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Rote Listen

Rote Listen sind Verzeichnisse ausgestorbener, verschollener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Sie

  • dienen der Information der Öffentlichkeit über die Gefährdungssituation der Arten und Biotope,
  • sind eine Argumentationshilfe für raum- und umweltrelevante Planungen,
  • zeigen Handlungsbedarf im Naturschutz auf,
  • sind Datenquelle für gesetzgeberische Maßnahmen und nationale Rote Listen,
  • zeigen weiteren Forschungsbedarf auf.

Der NLWKN ist als Fachbehörde für Naturschutz gem. § 33 NAGBNatSchG für die Erstellung der Roten Listen zuständig (Runderlass des MU "Aufgaben der Fachbehörde für Naturschutz", Pkt. 1.3.1.c). Die offiziellen Roten Listen werden vom NLWKN herausgegeben und erscheinen in der Regel im Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen.

Von den rund 40.000 Tier- und Pflanzenarten Niedersachsens sind ca. 11.000 Arten, also etwa ein Viertel, in Roten Listen hinsichtlich ihrer Gefährdung bewertet. Die Gefährdungssituation ist bei den verschiedenen Artengruppen sehr unterschiedlich (z. B. 18 % bei den Wanzen und 90 % bei den Armleuchteralgen). Von allen untersuchten Arten sind inzwischen 45% als gefährdet eingestuft.

Es liegen zur Zeit Rote Listen für 22 Artengruppen vor. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Gefährdung der einzelnen Artengruppen (Stand: 01.04.2016).

Titelbild, Inhalt und Zusammenfassung der einzelnen Roten Listen finden Sie hier.

Artengruppe Zahl der Arten / Sippen gefähr- det % davon ausge-storben % Stand der Roten Liste
Tierarten





Säugetiere 1) 71 47 66 % 8 11 % 1991
Brutvögel 212 92
43 % 14 7 % 2015
Kriechtiere 2) 7 5 71 % 1 14 % 2013
Lurche 19 11 58 % 0 0 % 2013
Fische, Rundmäuler,
Krebse 3)
55 29 53 % 6 11 % 2008
Libellen 68 31 46 % 0 0 % 2007
Heuschrecken 4) 49 28 57 % 4 8 % 2005
Großschmetterlinge 5) 1.033 599 58 % 77 7 % 2004
Wasserkäfer 327 175 54 % 24 7 % 1996
Sandlaufkäfer und Laufkäfer 405 203 50 % 18 4 % 2002
Eintagsfliegen 71 40 56 % 2 3 % 2000
Steinfliegen 57 28 49 % 10 18 % 2000
Köcherfliegen 205 109 53 % 8 4 % 2000
Wildbienen 341 212 62 % 46 13 % 2002
Schwebfliegen 317 67 21 % 14 4 % 1997
Wanzen 659 116 18 % 6 1 % 1998
Webspinnen 675 288 43 % 11 2 % 2004
Pflanzenarten





Farn- und Blütenpflanzen 2.022 806 40 % 110 5 % 2004
Moose 758 431 57 % 60 8 % 2011
Großpilze 6) 2.900 1.082 37 % 22 1 % 1995
Armleuchteralgen 21 19 90 % 7 33 % 1990
Flechten 992 628 63 % 203 20 % 2010
Summe aller bisher bewerteten Arten 11.264 5.054 45 % 652 6 %
1) Unberücksichtigt blieben weltweit ausgestorbene Arten, Ausnahmeerscheinungen und Aussetzungen oder aufgrund von Aussetzungen eingewanderte Arten.
2) ohne eingebürgerte Arten
3) Entwurf, ohne eingebürgerte Arten, ohne Meeresarten, Erstellung durch LAVES (Dez. Binnenfischerei)
4) nur bodenständige Arten, ohne synanthrope (nur in menschlichen Siedlungen lebende) Arten
5) nur bodenständige Arten
6) bisher keine fundierte Gesamtartenliste; deshalb nur vorläufige Zahlenangaben
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Annemarie Schacherer

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Betriebsstelle Hannover-Hildesheim
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover
Tel: +49 (0)511 / 3034-3219
Fax: +49 (0)511 / 3034-3501

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