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Flora und Vegetation von Wäldern der QUERCO-FAGETEA im nördlichen Harzvorland Niedersachsens

Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen


Heft 35 (1996), 150 S., vergriffen
von Dietmar Zacharias

Inhalt (Kurzfassung)
1 Einleitung
2 Untersuchungsgebiet
3 Methoden
4 Floristische Ergebnisse
5 Vegetationskundliche Ergebnisse
6 Diskussion
7 Naturschutz
8 Zusammenfassung
9 Literatur

Inhalt (Langfassung)
Danksagung
1 Einleitung

1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Literatur und Kenntnisstand über Flora und (Wald-)Vegetation des Raumes
2 Untersuchungsgebiet
2.1 Lage und natürliche Grundlagen
2.2 Waldentwicklung und Waldnutzung vor historischem Hintergrund
3 Methoden
3.1 Floristische Bestandsaufnahme
3.2 Vegetationskundliche Bestandsaufnahme
3.3 Ermittlung der Grundwasserstände
3.4 Auswertung der floristischen Daten
3.5 Auswertung der vegetationskundlichen Daten
4 Floristische Ergebnisse
4.1 Verbreitung und Häufigkeit der Arten
4.2 Die floristische Ähnlichkeit der Waldgebiete
4.3 Die rezente Flora als Zeiger alter Waldstandorte
4.4 Artenzahl-Flächen-Beziehungen
4.5 Floristisches Inventar und pflanzengeographische Aspekte
4.6 Verbreitungslücken einiger Arten
5 Vegetationskundliche Ergebnisse
5.1 Darstellung der Waldgesellschaften der Querco-Fagetea
5.1.1 Rotbuchenwald-Gesellschaften
5.1.1.1 Seggen-Trockenhang-Rotbuchenwälder (Carici-Fagetum Moor 1952)
5.1.1.2 Schwach charakterisierte Seggen-Trockenhang-Rotbuchenwälder (Fagus sylvatica-Gesellschaft des Carici-Fagetum)
5.1.1.3 Waldhaargersten-Rotbuchenwälder frischer Kalkstandorte (Hordelymo-Fagetum Kuhn 1937 em. Dierschke 1989)
5.1.1.4 Braunerde-Waldmeister-Rotbuchenwälder (Galio odorati-Fagetum Sougnez et Thill 1959 em. Dierschke 1989)
5.1.1.5 Bodensaure Hainsimsen-Rotbuchenwälder (Luzulo-Fagetum Meusel 1937)
5.1.1.6 Rotbuchen-Schwarzerlen-Bestand mit floristischem Übergang vom Alno-Ulmion zum Fagion (Fagus sylvatica-Alnus glutinosa Bestand des Alno-Ulmion/Fagion)
5.1.2 Eschen-Bergahorn-Rotbuchen-Bestand mit WaId-Gedenkemein (Omphalodes scorpioides Fraxinus excelsior-Bestand als Nutzungsform des Carici-Fagetum)
5.1.3 Eichen-Hainbuchenwald-Gesellschaften einschließlich der winterlindenreichen Eichen-Mischwälder
5.1.3.1 Wiesenschaumkraut-Eichen-Hainbuchenwald bodenfeuchter und nasser Standorte (Cardamine pratensis-Carpinus betulus Gesellschaft des Alno-Ulmion)
5.1.3.2 Frauenschuh-Eichen-Hainbuchen-Mittelwald-Bestand (Cypripedium calceolus-Carpinus betulus-Mittelwald-Bestand des Fagion/AIno-Ulmion)
5.1.3.3 Elsbeeren-Trockenhang-Eichen-Hainbuchen-Mittelwald (Sorbus torminalis-Carpinus betulus-Mittelwald-Gesellschaft als Nutzungsform des Carici-Fagetum)
5.1.3.4 Schwach charakterisierter Trockenhang Eichen-Hainbuchen-Mittelwald (Carpinus betulus-Mittelwald-GeselIschaft als Nutzungsform schwach charakterisierter Bestände des Carici-Fagetum)
5.1.3.5 Feldulmen-Hainbuchen-Mittelwald-Bestand (Ulmus minor-Carpinus betulus-Mittelwald Bestand als Nutzungsform des Hordelymo-Fagetum/Carici-Fagetum)
5.1.3.6 Waldhaargersten-Eichen-Hainbuchen Mittelwald frischer Kalkstandorte (Hordelymus europaeus-Carpinus betulus-Mittelwald-Gesellschaft als Nutzungsform des Hordelymo-Fagetum)
5.1.3.7 Braunerde-Waldmeister-Eichen-Hainbuchen-Mittelwald (Galium odoratum-Carpinus betulus-Mittelwald-Gesellschaft als Nutzungsform des Galio odorati-Fagetum)
5.1.3.8 Schwach charakterisierter Braunerde-Waldmeister-Eichen-Hainbuchen-Mittelwald (Carpinus betulus-Mittelwald-Gesellschaft als Nutzungsform des Galio odorati-Fagenion)
5.1.3.9 Bodensaurer Schattenblümchen-Eichen Hainbuchen-Mittelwald (Maianthemum bifolium-Carpinus betulus-Mittelwald Gesellschaft als Nutzungsform des Luzulo-Fagetum milietosum)
5.1.4 Schwarzerlen-Eschenwälder der Auen, Quellbereiche und Standorte mit prägendem Grundwassereinfluss
5.1.4.1 Winterschachtelhalm-Stieleichen-Auenwald Bestand (Equisetum hyemale-Quercus robur-Bestand des AIno-Ulmion)
5.1.4.2 Hainsternmieren-Schwarzerlensaumwald basenarmer Bachauen (Stellario-Alnetum Lohm. 1957)
5.1.4.3 Winkelseggen-Schwarzerlen-Eschenwald basenreicher Bachauen und Quellbereiche (Carici remotae-Fraxinetum W. Koch 1926 ex. Faber 1936)
5.1.4.4 Traubenkirschen Schwarzerlen-Eschenwald (Pruno-Fraxinetum Oberd. 1953)
5.1.4.5 Schwarzerlen-Eschen-Eichen-Auenwald größerer Bachtäler (Alnus glutinosa-Fraxinus excelsior-Gesellschaft des Alno-Ulmion)
5.2 Die pflanzengeographische Stellung der Waldgesellschaften erläutert am Beispiel der Cardamine pratensis-Carpinus betulus-Gesellschaft des AIno-Ulmion
5.3 Artenbestand und strukturelle Merkmale der Waldgesellschaften im Vergleich
5.3.1 Floristischer Vergleich der Rotbuchenwald Gesellschaften mit entsprechenden Eichen Hainbuchen-Mittelwäldern
5.3.2 Vergleich der Artenzahlen und des strukturellen Aufbaus der Waldgesellschaften
5.4 Grundwasserstände ausgewählter Waldbestände
6 Diskussion
6.1 Die aktuelle Flora und Vegetation der Wälder im nördlichen Harzvorland Niedersachsens
6.1.1 Die Flora isolierter Waldgebiete in der intensiv genutzten Kulturlandschaft des nördlichen Harzvorlandes Niedersachsens
6.1.2 Die Waldgesellschaften im synsystematischen Vergleich
6.1.2.1 Überprüfung der floristischen Eigenständigkeit der Eichen-Hainbuchenwälder – zur Frage des Carpinion
6.1.2.2 Die Waldgesellschaften im nördlichen Harzvorland Niedersachsens im Überblick
6.2 Kritische Betrachtung der Vor- und Nachteile der hier vorgelegten Art der syntaxonomischen Gliederung
6.2.1 Allgemeine Vorbemerkungen zu Methoden der Vegetationstypisierung
6.2.2 Spezifika des in dieser Arbeit verwandten methodischen Ansatzes der syntaxonomischen Gliederung – zur Frage der Verbandszugehörigkeit der Eichen-Hainbuchenwälder
6.2.3 Nomenklatur der Gesellschaften und Nutzungsformen
6.3 Anmerkungen zur potenziellen natürlichen Waldvegetation des nördlichen Harzvorlandes Niedersachsens
7 Naturschutz
7.1 Die besondere Bedeutung von Wäldern. Sind Wälder alter Waldstandorte wiederherstellbar?
7.2 Leitbild für den Naturschutz in Wäldern des nördlichen Harzvorlandes Niedersachsens
7.3 Die Bedeutung der Kontinuität für lebensraumspezifische Arten. Bindung von Arten an alte Waldstandorte
7.4 Vorkommen von Rote-Liste-Gefäßpflanzenarten und Hinweise zu deren Schutz und Erhaltung
7.5 Gefährdung der Waldgesellschaften. Regionale Rote Liste der Waldgesellschaften
7.6 Erhaltung der standörtlichen Vielfalt. Nach § 28a des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes besonders geschützte Biotope
7.7 Die besondere Bedeutung der Waldränder
7.8 Folgerungen für Waldbau und Waldbehandlung
8 Zusammenfassung
9 Literatur
Anhang
Anlagen

8 Zusammenfassung nach oben
Das nördliche Harzvorland Niedersachsens, am Rande des Berg- und Hügellandes gelegen, zeichnet sich durch die naturräumlich und pflanzengeographisch interessante Übergangslage zwischen dem subkontinentalen mitteldeutschen Trockengebiet und der subatlantisch-atlantischen nordwestdeutschen Tiefebene aus.

44 Waldgebiete, nahezu die gesamte von Wald bedeckte Fläche dieses Landschaftsraumes, wurden von 1986 bis 1990 floristisch und vegetationskundlich untersucht. Es handelt sich ausnahmslos um alte Waldstandorte mit einer überwiegend naturnahen, Iaubholzdominierten Bestockung und einer reichen Flora, die in Sekundärwäldern nicht zu erwarten ist.

Für jeden Wald erfolgte die Überprüfung des Vorkommens von 278 habitatspezifischen Gefäßpflanzenarten mit mehr oder weniger starker Bindung an diesen Biotop. Die überwiegende Anzahl der Sippen zeigt eine geringe oder eine sehr hohe Frequenz. Jedes Waldgebiet hat eine spezifische Flora.

Die Ähnlichkeit (Jaccard-lndex) erreicht zwischen den großen Wäldern unabhängig von deren Entfernung zu einander die höchsten Werte. Die Artenzahl steigt signifikant mit der Flächengröße an. Es wird ein 3-Stufen-Modell der Artenzahl-Flächen-Beziehung entwickelt. Bei gleicher Flächengröße erreichen mehrere kleine Wälder zusammen höhere Artenzahlen als ein großer Wald gleicher Fläche. Die seltenen und bedrohten Arten zeigen jedoch eine deutliche Bindung an große Wälder (> 500 ha).

Durch den Vergleich mit historischen Angaben zur Flora der Wälder, die in der heutigen Kulturlandschaft als ein Relikt einer ehemals großflächig vorhandenen Lebensgemeinschaft anzusehen sind, konnte gezeigt werden, dass zumindest für habitatspezifische Arten eine höhere Aussterberate anzunehmen ist, als durch Zuwanderung entsprechender Sippen kompensiert wird. Somit ist die Inseltheorie (MACARTHUR & WILSON 1967) für entsprechende Arten und Habitatisolate nicht ohne weiteres anzuwenden, da diese ein Gleichgewicht zwischen Immigrations- und Aussterberate postuliert.

Die Waldgesellschaften der Querco-Fagetea einschließlich der Quercetalia sind durch pflanzensoziologische Aufnahmen dokumentiert. Bei deren Beschreibung wird besonderer Wert auf eine regional orientierte und in sich schlüssige Typisierung und floristische Charakterisierung, basierend auf möglichst großen Trennartengruppen, gelegt und dieser Vorrang vor dem Anschluss an bereits beschriebene Einheiten eingeräumt.

Einen Schwerpunkt der Arbeit bilden die Eichen-Hainbuchen-Mittelwälder. Der Einfluss der Nutzung auf den aktuellen Artenbestand wird eingehend diskutiert und die Mittelwälder in Bezug auf Flora und Struktur mit Rotbuchen-Hochwäldern entsprechender Standorte verglichen.

Eichen-Hainbuchen-Mittelwälder zeichnen sich durch deutlich höhere Artenzahlen und Deckungsgrade der Strauch- und Krautschicht aus. Bestimmte Arten zeigen eine deutliche Häufung in Beständen dieser Waldnutzungsform. Andere, wie z.B. das gefährdete Wunder-Veilchen (Viola mirabilis), konnten ausschließlich in Mittelwäldern nachgewiesen werden.

Die floristische Eigenständigkeit der standörtlich und in Bezug auf den Artenbestand sehr heterogenen Eichen Hainbuchenwälder wird ebenso eingehend überprüft wie diejenige eines eigenen Carpinion-Verbandes.

Die mesophilen Eichen-Hainbuchenwälder werden auf Grund gemeinsamer Trennartengruppen und fehlender Charakterarten als Nutzungsformen von Assoziationen der Rotbuchenwälder typisiert und dem Verband Fagion bzw. der Ordnung Quercetalia angeschlossen. Sie werden jedoch aufgrund der Bedeutung der Baumschicht für die Waldbiozönosen als eigene Gesellschaften gewertet und zeichnen sich durch charakteristische Verschiebungen im Artenbestand und der Struktur gegenüber den Ausgangsgesellschaften aus.

Die bodenfeuchten Eichen-Hainbuchenwälder sind als eigenständige Cardamine pratensis-Carpinus betulus Gesellschaft des Alno-Ulmion gefasst und innerhalb dieses Verbandes Erlen-Eschenwald-Gesellschaften gegenüber gestellt (s. Tabelle 32).

Ein Verband Carpinion wird für das Untersuchungsgebiet nicht ausgewiesen. Die Vor- und Nachteile der hier vorgelegten neuen Typisierung werden vor dem Hintergrund angewandter Fragestellungen eingehend diskutiert.

Die regionalen Einheiten werden bereits beschriebenen Waldgesellschaften zugeordnet, um einen direkten Vergleich mit diesen zu ermöglichen.

Für einzelne Einheiten der Feuchtwälder wurden die Grundwasserstände über zwei Jahre erfasst und dargestellt.

Neben Anmerkungen zur potentiellen natürlichen Vegetation werden Naturschutzaspekte erläutert. Eine Einschätzung der regionalen Gefährdung wird in Form einer Roten Liste der Waldgesellschaften wiedergegeben.

Ein Leitbild für den Waldnaturschutz im nördlichen Harzvorland Niedersachsens wird entwickelt. Vor dem Hintergrund der besonderen Bedeutung alter Waldstandorte für das Überleben hoch angepasster Arten und Biozönosen werden Folgerungen für den Waldbau und die Waldbehandlung abgeleitet.
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Flora und Vegetation der Wälder im nördlichen Harzvorland  
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Ansprechpartner/in:
Naturschutzinformation

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover
Tel: +49 (0)511 / 3034-3305
Fax: +49 (0)511 / 3034-3501

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