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Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

November, Dezember 2017


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08.12.2017

EU-Life+-Projekt in Marienchor weitgehend umgesetzt – Bereiche für Wiesenvögel verbessert

Bei der Maßnahme des EU-LIFE+ Projektes „Wiedervernässung und Grünlandextensivierung für Wachtelkönig und Uferschnepfe in Niedersachsen“ in Marienchor sind die Arbeiten für dieses Jahr abgeschlossen, am 01. Dezember fand die Bauabnahme für die erste Teilfläche statt. Während nordische Gastvögel bereits jetzt ihre Nahrungsplätze bei Marienchor finden, wird es spannend zu beobachten sein, wie die optimierten Flächen im kommenden Frühjahr von heimkehrenden Brutvögeln genutzt werden.

Die zwei Windmühlen, mit deren Hilfe die Flächen be- und entwässert werden können, pumpen fleißig und konnten bei höheren Windstärken bereits auf ihre Belastbarkeit getestet werden. Außerdem wurden zwei regelbare Stauwehre eingebaut, zwei Überlaufrohe installiert und die Verwallung um die Flächen verbessert.

Trotz schwierigster Witterungs- und Untergrundverhältnisse wurden die Bauarbeiten plangemäß umgesetzt, so dass die erste Fläche bereits im nächsten Frühjahr für Kiebitz, Uferschnepfe und Co. angestaut und im Sommer für die Bewirtschaftung wieder entwässert werden kann.

Im Anschluss an die Brut- und Setzzeit werden im kommenden Sommer auf der zweiten Teilfläche noch kleine Restarbeiten durchgeführt, danach kann das Wasserregime im Gebiet für die rund 23 ha optimal gemanagt werden – gleichermaßen für Wiesenvögel wie für Bewirtschafter.
 
Windmühle bei Marienchor im Betrieb – für die Entwässerung dreht sie sich automatisch in den Wind, sobald der (Sommer-)Höchstwasserstand erreicht wird…
 
…während beim Bewässern der Flächen der Wasserstand durch die Stauwehre geregelt wird. Die Windmühlen arbeiten im Dauerbetrieb und die Stauwehre werden überströmt, sobald der (Winter-)Höchstwasserstand erreicht ist.
 
Im November wurden mehrere Meter lange Spundwände für die Stauwehre eingebaut.
 
Das Projektgebiet bei Marienchor. Die gelben Symbole stehen für die zwei Windradpumpen, die blauen für die Staueinrichtungen.
 
Soll von den Maßnahmen profitieren: Die in ihrem Bestand bedrohte Uferschnepfe.

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24.11.2017

Webcam-Installation auf Bingumer Sand - NLWKN unterstützt Projekt der Naturschutzverbände

Ganz nah dran zu sein am Brut- und Aufzuchtgeschehen an der Tideems, doch ohne zu stören - das soll auf Bingumer Sand künftig möglich sein. Im Zuge des Gemeinschaftsprojektes "Zukunftsperspektive Tideems" von WWF, BUND und NABU ist auch der Einsatz von Webcams vorgesehen. Mitarbeiter der Naturschutzstation hatten die Emsinsel als Standort ausgewählt. Diese bietet mit ihrer außergewöhnlichen Vogeldichte und den vorhandenen alten Pfeilerbauten ideale Möglichkeiten für Kameraziel und Stellplatz.

Am Freitag, den 17.11., einem der ganz wenigen Sonnentage des Monats, trafen sich Mitarbeiter der Station mit IT-Spezialisten vor Ort. Mit tatkräftiger Unterstützung der NLWKN-Kollegen aus Norden setzte man über. Im Bereich der Brücken- und Strompfeiler wurden Standortbedingungen und Installationsmöglichkeiten geprüft und vermessen.
 
Skipper Hartmut Sinning vom NLWKN-Betriebshof Kanalpolder setzt über nach Bingumer Sand.
 
Bei den Vermessungsarbeiten am alten Strommastsockel sind Gummistiefel von Vorteil.
 
Informationsaustausch zwischen Mitarbeitern der Fachfirma „Intermediate Engineering GmbH“ aus Hamburg und Naturschützern
 
Eine Brandgans streicht vorbei.
 
Bei der Ankunft liegt die Anlegestelle am Bingumer Sand noch weitgehend im Trockenen, doch das auflaufende Wasser…
 
…flutet die Uferbereiche in kürzester Zeit, nach getaner Arbeit heißt es daher…
 
…schnell wieder zurück, bevor das Boot mitten im Wasser liegt.

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14.11.2017

Naturschutzstation informiert zum Masterplan bei der Bürgerinitiative „Rettet die Ems“

Am Dienstag, den 07.11. berichtete Stationsmitarbeiter Peter Pauschert auf Einladung der Bürgerinitiative „Rettet die Ems“ zum aktuellen Stand des Masterplan Ems 2050. Zur regulären Mitgliederversammlung der BI, die wie immer in der Gaststätte „Tatort Taraxacum“ in Leer stattfand, hatten sich rund 20 Interessierte eingefunden. Nach dem Lichtbildervortrag, in dem Pauschert das bislang an der Ems Erreichte und die künftigen Maßnahmenschritte vorstellte, entspann sich eine kontroverse und kritische, aber immer faire Diskussion.

 
Peter Pauschert erläutert die im Masterplan Ems 2050 festgelegten Ziele zur Verbesserung der Situation an der Ems sowie erste Erfolge – hier die Maßnahmen zur Fischdurchgängigkeit am Knockster Siel.
 
Im Anschluss an den Vortrag wurden viele kritische Fragen gestellt und diskutiert.

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09.11.2017

LIFE+ Natur Projekt Wiesenvögel – Naturschutzstation unterstützt Umsetzung in Marienchor

Im Vogelschutzgebiet „Rheiderland“ bei Marienchor werden derzeit Flächen als Lebensraum für Wiesenvögel optimiert, hier im Rahmen des EU-LIFE+ Projektes „Wiedervernässung und Grünlandextensivierung für Wachtelkönig und Uferschnepfe in Niedersachsen“.

Niedersachsen ist das wichtigste „Wiesenvogelland“ Deutschlands. Hier brüten hohe Anteile der gesamtdeutschen Brutbestände beispielsweise von Uferschnepfe, Kiebitz, Brachvogel, Rotschenkel, Bekassine und Wachtelkönig. Doch auch in Niedersachsen hat der Bestand stark abgenommen. Ursachen für den Rückgang der Wiesenvögel sind vor allem der agrarstrukturelle Wandel der vergangenen Jahrzehnte sowie die Flächenentwässerung. Denn die meisten Vögel dieser Gruppe benötigen zu Brutbeginn im Frühjahr feuchte und nasse Bereiche – für manche sollten diese zeitweise sogar unter Wasser stehen. Im Sommer wiederum müssen die Flächen für die Landwirte zu bewirtschaften sein - ein zielgenaues Be- und Entwässerungsmanagement ist erforderlich. Solche Bedingungen sollen durch das EU-Life+ Projekt geschaffen bzw. optimiert werden.

Nach Genehmigung durch den Landkreis Leer sind entsprechende Bauarbeiten bei Marienchor in vollem Gange. Anfang August rückten die Bagger aus. Grüppen und Gräben wurden instand gesetzt, neue Überfahrten für den Bewirtschafter geschaffen sowie Verwallungen aufgeschüttet, um keine Nachbarflächen durch die Vernässungsmaßnahmen zu beeinträchtigen. Außerdem werden hier zwei Stauwehre sowie zwei „Windmühlen“ installiert, die den Wasserstand der Flächen regulieren.

Das Teilprojekt im Rheiderland wird geleitet von Martin Wendeburg (NLWKN, Betriebsstelle Brake-Oldenburg), die ökologische Baubegleitung vor Ort hat Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel übernommen. Ausschreibung, technische Überwachung und Abrechnung obliegt den KollegInnen vom Geschäftsbereich „Planung und Bau“ des NLWKN in Aurich, Dienstgebäude Leer.

 
Bereits instand gesetzte und geflutete Grüppe: So soll es im Frühjahr aussehen!
 
Auch die Verwallung ist als Abgrenzung zu Nebenflächen und zur Wasserhaltung bereits fertiggestellt.
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Bau-Ingenieurin Lisa Theermann (NLWKN, Betriebsstelle Aurich) zeigt Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel, wo es lang geht auf der Baustelle.
 
Das erste Windrad, mit dessen Hilfe aus dem angrenzenden Coldeborger Sieltief zugewässert, aber auch entwässert werden kann, ist installiert.

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03.11.2017

Deutsch-niederländische Zusammenarbeit am Grenzpunkt Nieuwe Statenzijl weiter konkretisiert

Bereits im August hatte Peter Pauschert von der Naturschutzstation zusammen mit Kollegen der Masterplan-Geschäftsstelle aus Oldenburg die Mündung der Westerwoldschen Aa am Dollart bereist. Hier befindet sich das Siel- und Schöpfwerk Nieuwe Statenzijl unmittelbar an stark frequentierten Radwanderwegen direkt an der Grenze zwischen dem Rheiderland (Landkreis Leer) in Deutschland und der Provincie Groningen in den Niederlanden. Man hatte sich dort mit Ellen Farwick von der Provincie Groningen getroffen, um an diesem besonderen Ort Möglichkeiten zur gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit auszuloten („Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems“ berichtete am 10.08.2017).

Diese Überlegungen wurden nun vertieft. Frau Farwick, die am niederländischen Gegenstück des Masterplan Ems 2050, dem „Programma Eems Dollard 2050“ mitwirkt, hatte zur Besprechung in die Provincie Groningen eingeladen. Zusammen mit Jorien van der Laan, Mitarbeiterin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit bei der Provincie Groningen, wurden erste Überlegungen für Schautafeln weiter konkretisiert. Schnell war man sich einig darin, beide Programme gemeinsam und zweisprachig darzustellen. Erste graphische Gestaltungsmöglichkeiten wurden besprochen, dabei soll das Emsästuar als zentrales und verbindendes Element herausgestellt und ein gemeinsamer Slogan als Überschrift eingesetzt werden. Als weitere Maßnahmen wurde die Installation von Web-basierten Info-Säulen sowie von Sitzbänken und –tischen diskutiert.

Nun soll die Ausarbeitung konkreter Text- und Bildbausteine erfolgen sowie Finanzierungsfragen geklärt werden. Ziel ist es, bereits ab dem nächsten Frühjahr Naherholungssuchende, Touristen und Radwanderer über die Ems, den Masterplan Ems 2050 und das „Programma Eems Dollard 2050" informieren zu können.

Vor ihrer Abreise hatten die Gäste aus Deutschland Gelegenheit, sich von den niederländischen Kolleginnen das eindrucksvoll renovierte historische Behördenhaus der Provincie Groningen zeigen zu lassen.

 
Besprachen gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, v. l.: Thorsten Kuchta (Geschäftsstelle Masterplan), Peter Pauschert (Naturschutzstation), Ellen Farwick, Jorien van der Laan (Provincie Groningen) und Rosemarie Gortheil (Geschäftsstelle Masterplan)
 
Geplanter Standort (roter Punkt) der Informationstafel am Dollart bei Nieuwe Statenzijl
 
Abschlussfoto im Foyer des Behördenhauses der Provincie Groningen, v. l.: Thorsten Kuchta, Peter Pauschert, Rosemarie Gortheil, Ellen Farwick und Jorien van der Laan
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