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Grundlagen zum Schutz der Vegetation oligotropher Stillgewässer in Nordwestdeutschland

Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen


Heft 22 (1990), 157 S., 118 s/w-Abb., 17 Farbfotos, vergriffen
von Hans-Christoph Vahle

Inhalt
Zusammenfassung
Entstehung und Ziel dieser Arbeit
1 Oligotrophe Stillgewässer und ihre Wasservegetation

1.1 Wasserpflanzen-Wuchsformen
1.2 Wasserpflanzen-Gesellschaften
1.2.1 Gesellschaftsbildung
1.2.2 Darstellung der einzelnen Vegetationsklassen
1.2.3 Vergleich der Vegetationsklassen
1.3 Wasserpflanzen-Gesellschaftskomplexe und Gewässertypen
1.3.1 Vorbemerkungen zur Gewässertypenbildung
FarbbildtafeIn
1.3.2 Beschreibung der oligotrophen Stillgewässertypen
1.4 Vegetation und Trophie der Stillgewässer
1.4.1 Der Gegensatz oligotroph-eutroph
1.4.2 Die besondere Stellung des dystrophen Gewässertyps
1.4.3 Trophie und Pflanzengesellschaften
1.5 Zusammenschau der Gewässertypen
2 Bisherige Veränderungen durch menschliche Einwirkungen
2.1 Oligotrophe Stillgewässer in der historischen Kulturlandschaft
2.1.1 Einwirkungen auf die oligotrophen Stillgewässertypen
2.1.2 Neuschaffung von Gewässertypen
2.2 Heutiger Zustand der nordwestdeutschen oligotrophen Stillgewässertypen
2.2.1 Darstellung der Gewässertypen in ihrem heutigen Gesicht
2.2.2 Oligotrophe Gewässer der lndustrielandschaft
2.2.3 Allgemeine Entwicklungstendenzen
2.3 Oligotrophie fördernde menschliche Einflüsse
3 Zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten
3.1 Die Bedeutung der »Samenbank« des Gewässerbodens
3.2 Entwicklung eines allgemeinen Leitbildes für oligotrophe Gewässer
3.2.1 Schutz vor Beeinträchtigungen
3.2.2 Pflegemaßnahmen
3.2.3 Gewässergestaltung und -instandsetzung
3.3 Entwicklungskonzepte für die einzelnen Gewässertypen
3.3.1 Brachsenkraut-Lobelien-Geestsee
3.3.2 Lobelien-Heideweiher
3.3.3 Sumpfjohanniskraut-Heidemoorweiher
3.3.4 Nadelsimsen-Armleuchteralgen-Flachsee
3.3.7 Wassersellerie-Nadelsimsen-Auengewässer
3.3.8 Strandling-Dünentümpel
3.4 Einbindung in die Kulturlandschaft
Literatur

Zusammenfassung (Auszug) nach oben
Ziel dieser Arbeit ist es, einen wesentlichen Beitrag zum Schutz oligotropher Stillgewässer zu leisten. Dies wird auf zwei Ebenen versucht. Das eine ist die Klärung ökologischer Grundfragen, die so bearbeitet werden, dass sie in konkrete landespflegerische Planungspraxis umgesetzt werden können. Die zweite Ebene besteht darin, dass versucht wird, mit Hilfe der vorliegenden Arbeit ein breites Interesse für die oligotrophen Stillgewässer bei der Bevölkerung zu wecken

So wird im ersten der drei Teile der Dissertation viel Wert auf eine anschauliche, bildreiche Darstellung gelegt. Es werden zunächst die Wuchsformen der verschiedenen Wasserpflanzen vorgeführt. In den folgenden Schritten werden die Gesellschaften der Wasserpflanzen beschrieben, wobei ein besonderes Schwergewicht auf die Gesellschaften der oligotrophen Stillgewässer gelegt wird (Littorelletea, Charetea, Utricularietea intermedio-minoris).

Auf der nächsten Integrationsstufe werden die Gesellschaftskomplexe dargestellt, die aus den gesetzmäßig benachbarten Pflanzengesellschaften aufgebaut sind. Auf der Grundlage solcher Wasser- und Sumpfpflanzen-Gesellschaftskomplexe (Sigmeten, Sigmassoziationen) werden in dieser Arbeit für Nordwestdeutschland 8 verschiedene (natürliche) oligotrophe Stillgewässertypen herausgearbeitet, eingehend beschrieben und in ihrem ökologischen Zusammenhang dargestellt. Diese floristisch und ökologisch klar charakterisierten Gewässertypen sind die Grundlage für die Entwicklung von Leitbildern für Schutz, Pflege und Entwicklung, was später für den letzten Teil der Dissertation wichtig wird.

Der zweite Teil der Dissertation ist den menschlichen Veränderungen der oligotrophen Gewässer gewidmet. Dabei wird herausgestellt, dass der Mensch in der historischen Kulturlandschaft nicht nur zerstörend, sondern auch fördernd auf die oligotrophen Stillgewässer eingewirkt hat. In vielen Fällen sind sogar die oligotrophen Stillgewässer ohne die umgebende, vom Menschen gestaltete Landschaft gar nicht zu verstehen. Durch die Landeskultur entstanden auch neue Gewässer (Fischteiche, Stauteiche, Sand- und Lehmgruben), wodurch die oligotraphente Wasservegetation ihren Lebensraum beträchtlich ausweiten konnte.

In dem Abschnitt über die heutige Situation werden Entwicklungsreihen für einzelne Gewässertypen bis heute verfolgt, indem historische und aktuelle topographische Karten miteinander verglichen werden. Danach werden mehrere ehemals oligotrophe Stillgewässer untersucht und die im Gelände zu beobachtenden Phänomene möglichst genau dargestellt.

Als Ergebnis des Kapitels über die bisherigen Veränderungen oligotropher Stillgewässer durch menschliche Einwirkungen kann festgehalten werden, dass nach einer oligotrophe Verhältnisse fördernden Phase in der historischen Kulturlandschaft die Zeit des zwanzigsten Jahrhunderts in dieser Beziehung als Zerstörungsphase angesehen werden muss.

Aus den Erkenntnissen der vorangehenden Grundlagenteile wird nun ein allgemeines Leitbild für nordwestdeutsche oligotrophe Stillgewässer entwickelt. Die Lebensbedingungen dieses Idealtyps werden eingehend beschrieben. Auf das allgemeine Leitbild folgen zwei weitere Konkretisierungsstufen. Die erste beschreibt die »speziellen Leitbilder« der jeweiligen, im Grundlagenteil behandelten Gewässertypen, die zweite führt zu konkreten Planungsbeispielen.
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oligotrophe Stillgewässer  
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Naturschutzinformation

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover
Tel: +49 (0)511 / 3034-3305
Fax: +49 (0)511 / 3034-3501

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