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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Hagenburger Moor"

(NSG HA 027)


Verordnung über das Naturschutzgebiet "Hagenburger Moor" in den Gemarkungen Hagenburg und Steinhude, Landkreis Schaumburg-Lippe vom 15. Juni 1962

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15, 16 Abs. 2 und 23 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.6.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des dritten Änderungsgesetzes vom 20.1.1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 7 Abs.1, 5, 6 und § 17 der Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16.9.1938 (RGBl. I S. 1184) wird mit Zustimmung des Niedersächsischen Kultusministers als oberster Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Das in § 2 näher bezeichnete Gelände in den Gemarkungen Hagenburg und Steinhude, Landkreis Schaumburg-Lippe, wird mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung als "Naturschutzgebiet Hagenburger Moor" im Sinne eines Moor-Schutzgebietes in das Landesnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von rd. 200 ha, davon rd. 178 ha Moorfläche in der Gemarkung Hagenburg mit der Flur 3 (mit Ausnahme der Parzellen 499/1, 500/1, 501/1, 1/1, 504/01, 505/01, 502/1 tw, 633/408, 481/3, 481/4, 481/5, 481/6, 482, 483, 484, 479/1, 479/2, 478, 207, 208, 209, 210), der Flur 4 (mit Ausnahme der Parzellen 145, 146, 147 tw) und der Flur 6 (mit Ausnahme der Parzellen 8 tw, 7 tw, und 9) und rund 22 ha Wasserfläche der Flur 25 der Gemarkung Steinhude in einer 80 bis 120 m breiten Zone vor dem Meeresufer.

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte 1:2000 rot eingetragen und die Parzellen und die Besitzer in einem besonderen Verzeichnis aufgeführt. Die Karte und das Parzellenverzeichnis sind Bestandteil dieser Verordnung und bei der Obersten Naturschutzbehörde in Hannover niedergelegt. Weitere Ausfertigungen der Karte und des Verzeichnisses befinden sich beim Niedersächsischen Landesverwaltungsamt - Naturschutz und Landschaftspflege - in Hannover, bei der höheren Naturschutzbehörde in Hannover und bei der unteren Naturschutzbehörde in Stadthagen.

§ 3

(1) Im Bereich des Schutzgebietes dürfen Maßnahmen, die eine Veränderung oder Beeinträchtigung der Natur, insbesondere der Pflanzendecke und des Wasserhaushaltes herbeiführen, nicht vorgenommen werden.

(2) Im Bereich des Schutzgebietes ist im einzelnen verboten:

a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen;

b) Waldbestände oder Gebüsche kahlzuschlagen oder zu roden;

c) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen;

d) Pflanzen und Tiere einzubringen;

e) Drahtleitungen und Bauwerke aller Art zu errichten, auch solche, die einer baupolizeilichen Genehmigung nicht bedürfen, z.B. auch Wochenendhäuser und Verkaufsbuden;

f) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der stehenden und fließenden Gewässer zu verändern oder zu beschädigen;

g) Maßnahmen durchzuführen, die zu irgendeiner Entwässerung des Gebietes oder Teilen desselben führen;

h) Zäune errichten;

i) die Wege zu verlassen, zu zelten, zu lagern, zu baden, zu lärmen, Feuer anzumachen, das Gebiet mit Motorfahrzeugen (mit Ausnahme der Nutzungsberechtigten) zu befahren, Abfälle wegzuwerfen oder das Schutzgebiet auf andere Weise zu beeinträchtigen;

k) Bild- und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen;

l) auf den Wasserflächen kahnzufahren.

§ 4

Zur Beseitigung von Verunstaltungen und Schäden haben die Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten geeignete Maßnahmen zu dulden, soweit ihnen dadurch keine wirtschaftlichen Nachteile entstehen.

§ 5

Unberührt bleiben:

a) die rechtmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei;

b) die ordnungsmäßige plenterartige Nutzung der Gehölzbestände sowie die Entnahme von Reisig im bisher üblichen Umfange;

c) die Entnahme von Brenntorf im Handtorfstich für die Eigenversorgung im bisher üblichen Umfange;

d) die bisherige Nutzung und pflegerische Maßnahmen auf den vorhandenen Grünlandflächen, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widersprechen;

e) die Durchführung der zur ordnungsmäßigen Unterhaltung des Winzlarer und Düdinghäuser Grenzgrabens sowie des Hagenburger Kanals notwendigen Arbeiten.

§ 6

In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften in § 3 von der höheren Naturschutzbehörde genehmigt werden.

§ 7

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 8

Diese Verordnung tritt am Tage nach der Ausgabe des Amtsblattes der Regierung in Hannover, in dem ihre Veröffentlichung erfolgt, in Kraft.

Hannover, den 15. Juni 1962

Der Regierungspräsident als höhere Naturschutzbehörde

Seitz

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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