NLWKN klar

Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

___________________________________

17.10.2018

Weidenauwälder an der Unterems

Bei Hilkenborg, südlich der Friesenbrücke bei Weener, erstreckt sich am rechten Emsufer ein etwa zwei Hektar großer Weidenauwald. Der streifenförmige Bestand wurde vor 17 Jahren im Rahmen der für den Bau des Emssperrwerks erforderlichen Ersatzmaßnahmen gepflanzt. Inzwischen hat sich hier ein noch junges, aber doch schon recht strukturreiches Auwäldchen mit standorttypischen Pflanzen- und Tiergemeinschaften entwickelt. Den Mitarbeitern der Naturschutzstation, die das Gebiet begutachteten, boten sich weitere, zum Teil unerwartete Beobachtungen:

 
Auwaldstreifen am rechten Emsufer bei Hilkenborg
 
Insbesondere die gepflanzten Silber- und Bruchweiden haben inzwischen starke Stämme, davon überzeugte sich Svenja Kock, Studentin im Studiengang Landschaftsnutzung und Naturschutz der Hochschule Eberswalde und Praktikantin in der Naturschutzstation.
 
Schlammige Bereiche ohne Krautbewuchs zeugen von regelmäßiger Überflutung. Am Stammfuß links ist der Wasserstand des letzten Emsstaus an der grauen Färbung ablesbar.
 
Liegendes und stehendes Totholz ist wichtiger Bestandteil naturnaher Wälder…
 
…an und in ihm leben zahlreiche Insekten, hier die Fraßgänge totholzbewohnender Käfer…
 
…die wiederum Vögeln zur Nahrung dienen. Hier hat vermutlich ein Specht einen Fraßgang aufgemeißelt.
 
Unterschiedlich gefärbte und geformte Pilz-Fruchtkörper ragen aus dem abgestorbenen Totholz und weisen auf die Zersetzungsprozesse hin.
 
Auch Schleimpilze, sonderbare Wesen, weder Pflanze, noch Tier, noch Pilz, leben auf Totholz. Hier aber handelt es sich eher um „Sternenrotz“. So nennt der Volksmund die von Beutegreifern ausgespienen, schwer verdaulichen Eileiter von Amphibien.
 
Der Auwaldstreifen kämmt den sogenannten „Teek“, abgestorbene Pflanzenreste und anderes Getreibsel, aus dem Hochwasser und verhindert dessen unerwünschte Ablagerung am angrenzenden Deich.
 
Ein kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas) sonnt sich am Waldrand.
 
Noch spät im Jahr fliegen Heidelibellen. Hier lauert ein Weibchen der Großen Heidelibelle (Sympetrum striolatum) auf Beute.

___________________________________

08.10.2018

Vogelzug am Sauteler Siel

Beim Blick vom alten Schöpfwerksmeister-Häuschen und jetzigem Gebäude der Naturschutzstation Ems gelingen gelegentlich überraschende Beobachtungen. In Zeiten des herbstlichen Vogelzuges zeigen sich immer wieder einzeln, in Gruppen oder in eindrucksvollen Schwärmen Vögel auf der Durchreise.

Am heutigen Montagmorgen umkreiste ein großer Starenschwarm die Gebäude am Sauteler Siel. Vor ihrem Abflug in die Vorländer, die aufgrund des Einstaus vor der bevorstehenden Schiffsüberführung stark durchnässt waren, sammelte sich ein Teil des Trupps auf der großen Wetterfahne am Schöpfwerksgebäude. Von gehobener Aussicht drehte man karussellartig ein paar Runden von Südost nach Südwest, um anschließend in die vermutlich reich mit Insekten bestückten Weiden zu entschwinden.

Die Bestände des „Vogel des Jahres 2018“ haben in den letzten 30 Jahren überall in Europa beträchtlich abgenommen. Die Gründe sind vielschichtig, dürften vor allem aber in der Intensivierung landwirtschaftlicher Nutzung zu suchen sein. Inzwischen gilt der ehemalige „Allerweltsvogel“ in Niedersachsen als gefährdete Art.

 
Vor Schiffsüberführung angestaute Ems am Sauteler Siel
 
Stare, die sich nach Beendigung des Brutgeschäfts in mitunter riesigen Schwärmen zusammenfinden, umkreisen die Wetterfahne am Schöpfwerk...
 
…und lassen sich dann dicht gedrängt auf ihr und der Windrose darunter nieder.
 
Gut zu erkennen ist das durch weiße Federspitzen gepunktete Schlichtkleid. Ein Teil der bei uns brütenden Stare bleibt auch im Winter, doch jetzt sind besonders häufig Schwärme auf ihrem Weg in den Süden zu beobachten.
Ansprechpartner in den Naturschutzstationen

Artikel-Informationen

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln