NLWKN klar

Baltrum: Neueste Technik zur Seevögelerfassung

Fluggerät verringert Zahl der Betretungen wichtiger Seevögelkolonien/ Pressemitteilung vom 2. Juni 2017


Baltrum/ Norden - Der Einsatz neuester Technik wurde in der vergangenen Woche bei der alljährlichen Gelegezählung in den Brutkolonien der Brandseeschwalben und Lachmöwen auf Baltrum erprobt. Der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) hat erstmals ein so genanntes unbemanntes Flugobjekt UAV (unmanned aerial vehicle) zur Erfassung der Bestände und Gelege der Seevögel eingesetzt. „Der Einsatz war selbstverständlich mit der Nationalparkverwaltung abgestimmt und der Anblick mag viele erstaunt haben, aber anders als herkömmliche Drohnen, die oft große Störungen in Vogelkolonien auslösen, handelt es sich beim UAV um ein Fluggerät mit nur einem Antrieb und einer hochauflösenden Kamera, das in großer Höhe und mit einer hohen Fluggeschwindigkeit auf einer vorprogrammierten Bahn unterwegs war. Parallele Beobachtungen vom Boden aus ließen nahezu keine Störungen unter den Tieren erkennen", erklärte der Biologe Martin Schulze-Dieckhoff Aufgabenbereichsleiter für Seevogelschutz beim NLWKN in Norden. Mit über 6.000 Lachmöwen und mehr als 2.700 Brandseeschwalben zählen die Baltrumer Kolonien dieser beiden Arten zu den größten in Niedersachsen. „Für die in ihrem Bestand gefährdete Brandseeschwalbe ist der Lebensraum Baltrum sogar von besonderer Bedeutung", berichtet Heinz Ideus, der als Dünen- und Vogelwart des NLWKN auf der Insel die Erfassung mit Hilfe der FÖJ-Leistenden Jolane Kappes und weiteren Freiwilligen durchgeführt hat.

„Derzeit werten wir die Daten aus, nach unserem ersten Eindruck hat sich der Einsatz des UAV aber gelohnt. Die hochauflösenden Fotos des Fluggerätes können dazu beitragen, dass bei künftigen Erfassungen die Zahl der Betretungen der Brutflächen minimiert und die Störungen im Gelände noch weiter reduziert werden. Dies wäre aus naturschutzfachlicher Sicht zukunftsweisend", ergänzte Schulze-Dieckhoff.

Neben seinen umfangreichen Aufgaben im Küstenschutz erfasst der NLWKN alljährlich die Brut- und Rastvögel im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. In der Staatlichen Vogelschutzwarte des NLWKN werden dann die landesweiten, grundlegenden Daten zum Vogelbestand, zur Bestandsentwicklung und Verbreitung der einzelnen Arten gesammelt und ausgewertet.

Presseinformation
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02.06.2017

Ansprechpartner/in:
Achim Stolz

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