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Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

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13.12.2018

Gänseeinflug am frühen Morgen, ein winterliches Naturschauspiel an der Ems

Die sehr kurzen, oft genug auch trüben Tage dieser Jahreszeit mögen gelegentlich die Stimmung drücken – die Mitarbeiter der Naturschutzstation am Sauteler Siel werden jetzt frühmorgendlich aber auf besondere Weise entschädigt: Mit einsetzender Morgendämmerung verlassen die nordischen Gastvögel, insbesondere Gänse, ihre Schlafplätze im Dollart, um ihre Äsungsgebiete an der Ems aufzusuchen. Wolken aus Wildgänsen füllen dann den Himmel, kleine und große Gruppen überfliegen schreiend das Stationsgebäude.

 
Über dem Midlumer Deichvorland, das sich gegenüber dem Sauteler Siel am linken Emsufer erstreckt, erscheinen am frühen Morgen riesige Schwärme nordischer Gänse.
 
Weißwangen- und Blässgänse beim Einflug in die ostfriesischen Meeden
 
Äsende Weißwangen- und Blässgänse am Sauteler Kanal. Stets haben einzelne Tiere wachsam die Köpfe gehoben, …
 
… denn seit einigen Jahren ist auch hier wieder mit dem Auftauchen mächtiger Flügelpaare zu rechnen …
 
… die eine reale Gefahr auch für große Wasservögel darstellen: Seeadler, hier ein Foto aus dem Leda-Jümme-Gebiet, waren lange in Ostfriesland verschwunden, sind seit einigen Jahren aber wieder heimisch zwischen Ems und Jade (Foto: F. Hehmann).

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03.12.2018

Schulworkshop zur Tideems in Papenburg

Nach entsprechenden Veranstaltungen in Leer und Emden fand Ende November der inzwischen dritte Schulworkshop, diesmal am Papenburger Mariengymnasium, zum Thema „Zukunftsperspektive Tideems“ statt. Das gleichnamige, von den Naturschutzverbänden BUND, NABU und WWF initiierte Projekt soll für ökologische Probleme an der Ems sensibilisieren sowie mögliche Lösungswege aufzeigen.

Dazu schlüpfen die Schüler zunächst in die Rollen von Anliegern, Nutzergruppen und anderen Akteuren an der Ems. Als Stellvertreter*innen unterschiedlicher Positionen lernen sie, die komplexe Ausgangslage an der Tideems zu verstehen und erkennen die Beziehungen der Akteure untereinander. Diese treten am Nachmittag dann „in Echt“ auf den Plan: Regionale Expert*innen aus Wirtschaft, Verwaltung, Naturschutz sowie Ems-Anwohner erläutern ihre Sicht der Dinge und diskutieren ihre Standpunkte mit den Schülerinnen und Schülern (Fotos: Jarek Godlewski).

 
Astrid Paschkowski, Bildungsreferentin des WWF Deutschland, leitet den Workshop. Zu Beginn wird die Ems in einer Bilderreise von der Quelle bis zur Mündung plakativ vorgestellt …
 
… und die unterschiedlichen Nutzungsansprüche diskutiert.
 
Die Schülerinnen übernehmen die Rollen unterschiedlicher Akteure an der Tideems.
 
Am Nachmittag verdeutlichen eingeladene Experten ihre Standpunkte, als Emsanwohner hier Wolfram Höhn aus Westoverledingen (links) und Dr. Thomas Klefoth als Vertreter der ortsansässigen Angler.
 
Anschließend stellen sich die Experten in Gruppen den Fragen der Schülerinnen: Landwirt Gerd Oncken, links, und Kurt Radtke von der Touristik GmbH Südliches Ostfriesland…
 
… sowie Peter Pauschert von der Naturschutzstation Ems.
 
Die Schülerinnen „ordnen“ die Experten und ihre Ansprüche an die Tideems auf einer Linie zwischen Ökologie und Ökonomie, …
 
…und hinterfragen deren Positionen.
 
Am Schluss werden Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung der ökologischen Situation an der Tideems an einer Pinnwand gesammelt.

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27.11.2018

Niedrigwasser und Schlick am Sauteler Siel

Gegenwärtig lassen sich an der Ems besonders tiefe Niedrigwasserstände, in denen weite Uferbereiche trockenfallen, beobachten. Ausgelöst werden die – nicht nur an der Ems – sehr geringen Wasserstände durch die anhaltende Ostwindlage sowie durch den nach wie vor sehr geringen Oberwasserzufluss aus dem Einzugsgebiet. Dabei kommen mächtige Schlickpakete zum Vorschein, die auf das derzeit größte ökologische Problem an der Ems hinweisen, die übermäßige Schwebstofffracht. Die flexible Tidesteuerung, eine zentrale Maßnahme des Masterplan Ems 2050, sieht vor, den Schlickeintrag mit Hilfe des Emssperrwerkes deutlich zu verringern. Derzeit werden die Grundlagen für Genehmigung und Umsetzung dieses Großprojektes zusammengetragen.

 
Niedrigwasserstand an der Bootsmarina vor dem Sauteler Siel
 
Der Lattenpegel am Sielauslauf zeigt durch die braungraue Färbung im unteren Teil das Maß der Absenkung, …
 
... dabei ist die Marke von 3,70 m über dem Pegelnullpunkt irreführend: Tatsächlich beträgt der Wasserstand in der Ems zum Zeitpunkt dieser Aufnahme nur etwa 3,10 m. Ursache für den höheren Pegelstand ist die hier anstehende Schlickschicht.
 
In den strömungsberuhigten Winkeln zwischen Höften der Bootsmarina und Steinbuhnen hat sich Emsschlick angesammelt.
 
Ein dünner Wasserfilm überzieht das trocken gefallene Becken der Bootsmarina am Sauteler Siel.
 
In den Wintermonaten vor allem bei Niedrigwasser regelmäßige Gäste an der Sauteler Außenmuhde: Nordische Pfeifenten, links das Weibchen, rechts der Erpel

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08.11.2018

Einblicke ins Naturgeschehen an der Ems – Schulung WebCam-Projekt und Video-Bearbeitung

Am Mittwochabend besuchten neun interessierte Helfer die Schulungsveranstaltung des NABU Niedersachsen in den Räumlichkeiten der Naturschutzstation. Jan Schürings, Leiter der Regionalgeschäftsstelle Ostfriesland, erläuterte das Projekt „Zukunftsperspektive Tideems“.

Das im Sommer 2017 gestartete Gemeinschaftsprojekt der drei großen Naturschutzverbände WWF, BUND und NABU umfasst verschiedene öffentlichkeitswirksame Teilbausteine. Im Teilprojekt „Einblicke in das Naturgeschehen der Tideems“ wurden WebCams auf Bingumer Sand sowie am Sauteler Siel installiert. Die Kameras lassen sich aktiv in Echtzeit steuern, das Gerät auf Bingumer Sand zeichnet darüber hinaus das Naturgeschehen auf der „Vogelinsel“ auf. Die über Funk gesendeten Daten müssen zuvor jedoch gesichtet, sortiert und ggf. geschnitten werden, eine Arbeit, für die sich nun ehrenamtlich tätige Helfer bereit erklärt hatten.

Alle Videos werden in der Naturschutzstation Ems gesammelt und stehen hier über fest installierte Monitore Besuchern der Station zur Verfügung.

 
Die ehrenamtlichen Helfer Jürgen Lipka und Uwe Beenenga (Sprecher des NABU Moormerland) bei der Sichtung und Archivierung von Videos aus Bingumer Sand
 
Die besten Clips können an Monitoren in der Naturschutzstation geöffnet und abgespielt werden, hier sind brütende Graugänse, Weißwangengänse sowie ein Rotschenkel zu sehen.
 
Im vergangenen Winter wurde die Kamera auf einem alten Freileitungssockel auf Bingumer Sand installiert.
 
Eine zweite WebCam ist am Gebäude des Sauteler Siels installiert (rechts oben am Mast des Windmessers). Dieses Gerät zeichnet nicht auf…
 
…sondern liefert Life-Bilder in die Station. Mit einem Joy-Stick können Besucher einen Bildausschnitt wählen und vergrößern,…
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…hier zoomt die Kamera auf ruhende Stock- und Pfeifenten auf der Buhne vor der Außenmuhde des Sauteler Siels.

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23.10.2018

Sturmflut am Sauteler Siel

Am Dienstag beobachteten die Mitarbeiter der Naturschutzstation die erste Sturmflut seit ihrem Einzug am Sauteler Siel. Steifer Wind mit Stärke 7 aus West-Nordwest drückte die Tide mittags in den Mündungstrichter der Ems und führte zu deutlich höheren Wasserständen. Vom Warndienst des NLWKN wurde sie zwar als schwache Sturmflut charakterisiert, mit immerhin 1,5 m über dem mittleren Tidehochwasser überschwemmte sie aber doch zahlreiche Vorländer an der Ems.

 
Überfluteter Deichfuß am Sauteler Siel
 
Der Lattenpegel am Sielauslauf weist mit 7,90 m über dem Pegelnullpunkt ein gegenüber dem langjährigen Mittel rund 1,20 m höheres Hochwasser aus, zu diesem Zeitpunkt war der Scheitel aber noch nicht erreicht.
 
Die Bootsmarina an der Außenmuhde des Sauteler Kanals steht komplett unter Wasser, nur noch die Pfahlspitzen der Schwimmanleger ragen aus den Fluten.
 
Die Emswellen spülen Getreibsel, sogenannten Teek, an Schafzäune…
 
…und ins Vorland. Am Deichfuß anlandendes Material muss durch die Deichverbände entfernt werden, da sonst Schäden an der erosionssichernden Grasnarbe drohen.
 
Möwen suchen im überschwemmten Vorland nach Nahrung…
 
…während die Deichschafe während des Sturms die windabgewandte Deichbinnenseite aufsuchen.

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17.10.2018

Weidenauwälder an der Unterems

Bei Hilkenborg, südlich der Friesenbrücke bei Weener, erstreckt sich am rechten Emsufer ein etwa zwei Hektar großer Weidenauwald. Der streifenförmige Bestand wurde vor 17 Jahren im Rahmen der für den Bau des Emssperrwerks erforderlichen Ersatzmaßnahmen gepflanzt. Inzwischen hat sich hier ein noch junges, aber doch schon recht strukturreiches Auwäldchen mit standorttypischen Pflanzen- und Tiergemeinschaften entwickelt. Den Mitarbeitern der Naturschutzstation, die das Gebiet begutachteten, boten sich weitere, zum Teil unerwartete Beobachtungen:

 
Auwaldstreifen am rechten Emsufer bei Hilkenborg
 
Insbesondere die gepflanzten Silber- und Bruchweiden haben inzwischen starke Stämme, davon überzeugte sich Svenja Kock, Studentin im Studiengang Landschaftsnutzung und Naturschutz der Hochschule Eberswalde und Praktikantin in der Naturschutzstation.
 
Schlammige Bereiche ohne Krautbewuchs zeugen von regelmäßiger Überflutung. Am Stammfuß links ist der Wasserstand des letzten Emsstaus an der grauen Färbung ablesbar.
 
Liegendes und stehendes Totholz ist wichtiger Bestandteil naturnaher Wälder…
 
…an und in ihm leben zahlreiche Insekten, hier die Fraßgänge totholzbewohnender Käfer…
 
…die wiederum Vögeln zur Nahrung dienen. Hier hat vermutlich ein Specht einen Fraßgang aufgemeißelt.
 
Unterschiedlich gefärbte und geformte Pilz-Fruchtkörper ragen aus dem abgestorbenen Totholz und weisen auf die Zersetzungsprozesse hin.
 
Auch Schleimpilze, sonderbare Wesen, weder Pflanze, noch Tier, noch Pilz, leben auf Totholz. Hier aber handelt es sich eher um „Sternenrotz“. So nennt der Volksmund die von Beutegreifern ausgespienen, schwer verdaulichen Eileiter von Amphibien.
 
Der Auwaldstreifen kämmt den sogenannten „Teek“, abgestorbene Pflanzenreste und anderes Getreibsel, aus dem Hochwasser und verhindert dessen unerwünschte Ablagerung am angrenzenden Deich.
 
Ein kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas) sonnt sich am Waldrand.
 
Noch spät im Jahr fliegen Heidelibellen. Hier lauert ein Weibchen der Großen Heidelibelle (Sympetrum striolatum) auf Beute.

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08.10.2018

Vogelzug am Sauteler Siel

Beim Blick vom alten Schöpfwerksmeister-Häuschen und jetzigem Gebäude der Naturschutzstation Ems gelingen gelegentlich überraschende Beobachtungen. In Zeiten des herbstlichen Vogelzuges zeigen sich immer wieder einzeln, in Gruppen oder in eindrucksvollen Schwärmen Vögel auf der Durchreise.

Am heutigen Montagmorgen umkreiste ein großer Starenschwarm die Gebäude am Sauteler Siel. Vor ihrem Abflug in die Vorländer, die aufgrund des Einstaus vor der bevorstehenden Schiffsüberführung stark durchnässt waren, sammelte sich ein Teil des Trupps auf der großen Wetterfahne am Schöpfwerksgebäude. Von gehobener Aussicht drehte man karussellartig ein paar Runden von Südost nach Südwest, um anschließend in die vermutlich reich mit Insekten bestückten Weiden zu entschwinden.

Die Bestände des „Vogel des Jahres 2018“ haben in den letzten 30 Jahren überall in Europa beträchtlich abgenommen. Die Gründe sind vielschichtig, dürften vor allem aber in der Intensivierung landwirtschaftlicher Nutzung zu suchen sein. Inzwischen gilt der ehemalige „Allerweltsvogel“ in Niedersachsen als gefährdete Art.

 
Vor Schiffsüberführung angestaute Ems am Sauteler Siel
 
Stare, die sich nach Beendigung des Brutgeschäfts in mitunter riesigen Schwärmen zusammenfinden, umkreisen die Wetterfahne am Schöpfwerk...
 
…und lassen sich dann dicht gedrängt auf ihr und der Windrose darunter nieder.
 
Gut zu erkennen ist das durch weiße Federspitzen gepunktete Schlichtkleid. Ein Teil der bei uns brütenden Stare bleibt auch im Winter, doch jetzt sind besonders häufig Schwärme auf ihrem Weg in den Süden zu beobachten.

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