NLWKN klar

Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

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20.02.2018

Feldforschung: Untersuchung zur Laufkäferfauna an der Tide-Ems

Es ist eine ziemlich mühsame Tätigkeit, mit der sich Otto Barna von der Betriebsstelle Brake-Oldenburg derzeit herumschlägt: Die in den Sommermonaten 2017 entlang der Ems gesammelten Laufkäfer wollen Tier für Tier bestimmt und ökologisch ausgewertet werden. Und das ist gar nicht so einfach: Angesichts eines Spektrums von immerhin 425 Arten in Niedersachsen, die zum Teil nicht nur winzig klein, sondern sich auch überaus ähnlich sind, ist die Bestimmungsarbeit sehr zeitaufwändig.

Aber sie lohnt sich. Denn einige besonders spezialisierte und an bestimmte Bedingungen angepasste Arten verraten viel über die Qualität ihrer Lebensräume. Und das ist ja das Ziel der Übung: Das Wissen über die aktuelle Besiedlung der Tide-Biotope ist eine wichtige Basis für zielgerichtete Renaturierungen, wie sie beispielsweise im Rahmen des Masterplans Ems 2050 derzeit auf den Weg gebracht werden.

 
Otto Barna am Arbeitsplatz in Oldenburg. Viele Laufkäfer lassen sich nur anhand winziger morphologischer Merkmale unterscheiden.
 
Fein säuberlich inventarisiert stehen die Laufkäfer zur Artbestimmung bereit. Die kleinsten messen nur 2 mm, während große Arten bis 2,5 cm lang werden können.
 
Auch im laufenden Jahr plant die Naturschutzstation Ems wieder Insektenerhebungen entlang der Ems durchzuführen. Im Focus stehen vor allem von Ebbe und Flut geprägte, „ästuartypische“ Bereiche.

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09.02.2018

Masterplan Ems 2050: Informationsaustausch mit Arbeitsgruppe Uferumbau

Gemäß Artikel 13 des Masterplan Ems 2050 ist „das Potenzial für den Rückbau von Uferbefestigungen" zu untersuchen. Diese Teilaufgabe obliegt der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes als Vertragspartner des Masterplan. Ende Januar lud die WSV nun zu einem Informationsaustausch nach Meppen. Dort stellten die Mitglieder der intern gebildeten Arbeitsgruppe aus Fachleuten der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) und der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) sowie der Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter Emden und Meppen erste Überlegungen für mögliche Pilotstrecken an der Unterems vor. Ort und Gestaltungsmöglichkeiten solcher Uferrenaturierungen wurden anschließend ausgiebig mit Vertretern der Unteren Naturschutz- und Wasserbehörden der Landkreise Leer und Emsland sowie dem NLWKN (Naturschutzstation Ems) diskutiert.

 
Teilnehmer des Informationsaustausches in Meppen: Behördenvertreter der Landkreise Emsland und Leer, des NLWKN, der WSV, der BfG und der BAW (Foto: WSA Meppen)

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02.02.2018

LIFE+-Natur Projekt Wiesenvögel: Exkursion ins Midlumer Deichvorland

Ein dieser Tage recht seltenes Zeitfenster mit strahlendem Sonnenschein nutzen Mitarbeiter der Naturschutzstation am Morgen des zweiten Februars, um die weiten Vorlandflächen des Midlumer Deichvorlands in Augenschein zu nehmen. Zusammen mit Thomas Imsande, Sachgebietsleiter Naturschutz im Landkreis Leer, wurden Flächen begangen, die im Rahmen des landesweiten Life-Plus-Wiesenvogelprojektes für Wiesenbrüter optimiert werden sollen. Die landeseigenen Naturschutzflächen sollen durch ein Paket unterschiedlicher Baumaßnahmen vernässt werden.
Flankierend ist weiter vorgesehen, Röhrichte nahe der Wiesenvogellebensräume etwas zurück zu drängen, da Zielarten wie Uferschnepfe oder Kiebitz weit überschaubare Grünlandflächen ohne vertikale Strukturen bevorzugen. Da Röhricht selbst wiederum auch einen Lebensraum für entsprechend angepasste Arten darstellt und auch hier der gesetzliche Biotopschutz gilt, soll als Ausgleich an anderer Stelle Röhrichtaufwuchs zugelassen werden. Hier konnte man sich vor Ort über dafür geeignete Stellen ein Bild machen.

 
Die weiten Vorlandflächen im Midlumer Deichvorland sollen für Wiesenbrüter optimiert werden.
 
Insbesondere im zeitigen Frühjahr erscheint Grünland mit hohen Wasserständen attraktiv für Wat- und Wiesenvögel.
 
Senke im Midlumer Deichvorland mit typischer Brackwasser-Salzwiese, hier mit flächigen Beständen der Laugenblume (Ewald Ockenga September 2017)
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Nordische Gänse äsen in den Wintermonaten auf den Vorlandflächen, hier Bläss- und Nonnengänse.
 
Zielart der Vernässungsmaßnahmen: die in ihrem Bestand bedrohte Uferschnepfe

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17.01.2018

Naturschutzstation beteiligt sich an landesweiter Kormoranzählung

Die Staatliche Vogelschutzwarte im NLWKN brachte Ende 2017 eine Erhebung des aktuellen Kormoranbestandes auf den Weg, mit der Koordination der landesweiten Erfassung wurde das Büro Bios in Osterholz-Scharmbeck beauftragt. Nun beteiligten sich Heinrich Pegel und Peter Pauschert von der Naturschutzstation für „ihren Beritt" an der synchron in ganz Niedersachsen vom 12. bis zum 15. Januar durchgeführten „Schlafplatzzählung". Dabei machen sich die Vogelkundler den Umstand zu Nutze, dass Kormorane mit einsetzender Dämmerung in zum Teil großen Gruppen sichere und störungsfreie Schlafplätze aufsuchen, an denen sie dann ausgezählt werden können.

Zwischen Papenburg und Leer bereisten Pegel und Pauschert in den vergangenen Tagen insgesamt sechs potenzielle Schlafplätze. Dabei handelte es sich überwiegend um Stillgewässer mit älteren Gehölzbeständen an den Ufern. Doch lediglich ein Schlafplatz südlich von Leer wurde mit über sechzig Kormoranen, die sich neben ebenso vielen Silberreihern in den Ufergehölzen niedergelassen hatten, vorgefunden.

Der Kormoran als fischfressender Vogel befindet sich im Spannungsfeld zwischen Fischerei und Artenschutz. Die Bestände der Mitte letzten Jahrhunderts in Mitteleuropa nahezu ausgerotteten Art konnten sich nach europaweiten Schutzmaßnahmen bis heute wieder erholen. Das führt allerdings immer wieder zu Konflikten mit der Fischereiwirtschaft.

Die niedersächsische Kormoranverordnung ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen Vergrämungen und Abschüsse von Tieren, diese läuft allerdings zum Ende des Jahres 2019 aus. Hintergrund der jetzigen Zählungen ist die Meinungsbildung des Niedersächsischen Landtags über eine Verlängerung oder Änderung der Kormoranverordnung. Im Rahmen einer aktuellen Situationsbeschreibung sollen die Auswirkungen von Vergrämung und Abschuss auf Brut- und Rastbestände des Kormorans sowie auf gefährdete Fischarten und Nutzfischerträge untersucht werden.

 
Potenzieller Kormoranschlafplatz nahe der Ems: ehemaliges Abgrabungsgewässer mit Gehölzsaum und -insel
 
Kormoranaltvogel mit schwarzem, metallisch schimmerndem Federkleid
 
Während der Brutzeit bilden Kormorane zum Teil sehr große Ansiedlungen, hier eine Kolonie in Schleswig-Holstein.
 
Jungvogel auf seinem Horst in der Brutkolonie
 
Der Seeadler, auch an der Ems wieder heimisch, ist ein natürlicher Feind des Kormorans…
 
…hier warten gleich drei Jungadler an einer Kolonie in Schleswig-Holstein auf Ihre Chance.

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