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EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (EG-MSRL): Stand der Umsetzung in Deutschland

Am 15. Juli 2008 ist die Europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL 2008/56/EG) in Kraft getreten. Sie stellt die Umweltsäule der Europäischen Integrierten Meerespolitik dar. Ziel dieser Richtlinie ist der Schutz und Erhalt der Meeresumwelt. Die Zuständigkeit für die Umsetzung in Deutschland liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Bund und Ländern. Der NLWKN ist für das niedersächsische Küstenmeer maßgeblich an diesem Prozess beteiligt.

Durch die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie sind die EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert eine Verschlechterung des Zustands der Meeresumwelt zu vermeiden, geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen, die Artenvielfalt und menschliche Gesundheit zu erhalten, sowie eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen durch künftige Generationen zu ermöglichen. Durch entsprechende Maßnahmen soll bis 2020 der gute Zustand der Meeresumwelt erreicht oder erhalten werden.

Entsprechend den Artikeln 8, 9 und 10 der MSRL wurden als erster Schritt von den zuständigen Behörden des Bundes und der Küstenländer drei Berichte gefertigt, öffentlich ausgelegt und nach Anhörung im Oktober 2012 an die Europäische Kommission gemeldet. Dabei handelt es sich um die folgenden Berichte:

die sogenannte „Anfangsbewertung", das heißt eine aktuelle Beschreibung und Bewertung des Zustands der Nord- und Ostsee,

eine Definition des „Guten Umweltzustands" („Good Environmental Status" - GES) und

die Festlegung von „Umweltzielen" , um den guten Zustand zu erreichen.

Diese drei Berichte sind inhaltlich eng verzahnt und bauen aufeinander auf. Sie bilden die Basis für die Entwicklung eines entsprechenden Monitoring-Programms und die Konzipierung von Maßnahmen, die zum Erreichen des GES führen sollen.

Die Berichte stehen auf der folgenden, gemeinsamen von Bund- und Ländern betriebenen Internetseite zum Download bereit:

http://www.meeresschutz.info/index.php/berichte.html


Muschelbank im Watt vor Hooksiel  
Ein wichtiger mariner Lebensraum: Muschelbank im Watt vor Hooksiel
Sonnenuntergang über der Nordsee vor Horumersiel  
Die Idylle trügt: Im Meeresschutz gibt es trotz aller Erfolge in den nächsten Jahren noch sehr viel zu tun!

Gegenstand der Anfangsbewertung ist die Beschreibung der physikalischen, chemischen und biologischen Merkmale der deutschen Nord- und Ostsee. Zusätzlich werden die Belastungen und ihre Wirkungen auf die Meeresumwelt erläutert sowie eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Analyse durchgeführt. Aufgrund unvollständiger Datengrundlage und fehlender Bewertungsverfahren wird für die Anfangsbewertung hauptsächlich auf bestehende Bewertungen zurückgegriffen (OSPAR, TMAP, WRRL, FFH-RL, etc.). Demnach erreicht die deutsche Nordsee den guten Umweltzustand derzeit nicht.

Der Bericht zur Beschreibung des Guten Umweltzustands, d.h. des zu erreichenden Soll-Zustands, basiert auf von der EU vorgegebenen 11 Deskriptoren und deren Spezifikation mithilfe von sogenannten Kriterien und Indikatoren. Die Deskriptoren decken inhaltlich den Zustand der Biodiversität, der nicht einheimischen Arten, der kommerziell genutzten Fische und Schalentiere, der Nahrungsnetze, der Eutrophierung, des Meeresgrunds, der Hydrographie, der Schadstoffe, der Abfälle, sowie den Eintrag von Energie, z.B. Lärm, ab.

Ähnlich wie bei der Anfangsbewertung aufgeführt, wurden auch für den GES-Bericht ausschließlich bestehende Vorgaben und Schwellenwerte aus nationalen und internationalen Richtlinien und Übereinkommen verwendet. Aufgrund der lückenhaften Datenlage und der beschränkten Anzahl bereits bestehender Bewertungsverfahren müssen bis 2018 noch weitere Schwellenwerte und Quantifizierungen des GES erarbeitet werden.

Der dritte Bericht beschreibt auf der Basis der aktuell bekannten Beeinträchtigungen sieben übergeordnete Umweltziele, bei deren Erfüllung der in der Richtlinie geforderte gute Umweltzustand bis 2020 erreicht wird:

  • Meere ohne signifikante Beeinträchtigung durch anthropogene Eutrophierung
  • Meere ohne Verschmutzung durch Schadstoffe
  • Meere ohne Beeinträchtigung der marinen Arten und Lebensräume durch die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten
  • Meere mit nachhaltigen Ressourcen
  • Meere ohne Belastung durch Abfall
  • Meere ohne Beeinträchtigung durch anthropogene Energieeinträge
  • Meere mit natürlichen hydrographischen Bedingungen

Kontakt: Jürgen Knaack +49(0)441-7992051, Betriebsstelle Brake-Oldenburg

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Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Jürgen Knaack

Brake-Oldenburg
Aufgabenbereichsleiter
Ratsherr-Schulze-Str. 10
D-26122 Oldenburg
Tel: +49 (0)441/7992051

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