NLWKN klar

Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

20.09.2017

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Der Weidenbohrer (Cossus cossus), ein typischer Bewohner der Auwälder an der Ems

Zufallsbeobachtung: Bei einem mittäglichem Spaziergang im Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiet Windelkampsweg in Leer „lief" den Mitarbeitern der Naturschutzstation eine stattliche, gut sieben Zentimeter lange Raupe über den Weg. Es handelte sich um eine ausgewachsene Larve des Weidenbohrers auf ihrem Weg zum Überwinterungs- und Verpuppungsort. Die beidseits des Weges stehenden alten Kopfweiden bieten dieser Nachtfalterart zusagende Lebensräume, im vergangenen Jahr wurde in der Nähe bereits eine leere Puppenhülle gefunden (siehe Abbildung).

Falter des Weidenbohrers wurden an der Ems heuer auch in Tidewäldern entlang der Ems festgestellt, die Art scheint hier weit verbreitet. Der Falter fliegt in den Sommermonaten, nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier bevorzugt an der Rinde von Weiden ab. Die geschlüpften Räupchen fressen sich zunächst durch die weiche Rinde, später auch in das Kernholz der Bäume. Nach mehreren Überwinterungen gräbt sich die erwachsene Larve in der Regel im Boden ein und verpuppt sich Frühjahr, um nach der Metamorphose im Frühsommer als Falter zu schlüpfen.

Der Weidenbohrer ist ein recht großer Nachtfalter, typisch sind die feinen schwarzen, grauen und weißen Streifenmuster der Flügel; hier ein bei Rysum beobachtetes Tier.  
Der Weidenbohrer ist ein recht großer Nachtfalter, typisch sind die feinen schwarzen, grauen und weißen Streifenmuster der Flügel; hier ein bei Rysum beobachtetes Tier.
Die große Raupe des Weidenbohrers wurde an einem Weg im Landschaftsschutzgebiet Windelkampsweg bei Leer entdeckt,…  
Die große Raupe des Weidenbohrers wurde an einem Weg im Landschaftsschutzgebiet Windelkampsweg bei Leer entdeckt,…
… hier fand sich im letzten Jahr auch eine leere Puppenhülle, eine sogenannte Exuvie.  
… hier fand sich im letzten Jahr auch eine leere Puppenhülle, eine sogenannte Exuvie.
Typisches Merkmal der Weidenbohrer-Exuvie sind die schwarzen Zahnkränze.  
Typisches Merkmal der Weidenbohrer-Exuvie sind die schwarzen Zahnkränze.

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14.09.2017

Bauarbeiten am Petkumer Deichvorland liegen trotz Wetterkapriolen noch im Zeitplan

Trotz schwieriger Bedingungen im unmittelbaren Tidebereich kommen die Instandsetzungsarbeiten am Petkumer Siel gut voran. Der parallel zur Außenmuhde verlaufende Weg, der als einziger Zugang für das Weidevieh dient, war durch abgängige Befestigungen und Kolke nahezu unpassierbar geworden. Die extensive Beweidung der Naturschutzflächen ist aber eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt der überaus reichen Vogelfauna des Gebietes. Bis Anfang Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Trotz mehreren Unterbrechungen, die Sturm und Gewitter, Tide-Hochwasser und Dauerregen erzwangen, ist Bauingenieurin Ulrike Hessing von der Betriebsstelle Norden noch optimistisch, dass die Arbeiten wie vereinbart Anfang Oktober fertiggestellt werden können. Die Projektleitung der Naturschutzmaßnahme liegt bei der Betriebsstelle Oldenburg, die Naturschutzstation Ems leistet die ökologische Baubegleitung in diesem sensiblen Gebiet.

Um Bagger und Material zum Einsatzort bringen zu können, musste zunächst eine provisorische Fahrstraße angelegt werden.  
Um Bagger und Material zum Einsatzort bringen zu können, musste zunächst eine provisorische Fahrstraße angelegt werden.
Während der Materialtransporte musste der in dieser Jahreszeit eigentlich für Erholungssuchende freigegebene Weg kurzzeitig gesperrt werden. Ein angebrachter Umleitungshinweis sowie Info-Flyer helfen weiter.  
Während der Materialtransporte musste der in dieser Jahreszeit eigentlich für Erholungssuchende freigegebene Weg kurzzeitig gesperrt werden. Ein angebrachter Umleitungshinweis sowie Info-Flyer helfen weiter.
Am wasserseitigen Fuß der Wegböschung wird zunächst eine Pfahlreihe gedrückt,…  
Am wasserseitigen Fuß der Wegböschung wird zunächst eine Pfahlreihe gedrückt,…
…der Boden glatt gezogen…  
…der Boden glatt gezogen…
… und über einem Geotextil Steindeckwerk aufgebracht.  
… und über einem Geotextil Steindeckwerk aufgebracht.
Land unter am Petkumer Deichvorland. Nach der ersten Sturmflut der Saison…  
Land unter am Petkumer Deichvorland. Nach der ersten Sturmflut der Saison…
… steht die Baustelle am 14.09.2017 vorübergehend still.  
… steht die Baustelle am 14.09.2017 vorübergehend still.
Die Baumaßnahme stellt die extensive Beweidung des Vorlandes sicher. Dies ist Voraussetzung für den Erhalt einer einzigartigen Vogelwelt, unter anderem einer großen Brutkolonie von Säbelschnäblern.  
Die Baumaßnahme stellt die extensive Beweidung des Vorlandes sicher. Dies ist Voraussetzung für den Erhalt einer einzigartigen Vogelwelt, unter anderem einer großen Brutkolonie von Säbelschnäblern.

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11.09.2017

Botaniker treffen sich zum Kartieren an der Unterems

Am Sonntagmorgen, den 03. September trafen sich 15 Pflanzenkundler aus ganz Niedersachsen am Gebäude der künftigen Naturschutzstation Ems am Sauteler Siel in Terborg. Die ehrenamtlichen und professionellen Botaniker folgten einer Einladung der Hannoveraner Kollegen vom Geschäftsbereich Landesweiter Naturschutz. Diese veranstalten alljährlich mehrere Exkursionen in floristisch besonders interessante Gebiete Niedersachsens. Das letzte Kartierertreffen dieses Jahres hatte nun die Brackwasser-Salzwiesen an der Unterems zum Ziel. Zunächst ging es auf die linke Emsseite ins Midlumer Deichvorland. Schön ausgeprägt fanden sich hier die typischen, extensiv beweideten Brackwasser-Flutrasen und -Salzwiesen der Flussmündungen. Nach einer Mittagspause wurden dann „die Seiten gewechselt": Im Petkumer Deichvorland auf der rechten Emsseite untersuchte die Gruppe die ausgedehnten Salzwiesen zwischen Deich und Uferkante.

Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich das Naturschutzgebiet „Unterems" in spätsommerlichem Glanz. Dieser Eindruck sowie viele interessante Pflanzenfunde in den speziellen, von Überflutung und Salz geprägten Lebensräumen führten am Ende des Tages zu einer durchweg positiven Resonanz aller Exkursionsteilnehmer. Auch die Organisatoren, Dr. Annemarie Schacherer und Dr. Thomas Täuber aus Hannover, freuten sich über die gelungene Veranstaltung und dankten den Mitarbeitern der Naturschutzstation für ihre Unterstützung bei Planung und Logistik vor Ort.

Trafen sich am Sonntagmorgen am Gebäude der zukünftigen Naturschutzstation Ems: Pflanzenkartierer und -kartiererinnen aus ganz Niedersachsen  
Trafen sich am Sonntagmorgen am Gebäude der zukünftigen Naturschutzstation Ems: Pflanzenkartierer und -kartiererinnen aus ganz Niedersachsen
Kartiergruppe im weitläufigen Midlumer Deichvorland  
Kartiergruppe im weitläufigen Midlumer Deichvorland
Bereits am Midlumer Deich fanden sich interessante Pflanzenarten. Hier erläutert Dr. Annemarie Schacherer typische Merkmale von Carex otrubae (Falsche Fuchs-Segge).  
Bereits am Midlumer Deich fanden sich interessante Pflanzenarten. Hier erläutert Dr. Annemarie Schacherer typische Merkmale von Carex otrubae (Falsche Fuchs-Segge).
Bei den manchmal unscheinbaren Pflanzen der Salzwiesen gilt es genau hinzuschauen.  
Bei den manchmal unscheinbaren Pflanzen der Salzwiesen gilt es genau hinzuschauen.
Nasse Salzwiesen mit kleinen Tümpeln im Petkumer Deichvorland  
Nasse Salzwiesen mit kleinen Tümpeln im Petkumer Deichvorland
Zartviolette Strandastern und gelbe Laugenblumen bilden bunte Farbtupfer im satten Grün.  
Zartviolette Strandastern und gelbe Laugenblumen bilden bunte Farbtupfer im satten Grün.
Ein Grünschenkel rastet auf dem Zug von seinen Brutplätzen im hohen Norden zu den afrikanischen Überwinterungsgebieten im Petkumer Deichvorland.  
Ein Grünschenkel rastet auf dem Zug von seinen Brutplätzen im hohen Norden zu den afrikanischen Überwinterungsgebieten im Petkumer Deichvorland.
In den bultigen Brackwasserwiesen ist Trittsicherheit gefragt.  
In den bultigen Brackwasserwiesen ist Trittsicherheit gefragt.
Zufallsfund: Ein sogenannter „Drifter“, ein Holzstück, das für eine Studie zur Verteilung von Meeresabfällen von der Uni Oldenburg ausgebracht wurde, fand sich zur Überraschung einer teilnehmenden Kartiererin – und Mitarbeiterin der Uni-Studie!  
Zufallsfund: Ein sogenannter „Drifter“, ein Holzstück, das für eine Studie zur Verteilung von Meeresabfällen von der Uni Oldenburg ausgebracht wurde, fand sich zur Überraschung einer teilnehmenden Kartiererin – und Mitarbeiterin der Uni-Studie!
Verzahnung von Röhrichten und Brackwasserwatt – typische Lebensräume an der Unterems  
Verzahnung von Röhrichten und Brackwasserwatt – typische Lebensräume an der Unterems

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24. August 2017

Neu entstandene Tidegewässer an Ems-Seitenarm sind voller Leben - das lockte nach Reiher, Seeadler und Co. nun auch einen Seehund ans Aper Tief!

Im Oktober 2012 wurde der linksseitige Deich am Aper Tief bei Vreschen-Bokel verlegt. Mit dieser Rückdeichung konnten dem Fluss rund 40 ha wertvolle Überschwemmungsauen zurückgegeben werden. Die von Leeraner Kollegen im NLWKN umgesetzte Baumaßnahme, von deren Retentionswirkung auch der für die Deichsicherheit zuständige Leda-Jümme-Verband profitiert, zielte insbesondere auf die heimische Fischfauna.

Fünf Jahre nach der Fertigstellung ist die Entwicklung des Gebietes zu einer naturnahen, tidegeprägten Flusslandschaft noch nicht abgeschlossen - gleichwohl sind Erfolge bereits sichtbar. Friedrich Hehmann, Diplom-Ökologe und Fischexperte aus Osnabrück, untersucht derzeit im Auftrag des NLWKN die Fischbesiedlung am Aper Tief. In seinen Reusen fanden sich jetzt zahlreiche Brassen, Flussbarsche und andere Fischarten. Insbesondere in den tiefen Abgrabungsgewässern der Ausdeichung, hier wurde Sand für den neuen Deich gewonnen, stellte er zudem eine außerordentlich hohe Dichte an Flohkrebsen fest - wichtige Fischnährtiere.

Rückdeichung am Aper Tief bei Vreschen-Bokel  
Rückdeichung am Aper Tief bei Vreschen-Bokel
Bei Niedrigwasser finden sich zahlreiche Watvögel am neu entstandenen Flusswatt ein.  
Bei Niedrigwasser finden sich zahlreiche Watvögel am neu entstandenen Flusswatt ein.
Ein Seeadler verlässt seine Sitzwarte am Aper Tief zu einem Jagdflug über die Ausdeichung.  
Ein Seeadler verlässt seine Sitzwarte am Aper Tief zu einem Jagdflug über die Ausdeichung.

Zahlreiche Vogelarten profitieren vom Fischreichtum, immer wieder sind auch Seeadler zu beobachten, die bei Tide-Niedrigwasser große Weißfische erbeuten. Jetzt berichtete Hehmann der Naturschutzstation Ems von Sichtungen eines Seehunds unmittelbar an der Ausdeichung. Ortsanliegende Angler, mit denen Hehmann ins Gespräch kam, stellten ein entsprechendes Video zur Verfügung. Die Naturschutzstation bat die Seehundstation Norddeich um Aufklärung: Bei dem im Film dargestellten Seehund handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein geschwächtes Jungtier, das bereits Anfang Juli eingefangen und in der Norder Station wieder aufgepäppelt werden konnte.

Grundsätzlich ist es nicht ungewöhnlich, dass einzelne Seehunde die Flussmündungen aufwärts schwimmen und an guten Fischgründen gelegentlich auch längere Zeit im Süßwasser verbleiben. Jungtiere, die 4 bis 6 Wochen nach der Geburt völlig auf sich allein gestellt sind, leben vor allem von Weich- und Krebstieren, zum erfolgreichen Fischfang fehlt es ihnen meist noch an Erfahrung. Dies mag dem jungen Tier trotz des Fischreichtums bei Vreschen-Bokel fast zum Verhängnis geworden sein.

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10. August 2017

Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit am deutsch-niederländischen Grenzpunkt Nieuwe Statenzijl

Am 10. August trafen sich Mitarbeiter der Naturschutzstation mit Ellen Farwick von der Provincie Groningen sowie Rosemarie Gortheil und Thorsten Kuchta von der Masterplan Geschäftsstelle aus Oldenburg zu einem Ortstermin. Ihr Treffpunkt, die Mündung der Westerwoldschen Aa in den Dollart, bildet die Grenze zwischen dem Rheiderland (Landkreis Leer) in Deutschland und der Provincie Groningen in den Niederlanden. Die Schleusen- und Sielbauwerke mit phantastischer Aussicht auf die weiten Wattflächen des Dollarts sind ein gut besuchtes Ausflugsziel und befinden sich unmittelbar an der „Internationalen Dollard Route", einem beliebten Fernradweg.

Ein besonders geeigneter Platz also für öffentlichkeitswirksame Darstellungen der von den Exkursionsteilnehmern vertretenen Projekte: Während die Kollegen aus Oldenburg die Öffentlichkeitsarbeit für den Masterplan Ems 2050 auf deutscher Seite koordinieren, ist Frau Farwick mit einem ähnlichen Projekt auf niederländischer Seite befasst, dem „Programma Eems Dollard 2050". Die Exkursionsteilnehmer diskutierten Ideen, wie der besondere Ort entsprechend zu nutzen sein könnte, und werden weiter in Verbindung bleiben.

Siel- und Schleusenbauwerke im Deich bei Nieuwe Statenzijl  
Siel- und Schleusenbauwerke im Deich bei Nieuwe Statenzijl
Möglicher Ort für Infotafeln: Häuschen der Groninger Landschap an der Schleuse Neustatensiel  
Möglicher Ort für Infotafeln: Häuschen der Groninger Landschap an der Schleuse Neustatensiel
Ellen Farwick und Thorsten Kuchta bei der Ortsbesichtigung  
Ellen Farwick und Thorsten Kuchta bei der Ortsbesichtigung
Blick vom Häuschen der Groninger Landschap auf Außenmuhde und Dollart  
Blick vom Häuschen der Groninger Landschap auf Außenmuhde und Dollart
Ellen Fahrwick und Thorsten Kuchta diskutieren Möglichkeiten zur Präsentation von Naturschutzmaßnahmen an Ems und Dollart  
Ellen Fahrwick und Thorsten Kuchta diskutieren Möglichkeiten zur Präsentation von Naturschutzmaßnahmen an Ems und Dollart
Der Verlauf der Westerwoldschen Aa auf der Binnenseite des Deiches bildet die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden  
Der Verlauf der Westerwoldschen Aa auf der Binnenseite des Deiches bildet die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden
Thorsten Kuchta an bereits vorhandenen Infotafeln auf niederländischer Seite  
Thorsten Kuchta an bereits vorhandenen Infotafeln auf niederländischer Seite
Im "Vogelkiekkasten" am Dollart: Ellen Fahrwick, Rosemarie Gortheil und Thorsten Kuchta werden Zeugen...  
Im "Vogelkiekkasten" am Dollart: Ellen Fahrwick, Rosemarie Gortheil und Thorsten Kuchta werden Zeugen...
...wie ein vorbeistreichender Seeadler riesige Gänseschwärme aus Watt- und Röhrichtflächen aufscheucht  
...wie ein vorbeistreichender Seeadler riesige Gänseschwärme aus Watt- und Röhrichtflächen aufscheucht

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12.07.2017

Vorländer an der Ems bilden wichtige Rückzugsräume seltener Schmetterlingsarten

Die jüngsten Bestandsaufnahmen ausgewählter Insektengruppen im Bereich der Tide-Ems erbrachte überraschende Ergebnisse. Die am 07. Juli mit spezieller Apparatur durchgeführten „Lichtfänge" an den Standorten Rysum im Norden und Coldam südlich von Leer waren ein voller Erfolg. Insgesamt 7 Arten, die in der Roten Liste Niedersachsens verzeichnet sind, gerieten in die aufgestellten Fallen. Neben den typischen Arten der Auengebüsche und -wälder traten diesmal vor allem spezialisierte „Röhrichteulen" hervor.

Einige dieser Schmetterlinge, deren Raupen auf Schilf oder andere Röhrichtpflanzen als Nahrung spezialisiert sind, sind mancherorts selten geworden, eine der nachgewiesenen Arten gilt landesweit sogar als „vom Aussterben bedroht". Diese Ergebnisse zeigen den großen Wert naturbelassener Feuchtgebiete für eine Insektenvielfalt in unserer sonst menschlich überprägten Niederungslandschaft. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Insekten wie den Schmetterlingen wichtige Funktionen im Naturhaushalt zukommen. Hier sei an die derzeit viel diskutierte Bestäubungsleistung erinnert, aber auch an Insekten und ihre Larven als Nahrungsgrundlage der heimischen Vogel- und Fledermausfauna.


Der Pappelschwärmer, ein großer Nachtfalter mit typischer Flügelhaltung, lebt vor allem in Auwaldbeständen  
Der Pappelschwärmer, ein großer Nachtfalter mit typischer Flügelhaltung, lebt vor allem in Auwaldbeständen
Auch der Weidenbohrer kommt in den Weichholzauen an der Ems vor  
Auch der Weidenbohrer kommt in den Weichholzauen an der Ems vor
Die „Grasglucke“ wird aufgrund der rüsselartig vorgeschobenen Mundwerkzeuge auch „Graselefant“ genannt. Die Populationen der in Feuchtgebieten noch verbreiteten Art gehen mancherorts zurück  
Die „Grasglucke“ wird aufgrund der rüsselartig vorgeschobenen Mundwerkzeuge auch „Graselefant“ genannt. Die Populationen der in Feuchtgebieten noch verbreiteten Art gehen mancherorts zurück
Fünf verschiedene Vertreter aus der Gruppe der „Röhrichteulen“, allesamt auf der Roten Liste Niedersachsens zu finden  
Fünf verschiedene Vertreter aus der Gruppe der „Röhrichteulen“, allesamt auf der Roten Liste Niedersachsens zu finden
Die Raupe der „Schilfdickichteule“ lebt ausschließlich an Schilfrohr  
Die Raupe der „Schilfdickichteule“ lebt ausschließlich an Schilfrohr

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29.06.2017

Bemerkenswerte Schmetterlingsfunde bei Coldam und Vellage

Im Rahmen ihrer Aufgaben zur Feldforschung untersuchen Mitarbeiter der Naturschutzstation in diesem Jahr verschiedene heimische Insektengruppen. Insbesondere in den naturnahen Emsvorländern mit Schilfflächen und Weidenauwald werden auch Nachtfalter-Erhebungen durchgeführt. Die schwül-warmen Sommernächte Ende Juni versprachen optimale Voraussetzungen für „reiche Beute" - und tatsächlich: am Freitag, den 23.06. gerieten insgesamt 136 Tiere aus 34 Arten in die bei Coldam und bei Vellage installierten Lichtfallen. Darunter typische Bewohner der Tideröhrichte und der Auengehölze. Solche naturbelassenen Biotope im Überschwemmungsbereich der Ems sind recht selten geworden, sollen aber im Rahmen der Masterplan-Maßnahmen, zum Beispiel bei Coldemüntje, wieder neu entstehen.


Lichtfalle im Bereich es Altarms Vellage, vom Licht angelockte Nachtfalter geraten über einen Trichter in den Fangsack. Nach dem Auszählen am kommenden Morgen werden sie wieder in die Freiheit entlassen.  
Lichtfalle im Bereich es Altarms Vellage, vom Licht angelockte Nachtfalter geraten über einen Trichter in den Fangsack. Nach dem Auszählen am kommenden Morgen werden sie wieder in die Freiheit entlassen.
Auch die an der Falle sitzenden Tiere werden mitgezählt, hier eine Aueneule (links) und ein Pappelspinner.  
Auch die an der Falle sitzenden Tiere werden mitgezählt, hier eine Aueneule (links) und ein Pappelspinner.
Das Abendpfauenauge war der größte Nachtfalter bei Vellage. In Ruhestellung bieten die Vorderflügel auf Baumrinde Tarnung…  
Das Abendpfauenauge war der größte Nachtfalter bei Vellage. In Ruhestellung bieten die Vorderflügel auf Baumrinde Tarnung…
… bei Attacken von Fressfeinden aber (hier durch Anpusten simuliert) zeigt der Falter sein „wahres Gesicht“: Die „Augen“ auf den Hinterflügeln mögen den Angreifer irritieren und der Falter kann entkommen.  
… bei Attacken von Fressfeinden aber (hier durch Anpusten simuliert) zeigt der Falter sein „wahres Gesicht“: Die „Augen“ auf den Hinterflügeln mögen den Angreifer irritieren und der Falter kann entkommen.
Der schön gefärbte Mittlere Weinschwärmer kam mit sechs Exemplaren bei Coldam ans Licht. Hier lebt seine Raupe in feuchten Hochstaudenfluren mit Weidenröschen.  
Der schön gefärbte Mittlere Weinschwärmer kam mit sechs Exemplaren bei Coldam ans Licht. Hier lebt seine Raupe in feuchten Hochstaudenfluren mit Weidenröschen.
Der Rost- oder Zimtbär  
Der Rost- oder Zimtbär
Der Pappelspinner ist ein charakteristischer Auwaldfalter. Das Männchen ist an den lang gefiederten Fühlern, den „Antennen“ zu erkennen.  
Der Pappelspinner ist ein charakteristischer Auwaldfalter. Das Männchen ist an den lang gefiederten Fühlern, den „Antennen“ zu erkennen.
Ebenfalls in den Auwäldern an der Ems lebt die Ahorneule. Ihre Flügelzeichnung tarnt sie bestens auf flechtenbewachsenen Baumstämmen. Wer erkennt auf dem Suchbild die drei Exemplare?  
Ebenfalls in den Auwäldern an der Ems lebt die Ahorneule. Ihre Flügelzeichnung tarnt sie bestens auf flechtenbewachsenen Baumstämmen. Wer erkennt auf dem Suchbild die drei Exemplare?
Eher unscheinbar gefärbt sind Schilfeulen. Gleich mehrere der auf Röhrichtbestände angewiesenen Arten wurden erfasst, einige davon sind selten und gelten als gefährdet.  
Eher unscheinbar gefärbt sind Schilfeulen. Gleich mehrere der auf Röhrichtbestände angewiesenen Arten wurden erfasst, einige davon sind selten und gelten als gefährdet.
Geriet auch Ende Juni in die Falle: ein ziemlich „später“ Maikäfer.  
Geriet auch Ende Juni in die Falle: ein ziemlich „später“ Maikäfer.

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23.06.2017

Brutvogelkolonien an der Ems erfasst

Die großen Brutkolonien des grazilen Säbelschnäblers sowie der lärmenden Lachmöwe wurden in diesem Frühjahr im Bereich der Emsvorländer ausgezählt. Mit Hilfe von Spektiv und Fotoapparat versuchte Stationsmitarbeiter Peter Pauschert, sich von den Deichen aus Überblicke zu verschaffen und möglichst alle vorhandenen Brutpaare zu zählen. Gar nicht so einfach, denn vor allem die Lachmöwen hielten beim „Shooting" selten still, und die tiefen Vorländer waren nicht überall gut einsehbar.

In Abstimmung mit der Staatlichen Vogelschutzwarte im NLWKN werden die Daten nun ausgewertet. Insgesamt konnten in den Teilgebieten Bingumer Sand, Petkumer Deichvorland Ost und Petkumer Deichvorland West bis zu rund 900 Paare des Säbelschnäblers und 300 der Lachmöwe gezählt werden.


Lachmöwen-Kolonie auf der Emsinsel Bingumer Sand bei Leer  
Lachmöwen-Kolonie auf der Emsinsel Bingumer Sand bei Leer
Lachmöwenküken mit schlupfbereitem Geschwister auf Bingumer Sand (Foto aus 2016)  
Lachmöwenküken mit schlupfbereitem Geschwister auf Bingumer Sand (Foto aus 2016)
Nicht nur die „Kolonisten“ bevölkern die Insel. Hier ein brütender Rotschenkel…  
Nicht nur die „Kolonisten“ bevölkern die Insel. Hier ein brütender Rotschenkel……
…der aufmerksam vom Partner bewacht wird.  
…der aufmerksam vom Partner bewacht wird.
Auch Gänsearten ziehen ihre Jungen auf der geschützten Insel groß, hier Küken-führende Nonnengänse am 22. Mai.  
Auch Gänsearten ziehen ihre Jungen auf der geschützten Insel groß, hier Küken-führende Nonnengänse am 22. Mai.
Kleiner Ausschnitt der großen Säbelschnäbler-Kolonie auf Petkumer Deichvorland-West, fast jeder weiße Fleck ist ein brütendes Tier.  
Kleiner Ausschnitt der großen Säbelschnäbler-Kolonie auf Petkumer Deichvorland-West, fast jeder weiße Fleck ist ein brütendes Tier.
Hin und wieder steigen misstrauische Altvögel auf und nähern sich warnend dem Kartierer…  
Hin und wieder steigen misstrauische Altvögel auf und nähern sich warnend dem Kartierer…
…unterstützt von laut rufenden Kiebitzen.  
…unterstützt von laut rufenden Kiebitzen.
Direkt nach dem Schlupf führen die Eltern ihre Küken in Flachwasserbereiche und an schlammige Ufer.  
Direkt nach dem Schlupf führen die Eltern ihre Küken in Flachwasserbereiche und an schlammige Ufer.
Dabei bleiben sie immer in der Nähe.  
Dabei bleiben sie immer in der Nähe.
Peter Pauschert bei der fotografischen Erfassung der Säbler-Kolonie am Petkumer Deichvorland  
Peter Pauschert bei der fotografischen Erfassung der Säbler-Kolonie am Petkumer Deichvorland

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15.06.2017

Masterplan Ems - Maßnahme Coldemüntje mit aktuellem Bodenkonzept in Grotegaste vorgestellt

Auf Einladung des Vereins „Moor- und Naturschutz aktiv" berichtete Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel am 08. Juni zum aktuellen Stand der Masterplan-Maßnahme Coldemüntje. Im Bereich der ehemaligen Emsschleife sollen dort wieder tidebeeinflusste Flachwasserbereiche, Röhrichte und Wattflächen, wie sie früher typisch für die Emsvorländer waren, entstehen. Zu diesem Zweck sind umfangreiche Abgrabungen erforderlich - daher war das jüngst vorgelegte Boden-Verbringungskonzept von besonderem Interesse. Pegel erläuterte die darin vorgesehene Minimierung der erforderlichen Materialtransporte und damit der Belastungen für Anwohner und Erholungssuchende - verdeutlichte aber auch die großen Chancen für die Natur, die mit der Maßnahme verbunden sind.

Der Verein „Moor - und Naturschutz aktiv" ist ein Zusammenschluss entsprechend interessierter Landwirte mit Sitz in Friesoythe. Tätig ist er vor allem in den Landkreisen Cloppenburg, Emsland und Leer. Vereinsvorsitzender Hinrich Janssen aus Ayenwolde, der mit Heinrich Pegel bereits früher am Fehntjer Tief zusammengearbeitet hatte, organisierte die Info-Veranstaltung zum Masterplan Ems. Am Morgen zuvor hatte man bereits das Emssperrwerk bei Gandersum besucht und sich die geplante flexible Tidesteuerung erläutern lassen.


Mitglieder und Interessierte des Vereins „Moor- und Naturschutz aktiv“ in Grotegaste  
Mitglieder und Interessierte des Vereins „Moor- und Naturschutz aktiv“ in Grotegaste
Vereinsvorsitzender Hinrich Janssen (vierter von rechts) ist im Gebiet der Tideems auch als Deichrichter bei der Moormerländer Deichacht tätig.  
Vereinsvorsitzender Hinrich Janssen (vierter von rechts) ist im Gebiet der Tideems auch als Deichrichter bei der Moormerländer Deichacht tätig.
Höhenschichtplan mit geplanten Tide-Biotopen bei Coldemüntje  
Höhenschichtplan mit geplanten Tide-Biotopen bei Coldemüntje

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08.06.2017

Tagung des BUND-Arbeitskreises Wasser am Emsästuar

Zu ihrer diesjährigen Klausurtagung trafen sich über Pfingsten BUND-Gewässerfachleute aus mehreren Bundesländern in Papenburg an der Ems. Direkt am ersten Tag stand der Masterplan Ems 2050 auf ihrem Programm. Peter Pauschert von der Naturschutzstation erläuterte in einem Lichtbildervortrag Hintergründe und Zielsetzungen des Vertrages und berichtete zum aktuellen Stand der Umsetzung.

Auf die „Trockenübung" in den Räumlichkeiten der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte Emsland folgte eine Abendexkursion zum Emsaltarm bei Vellage. Vor Ort konnten sich die Experten ein Bild von der aktuellen Schlickproblematik an der Ems machen, genossen nicht zuletzt aber auch die abendliche Frühsommerstimmung in der weiten Flusslandschaft, in der einige Beobachtungen typischer Brutvögel wie Blau- und Schwarzkehlchen gelangen.



Foto 1: Peter Pauschert mit den Teilnehmern der Klausurtagung am Emsdeich bei Vellage  
Foto 1: Peter Pauschert mit den Teilnehmern der Klausurtagung am Emsdeich bei Vellage
Foto 2: Mit etwas Glück gelangen Beobachtungen…  
Foto 2: Mit etwas Glück gelangen Beobachtungen…
Foto 3: … eines singenden Blaukehlchens.  
Foto 3: … eines singenden Blaukehlchens.
Foto 4: Die Klausurtagung führte die Mitglieder des Arbeitskreises auch zum Emssperrwerk nach Gandersum.  
Foto 4: Die Klausurtagung führte die Mitglieder des Arbeitskreises auch zum Emssperrwerk nach Gandersum.

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24.05.2017

Auf der Jagd nach Laufkäfern - mit Otto Barna unterwegs im Emsästuar

„Ästuartypische Lebensräume" stehen im Focus des Naturschutzes und das nicht nur im Masterplan Ems 2050. Solche Lebensräume umfassen naturnahe, von Gezeiten sowie unterschiedlichen Salzgehalten geprägte Biotope wie Flusswatten, Röhrichte, aber auch Tideauwälder. Während über die Vegetation oder die Brutvögel dieser Bereiche relativ viel bekannt ist, gibt es zum Vorkommen von Wirbellosen noch jede Menge „weiße Flecken" in den Karten. Otto Barna, Kollege aus der Betriebsstelle Brake-Oldenburg ist Laufkäfer-Experte und in diesem Jahr im Emsästuar unterwegs. Stationsmitarbeiter Peter Pauschert hat ihn Anfang Mai begleitet, hier seine Reportage:

Grau-trüber Himmel, nasskalte Witterung, eigentlich denkbar ungeeignet für das Unterfangen, zu dessen Zweck ich mich heute Morgen mit Otto Barna verabredet habe. Von der Außenems am Rysumer Nacken bis hinunter, oder besser hinauf an die Unterems bei Papenburg sucht er in ausgewählten Probeflächen der Tideems nach Laufkäfern. Arbeitet sich durch Altgras und -schilf, kämpft sich durch Weidengebüsch und Schlickflächen, immer die Augen am Boden. „Bei diesen Temperaturen sind die Tiere noch recht inaktiv und halten sich meist in der Streuschicht verborgen".

Otto Barna bückt sich und dreht ein fauliges Stück Holz um. Und tatsächlich, wie bestellt, versucht dort zwischen Erdbröckchen und Moderpilzen ein kleiner Käfer der plötzlichen Helligkeit in einer Spalte zu entfliehen. Doch Otto ist schneller: Geübt greift er das Käferchen mit seiner Pinzette und ehe dieses sich versieht, landet es in einem Schnappdeckelgläschen mit 70-prozentigem Alkohol. Ein unvermeidliches Schicksal, denn die meisten der mehr als 750 Laufkäferarten, die in Mitteleuropa umherkrabbeln, sind nur mittels vergrößerndem Binokular im Labor zu bestimmen.

Noch bevor ich die Frage stelle, kommt die Antwort: „Zahlreiche Laufkäferarten bzw. -artengruppen bevorzugen in ihrer Ökologie Lebensräume wie Wälder, Überschwemmungsauen oder Agrarlandschaften. Dort sind sie an bestimmte Kleinstrukturen, passendes Mikroklima, Bodentypen und einige weitere Bedingungen gebunden. Das Vorkommen oder das Fehlen von Arten kann Veränderungen der Lebensräume anzeigen. Deshalb ist die genaue Bestimmung der Art so wichtig." Bei einigen Species handelt es sich also um Indikator-Organismen, die einen Lebensraum aus naturschutzfachlicher Sicht bewerten helfen und Erkenntnisse für Renaturierungsplanungen liefern können.

Derweil hat Otto Barna zwischen braunen Schilfhalmen aus dem Vorjahr weitere „Beute" gesichtet - ein gegenüber dem winzigen Verwandten von zuvor riesig wirkender Carabus, gut 2 cm Länge misst das Exemplar. „Alle Großlaufkäfer der Gattung Carabus sind in Deutschland besonders geschützt, einige Arten leider auch in den Roten Listen zu finden", weiß der Experte. In der Sonne, die sich am Himmel langsam durchsetzt, glitzern die Rückendecken des schlanken, langbeinigen Käfers metallisch. „Und sie leben ausgesprochen räuberisch, überwältigen mit ihren spitzen und kräftigen Mundwerkzeugen, den Mandibeln, selbst deutlich größere Regenwürmer und Schnecken. Die Tiger im Reich der Wirbellosen", zwinkert Otto. Freude und Begeisterung sind ihm unschwer anzusehen. Dabei ist die Arbeit im unzugänglichen Gelände anstrengend und immerhin steht er zwei Jahre vor der Rente. Die Feldforschung an Wirbellosen, vor allem die Pirsch auf Käfer und Konsorten wird ihn aber sicher noch lange umtreiben, und dann erzählt Otto von seinen Plänen nach 2019...


Otto Barna mit „Laufkäfer-Schnapsglas“ im Emsästuar  
Otto Barna mit „Laufkäfer-Schnapsglas“ im Emsästuar
von links nach rechts: Carabus granulatus (Körniger Laufkäfer, der „Tiger“), Odacantha melanura (Schlanker Halskäfer) und eine noch näher zu bestimmende Art der Gattung Bembidion (Ahlenläufer)  
von links nach rechts: Carabus granulatus (Körniger Laufkäfer, der „Tiger“), Odacantha melanura (Schlanker Halskäfer) und eine noch näher zu bestimmende Art der Gattung Bembidion (Ahlenläufer)
Viele winzige Laufkäfer sind nur im Labor sicher zu bestimmen.  
Viele winzige Laufkäfer sind nur im Labor sicher zu bestimmen.
Oft gelingen Funde unter moderndem Holz oder anderen Verstecken der überwiegend nachtaktiven Tiere.  
Oft gelingen Funde unter moderndem Holz oder anderen Verstecken der überwiegend nachtaktiven Tiere.
Im Emsästuar nicht immer sicheren Boden unter den Füßen: Otto Barna bei der Suche nach geeigneten Probeflächen im März.  
Im Emsästuar nicht immer sicheren Boden unter den Füßen: Otto Barna bei der Suche nach geeigneten Probeflächen im März.
Priel im Bereich des Altarmes bei Vellage, einem großen Gebiet mit tidegeprägten, ästuartypischen Lebensräumen  
Priel im Bereich des Altarmes bei Vellage, einem großen Gebiet mit tidegeprägten, ästuartypischen Lebensräumen
Überschlickte Vorlandfläche nach einer Sturmflut im Februar…  
Überschlickte Vorlandfläche nach einer Sturmflut im Februar…
…auch hier wird Otto Barna fündig.  
…auch hier wird Otto Barna fündig.
Flachwasserbereich bei Vellage – Habitat zahlreicher, an solche wechselfeuchten Lebensräume angepassten Arten  
Flachwasserbereich bei Vellage – Habitat zahlreicher, an solche wechselfeuchten Lebensräume angepassten Arten
Weidengebüsche und Tide-Auwälder, wie hier bei Coldam, zählen ebenfalls zu den ästuartypischen Lebensräumen.  
Weidengebüsche und Tide-Auwälder, wie hier bei Coldam, zählen ebenfalls zu den ästuartypischen Lebensräumen.

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09.05.2017

Grüne Landtagsfraktion zu Besuch bei der Naturschutzstation Ems

Ihre Rundreise „Fraktion on Tour" führte eine Abordnung der niedersächsischen Landtagsgrünen am 04.05.2017 auch nach Terborg. Am Sauteler Siel besichtigten die Abgeordneten Räumlichkeiten und Lage des künftigen Stationsgebäudes. Anschließend ließen sie sich von den Stationsmitarbeitern Heinrich Pegel und Peter Pauschert die Aufgaben und Zielsetzungen der Naturschutzstation Ems erläutern und in Sachen Masterplan Ems 2050 auf den aktuellsten Stand bringen.


Grüne Landtagsabgeordnete im neuen Stationsgebäude, v. l. n. r.: Volker Bajus, Hans-Joachim Janßen und Meta Janssen-Kucz (Foto: Micha Halfwassen)  
Grüne Landtagsabgeordnete im neuen Stationsgebäude, v. l. n. r.: Volker Bajus, Hans-Joachim Janßen und Meta Janssen-Kucz (Foto: Micha Halfwassen)
Blick vom künftigen Stationsgebäude auf die Unterems, im Hintergrund ist die alte Ziegelei bei Midlum zu sehen. (Foto: Micha Halfwassen)  
Blick vom künftigen Stationsgebäude auf die Unterems, im Hintergrund ist die alte Ziegelei bei Midlum zu sehen. (Foto: Micha Halfwassen)
Grüne Landtagsabgeordnete am Sauteler Siel, v. l. n. r.: Miriam Staudte, Christian Meyer, Regina Asendorf, Meta Janssen-Kucz, Hans-Joachim Janßen (verdeckt), Filiz Polat und Volker Bajus (Foto: Micha Halfwassen)  
Grüne Landtagsabgeordnete am Sauteler Siel, v. l. n. r.: Miriam Staudte, Christian Meyer, Regina Asendorf, Meta Janssen-Kucz, Hans-Joachim Janßen (verdeckt), Filiz Polat und Volker Bajus (Foto: Micha Halfwassen)
Peter Pauschert von der Naturschutzstation erläutert Anlass, Zielsetzungen und aktuelle Maßnahmen des Masterplan Ems 2050. (Foto: Micha Halfwassen)  
Peter Pauschert von der Naturschutzstation erläutert Anlass, Zielsetzungen und aktuelle Maßnahmen des Masterplan Ems 2050. (Foto: Micha Halfwassen)
Im Gespräch über Maßnahmen an der Ems: Heinrich Pegel von der Naturschutzstation und die grünen Abgeordneten Meta Janssen-Kucz und Miriam Staudte. (Foto: Micha Halfwassen)  
Im Gespräch über Maßnahmen an der Ems: Heinrich Pegel von der Naturschutzstation und die grünen Abgeordneten Meta Janssen-Kucz und Miriam Staudte. (Foto: Micha Halfwassen)

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03.05.2017

Masterplan Ems 2050 - für den Wiesenvogelschutz erworbene Flächen sollen hergerichtet werden

Im Bereich der Vogelschutzgebiete „Ostfriesische Meere" sowie „Emstal von Lathen bis Papenburg" in den Landkreisen Aurich und Emsland konnten im Rahmen des Masterplans Ems bislang rund 50 ha Flächen für den Wiesenvogelschutz erworben werden. Diese Flächen gilt es nun in den nächsten Jahren hinsichtlich der Ansprüche von Kiebitz, Uferschnepfe & Co. zu optimieren. Dazu beitragen sollen ein geeignetes Bewirtschaftungsmanagement und ggf. auch Maßnahmen zur Wiedervernässung. Entsprechende Konzepte werden derzeit von der Naturschutzstation Ems erarbeitet.

In diesem Zusammenhang bereiste Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel dieser Tage die Flächen bei Loppersum, Brual und Rhede. Vor Ort verschaffte er sich einen Eindruck vom aktuellen Brutgeschehen. Unterschiedlich häufig, aber doch noch in allen drei Gebieten zeigten sich brütende und zum Teil schon Junge führende Kiebitze, während die in ihrem Bestand bedrohte Uferschnepfe nur im Teilgebiet Brualer Wiesen auffiel.



Die Uferschnepfe ist ein typischer Vertreter der Wiesenvögel. Sie stellt hohe Ansprüche an extensive Grünlandwirtschaft und benötigt besonders feuchte, für ihren langen Schnabel „stocherfähige“ Böden.  
Die Uferschnepfe ist ein typischer Vertreter der Wiesenvögel. Sie stellt hohe Ansprüche an extensive Grünlandwirtschaft und benötigt besonders feuchte, für ihren langen Schnabel „stocherfähige“ Böden.
Ein bisschen weniger wählerisch ist der Kiebitz, gleichwohl ist auch sein Bestand rückläufig. Hier ein Altvogel am Nest.  
Ein bisschen weniger wählerisch ist der Kiebitz, gleichwohl ist auch sein Bestand rückläufig. Hier ein Altvogel am Nest.

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