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Integriertes LIFE-Projekt "Atlantische Sandlandschaften"

Der Verlust der biologischen Vielfalt ist neben dem Klimawandel eine der zentralen Herausforderungen, vor der die Menschheit steht. Ziel der europäischen und deutschen Biodiversitätsstrategie ist es deshalb, den weiter fortschreitenden Verlust an Arten- und Lebensräumen in den nächsten Jahren zu stoppen und die biologische Vielfalt wieder zu erhöhen.

Für besondere Arten und Lebensraumtypen hat die Europäische Union bereits im Jahre 1992 die so genannte Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) erlassen. Darin verpflichten sich die Mitgliedstaaten, den Erhaltungszustand dieser Arten und Lebensraumtypen in einen günstigen Erhaltungszustand zu überführen bzw. diesen zu gewährleisten. Regelmäßig berichten die Mitgliedstaaten hierüber an die EU. Dabei wird in diesen Berichten räumlich nach so genannten biogeografischen Regionen differenziert. Die gesamte EU ist in neun solche Regionen aufgeteilt, die Bundesrepublik Deutschland hat Anteil an drei dieser Regionen (alpin, kontinental und atlantisch).

LRT 2310  
Lebensraumtyp 2310: Sandheiden mit Besenheide und Ginster auf Binnendünen

In Deutschland sind die Erhaltungszustände der Lebensraumtypen sowie der Arten von europäischer Bedeutung in der atlantischen Region derzeit noch überwiegend ungünstig. Dies ist das Ergebnis des nationalen Berichtes zur Lage der Natur, dem sogenannten FFH-Bericht 2013. Besonders typisch für die atlantische Region sind Arten und Lebensraumtypen auf Sandböden.

Die Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen führen gemeinsam das Integrierte LIFE-Projekt "Atlantische Sandlandschaften" durch, mit dem beispielsweise die in beiden Ländern vorhandenen Heidelandschaften, artenreichen Sandtrockenrasen und nährstoffarmen Stillgewässer optimiert beziehungsweise wieder hergestellt werden sollen. Damit soll der Erhaltungszustand ausgewählter Lebensraumtypen und Tier- und Pflanzenarten von europäischer Bedeutung in der atlantischen biogeographischen Region verbessert werden.

LRT 3110  
Lebensraumtyp 3110: Sehr nährstoff- und basenarme Stillgewässer der Sandebenen mit Strandlings-Gesellschaften

Die Erarbeitung des Projektantrages erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort (Stakeholdern). In einem ersten Schritt wurden in NRW und in Niedersachsen jeweils auf Landesebene insbesondere die Verbände und Einrichtungen des Naturschutzes und der Land- und Forstwirtschaft informiert. Danach wurden auf regionaler Ebene die Kreise und kreisfreien Städte und die Verbände in die Erarbeitung des Antrages und die konkrete Entwicklung von Maßnahmen einbezogen. Auch auf Bundesebene erfolgte eine Zusammenarbeit und ein Austausch mit weiteren Bundesländern der atlantischen biogeographischen Region und dem Bund.

Schlingnatter  
Schlingnatter, Art des Anhangs IV der FFH-Richtlinie

Der LIFE-Projektantrag wurde in zwei Stufen erarbeitet: Zunächst wurde der Europäischen Kommission Anfang Oktober 2015 ein Konzept und daraus abgeleitet dann zum 1. April 2016 ein vollständiger Antrag übermittelt. Schon die Erarbeitung des Konzeptes und des Projektantrages dieses integrierten LIFE-Projektes wurde durch die Europäische Kommission mit EU-Mitteln aus der technischen Hilfe unterstützt.

Das Projekt wurde nach einer detaillierten Abstimmung mit der EU-Kommission im Herbst 2016 bewilligt, die Projektarbeit begann am 1. Oktober 2016.

LIFE ist das Förderprogramm der Europäischen Union für Umwelt, Naturschutz und Klimapolitik, mit dem seit 1992 über 4000 Projekte europaweit finanziert wurden. Es wurde zur aktuellen Finanzperiode 2014 - 2020 in der fünften Programmgeneration mit einem Gesamtbudget von über 3,4 Milliarden Euro neu aufgelegt.
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Hans-Georg Wagner

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Projektleitung LIFE-Projekt Atlantische Sandlandschaften
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover
Tel: +49 (0)511 / 3034-3318
Fax: +49 (0)511 / 3034-3501

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