die Brutvögel dieser Bereiche relativ viel bekannt ist, gibt es zum Vorkommen von Wirbellosen noch jede Menge „weiße Flecken" in den Karten. Otto Barna, Kollege aus der Betriebsstelle Brake-Oldenburg ist Laufkäfer-Experte und in diesem Jahr im Emsästuar unterwegs. Stationsmitarbeiter Peter Pauschert hat ihn Anfang Mai begleitet, hier seine Reportage:

Grau-trüber Himmel, nasskalte Witterung, eigentlich denkbar ungeeignet für das Unterfangen, zu dessen Zweck ich mich heute Morgen mit Otto Barna verabredet habe. Von der Außenems am Rysumer Nacken bis hinunter, oder besser hinauf an die Unterems bei Papenburg sucht er in ausgewählten Probeflächen der Tideems nach Laufkäfern. Arbeitet sich durch Altgras und -schilf, kämpft sich durch Weidengebüsch und Schlickflächen, immer die Augen am Boden. „Bei diesen Temperaturen sind die Tiere noch recht inaktiv und halten sich meist in der Streuschicht verborgen".

Otto Barna bückt sich und dreht ein fauliges Stück Holz um. Und tatsächlich, wie bestellt, versucht dort zwischen Erdbröckchen und Moderpilzen ein kleiner Käfer der plötzlichen Helligkeit in einer Spalte zu entfliehen. Doch Otto ist schneller: Geübt greift er das Käferchen mit seiner Pinzette und ehe dieses sich versieht, landet es in einem Schnappdeckelgläschen mit 70-prozentigem Alkohol. Ein unvermeidliches Schicksal, denn die meisten der mehr als 750 Laufkäferarten, die in Mitteleuropa umherkrabbeln, sind nur mittels vergrößerndem Binokular im Labor zu bestimmen.

Noch bevor ich die Frage stelle, kommt die Antwort: „Zahlreiche Laufkäferarten bzw. -artengruppen bevorzugen in ihrer Ökologie Lebensräume wie Wälder, Überschwemmungsauen oder Agrarlandschaften. Dort sind sie an bestimmte Kleinstrukturen, passendes Mikroklima, Bodentypen und einige weitere Bedingungen gebunden. Das Vorkommen oder das Fehlen von Arten kann Veränderungen der Lebensräume anzeigen. Deshalb ist die genaue Bestimmung der Art so wichtig." Bei einigen Species handelt es sich also um Indikator-Organismen, die einen Lebensraum aus naturschutzfachlicher Sicht bewerten helfen und Erkenntnisse für Renaturierungsplanungen liefern können.

Derweil hat Otto Barna zwischen braunen Schilfhalmen aus dem Vorjahr weitere „Beute" gesichtet - ein gegenüber dem winzigen Verwandten von zuvor riesig wirkender Carabus, gut 2 cm Länge misst das Exemplar. „Alle Großlaufkäfer der Gattung Carabus sind in Deutschland besonders geschützt, einige Arten leider auch in den Roten Listen zu finden", weiß der Experte. In der Sonne, die sich am Himmel langsam durchsetzt, glitzern die Rückendecken des schlanken, langbeinigen Käfers metallisch. „Und sie leben ausgesprochen räuberisch, überwältigen mit ihren spitzen und kräftigen Mundwerkzeugen, den Mandibeln, selbst deutlich größere Regenwürmer und Schnecken. Die Tiger im Reich der Wirbellosen", zwinkert Otto. Freude und Begeisterung sind ihm unschwer anzusehen. Dabei ist die Arbeit im unzugänglichen Gelände anstrengend und immerhin steht er zwei Jahre vor der Rente. Die Feldforschung an Wirbellosen, vor allem die Pirsch auf Käfer und Konsorten wird ihn aber sicher noch lange umtreiben, und dann erzählt Otto von seinen Plänen nach 2019...


Otto Barna mit „Laufkäfer-Schnapsglas“ im Emsästuar  
Otto Barna mit „Laufkäfer-Schnapsglas“ im Emsästuar
von links nach rechts: Carabus granulatus (Körniger Laufkäfer, der „Tiger“), Odacantha melanura (Schlanker Halskäfer) und eine noch näher zu bestimmende Art der Gattung Bembidion (Ahlenläufer)  
von links nach rechts: Carabus granulatus (Körniger Laufkäfer, der „Tiger“), Odacantha melanura (Schlanker Halskäfer) und eine noch näher zu bestimmende Art der Gattung Bembidion (Ahlenläufer)
Viele winzige Laufkäfer sind nur im Labor sicher zu bestimmen.  
Viele winzige Laufkäfer sind nur im Labor sicher zu bestimmen.
Oft gelingen Funde unter moderndem Holz oder anderen Verstecken der überwiegend nachtaktiven Tiere.  
Oft gelingen Funde unter moderndem Holz oder anderen Verstecken der überwiegend nachtaktiven Tiere.
Im Emsästuar nicht immer sicheren Boden unter den Füßen: Otto Barna bei der Suche nach geeigneten Probeflächen im März.  
Im Emsästuar nicht immer sicheren Boden unter den Füßen: Otto Barna bei der Suche nach geeigneten Probeflächen im März.
Priel im Bereich des Altarmes bei Vellage, einem großen Gebiet mit tidegeprägten, ästuartypischen Lebensräumen  
Priel im Bereich des Altarmes bei Vellage, einem großen Gebiet mit tidegeprägten, ästuartypischen Lebensräumen
Überschlickte Vorlandfläche nach einer Sturmflut im Februar…  
Überschlickte Vorlandfläche nach einer Sturmflut im Februar…
…auch hier wird Otto Barna fündig.  
…auch hier wird Otto Barna fündig.
Flachwasserbereich bei Vellage – Habitat zahlreicher, an solche wechselfeuchten Lebensräume angepassten Arten  
Flachwasserbereich bei Vellage – Habitat zahlreicher, an solche wechselfeuchten Lebensräume angepassten Arten
Weidengebüsche und Tide-Auwälder, wie hier bei Coldam, zählen ebenfalls zu den ästuartypischen Lebensräumen.  
Weidengebüsche und Tide-Auwälder, wie hier bei Coldam, zählen ebenfalls zu den ästuartypischen Lebensräumen.

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09.05.2017

Grüne Landtagsfraktion zu Besuch bei der Naturschutzstation Ems

Ihre Rundreise „Fraktion on Tour" führte eine Abordnung der niedersächsischen Landtagsgrünen am 04.05.2017 auch nach Terborg. Am Sauteler Siel besichtigten die Abgeordneten Räumlichkeiten und Lage des künftigen Stationsgebäudes. Anschließend ließen sie sich von den Stationsmitarbeitern Heinrich Pegel und Peter Pauschert die Aufgaben und Zielsetzungen der Naturschutzstation Ems erläutern und in Sachen Masterplan Ems 2050 auf den aktuellsten Stand bringen.


Grüne Landtagsabgeordnete im neuen Stationsgebäude, v. l. n. r.: Volker Bajus, Hans-Joachim Janßen und Meta Janssen-Kucz (Foto: Micha Halfwassen)  
Grüne Landtagsabgeordnete im neuen Stationsgebäude, v. l. n. r.: Volker Bajus, Hans-Joachim Janßen und Meta Janssen-Kucz (Foto: Micha Halfwassen)
Blick vom künftigen Stationsgebäude auf die Unterems, im Hintergrund ist die alte Ziegelei bei Midlum zu sehen. (Foto: Micha Halfwassen)  
Blick vom künftigen Stationsgebäude auf die Unterems, im Hintergrund ist die alte Ziegelei bei Midlum zu sehen. (Foto: Micha Halfwassen)
Grüne Landtagsabgeordnete am Sauteler Siel, v. l. n. r.: Miriam Staudte, Christian Meyer, Regina Asendorf, Meta Janssen-Kucz, Hans-Joachim Janßen (verdeckt), Filiz Polat und Volker Bajus (Foto: Micha Halfwassen)  
Grüne Landtagsabgeordnete am Sauteler Siel, v. l. n. r.: Miriam Staudte, Christian Meyer, Regina Asendorf, Meta Janssen-Kucz, Hans-Joachim Janßen (verdeckt), Filiz Polat und Volker Bajus (Foto: Micha Halfwassen)
Peter Pauschert von der Naturschutzstation erläutert Anlass, Zielsetzungen und aktuelle Maßnahmen des Masterplan Ems 2050. (Foto: Micha Halfwassen)  
Peter Pauschert von der Naturschutzstation erläutert Anlass, Zielsetzungen und aktuelle Maßnahmen des Masterplan Ems 2050. (Foto: Micha Halfwassen)
Im Gespräch über Maßnahmen an der Ems: Heinrich Pegel von der Naturschutzstation und die grünen Abgeordneten Meta Janssen-Kucz und Miriam Staudte. (Foto: Micha Halfwassen)  
Im Gespräch über Maßnahmen an der Ems: Heinrich Pegel von der Naturschutzstation und die grünen Abgeordneten Meta Janssen-Kucz und Miriam Staudte. (Foto: Micha Halfwassen)

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03.05.2017

Masterplan Ems 2050 - für den Wiesenvogelschutz erworbene Flächen sollen hergerichtet werden

Im Bereich der Vogelschutzgebiete „Ostfriesische Meere" sowie „Emstal von Lathen bis Papenburg" in den Landkreisen Aurich und Emsland konnten im Rahmen des Masterplans Ems bislang rund 50 ha Flächen für den Wiesenvogelschutz erworben werden. Diese Flächen gilt es nun in den nächsten Jahren hinsichtlich der Ansprüche von Kiebitz, Uferschnepfe & Co. zu optimieren. Dazu beitragen sollen ein geeignetes Bewirtschaftungsmanagement und ggf. auch Maßnahmen zur Wiedervernässung. Entsprechende Konzepte werden derzeit von der Naturschutzstation Ems erarbeitet.

In diesem Zusammenhang bereiste Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel dieser Tage die Flächen bei Loppersum, Brual und Rhede. Vor Ort verschaffte er sich einen Eindruck vom aktuellen Brutgeschehen. Unterschiedlich häufig, aber doch noch in allen drei Gebieten zeigten sich brütende und zum Teil schon Junge führende Kiebitze, während die in ihrem Bestand bedrohte Uferschnepfe nur im Teilgebiet Brualer Wiesen auffiel.



Die Uferschnepfe ist ein typischer Vertreter der Wiesenvögel. Sie stellt hohe Ansprüche an extensive Grünlandwirtschaft und benötigt besonders feuchte, für ihren langen Schnabel „stocherfähige“ Böden.  
Die Uferschnepfe ist ein typischer Vertreter der Wiesenvögel. Sie stellt hohe Ansprüche an extensive Grünlandwirtschaft und benötigt besonders feuchte, für ihren langen Schnabel „stocherfähige“ Böden.
Ein bisschen weniger wählerisch ist der Kiebitz, gleichwohl ist auch sein Bestand rückläufig. Hier ein Altvogel am Nest.  
Ein bisschen weniger wählerisch ist der Kiebitz, gleichwohl ist auch sein Bestand rückläufig. Hier ein Altvogel am Nest.

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