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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Suddenmoor/Anten"

(NSG WE 214)


Der Teilbereich "Suddenmoor" ist seit dem 01. Juli 2018 gelöscht und durch das neue NSG "Suddenmoor" geschützt.


Verordnung vom 09.12.1997 über das Naturschutzgebiet "Suddenmoor/Anten" in der Gemeinde Menslage, Samtgemeinde Artland, und der Gemeinde Berge, Samtgemeinde Fürstenau, Landkreis Osnabrück

Aufgrund der §§ 24 und 30 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) i. d. F. vom 11.04.1994 (Nds. GVBl., S. 155, 267), zuletzt geändert durch Gesetz vom 28.05.1996 (Nds. GVBl., S. 242), wird verordnet:

§ 1 Unterschutzstellung

(1) Das in Abs. 3 näher bezeichnete Gebiet wird zum Naturschutzgebiet "Suddenmoor/Anten" erklärt.

(2) Das Naturschutzgebiet ist ca. 635 ha groß.

(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der mitveröffentlichten Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25.000 sowie in einer Karte im Maßstab 1 : 5.000 mit einem Punktraster dargestellt. Die äußere Kante des Punktrasters kennzeichnet die Grenze des Naturschutzgebietes.

(4) Die vorgenannten Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.

(5) Ausfertigungen der Verordnung mit den Karten werden bei der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde -, Theodor-Tantzen-Platz 8, 26122 Oldenburg,

und bei der

Samtgemeinde Artland, Markt 1, 49610 Quakenbrück,

sowie bei der

Samtgemeinde Fürstenau, Schloßplatz 1, 49584 Fürstenau,

aufbewahrt und können dort von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.

§ 2 Schutzzweck

Die Landschaftsteile "Suddenmoor" und "Anten" sind als Bestandteile des sog. "Artlandes" gekennzeichnet durch ein kleinparzelliertes Mosaik unterschiedlich genutzter Grünlandstandorte, die vor allem im südlichen Bereich von z. T. gut ausgeprägten Erlen- und Birkenbruchwäldern als Relikte der natürlichen Vegetation auf Niedermoorböden durchsetzt sind. Vernetzt durch ein reich verzweigtes System aus Wallhecken, Baumreihen, Feldgehölzinseln und Wasserläufen bilden die offenen oder gekammerten Grünlandbereiche und die Bruchwälder ein abwechslungsreiches Gefüge, dessen ökologische, landschaftsästhetische und auch kulturgeschichtliche Werte von herausragender Bedeutung sind.

Zweck dieser Verordnung ist die langfristige Sicherung und Entwicklung der Landschaftsteile "Suddenmoor" und "Anten" als extensiv genutzte Niederungslandschaft sowie als Lebensraum für Pflanzen und Tiere der besonders geschützten Arten und deren Lebensgemeinschaften sowie die Erhaltung und Entwicklung von artenreichem Feuchtgrünland und naturnahen Bruchwäldern.

§ 3 Schutzbestimmungen

(1) Gem. § 24 Abs. 2 Satz 1 NNatG sind im Naturschutzgebiet alle Handlungen verboten, die dieses oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern.

(2) Das Naturschutzgebiet darf gem. § 24 Abs. 2 Satz 2 NNatG außerhalb der Wege nicht betreten werden.

(3) Ferner sind gem. § 24 Abs. 3 Satz 1 NNatG im Naturschutzgebiet folgende Handlungen verboten, die das Naturschutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile gefährden oder stören können:

- Hunde frei laufen zu lassen,

- abseits von öffentlichen Straßen, Reit- und Fahrwegen mit Ausnahme von Fahrradwegen zu reiten,

- Feuer anzuzünden,

- der Betrieb (Start, Flug einschließlich Überflug, Landung) von nach Luftverkehrsrecht erlaubnisfreien und erlaubnispflichtigen unbemannten Luftfahrzeugen (wie Ballone, Drachen, Flugmodelle mit Verbrennungsmotoren oder Raketenantrieb, fern- oder ungesteuerte Flugkörper mit oder ohne Eigenantrieb),

- die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören.

§ 4 Freistellungen

(1) Freigestellt von den Schutzbestimmungen des § 3 dieser Verordnung sind

1. die ordnungsgemäße Forstwirtschaft jedoch ohne:

a) den Wasserhaushalt i. S. einer Grundwasserabsenkung oder sonstigen Entwässerung zu verändern,

b) Pflanzenschutzmittel anzuwenden,

c) nicht forstlich genutzte Flächen aufzuforsten,

d) nicht heimische, nicht standortgerechte Gehölze einzubringen,

e) die Holznutzung im Kahlschlagverfahren durchzuführen, wenn die Fläche des Kahlschlages die doppelte Baumlänge zum Quadrat pro Parzelle und Wirtschaftsjahr überschreitet. Ausgenommen hiervon sind Bestände mit nicht standortgerechten oder nichtheimischen Gehölzen,

f) in der Zeit vom 01.04. bis 31.08. eines jeden Jahres Hiebsmaßnahmen durchzuführen,

2. die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung jedoch ohne:

a) den Wasserhaushalt i. S. einer Grundwasserabsenkung oder sonstigen Entwässerung zu verändern,

b) das Bodenrelief zu verändern,

c) Grünland in Ackerland umzuwandeln oder ackerbaulich zwischenzunutzen,

d) auf Flächen in Privateigentum vor dem ersten Schnitt eine Narbenerneuerung durchzuführen sowie auf Flächen im Eigentum der öffentlichen Hand die Grünlandnarbe zu erneuern,

e) Feldmieten oder -silos anzulegen oder kunststoffummantelte Futterballen abzulagern,

f ) auf Grünland Pflanzenschutzmittel anzuwenden (s. dazu § 5 Abs. 1 Buchst. b); dagegen ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Ackerflächen freigestellt.

g) auf Flächen im Eigentum der öffentlichen Hand

- in der Zeit vor dem 15.06 eines jeden Jahres mechanische Maßnahmen zur Grünlandpflege sowie die Mahd durchzuführen,

- mit Flüssigmist zu düngen,

- vor dem 15.06. eines jeden Jahres mehr als 2 Weidetiere pro ha aufzutreiben.

3. Maßnahmen, zu deren Durchführung eine gesetzliche Verpflichtung besteht. Sie sind hinsichtlich Zeitpunkt und Ausführung vor ihrer Durchführung mit der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - abzustimmen,

4. das Betreten des Gebietes außerhalb der Wege

a) durch die Eigentümer und Nutzungsberechtigten sowie deren Beauftragte, soweit dies zur rechtmäßigen Nutzung oder Bewirtschaftung erforderlich ist,

b) durch Bedienstete der Naturschutzbehörden und des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie - Fachbehörde für Naturschutz - sowie deren Beauftragte in Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben dieser Behörden.

(2) Freigestellt sind außerdem mit der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - abgestimmte oder von ihr angeordnete Maßnahmen, die dem Schutz, der Erhaltung, der Pflege und der Entwicklung des Naturschutzgebietes dienen.

§ 5 Zustimmungsvorbehalt

(1) Die folgenden Maßnahmen bedürfen der Zustimmung durch die Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde -:

a) das Betreten des Naturschutzgebietes außerhalb der Wege zum Zwecke der Forschung oder Lehre,

b) die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Grünland zur Pflege und Entwicklung der Narbe einschließlich zur Narbenerneuerung,

c) die Beweidung auf den im öffentlichen Eigentum befindlichen Flächen vor dem 15.06. eines jeden Jahres mit mehr als 2 Stück Weidevieh pro ha,

d) die Mahd der in öffentlichem Eigentum befindlichen Wiesen- und Mähweiden vor dem 15.06. eines jeden Jahres,

e) die Erneuerung der Grünlandnarbe von in öffentlichem Eigentum befindlichen Flächen.

(2) Die Zustimmung ist auf Antrag zu erteilen, sofern die Maßnahme den Schutzzweck nicht beeinträchtigt. Dies gilt insbesondere im Fall des Abs. 1 Buchst. b bei Vorhandensein einer nicht den Schutzzielen entsprechenden Artenzusammensetzung oder bei großflächigem Tipula-Befall, in den Fällen des Abs. 1 Buchst. c und d bei fehlendem Brutvogelbesatz und nicht vorhandenem Bestand an geschützten oder schutzbedürftigen Pflanzenarten und -gesellschaften und im Fall des Abs. 1 Buchst. e bei Vorhandensein einer nicht den Schutzzielen entsprechenden Artenzusammensetzung in der Grünlandnarbe.

(3) Die Zustimmung kann mit Nebenbestimmungen versehen werden, die geeignet sind, Beeinträchtigungen oder Gefährdungen des Naturschutzgebietes, einzelner seiner Bestandteile oder seines Schutzzweckes entgegenzuwirken.

§ 6 Befreiungen

Von den Verboten dieser Verordnung kann die Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - nach Maßgabe des § 53 NNatG auf Antrag Befreiung gewähren.

§ 7 Hinweise

(1) Die Jagdausübung (i. S. von § 1 Abs. 4 und 5 BJagdG) wird nicht berührt.

(2) Bestehende behördliche Genehmigungen, Erlaubnisse oder sonstige Verwaltungsakte bleiben, soweit dort nichts anderes bestimmt ist, von den Verboten des § 24 Abs. 2 NNatG und den Verboten dieser Verordnung unberührt.

§ 8 Zuwiderhandlungen

(1) Gem. § 329 Abs. 3 Strafgesetzbuch (StGB) wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer entgegen einer zum Schutz eines Naturschutzgebietes oder einer als Naturschutzgebiet einstweilig sichergestellten Fläche erlassenen Rechtsvorschrift Bodenschätze oder andere Bodenbestandteile abbaut oder gewinnt, Abgrabungen oder Aufschüttungen vornimmt, Gewässer schafft, verändert oder beseitigt, Moore, Sümpfe, Brüche oder sonstige Feuchtgebiete entwässert, Wald rodet, Tiere einer i. S. des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützten Art tötet, fängt, diesen nachstellt oder deren Gelege ganz oder teilweise zerstört oder entfernt, Pflanzen einer i. S. des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützten Art beschädigt oder entfernt oder ein Gebäude errichtet und dadurch den jeweiligen Schutzzweck nicht unerheblich beeinträchtigt. Handelt der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe.

(2) Gem. § 64 NNatG handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Vorschriften in § 3, § 4 Abs. 1 und § 5 Abs. 1 dieser Verordnung verstößt.

(3) Ein Verstoß kann gem. § 65 NNatG im Falle des § 3 Abs. 1 und 2, § 4 Abs. 1 und § 5 Abs. 1 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 100.000,-- DM, im Falle des § 3 Abs. 3 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 50.000,-- DM geahndet werden.

§ 9 Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Weser-Ems in Kraft.

(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung vom 09.07.1993 über das Naturschutzgebiet "Suddenmoor" (Amtsblatt für den Regierungsbezirk Weser-Ems Nr. 28 vom 16.07.1993) außer Kraft.

Oldenburg, den 9.12.97

Bezirksregierung Weser-Ems

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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