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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Feuchtgebiet Westgroßefehn"

(NSG WE 147)


Verordnung vom 13.12.1983 über das Naturschutzgebiet "Feuchtgebiet Westgroßefehn" in der Gemeinde Großefehn, Landkreis Aurich

Aufgrund des § 24 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) vom 20.03.1981 (Nds. GVBl. S. 31) wird verordnet:

§ 1 Unterschutzstellung

Das in § 3 dieser Verordnung näher bezeichnete Gebiet wird zum Naturschutzgebiet "Feuchtgebiet Westgroßefehn" erklärt.

§ 2 Schutzzweck

Das Schutzgebiet liegt im Bereich der für den Naturschutz wertvollen Fehntjertief-Niederung am Rand intensiv genutzter landwirtschaftlicher Flächen. Der naturnahe Feuchtbiotop bietet besonders den bedrohten und bereits weitgehend verdrängten Tier- und Pflanzenarten und deren Gesellschaften einen Lebensraum. Er soll als Beobachtungs-, Forschungs- und in beschränktem Umfang Demonstrationsobjekten für ökologische Zusammenhänge und Entwicklungen dienen.

§ 3 Geltungsbereich

(1) Das Naturschutzgebiet ist ca. 8 ha groß.

(2) Das Naturschutzgebiet ist in der mitveröffentlichten Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25.000 sowie in einer Karte im Maßstab 1 : 5.000 mit einem Punktraster dargestellt. Die äußere Kante des Punktrasters kennzeichnet die Grenze des Schutzgebietes.

(3) Die vorgenannten Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.

(4) Eine Ausfertigung der Karte im Maßstab 1 : 5.000 wird bei der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde -, Theodor-Tantzen-Platz 8, 2900 Oldenburg

und

der Gemeinde Großefehn, 2962 Großefehn,

aufbewahrt und kann dort von jedermann während der Sprechzeiten kostenlos eingesehen werden.

§ 4 Schutzbestimmungen

(1) Im Naturschutzgebiet sind gemäß § 24 (2) NNatG alle Handlungen verboten, die das Schutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern.

(2) Das Naturschutzgebiet darf außerhalb des durch rote Pfähle gekennzeichneten Lehrpfades nicht betreten werden.

(3) Im Naturschutzgebiet ist außerdem verboten,

a) Hunde frei laufen zu lassen,

b) zu reiten,

c) die Wasserflächen mit Booten oder anderen Geräten zu befahren,

d) zu baden,

e) zu lagern, zu zelten oder Wohnwagen aufzustellen und andere für die Unterkunft geeignete Fahrzeuge oder Einrichtungen aufzustellen,

f) Modellflugzeuge und ähnliche Geräte in Betrieb zu nehmen,

g) organische oder mineralische Dünger einzubringen,

h) Grünland in Ackerland umzuwandeln,

i) die Fischerei auszuüben.

(4) Eine Nutzungsänderung auf den außerhalb des Schutzgebietes belegenen landwirtschaftlich genutzten Flächen, Flurstücke 120/2 und 120/5, ist nicht gestattet.

§ 5 Freistellungen

(1) Freigestellt von den Vorschriften des § 4 dieser Verordnung sind Nutzungen, auf deren Ausübung bei Inkrafttreten dieser Verordnung ein Rechtsanspruch bestand, sowie Maßnahmen, zu deren Durchführung eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung besteht. Zeitpunkt und Ausführungsweise sind vor ihrer Durchführung mit der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - abzustimmen.

(2) Freigestellt ist insbesondere

die landwirtschaftliche Nutzung auf den Flurstücken 119/2, 126/1 und 127, Flur 2, Gemarkung Westgroßefehn; dies gilt nicht für die Umwandlung von Grünland in Acker.

(3) Freigestellt sind außerdem mit der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - abgestimmte Maßnahmen, die dem Schutz, der Erhaltung und der Entwicklung des Naturschutzgebietes dienen.

§ 6 Ausnahmen

Von dem Verbot, das Naturschutzgebiet außerhalb des Lehrpfades zu betreten, kann die Bezirksregierung Weser-Ems -obere Naturschutzbehörde - für Vorhaben, die der Forschung oder der Lehre dienen, auf Antrag eine Ausnahme zulassen.

§ 7 Befreiungen

Von den Verboten dieser Verordnung kann die Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - nach Maßgabe des § 53 Abs. 1 NNatG auf Antrag Befreiung gewähren.

§ 8 Zuwiderhandlungen

(1) Gemäß § 64 NNatG handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Verbote in den §§ 4 und 5 dieser Verordnung verstößt.

(2) Ein Verstoß kann gemäß § 65 NNatG im Falle des § 4 Abs. 1 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 50.000,-- DM, im Falle des § 4 Abs. 2 und 3 und des § 5 Abs. 1 mit einer Geldbuße bis zu 10.000,-- DM geahndet werden.

(3) Strafbestimmungen und weitere Vorschriften des NNatG über Ordnungswidrigkeiten bleiben unberührt.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Weser-Ems in Kraft.

Oldenburg, den 13.12.1983

Bezirksregierung Weser-Ems

Dr. Schweer

Regierungspräsident

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

NSG-Schild

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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