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Renaturierung des Lütetsbruger Sommerpolders begonnen

Aurich – Bauen für mehr Natur: Am 26. September begannen unter der Regie der Betriebsstelle Aurich des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und im Einvernehmen mit der Nationalparkverwaltung die Arbeiten zur Renaturierung des Lütetsburger Sommerpolders bei Hilgenriedersiel. Auftraggeber ist das Land Niedersachsen. Das rund 50 Hektar große Areal ist Bestandteil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Es ist seeseitig durch einen Sommerdeich und landseitig durch den Hauptdeich umschlossen. In Folge fehlender Überflutungen und zahlreicher Entwässerungsgräben weist das Gelände eine zumeist trockene Oberfläche auf. "Dies ist das Haupthindernis für Ansiedlung und Bruterfolg von Wiesenvögeln wie dem Rotschenkel oder der Uferschnepfe. Deren Nahrungsangebot – Bodentiere wie Würmer oder Insektenlarven – hängt wesentlich vom Wasserhaushalt ab", erklärte Bernhard Janssen, zuständiger Aufgabenbereichsleiter des NLWKN. Denn bei trockenem Untergrund ziehen sich die Bodentiere in tiefere Schichten zurück und sind für die nach ihnen stochernden Vögel nicht mehr erreichbar. Zudem sind trockene Böden härter und für die Schnäbel der Tiere nicht mehr gut zu bearbeiten.

Um die Bedingungen für die Vögel in diesem Teil des Nationalparks zu verbessern, werden im Auftrag des NLWKN in den nächsten Wochen zahlreiche Entwässerungsgräben verschlossen und gleichzeitig die Salzwasserzufuhr über ein vorhandenes Siel vom Westerneßmersommerpolder aus erhöht. Das vergrößerte Wasserangebot findet Raum in ausgeweiteten Gräben und eigens hergerichteten so genannten Blänken – flachen Wasserflächen in der Wiesenlandschaft.

Die ökologische Aufwertung bedeutet allerdings nicht das Ende der landwirtschaftlichen Nutzung. Auch nach Abschluss der Arbeiten ist eine extensive Beweidung der Flächen möglich und erwünscht.

Die Renaturierung des Lütetsburger Sommerpolders ist ein Ausgleich für die große Küstenschutzmaßnahme an der Leybucht rund 20 Kilometer südwestlich. Trotz behutsamer Bauausführung waren dort Eingriffe in die Natur unabwendbar, die nun zu kompensieren sind. Der Abschluss des Vorhabens ist für Ende Oktober 2005 vorgesehen, die Kosten von rund 80.000 Euro tragen der Bund und das Land Niedersachsen.

Uferschnepfe vor Blänke

Uferschnepfe vor Blänke

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Achim Stolz

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Pressesprecher
Am Sportplatz 23
D-26506 Norden
Tel: +49 (0)4931/947-228
Fax: +49 (0)4931/947-222

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