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Ziegen helfen bei Biotopentwicklung auf Ex-Sprengplatz „Zweiberge“

NLWKN veranlasste mit EU-Mitteln den Bau eines festen Zauns für die Tiere


  Bildrechte: Foto: Michael Steven
Knoblauchkröte (Foto: Michael Steven)

Friedeburg-Marx – Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) führt in Kooperation mit der Ökologischen NABU-Station Ostfriesland, der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreis Wittmund sowie der GEW Wilhelmshaven Instandsetzungsmaßnahmen für einzigartige Lebensräume Ostfrieslands durch. Diese sind aktuell in der zum Friedeburger Ortsteil Marx gehörenden Gemarkung Barge im Gange. Im Februar wurde auf dem ehemaligen Sprengplatz „Zweiberge“ ein fester Weidezaun für Ziegen installiert. Denn diese Tiere sollen die Biotopfläche dauerhaft vor zu starkem Gehölzbewuchs schützen. Die Maßnahmen sind Bestandteil des vom NLWKN betriebenen EU-LIFE-Projektes „Atlantische Sandlandschaften“.

Am ehemaligen Sprengplatz „Zweiberge“ wurden bereits im Winter 2018/2019 vorhandene Gewässer mit hohem ökologischen Wert von Gehölzen befreit. Im Herbst 2019 wurden die Gewässer dann zu Teilen entschlammt. Nun wurde ein fester Weidezaun installiert, damit die Flächen dauerhaft offen gehalten werden können. Der Wiederaustrieb der Gehölze soll mit Hilfe von Ziegen kurz gehalten werden. „Ziegen fressen nicht nur das Laub der Gehölze, sondern verspeisen gleich ganze Triebe“, erläuterte Thomas Kutter, Projektleiter beim NLWKN. Starten werde die Beweidung voraussichtlich im Mai oder Juni. Jedes Jahr sollen die Vierbeiner für einige Wochen auf dem ehemaligen Sprengplatz zum Einsatz kommen.

„Damit die den Sprengplatz häufig aufsuchenden Spaziergänger sich nicht ausgesperrt fühlen, wurden selbst schließende Klapptore mit eingeplant“, betonte Michael Steven, Leiter der Ökologischen NABU-Station Ostfriesland. Diese hat die Maßnahmen auf den Weg gebracht und die Umsetzung begleitet.

Zu Gute kommen sollen die Maßnahmen insbesondere auch den zum Teil seltenen Amphibienarten Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Grasfrosch, Moorfrosch, Kleiner Wasserfrosch, Teichmolch und Erdkröte. Darüber hinaus versprechen sich die Akteure positive Effekte für seltene Heuschrecken- und Schmetterlingsarten. Der Erfolg der Maßnahmen wird durch ein ökologisches Monitoring überprüft.

Das Integrierte LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“

Die Maßnahme am ehemaligen Sprengplatz „Zweiberge“ ist Teil des von der Europäischen Union geförderten Projekts „Atlantische Sandlandschaften“ zum Erhalt der biologischen Vielfalt, das gemeinsam von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachen umgesetzt wird. LIFE steht für „L’Instrument Financier pour l’Environnement“ und ist ein EU-Finanzinstrument zur Förderung von Umweltmaßnahmen in der gesamten EU und in ausgewählten Kandidaten-, Beitritts- und Nachbarländern.

Charakteristische Biotope der atlantischen biogeographischen Region, wie zum Beispiel Heide- und Dünenlandschaften, artenreiche Borstgrasrasen und nährstoffarme Stillgewässer, sollen dabei nachhaltig aufgewertet werden. Auch die Bestände der für diese Lebensräume typischen Arten, wie Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Schlingnatter und Zauneidechse, sollen gestärkt werden.

Für die zehnjährige Laufzeit des Projekts (2016 bis 2026) steht beiden Ländern insgesamt ein Budget von 16,875 Millionen Euro zur Verfügung. 60 Prozent der Mittel werden von der Europäischen Union gestellt, jeweils 20 Prozent von den beiden Bundesländern. Die Gesamtverantwortung für das Vorhaben liegt in Nordrhein-Westfalen beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV). Die operative Umsetzung der konkreten Einzelmaßnahmen in Niedersachsen liegt beim Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU).

Weitere Informationen sind im Internet unter www.sandlandschaften.de und unter www.nlwkn.de verfügbar.

Für Rückfragen zum Gesamtprojekt steht Ihnen das IP-LIFE-Team des NLWKN gerne zur Verfügung (Tel.: 0511/3034-3352, E-Mail: Thomas.Kutter@nlwkn-h.niedersachsen.de). Für weitere Informationen bzgl. der Maßnahme wenden Sie sich bitte an die Ökologische NABU-Station Ostfriesland (Michael Steven, Tel.: 0172 / 5146633, E-Mail: michael.steven@nabu-station-ostfriesland.de).

Artikel-Informationen

27.02.2020

Ansprechpartner/in:
Bettina S. Dörr

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