NLWKN klar

Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

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14.11.2017

Naturschutzstation informiert zum Masterplan bei der Bürgerinitiative „Rettet die Ems"

Am Dienstag, den 07.11. berichtete Stationsmitarbeiter Peter Pauschert auf Einladung der Bürgerinitiative „Rettet die Ems" zum aktuellen Stand des Masterplan Ems 2050. Zur regulären Mitgliederversammlung der BI, die wie immer in der Gaststätte „Tatort Taraxacum" in Leer stattfand, hatten sich rund 20 Interessierte eingefunden. Nach dem Lichtbildervortrag, in dem Pauschert das bislang an der Ems Erreichte und die künftigen Maßnahmenschritte vorstellte, entspann sich eine kontroverse und kritische, aber immer faire Diskussion.

 
Peter Pauschert erläutert die im Masterplan Ems 2050 festgelegten Ziele zur Verbesserung der Situation an der Ems sowie erste Erfolge – hier die Maßnahmen zur Fischdurchgängigkeit am Knockster Siel.
 
Im Anschluss an den Vortrag wurden viele kritische Fragen gestellt und diskutiert.

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09.11.2017

LIFE+ Natur Projekt Wiesenvögel - Naturschutzstation unterstützt Umsetzung in Marienchor

Im Vogelschutzgebiet „Rheiderland" bei Marienchor werden derzeit Flächen als Lebensraum für Wiesenvögel optimiert, hier im Rahmen des EU-LIFE+ Projektes „Wiedervernässung und Grünlandextensivierung für Wachtelkönig und Uferschnepfe in Niedersachsen".

Niedersachsen ist das wichtigste „Wiesenvogelland" Deutschlands. Hier brüten hohe Anteile der gesamtdeutschen Brutbestände beispielsweise von Uferschnepfe, Kiebitz, Brachvogel, Rotschenkel, Bekassine und Wachtelkönig. Doch auch in Niedersachsen hat der Bestand stark abgenommen. Ursachen für den Rückgang der Wiesenvögel sind vor allem der agrarstrukturelle Wandel der vergangenen Jahrzehnte sowie die Flächenentwässerung. Denn die meisten Vögel dieser Gruppe benötigen zu Brutbeginn im Frühjahr feuchte und nasse Bereiche - für manche sollten diese zeitweise sogar unter Wasser stehen. Im Sommer wiederum müssen die Flächen für die Landwirte zu bewirtschaften sein - ein zielgenaues Be- und Entwässerungsmanagement ist erforderlich. Solche Bedingungen sollen durch das EU-Life+ Projekt geschaffen bzw. optimiert werden.

Nach Genehmigung durch den Landkreis Leer sind entsprechende Bauarbeiten bei Marienchor in vollem Gange. Anfang August rückten die Bagger aus. Grüppen und Gräben wurden instand gesetzt, neue Überfahrten für den Bewirtschafter geschaffen sowie Verwallungen aufgeschüttet, um keine Nachbarflächen durch die Vernässungsmaßnahmen zu beeinträchtigen. Außerdem werden hier zwei Stauwehre sowie zwei „Windmühlen" installiert, die den Wasserstand der Flächen regulieren.

Das Teilprojekt im Rheiderland wird geleitet von Martin Wendeburg (NLWKN, Betriebsstelle Brake-Oldenburg), die ökologische Baubegleitung vor Ort hat Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel übernommen. Ausschreibung, technische Überwachung und Abrechnung obliegt den KollegInnen vom Geschäftsbereich „Planung und Bau" des NLWKN in Aurich, Dienstgebäude Leer.

 
Bereits instand gesetzte und geflutete Grüppe: So soll es im Frühjahr aussehen!
 
Auch die Verwallung ist als Abgrenzung zu Nebenflächen und zur Wasserhaltung bereits fertiggestellt.
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Bau-Ingenieurin Lisa Theermann (NLWKN, Betriebsstelle Aurich) zeigt Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel, wo es lang geht auf der Baustelle.
 
Das erste Windrad, mit dessen Hilfe aus dem angrenzenden Coldeborger Sieltief zugewässert, aber auch entwässert werden kann, ist installiert.

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03.11.2017

Deutsch-niederländische Zusammenarbeit am Grenzpunkt Nieuwe Statenzijl weiter konkretisiert

Bereits im August hatte Peter Pauschert von der Naturschutzstation zusammen mit Kollegen der Masterplan-Geschäftsstelle aus Oldenburg die Mündung der Westerwoldschen Aa am Dollart bereist. Hier befindet sich das Siel- und Schöpfwerk Nieuwe Statenzijl unmittelbar an stark frequentierten Radwanderwegen direkt an der Grenze zwischen dem Rheiderland (Landkreis Leer) in Deutschland und der Provincie Groningen in den Niederlanden. Man hatte sich dort mit Ellen Farwick von der Provincie Groningen getroffen, um an diesem besonderen Ort Möglichkeiten zur gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit auszuloten („Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems" berichtete am 10.08.2017).

Diese Überlegungen wurden nun vertieft. Frau Farwick, die am niederländischen Gegenstück des Masterplan Ems 2050, dem „Programma Eems Dollard 2050" mitwirkt, hatte zur Besprechung in die Provincie Groningen eingeladen. Zusammen mit Jorien van der Laan, Mitarbeiterin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit bei der Provincie Groningen, wurden erste Überlegungen für Schautafeln weiter konkretisiert. Schnell war man sich einig darin, beide Programme gemeinsam und zweisprachig darzustellen. Erste graphische Gestaltungsmöglichkeiten wurden besprochen, dabei soll das Emsästuar als zentrales und verbindendes Element herausgestellt und ein gemeinsamer Slogan als Überschrift eingesetzt werden. Als weitere Maßnahmen wurde die Installation von Web-basierten Info-Säulen sowie von Sitzbänken und -tischen diskutiert.

Nun soll die Ausarbeitung konkreter Text- und Bildbausteine erfolgen sowie Finanzierungsfragen geklärt werden. Ziel ist es, bereits ab dem nächsten Frühjahr Naherholungssuchende, Touristen und Radwanderer über die Ems, den Masterplan Ems 2050 und das „Programma Eems Dollard 2050" informieren zu können.

Vor ihrer Abreise hatten die Gäste aus Deutschland Gelegenheit, sich von den niederländischen Kolleginnen das eindrucksvoll renovierte historische Behördenhaus der Provincie Groningen zeigen zu lassen.

 
Besprachen gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, v. l.: Thorsten Kuchta (Geschäftsstelle Masterplan), Peter Pauschert (Naturschutzstation), Ellen Farwick, Jorien van der Laan (Provincie Groningen) und Rosemarie Gortheil (Geschäftsstelle Masterplan)
 
Geplanter Standort (roter Punkt) der Informationstafel am Dollart bei Nieuwe Statenzijl
 
Abschlussfoto im Foyer des Behördenhauses der Provincie Groningen, v. l.: Thorsten Kuchta, Peter Pauschert, Rosemarie Gortheil, Ellen Farwick und Jorien van der Laan

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26.10.2017

Naturschutzstation beim Steuerungsausschuss Flächenmanagement

Unter Vorsitz des Amtes für regionale Landesentwicklung Weser-Ems traf sich der Steuerungsausschuss Flächenmanagement, ein Arbeitskreis des Masterplan Ems, am Dienstagnachmittag zur Sitzung in den Räumlichkeiten des Emssperrwerks bei Gandersum.

Der Steuerungsausschuss Flächenmanagement wurde eingerichtet, um regionale Interessen bei der Beschaffung von Masterplan-Flächen zu berücksichtigten. Der Ausschuss setzt sich aus Vertretern der Landkreise Aurich, Leer, Emsland sowie der Stadt Emden, der drei am Masterplan beteiligten Umweltverbände, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, des NLWKN, der Wasser- und Bodenverbände bzw. Deichbände sowie aus regionalen Vertretern landwirtschaftlicher Interessenverbände zusammen.

Zu dieser Sitzung war Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel eingeladen, um den aktuellen Stand der Masterplan-Wiesenvogel-Projekte „Großes Meer/Bedekaspeler Marsch", „Rhede/Flaar" und „Brualer Hammrich" darzustellen und offene Fragen des Ausschusses zu beantworten.

Von den 200 Hektar, die im Rahmen des Masterplan Ems bis 2050 für den Wiesenvogelschutz erworben werden sollen, konnten in den oben genannten Bereichen bis heute schon ca. 50 ha angekauft werden. Hier sollen die Lebensbedingungen für Wiesenvögel wie Kiebitz, Uferschnepfe oder Bekassine verbessert werden. Damit wird für diese bedrohten Arten ein Ausgleich für mögliche Lebensraumverluste im Zuge der Wiederherstellung von Überschwemmungsräumen an der Ems - die ebenfalls Teil des Masterplans sind - geschaffen werden.

Im Anschluss an die Sitzung hatten die Ausschussmitglieder Gelegenheit, sich am Emssperrwerk Technik und Funktion der flexiblen Tidesteuerung, die im Rahmen des Masterplans Ems zur Verminderung der Schlickbelastung geplant ist, erläutern zu lassen.

 
Der Steuerungsausschuss Flächenmanagement unter Vorsitz von Talke Hinrichs-Fehrendt, ARL Weser-Ems (ganz rechts) tagte im Sitzungsraum des Emssperrwerkes.
 
Reinhard Backer, zuständiger Dezernent der NLWKN-Betriebsstelle Aurich (hinten rechts), erläutert nach der Sitzung die geplante flexible Tidesteuerung „auf der Brücke“, also in der Steuerungszentrale des Emssperrwerkes …
 
…wie auch anhand der Hydraulikleitungen im Inneren des Bauwerks.
 
Der Steuerungsausschuss Flächenmanagement an der Haupt-Schifffahrtsöffnung des Emsssperrwerkes

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19.10.2017

Regionales Wildpflanzensaatgut für Wiesenvogelflächen

Im Rahmen des Masterplan-Ems 2050 werden in verschiedenen binnendeichs gelegenen Zielgebieten entlang der Ems Flächen als Lebensraum für Wiesenvögel wie Kiebitz und Uferschnepfe optimiert, so auch zwischen der Ortschaft Rhede (Ems) und dem Flaarsee. Dies geschieht als Ausgleich für mögliche Verluste von Wiesen und Weiden mit Bedeutung für Wiesenvögel bei der gewünschten Entwicklung von ästuartypischen Lebensräumen an der Ems, wie z. B. Prielsysteme, Röhrichte und Auengehölze, die nicht von Wiesenvögeln besiedelt werden. Einige Flächen in Rhede/Flaar müssen hierfür unter anderem erst für die zukünftige extensive Grünlandbewirtschaftung vorbereitet werden.

So erfolgte Anfang September 2017 die Einsaat einer etwa 4 ha großen ehemaligen Ackerfläche mit Saatgut aus zertifizierten, regionalen Wild- bzw. Vermehrungsbeständen in standortheimischer Artenzusammensetzung. Durch dieses Saatgut kann sich, im Gegensatz zu Regelsaatgutmischungen, artenreiches Extensivgrünland rasch etablieren - wichtig angesichts der besonderen naturschutzfachlichen Zweckbestimmung der Flächen.

Im Rahmen dieses Projekts bereiste Lola Scholz, Praktikantin der Naturschutzstation Ems, am Montagmorgen das Gebiet bei Rhede und dokumentierte die Entwicklung der Einsaatfläche. Nach genauer Begutachtung vor Ort und Auswertung der Fotoaufnahmen im Büro konnte die Ansaat bislang als erfolgreich eingestuft werden.

 
Im groben Überblick sieht die eingesäte Fläche schon gleichmäßig bewachsen aus, aber…
 
…erst im Detail erkennt man Unterschiede: Während die Saatreihen auf dem Großteil der Fläche dicht aufgelaufen sind,…
 
…gibt es einige Bereiche, die eher spärlich bewachsen sind.
 
Insgesamt ist die Maßnahme aber sehr gut gelungen, wie man hier an den sprießenden Gräserreihen sehen kann. Beigemischte Kräuter, wie Wiesenmargarite und Hornklee, die zum Teil erst im nächsten Jahr keimen, sind noch unterrepräsentiert.

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05.10.2017

Emsreportage: Fischzählung am Aper Tief - unterwegs mit Dipl.-Ökologe Friedrich Hehmann

Freitagmorgen, Nebel liegt über dem Aper Tief bei Augustfehn, wo wir uns mit Friedrich Hehmann, Fischexperte aus Osnabrück und seinen Mitarbeitern treffen. Bereits am Tag zuvor hatte das dreiköpfige Team mit der Untersuchung des Fischbestands am Aper Tief begonnen, heute stehen weitere Flussabschnitte an. Die Erhebungen dienen der Überprüfungeiner außergewöhnlichen Naturschutzmaßnahme, die hier im Auftrag des Leda-Jümme-Verbandes von den Leeraner Kollegen im NLWKN geplant und umgesetzt wurde: Im Jahr 2012 hatte man den Deich bei Vreschen Bokel zurückverlegt, seither bieten ca. 40 Hektar neue Überschwemmungsfläche Fortpflanzungs- und Nahrungsbiotop für eine Vielzahl von Tieren.

Die spannende Frage nun: Lässt sich ein positiver Einfluss der Rückdeichung auch auf Gewässerabschnitte ober- und unterhalb nachweisen? Friedrich Hehmann erklärt uns das Funktionsprinzip der Elektrobefischung. Dabei wird mittels eines mobilen Stromaggregats Gleichstrom durch das Wasser geleitet. Die in das elektrische Feld geratenen Fische flüchten vor der Kathode, die einen scheuchenden Effekt hat, in Richtung Fangkescher, der als Anode fungiert. Geraten Fische vor den Fangkescher wird der Strom abgeschaltet und die Fische aus dem Wasser geborgen. Im Anschluss an Artbestimmung und Aufnahme werden die Tiere wieder unbeschadet ins Gewässer entlassen.

Das „Untersuchungsschiff", mit dem die Crew - Ökologe Friedrich Hehmann, Biologin Angelika Rohde und Steuermann Nyoman Sudarda - unterwegs ist, besteht aus zwei Kanus mit Stufenheck, die miteinander verbunden eine Art Katamaran bilden. Zwischen einem großen wassergefüllten Fischbehälter, dem Stromgenerator, Keschern und diversen anderen Hilfsmitteln finden die drei ihr Plätzchen und legen ab.

Wir bleiben an Land, schauen dem Gefährt vom Deich aus nach. Links fließt das Aper Tief mit dem Flutstrom flussaufwärts, rechts erstreckt sich die weite Wasserfläche der Rückdeichung. Nach ca. 200 m Fahrt wendet das Boot, die Befischung beginnt. Gegen die Strömung bewegt es sich am Ufer entlang langsam auf uns zu. Während die Kollegin weiter von Bord arbeitet, springt Hehmann mit Wathose ins Wasser und durchkämmt die Uferzone mit seinem Kescher. Der Steuermann hält Kurs am Außenborder, bedient gleichzeitig aber auch den Generator. Fisch im Netz heißt „Strom aus!", dabei haben die Biologen Mühe, den Lärm der Motoren zu übertönen.

Nach Beendigung der Probestrecke legt das Boot an, jetzt werden die gefangenen Fische bestimmt, gemessen und vermerkt. Neben einem kapitalen Zander werden drei Flundern, zwei Güster, zwei Sandgrundeln und ein Neunstachliger Stichling protokolliert. Ein eher mageres Ergebnis, stellt Hehmann fest, und hier wohl dem naturfernen Ausbauzustand des Flusses mit seinen steilen, versteinten Ufern geschuldet. Für uns jedoch allemal interessant, wie fern von Watt und Emsmündung sich typische Küstenbewohner wie Flunder, Sandgrundel und Co.in diesen Tidegewässern finden!

Wir verabschieden uns und die Wissenschaftler tuckern weiter zur nächsten Probestrecke. Es ist windstill, die Sonne dringt langsam durch den Hochnebel und lässt die Wasserflächen in der Rückdeichung silbrig schimmern. Ein Kormoran überfliegt uns Richtung Westen, zur Ems. Wir folgen ihm, zurück zur Station in Leer.



Das Aper Tief (links) im Bereich der Rückdeichung bei Vreschen-Bokel, links der Reststummel der alten Deichlinie  
Das Aper Tief (links) im Bereich der Rückdeichung bei Vreschen-Bokel, links der Reststummel der alten Deichlinie
Im flachen Wasser steigt Friedrich Hehmann aus, um den Grund besser abfischen zu können.  
Im flachen Wasser steigt Friedrich Hehmann aus, um den Grund besser abfischen zu können.
Das Befischen des Gewässerrandes erfolgt vom Boot aus. Gummihandschuhe und Wathosen schützen vor Stromschlag.  
Das Befischen des Gewässerrandes erfolgt vom Boot aus. Gummihandschuhe und Wathosen schützen vor Stromschlag.
Angelika ist ein stattlicher Zander ins Netz gegangen, ein ursprünglich aus dem Donaugebiet stammender Raubfisch.  
Angelika ist ein stattlicher Zander ins Netz gegangen, ein ursprünglich aus dem Donaugebiet stammender Raubfisch.
Ein Grünfrosch wird als „Beifang“ ebenfalls protokolliert.  
Ein Grünfrosch wird als „Beifang“ ebenfalls protokolliert.
Zwei kleine Güster, eine Weißfischart, die in diesem Jugendstadium nur schwer vom verwandten Brassen zu unterscheiden ist.  
Zwei kleine Güster, eine Weißfischart, die in diesem Jugendstadium nur schwer vom verwandten Brassen zu unterscheiden ist.
Auch die gefangene Wollhandkrabbe wird vermessen.  
Auch die gefangene Wollhandkrabbe wird vermessen.
Die Flunder, Fisch des Jahres 2017. Ein seltsamer Tier, wenn man bedenkt, dass dies die eine und…  
Die Flunder, Fisch des Jahres 2017. Ein seltsamer Tier, wenn man bedenkt, dass dies die eine und…
…das die andere Seite des Fisches ist – und nicht „unten“ und „oben“! Im Laufe ihrer Entwicklung „wandern“ die Augen auf eine Körperseite. Auf sandigem Grund verschmilzt der Plattfisch so mit seiner Umgebung.  
…das die andere Seite des Fisches ist – und nicht „unten“ und „oben“! Im Laufe ihrer Entwicklung „wandern“ die Augen auf eine Körperseite. Auf sandigem Grund verschmilzt der Plattfisch so mit seiner Umgebung.
Die Strandgrundel, ein typischer Fisch aus den Brackwasserzonen des Emsästuars, findet sich auch in Tide-beeinflussten Süßwasserbereichen der Nebengewässer.  
Die Strandgrundel, ein typischer Fisch aus den Brackwasserzonen des Emsästuars, findet sich auch in Tide-beeinflussten Süßwasserbereichen der Nebengewässer.

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28.09.2017

Neue Lebensräume für Wiesenvögel am Großen Meer

Im Masterplan-Projekt „Wiesenvogellebensräume Bedekaspeler Marsch" werden rund 37 ha Grünland westlich des Großen Meeres zunächst extensiviert. Im nächsten Schritt sollen Teile dieser Flächen periodisch vernässt werden, um Wiesenvögeln, wie z. B. dem Kiebitz, bessere Brut- und Nahrungsbedingungen zu bieten.

Anlässlich dieses Vorhabens traf sich am Dienstagnachmittag Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel mit Vertretern des Landkreises Aurich zu einem Gespräch am Behördenhaus in Georgsheil. Den Mitarbeitern der Unteren Wasser- sowie der Unteren Naturschutzbehörde Aurichs stellte Pegel zunächst Ziele und angedachte Maßnahmen auf den Flächen vor. Im Anschluss wurden weitere Vorschläge, aber auch Bedenken der Behördenvertreter offen diskutiert. Insbesondere die künftigen Eigentumsverhältnisse sowie mögliche Auswirkungen von Wasserbaumaßnahmen auf Umwelt und landwirtschaftliche Nutzung wurden besprochen.

Lage der Projektflächen „Wiesenvogellebensräume Bedekaspeler Marsch“  
Lage der Projektflächen „Wiesenvogellebensräume Bedekaspeler Marsch“
Die Flächen werden derzeit noch landwirtschaftlich intensiv genutzt, im Rahmen des Projektes dann extensiviert…  
Die Flächen werden derzeit noch landwirtschaftlich intensiv genutzt, im Rahmen des Projektes dann extensiviert,…
…aber die Beweidung mit Weidetieren ist weiterhin möglich und erwünscht. Die Tiere halten die Flächen offen, kurzrasig und sorgen mit ihrem Dung für insektenreiche Verhältnisse – wichtige Rahmenbedingungen für effektiven Wiesenvogelschutz.  
…aber die Beweidung mit Weidetieren ist weiterhin möglich und erwünscht. Die Tiere halten die Flächen offen, kurzrasig und sorgen mit ihrem Dung für insektenreiche Verhältnisse – wichtige Rahmenbedingungen für effektiven Wiesenvogelschutz.
Ein bereits bestehender Wall trennt das Projektgebiet vom Marscher Tief, welches von den Flächenvernässungen nicht beeinflusst wird.  
Ein bereits bestehender Wall trennt das Projektgebiet vom Marscher Tief, welches von den Flächenvernässungen nicht beeinflusst wird.

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20.09.2017

Der Weidenbohrer (Cossus cossus), ein typischer Bewohner der Auwälder an der Ems

Zufallsbeobachtung: Bei einem mittäglichen Spaziergang im Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiet Windelkampsweg in Leer „lief" den Mitarbeitern der Naturschutzstation eine stattliche, gut sieben Zentimeter lange Raupe über den Weg. Es handelte sich um eine ausgewachsene Larve des Weidenbohrers auf ihrem Weg zum Überwinterungs- und Verpuppungsort. Die beidseits des Weges stehenden alten Kopfweiden bieten dieser Nachtfalterart zusagende Lebensräume, im vergangenen Jahr wurde in der Nähe bereits eine leere Puppenhülle gefunden (siehe Abbildung).

Falter des Weidenbohrers wurden an der Ems heuer auch in Tidewäldern entlang der Ems festgestellt, die Art scheint hier weit verbreitet. Der Falter fliegt in den Sommermonaten, nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier bevorzugt an der Rinde von Weiden ab. Die geschlüpften Räupchen fressen sich zunächst durch die weiche Rinde, später auch in das Kernholz der Bäume. Nach mehreren Überwinterungen gräbt sich die erwachsene Larve in der Regel im Boden ein und verpuppt sich im Frühjahr, um nach der Metamorphose im Frühsommer als Falter zu schlüpfen.

Der Weidenbohrer ist ein recht großer Nachtfalter, typisch sind die feinen schwarzen, grauen und weißen Streifenmuster der Flügel; hier ein bei Rysum beobachtetes Tier.  
Der Weidenbohrer ist ein recht großer Nachtfalter, typisch sind die feinen schwarzen, grauen und weißen Streifenmuster der Flügel; hier ein bei Rysum beobachtetes Tier.
Die große Raupe des Weidenbohrers wurde an einem Weg im Landschaftsschutzgebiet Windelkampsweg bei Leer entdeckt,…  
Die große Raupe des Weidenbohrers wurde an einem Weg im Landschaftsschutzgebiet Windelkampsweg bei Leer entdeckt,…
… hier fand sich im letzten Jahr auch eine leere Puppenhülle, eine sogenannte Exuvie.  
… hier fand sich im letzten Jahr auch eine leere Puppenhülle, eine sogenannte Exuvie.
Typisches Merkmal der Weidenbohrer-Exuvie sind die schwarzen Zahnkränze.  
Typisches Merkmal der Weidenbohrer-Exuvie sind die schwarzen Zahnkränze.

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14.09.2017

Bauarbeiten am Petkumer Deichvorland liegen trotz Wetterkapriolen noch im Zeitplan

Trotz schwieriger Bedingungen im unmittelbaren Tidebereich kommen die Instandsetzungsarbeiten am Petkumer Siel gut voran. Der parallel zur Außenmuhde verlaufende Weg, der als einziger Zugang für das Weidevieh dient, war durch abgängige Befestigungen und Kolke nahezu unpassierbar geworden. Die extensive Beweidung der Naturschutzflächen ist aber eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt der überaus reichen Vogelfauna des Gebietes. Bis Anfang Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Trotz mehreren Unterbrechungen, die Sturm und Gewitter, Tide-Hochwasser und Dauerregen erzwangen, ist Bauingenieurin Ulrike Hessing von der Betriebsstelle Norden noch optimistisch, dass die Arbeiten wie vereinbart Anfang Oktober fertiggestellt werden können. Die Projektleitung der Naturschutzmaßnahme liegt bei der Betriebsstelle Oldenburg, die Naturschutzstation Ems leistet die ökologische Baubegleitung in diesem sensiblen Gebiet.

Um Bagger und Material zum Einsatzort bringen zu können, musste zunächst eine provisorische Fahrstraße angelegt werden.  
Um Bagger und Material zum Einsatzort bringen zu können, musste zunächst eine provisorische Fahrstraße angelegt werden.
Während der Materialtransporte musste der in dieser Jahreszeit eigentlich für Erholungssuchende freigegebene Weg kurzzeitig gesperrt werden. Ein angebrachter Umleitungshinweis sowie Info-Flyer helfen weiter.  
Während der Materialtransporte musste der in dieser Jahreszeit eigentlich für Erholungssuchende freigegebene Weg kurzzeitig gesperrt werden. Ein angebrachter Umleitungshinweis sowie Info-Flyer helfen weiter.
Am wasserseitigen Fuß der Wegböschung wird zunächst eine Pfahlreihe gedrückt,…  
Am wasserseitigen Fuß der Wegböschung wird zunächst eine Pfahlreihe gedrückt,…
…der Boden glatt gezogen…  
…der Boden glatt gezogen…
… und über einem Geotextil Steindeckwerk aufgebracht.  
… und über einem Geotextil Steindeckwerk aufgebracht.
Land unter am Petkumer Deichvorland. Nach der ersten Sturmflut der Saison…  
Land unter am Petkumer Deichvorland. Nach der ersten Sturmflut der Saison…
… steht die Baustelle am 14.09.2017 vorübergehend still.  
… steht die Baustelle am 14.09.2017 vorübergehend still.
Die Baumaßnahme stellt die extensive Beweidung des Vorlandes sicher. Dies ist Voraussetzung für den Erhalt einer einzigartigen Vogelwelt, unter anderem einer großen Brutkolonie von Säbelschnäblern.  
Die Baumaßnahme stellt die extensive Beweidung des Vorlandes sicher. Dies ist Voraussetzung für den Erhalt einer einzigartigen Vogelwelt, unter anderem einer großen Brutkolonie von Säbelschnäblern.

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11.09.2017

Botaniker treffen sich zum Kartieren an der Unterems

Am Sonntagmorgen, den 03. September trafen sich 15 Pflanzenkundler aus ganz Niedersachsen am Gebäude der künftigen Naturschutzstation Ems am Sauteler Siel in Terborg. Die ehrenamtlichen und professionellen Botaniker folgten einer Einladung der Hannoveraner Kollegen vom Geschäftsbereich Landesweiter Naturschutz. Diese veranstalten alljährlich mehrere Exkursionen in floristisch besonders interessante Gebiete Niedersachsens. Das letzte Kartierertreffen dieses Jahres hatte nun die Brackwasser-Salzwiesen an der Unterems zum Ziel. Zunächst ging es auf die linke Emsseite ins Midlumer Deichvorland. Schön ausgeprägt fanden sich hier die typischen, extensiv beweideten Brackwasser-Flutrasen und -Salzwiesen der Flussmündungen. Nach einer Mittagspause wurden dann „die Seiten gewechselt": Im Petkumer Deichvorland auf der rechten Emsseite untersuchte die Gruppe die ausgedehnten Salzwiesen zwischen Deich und Uferkante.

Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich das Naturschutzgebiet „Unterems" in spätsommerlichem Glanz. Dieser Eindruck sowie viele interessante Pflanzenfunde in den speziellen, von Überflutung und Salz geprägten Lebensräumen führten am Ende des Tages zu einer durchweg positiven Resonanz aller Exkursionsteilnehmer. Auch die Organisatoren, Dr. Annemarie Schacherer und Dr. Thomas Täuber aus Hannover, freuten sich über die gelungene Veranstaltung und dankten den Mitarbeitern der Naturschutzstation für ihre Unterstützung bei Planung und Logistik vor Ort.

Trafen sich am Sonntagmorgen am Gebäude der zukünftigen Naturschutzstation Ems: Pflanzenkartierer und -kartiererinnen aus ganz Niedersachsen  
Trafen sich am Sonntagmorgen am Gebäude der zukünftigen Naturschutzstation Ems: Pflanzenkartierer und -kartiererinnen aus ganz Niedersachsen
Kartiergruppe im weitläufigen Midlumer Deichvorland  
Kartiergruppe im weitläufigen Midlumer Deichvorland
Bereits am Midlumer Deich fanden sich interessante Pflanzenarten. Hier erläutert Dr. Annemarie Schacherer typische Merkmale von Carex otrubae (Falsche Fuchs-Segge).  
Bereits am Midlumer Deich fanden sich interessante Pflanzenarten. Hier erläutert Dr. Annemarie Schacherer typische Merkmale von Carex otrubae (Falsche Fuchs-Segge).
Bei den manchmal unscheinbaren Pflanzen der Salzwiesen gilt es genau hinzuschauen.  
Bei den manchmal unscheinbaren Pflanzen der Salzwiesen gilt es genau hinzuschauen.
Nasse Salzwiesen mit kleinen Tümpeln im Petkumer Deichvorland  
Nasse Salzwiesen mit kleinen Tümpeln im Petkumer Deichvorland
Zartviolette Strandastern und gelbe Laugenblumen bilden bunte Farbtupfer im satten Grün.  
Zartviolette Strandastern und gelbe Laugenblumen bilden bunte Farbtupfer im satten Grün.
Ein Grünschenkel rastet auf dem Zug von seinen Brutplätzen im hohen Norden zu den afrikanischen Überwinterungsgebieten im Petkumer Deichvorland.  
Ein Grünschenkel rastet auf dem Zug von seinen Brutplätzen im hohen Norden zu den afrikanischen Überwinterungsgebieten im Petkumer Deichvorland.
In den bultigen Brackwasserwiesen ist Trittsicherheit gefragt.  
In den bultigen Brackwasserwiesen ist Trittsicherheit gefragt.
Zufallsfund: Ein sogenannter „Drifter“, ein Holzstück, das für eine Studie zur Verteilung von Meeresabfällen von der Uni Oldenburg ausgebracht wurde, fand sich zur Überraschung einer teilnehmenden Kartiererin – und Mitarbeiterin der Uni-Studie!  
Zufallsfund: Ein sogenannter „Drifter“, ein Holzstück, das für eine Studie zur Verteilung von Meeresabfällen von der Uni Oldenburg ausgebracht wurde, fand sich zur Überraschung einer teilnehmenden Kartiererin – und Mitarbeiterin der Uni-Studie!
Verzahnung von Röhrichten und Brackwasserwatt – typische Lebensräume an der Unterems  
Verzahnung von Röhrichten und Brackwasserwatt – typische Lebensräume an der Unterems

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