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KliBiW - Analyse der heutigen und zukünftigen Klimaentwicklung

Das Projekt KliBiW befasst sich mit der Analyse der heutigen und möglichen zukünftigen Klimaentwicklung in Niedersachsen anhand ausgewählter Klimagrößen.


Grundlage für die Untersuchung der vergangenen Verhältnisse sind Stationsmessdaten des Deutschen Wetterdienstes in ganz Niedersachsen von 1951 bis 2015. Die Analyse erfolgte getrennt für die Jahreszeiten Frühling (MAM), Sommer (JJA), Herbst (SON), Winter (DJF) und das Gesamtjahr. Es wurden Trenduntersuchungen für verschiedene Indizes durchgeführt, wie etwa die Entwicklung der mittleren Temperatur, des mittleren Niederschlags, der maximalen Trockendauer und der maximalen Niederschläge über drei aufeinanderfolgende Tage.


Die Analyse belegt eine Zunahme der mittleren Temperaturen, vor allem im Winter, Frühjahr und Sommer. Räumliche Muster sind hierbei nicht erkennbar. Die mittleren Niederschläge haben im Winter zugenommen, vor allem im nördlichen Niedersachsen. Bei den maximalen Niederschlägen über drei Tage (Px3d) kam es vor allem im Herbst und regional im Winter zu einer Zunahme. Gleichzeitig hat die Trockendauer (Pxcdd), d.h. die maximale Anzahl aufeinander folgender Tage mit N < 1mm/d, im Sommer zugenommen, speziell im zentralen Niedersachsen.

Trends  

Die Analyse der möglichen zukünftigen Entwicklung ausgewählter Klimagrößen in Niedersachsen wurde auf Basis zweier verschiedener Klimamodellensembles durchgeführt. Hierbei repräsentiert jedes Ensemble ein jeweils anderes Zukunftsszenario. Beim dem Szenario A1B handelt es sich um ein gemäßigtes Szenario aus der Familie der SRES-Szenarien (Special Report on Emission Scenarios, Nakicenovic, 2000). Das Szenario RCP8.5 bildet eine „Weiter-wie-bisher“-Entwicklung ab und ist somit ein etwas schärferes Szenario. Es gehört zur Gruppe der RCP-Szenarien (IPCC, 2013). Weitere Infos zu den zugrundeliegenden Szenarien und den untersuchten Klimamodellen können hier abgerufen werden.


Die Betrachtung der Klimaänderungssignale erfolgte zunächst als 30jähriges Mittel für jedes Modell über die für die Zeitabschnitte 2021-2050 (nahe Zukunft) und 2071-2100 (ferne Zukunft), jeweils gegenüber dem Zeitraum 1971-2000. Anschließend wurde das mittlere Änderungssignal aus allen Modellläufen eines Szenarios gebildet.


Für die nahe Zukunft sind die Änderungssignale der untersuchten Indizes überwiegend nicht signifikant. Bei der mittleren Temperatur können jedoch bereits hier deutliche Zunahmen von +0,5 °C +2 °C, je nach Szenario, festgestellt werden.


In der fernen Zukunft werden die mittleren Temperaturen mit großer Sicherheit zukünftig weiter zunehmen, wobei sie im Winter etwas stärker ansteigen können als in den restlichen Jahreszeiten. Die Zunahmen liegen im Bereich von +2°C bis +4,5°C, je nach Szenario und Jahreszeit. Bezüglich der mittleren Niederschläge ist vor allem im Winter eine Zunahme zu erwarten. Sie liegt zwischen +10% und +30%. Im Sommer kommen beide Klimamodellensembles zu unterschiedlichen Ergebnissen. Während das A1B-Szenario eine niedersachsenweite Abnahme projiziert, ist die Entwicklung auf Basis des RCP8.5-Szenario nicht eindeutig. Die maximalen Niederschläge über drei Tage (Px3d) weisen im Winter regional Zunahmen auf. Bezüglich der zukünftigen Änderung der Trockendauer projiziert A1B eine Zunahme im Sommer, bei RCP8.5 ist die Entwicklung nicht eindeutig.
Eine detaillierte Beschreibung aller Ergebnisse zur Klimaentwicklung kann dem KliBiW-Abschlussbericht von Phase 4 entnommen werden.

Änderung der mittleren Temperatur (°C) in der fernen Zukunft  
Projizierte zukünftige Änderung der mittleren Temperatur auf Basis der Klimamodellensembles SRES A1B und RCP8.5.
Änderung des mittleren Niederschlags (%)in der fernen Zukunft  
Projizierte zukünftige Änderung des mittleren Niederschlags auf Basis der Klimamodellensembles SRES A1B und RCP8.5.
Projizierte zukünftige Änderung des maximalen 3-Tages-Niederschlags auf Basis der Klimamodellensembles SRES A1B und RCP8.5.  
Projizierte zukünftige Änderung des maximalen 3-Tages-Niederschlags auf Basis der Klimamodellensembles SRES A1B und RCP8.5.
Änderung der maximalen Anzahl aufeinander folgender Trockentage (%) in der fernen Zukunft  
Projizierte zukünftige Änderung der maximalen Anzahl aufeinander folgender Trockentage auf Basis der Klimamodellensembles SRES A1B und RCP8.5.

Zur Darstellung der Modellübereinstimmung wurden Schraffuren benutzt. Eine einfache Schraffur („keine Änderung“) weist auf ein nicht signifikantes Änderungssignal hin. Eine doppelte Schraffur („keine Robustheit“) zeigt an, dass die Modelle in ihren Aussagen nicht übereinstimmen und somit keine robuste Aussage für die Zukunft getroffen werden kann.

Mittlere Niederschlagsverteilung

Mittlere Niederschlagsverteilung für den Zeitraum 1971-2000 in Niedersachsen

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:

Uwe Petry
NLWKN Hannover-Hildesheim
An der Scharlake 39
D-31135 Hildesheim

Christine Schnorr
NLWKN Hannover-Hildesheim
An der Scharlake 39
D-31135 Hildesheim

Artikel-Informationen

10.01.2018

Ansprechpartner/in:
Uwe Petry

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