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„Moorentwicklung in Naturschutzgebieten ist auch Klimaschutz“

NLWKN renaturiert Teilbereiche des Naturschutzgebiets Schweimker Moor und Lüderbruch // Vorhaben soll CO2-Ausstoß senken // Moore nach Dürre unter Druck


Mit Bagger und Schlepper wird Bodenmaterial für den Bau von Verwallungen gewonnen. Durch die Verwallungen wird Niederschlagswasser im Gebiet zurückgehalten, damit sich artenreiches Nassgrünland entwickeln kann.   Bildrechte: Susanne Körbel/NLWKN
Mit Bagger und Schlepper wird Bodenmaterial für den Bau von Verwallungen gewonnen. Durch die Verwallungen wird Niederschlagswasser im Gebiet zurückgehalten, damit sich artenreiches Nassgrünland entwickeln kann (Bild: Susanne Körbel/NLWKN).

Uelzen/Lüneburg Sie sind Heimat wertvoller Tier- und Pflanzenarten, doch sie binden auch eine Gefahr für das Klima: Nur bei ausreichendem Wasserstand können Moore das klimaschädliche CO2 in ihren Böden dauerhaft konservieren. Im Naturschutzgebiet „Schweimker Moor und Lüderbruch“ im Landkreis Uelzen führt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) derzeit Arbeiten durch, um die wichtigen Feuchtwälder und das Feuchtgrünland zu erhalten.

Durch Entwässerungsmaßnahmen der Vergangenheit sind große Bereiche des ehemals großen Hoch- und Niedermoorgebietes ausgetrocknet und aus naturschutzfachlicher Sicht in einem mäßigen bis schlechten Zustand. „Die trockenen Frühjahre und Sommer der letzten Jahre haben ihr Übriges dazu getan“, so Gebietsbetreuerin Susanne Körbel vom NLWKN. Der Landesbetrieb koordiniert die jetzt eingeleiteten Maßnahmen auf den landes- und landkreiseigenen Naturschutzflächen im randlich gelegenen Niedermoorgürtel.

Als vorgezogene Teilmaßnahme werden dabei zunächst Entwässerungsgräben gekammert und flache Verwallungen zum Rückhalt von Niederschlägen angelegt. So soll eine weitere Entwässerung des Moores verhindert werden. „Nur durch ausreichend hohe Frühjahrswasserstände bieten die extensiv genutzten Grünlandflächen Wiesenvögeln wie Kiebitz, Bekassine und Kranich optimale Lebensbedingungen“, betont Körbel. Das Naturschutzgebiet im Landkreis Uelzen ist ein wertvoller Naturraum: Es besitzt für die Vogelwelt eine europäische Bedeutung als Bruthabitat und Rastplatz beim Vogelzug.

Im nächsten Jahr sind nach Abstimmungen mit der Genehmigungsbehörde und den zuständigen Verbänden der Bau weiterer Verwallungen und fester oder regelbarer Stauanlagen geplant. Durch Reduzierung des oberflächigen Abflusses soll das Wasser insgesamt länger im Gebiet zurückgehalten werden. „Der Rückhalt von Niederschlägen ist aktuell besonders wichtig, weil die zunehmenden Dürreperioden und die dadurch weiter gesunkenen Moor-Wasserstände zu einer beschleunigten Zersetzung von Torfen und damit Freisetzung von klimaschädlichen Treibhausgasen führen“ so Projektkoordinator Lars Panzer vom NLWKN. Das Renaturierungsprojekt ist somit nicht nur eine Naturschutzmaßnahme, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz: Die Moore in Niedersachsen enthalten große Teile der hiesigen Boden-Kohlenstoffvorräte.

Enge Kooperation mit der Landwirtschaft

Bei der Erhaltung und Entwicklung des Feuchtgrünlandes im Randbereich des Schutzgebietes arbeiten der NLWKN und der Landkreis Uelzen eng mit mehreren örtlichen landwirtschaftlichen Betrieben zusammen. Sie tragen durch ihre extensive Bewirtschaftung maßgeblich zum Erhalt einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt bei. Die Kooperation zwischen Naturschutz und Landwirtschaft wurde zu diesem Zweck durch eine naturschutzorientierte Flexibilisierung und Anpassung der Flächennutzung und durch jährliche gemeinsame Begehungen intensiviert.

Das sogenannte KliMo-Projekt des NLWKN wird mit EU- und Landesmitteln des Niedersächsischen Umweltministeriums aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung nach der Richtlinie „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ gefördert.

Das Grünland auf Niedermoorstandorten aus der Luft. Aus dieser Perspektive sind die Entwässerungsgräben, die im Zuge der Arbeiten verschlossen werden, zu erkennen.   Bildrechte: Lars Panzer/NLWKN
Das Grünland auf Niedermoorstandorten aus der Luft. Aus dieser Perspektive sind die Entwässerungsgräben, die im Zuge der Arbeiten verschlossen werden, gut zu erkennen (Bild: Lars Panzer/NLWKN).
Der rundblättrige Sonnentau kommt ausschließlich im nährstoffarmen Hochmoor vor. Zusätzliche Nährstoffe erhält die fleischfressende Pflanze durch den Fang von Insekten.   Bildrechte: Lars Panzer, NLWKN
Der rundblättrige Sonnentau kommt ausschließlich im nährstoffarmen Hochmoor vor. Zusätzliche Nährstoffe erhält die fleischfressende Pflanze durch den Fang von Insekten (Bild: Lars Panzer, NLWKN).

Artikel-Informationen

erstellt am:
16.10.2020

Ansprechpartner/in:
NLWKN Pressestelle

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
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30453 / 26506 Norden / Hannover
Tel: +49 (0)511 3034-3322 sowie +49 (0)4931/ 947 -173
Fax: +49 (0)4931/947 - 222

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