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Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

Juni, Juli 2016


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27.07.2016

Hochsommerliche Insektenvielfalt in Pagels Garten

In der Beliebtheitsskala der Tiere stehen Insekten nicht unbedingt an vorderster Stelle. Abgesehen von einigen Sympathieträgern wie Schmetterlingen oder wenigen Käferarten werden Krabbeltiere und Brummer in der Regel eher als lästig empfunden. Dabei ist die Formenfülle heimischer Insekten bei näherem Hinschauen nicht nur ausgesprochen faszinierend, viele Arten erfüllen auch wichtige Funktionen im Naturhaushalt. Man denke nur an die Bestäubungsleistung von Honig- und Wildbienen oder an Insekten als unverzichtbare Nahrungsgrundlage nahezu aller Singvögel während der Jungenaufzucht. Ausgelöst wohl vor allem durch die immer intensivere Landbewirtschaftung ist heute ein starker Rückgang der Insekten zu verzeichnen. Diese Abnahme betrifft sowohl die Artenvielfalt als auch die Anzahl aller Tiere, ihre „Biomasse“. Langjährige Untersuchungen belegen hier dramatische Abnahmen zum Teil auf weniger als ein Viertel der ursprünglichen Menge.

Blühstreifen in der Feldflur, extensiv genutzte Wiesen, aber auch naturnahe Gärten mit Wildstauden und üppigem Blumenflor können Rückzugsräume bilden und einigen Arten ihr Überleben sichern. Ein gutes Beispiel sind die öffentlichen Anlagen von Pagels Garten in Leer. Ein hochsommerlicher Spaziergang entlang dessen Staudengärten, Beete und verwilderten Blumenwiesen offenbart nicht nur eine große Mannigfaltigkeit an Formen, Farben und Gerüche der Pflanzen, sondern auch der hier lebenden Insekten.



Foto 1: Üppig blühender Wasserdost lockt zahlreiche Insekten an.  
Foto 1: Üppig blühender Wasserdost lockt zahlreiche Insekten an.
Foto 2: Schmetterlinge wie das große Tagpfauenauge erscheinen hier in großer Zahl.  
Foto 2: Schmetterlinge wie das große Tagpfauenauge erscheinen hier in großer Zahl.
Foto 3: Ein frisch geschlüpftes und prächtig gezeichnetes Exemplar des Admirals, ein Wanderfalter, der sich im Herbst in südliche Überwinterungsgebiete zurückzieht.  
Foto 3: Ein frisch geschlüpftes und prächtig gezeichnetes Exemplar des Admirals, ein Wanderfalter, der sich im Herbst in südliche Überwinterungsgebiete zurückzieht.
Foto 4: Der Admiral ist einer von mehreren Schmetterlingen, die Brennnesseln als Nahrungspflanze für ihre Raupen wählen. Auch für diese Pflanzen ist Platz in Pagels Garten, hier ein Weibchen des Admirals bei der Eiablage.  
Foto 4: Der Admiral ist einer von mehreren Schmetterlingen, die Brennnesseln als Nahrungspflanze für ihre Raupen wählen. Auch für diese Pflanzen ist Platz in Pagels Garten, hier ein Weibchen des Admirals bei der Eiablage.
Foto 5: Weniger auffällig an den Nektarquellen des Wasserdosts: der Faulbaumbläuling  
Foto 5: Weniger auffällig an den Nektarquellen des Wasserdosts: der Faulbaumbläuling
Foto 6: Ein Beet mit prächtig blühendem Sonnenhut in Pagels Garten,…  
Foto 6: Ein Beet mit prächtig blühendem Sonnenhut in Pagels Garten,…
Foto 7: … hier findet ein weiterer Wanderfalter, der Distelfalter, seine Nahrung.  
Foto 7: … hier findet ein weiterer Wanderfalter, der Distelfalter, seine Nahrung.
Foto 8: Überall im Garten brummen die Hummeln. Besonders beliebt scheinen Kugeldisteln. Es gibt viele verschiedene und zum Teil schwer unterscheidbare Hummeln, hier vermutlich eine Steinhummel in der Mitte und zwei Erdhummeln.  
Foto 8: Überall im Garten brummen die Hummeln. Besonders beliebt scheinen Kugeldisteln. Es gibt viele verschiedene und zum Teil schwer unterscheidbare Hummeln, hier vermutlich eine Steinhummel in der Mitte und zwei Erdhummeln.
Foto 9: Eine weitere Hummelart an blühendem Storchschnabel  
Foto 9: Eine weitere Hummelart an blühendem Storchschnabel
Foto 10: Ein plattdeutsches Wort für Hummel ist übrigens „Plüschmors“…  
Foto 10: Ein plattdeutsches Wort für Hummel ist übrigens „Plüschmors“…
Foto 11: Wo viele Insekten zur Nahrungsaufnahme erscheinen, lauern auch Feinde: hier fiel eine Erdhummel einer Krabbenspinne zum Opfer.  
Foto 11: Wo viele Insekten zur Nahrungsaufnahme erscheinen, lauern auch Feinde: hier fiel eine Erdhummel einer Krabbenspinne zum Opfer.
Foto 12: Wildstaudenbeet in Pagels Garten mit vielen verschiedenen Blütenhorizonten…  
Foto 12: Wildstaudenbeet in Pagels Garten mit vielen verschiedenen Blütenhorizonten…
Foto 13: …die nicht nur von Schmetterlingen und Hummeln besucht werden, hier eine Knotenwespe.  
Foto 13: …die nicht nur von Schmetterlingen und Hummeln besucht werden, hier eine Knotenwespe.
Foto 14: Hier sucht keine Biene oder Wespe nach Nektar, sondern eine Schwebfliege.  
Foto 14: Hier sucht keine Biene oder Wespe nach Nektar, sondern eine Schwebfliege.
Foto 15: Auch Wildbienen sind wichtige Bestäuber.  
Foto 15: Auch Wildbienen sind wichtige Bestäuber.
Foto 16: der Grünaderweißling…  
Foto 16: der Grünaderweißling…
Foto 17: …und sein Vetter, der kleine Kohlweißling, bei der Nahrungsaufnahme  
Foto 17: …und sein Vetter, der kleine Kohlweißling, bei der Nahrungsaufnahme
Foto 18: ein eher unauffälliger Falter: der braune Waldvogel oder Schornsteinfeger  
Foto 18: ein eher unauffälliger Falter: der braune Waldvogel oder Schornsteinfeger
Foto 19: An lichten Stellen im Gehölzrandbereich fliegt das Waldbrettspiel.  
Foto 19: An lichten Stellen im Gehölzrandbereich fliegt das Waldbrettspiel.
Foto 20: nicht an den Blüten, sondern zwischen Blättern zu beobachten: der Goldzünsler, eine Kleinschmetterlingsart  
Foto 20: nicht an den Blüten, sondern zwischen Blättern zu beobachten: der Goldzünsler, eine Kleinschmetterlingsart
Foto 21: Natürlich auch im blütenreichen Pagels Garten, die Honigbiene  
Foto 21: Natürlich auch im blütenreichen Pagels Garten, die Honigbiene
Foto 22: Kleine Teichanlagen beherbergen unter anderem mehrere Libellenarten…  
Foto 22: Kleine Teichanlagen beherbergen unter anderem mehrere Libellenarten…
Foto 23: …wie die Große Pechlibelle, …  
Foto 23: …wie die Große Pechlibelle, …
Foto 24: …oder das Kleine Granatauge.  
Foto 24: …oder das Kleine Granatauge.
Foto 25: ein erst vor kurzem geschlüpftes Weibchen der schwarzen Heidelibelle  
Foto 25: ein erst vor kurzem geschlüpftes Weibchen der schwarzen Heidelibelle
Foto 26: Die blau-grüne Mosaikjungfer ist eine unserer größten Libellen, der Flugkünstler erbeutet andere Insekten in der Luft.  
Foto 26: Die blau-grüne Mosaikjungfer ist eine unserer größten Libellen, der Flugkünstler erbeutet andere Insekten in der Luft.

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30.06.2016

Lachmöwenberingung auf Emsinsel

Am Donnerstag vergangener Woche führte Dr. Helmut Kruckenberg, im Emsgebiet tätiger Ornithologe, Beringungen in der Lachmöwenkolonie Bingumer Sand bei Leer durch. Kennzeichnungen dieser Art dienen Forschungszwecken und werden durch das Institut für Vogelforschung – Vogelwarte Helgoland – initiiert. Unterstützt wurde Kruckenberg durch die FachkollegInnen Marike Boekhoff und Sander Moonen, avifaunistisch interessierten Helfern sowie durch die Naturschutzstation Ems. Letztere hatte auch den Kontakt mit den Norder Kollegen vom Betriebshof Kanalpolder hergestellt, die sich freundlicherweise bereit erklärten, die Gruppe mit dem NLWKN-eigenen Boot überzusetzen.

Bei schwülem Wetter und an die 30°C Lufttemperatur geriet das Unterfangen zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Die bereits herangewachsenen Jungvögel waren zwar noch nicht flügge, aber schon recht mobil und nicht immer leicht einzufangen. Nach ca. 2 Stunden, in denen rund 70 Lachmöwen einen Ring mit Kennzeichnung erhalten hatten, wurde die Insel wieder ver- und den gefiederten Bewohnern überlassen.


Foto 1: Treffpunkt Emsmarina Bingum: Die Ornithologen Sander Moonen, Dr. Helmut Kruckenberg und Marike Boekhoff sowie Anna Kroll am NLWKN-Boot mit Hartmut Sinning  
Foto 1: Treffpunkt Emsmarina Bingum: die Ornithologen Sander Moonen, Dr. Helmut Kruckenberg und Marike Boekhoff sowie Anna Kroll am NLWKN-Boot mit Hartmut Sinning
Foto 2: Kollege Hartmut Sinning setzt  mit Helmut und Jonas Kruckenberg sowie Dietmar Meyer die erste Gruppe über.  
Foto 2: Kollege Hartmut Sinning setzt mit Helmut und Jonas Kruckenberg sowie Dietmar Meyer die erste Gruppe über.
Foto 3: ausgerüstet mit Eimern zur Zwischenhälterung der Küken bewegt sich die Gruppe auf der Insel Richtung Lachmöwen-Kolonie  
Foto 3: Ausgerüstet mit Eimern zur Zwischenhälterung der Küken bewegt sich die Gruppe auf der Insel Richtung Lachmöwen-Kolonie.
Foto 4: Sander Moonen mit gefangenem Jungvogel  
Foto 4: Sander Moonen mit gefangenem Jungvogel
Foto 5: Der überwiegende Teil der Küken ist schon groß und dürfte in wenigen Tagen flügge werden.  
Foto 5: Der überwiegende Teil der Küken ist schon groß und dürfte in wenigen Tagen flügge werden.
Foto 6: Doch vereinzelt werden auch noch kleinere Küken angetroffen, hier ist Sönke Meyer fündig geworden.  
Foto 6: Doch vereinzelt werden auch noch kleinere Küken angetroffen, hier ist Sönke Meyer fündig geworden.
Foto 7: Dr. Helmut Kruckenberg und Sohn Jonas beim Beringen der eingesammelten Tiere  
Foto 7: Dr. Helmut Kruckenberg und Sohn Jonas beim Beringen der eingesammelten Tiere
Foto 8: Anna Kroll mit noch kleinem Lachmöwen-Küken  
Foto 8: Anna Kroll mit noch kleinem Lachmöwen-Küken
Foto 9: Auch die ganz Kleinen bekommen schon einen Ring verpasst.  
Foto 9: auch die ganz Kleinen bekommen schon einen Ring verpasst
Foto 10: weite Flachwasserbereiche auf der Insel…  
Foto 10: Weite Flachwasserbereiche auf der Insel…
Foto 11: …die von jungen, ebenfalls noch nicht flüggen Säbelschnäblern zur Nahrungssuche durchwatet werden.  
Foto 11: …die von jungen, ebenfalls noch nicht flüggen Säbelschnäblern zur Nahrungssuche durchwatet werden.
Foto 12: „Nachzügler“ bei den Lachmöwen: vor kurzem geschlüpftes Küken und Geschwister beim Aufpicken der Schale  
Foto 12: „Nachzügler“ bei den Lachmöwen: vor kurzem geschlüpftes Küken und Geschwister beim Aufpicken der Schale

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23.06.2016

Masterplan Ems bei Fortbildungsveranstaltungen vorgestellt

Am 21. und 22. Juni erläuterten die Stationsmitarbeiter Peter Pauschert und Heinrich Pegel die derzeitige Situation an der Ems sowie die mit dem Masterplan auf den Weg gebrachten Maßnahmen zu ihrer ökologischen Verbesserung. Am 21. 6. referierte Peter Pauschert im Evangelischen Bildungszentrum Potshausen und am 22. 6. Heinrich Pegel vor Teilnehmern des Fortbildungsveranstalters Arbeit und Leben DGB/VHS Hamburg e. V. in Papenburg.

Beide Kollegen trafen auf ausgesprochen interessierte Teilnehmerkreise. Nach ausgiebiger Diskussion der Vortragsinhalte führte das Seminarprogramm die Besucher anschließend zu unterschiedlichen Zielen an der Ems. Dabei veranschaulichte Heinrich Pegel den Papenburger Seminarteilnehmern vor Ort das Projekt „Probepolder Altarm Vellage“.

Die Teilnehmer der Fortbildungsveranstaltung „Moor, Fluss, Werft – Das Emsland; Geschichte und Entwicklung“ vor dem Mündungsbereich des Altarms bei Vellage  
Die Teilnehmer der Fortbildungsveranstaltung „Moor, Fluss, Werft – Das Emsland; Geschichte und Entwicklung“ vor dem Mündungsbereich des Altarms bei Vellage

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15.06.2016

Informations- und Erfahrungsaustausch mit Vogelkundlern

Auf Einladung der Naturschutzstation trafen sich am 14. Juni 2016 sowohl beruflich als auch ehrenamtlich an der Ems tätige Ornithologen zu einem ersten Gespräch in Leer. Die Mitarbeiter der Naturschutzstation waren erfreut, dass trotz der laufenden Brut- und Aufzuchtsaison und der damit verbundenen Arbeitsbelastung so viele Kolleginnen und Kollegen den Termin wahrnehmen konnten.

Nach einer einführenden Darstellung der inzwischen einjährigen Arbeit der Station informierten Peter Pauschert und Heinrich Pegel über den aktuellen Stand der Masterplanprojekte Pilotpolder Vellage, Tidepolder Coldemüntje und Tidepolder Stapelmoor. Im Anschluss an eine ausführliche Diskussion dieser Vorhaben berichtete Gundolf Reichert von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer von den Untersuchungen zum Watvogel-Bruterfolg in den Dollart-Vorländern.

In der Runde ausgiebig diskutiert wurde die unbefriedigende Bestandssituation vieler typischer Wiesenvogelarten – und die zahlreichen Bemühungen auf unterschiedlichen Ebenen, dem entgegenzuwirken. Abschließend wurden Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung ausgelotet. Ein regelmäßiger Informations- und Erfahrungsaustausch wurde mit großer Zustimmung beschlossen. Man verständigte sich auf jährliche Treffen in der Naturschutzstation.

von links vorne: Dr. Volker Blüml, Gundolf Reichert, Hinderk van Göns, Dr. Gerwin Meijer, Dr. Julia Delingat, Heiko Rebling, Brigitte Hebler, Dr. Klaus Gerdes, Heinrich Pegel, Michael Steven, Hiske de Buhr; es fehlt: Kalle Augustin  
von links vorne: Dr. Volker Blüml, Gundolf Reichert, Hinderk van Göns, Dr. Gerwin Meijer, Dr. Julia Delingat, Heiko Rebling, Brigitte Hebler, Dr. Klaus Gerdes, Heinrich Pegel, Michael Steven, Hiske de Buhr; es fehlt: Kalle Augustin

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13.06.2016

Letzte Neuigkeiten von den Leeraner Austernfischern

Seit Mitte April verfolgen die Mitarbeiter der Naturschutzstation das Geschehen rund um ein Austernfischerpaar auf einem naheliegenden Hochhaus-Flachdach (siehe ältere Kurzmitteilungen von April bis Juni). Am Dienstag vergangener Woche schien der „Abflug“ der drei Küken unmittelbar bevorzustehen (siehe unten). Und tatsächlich: nur zwei Tage später fand sich der erste Jungvogel auf dem nur etwa 200 m entfernten Sportplatz der Friesenschule wieder. Von dort hatten die Altvögel wochenlang Würmer und Insektenlarven zum Flachdach getragen.

Die beiden verbliebenen Küken hockten derweil dicht beieinander auf dem Dach, allem Anschein nach wurden sie nicht mehr gefüttert. Einen Tag später, am Freitag, war dann ein zweiter Jungvogel mit seinen Eltern auf dem Rasenplatz zu beobachten, der dritte verharrte weiter auf dem Hochhaus. Die Familie auf dem Sportplatz störte sich nicht sonderlich am laufenden Sportunterricht, gemeinsam stocherten sie in der Grasnarbe nach Essbarem.

Seit diesem Montag nun scheint das Schicksal des „Benjamins“ gewiss: Ein weiß-graues Etwas, das bei der Nachsuche mit dem Fernglas auf dem Dach entdeckt wurde, entpuppte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit als der Kadaver des Nachzüglers. Vermutlich war dieser nach mehreren Tagen ohne Fütterung zu schwach, um seinen Geschwistern noch folgen zu können…


Foto 1: Nach dem ersten, ca. 200 m weiten Flug vom Flachdach zum Sportplatz ruht sich das erste Küken auf der Tartanbahn aus.  
Foto 1: Nach dem ersten, ca. 200 m weiten Flug vom Flachdach zum Sportplatz ruht sich das erste Küken auf der Tartanbahn aus.
Foto 2: Langsam wird der Kleine munter,…  
Foto 2: Langsam wird der Kleine munter,…
Foto 3: …spreizt und reckt sich. Gut zu sehen ist das noch vom Kükenflaum bestimmte Rückengefieder.  
Foto 3: …spreizt und reckt sich. Gut zu sehen ist das noch vom Kükenflaum bestimmte Rückengefieder.
Foto 4: Krümel auf der Laufbahn werden untersucht,…  
Foto 4: Krümel auf der Laufbahn werden untersucht,…
Foto 5: …dann folgt das Junge dem Altvogel zur Futtersuche auf den Rasenplatz. Dabei probiert es selbst immer wieder aus, nach Nahrung zu stochern,...  
Foto 5: …dann folgt das Junge dem Altvogel zur Futtersuche auf den Rasenplatz. Dabei probiert es selbst immer wieder aus, nach Nahrung zu stochern,...
Foto 6: … doch so tief in die Erde wie die Eltern gelangt es nicht. Es wird noch eine Zeit lang auf Fütterungen der Eltern angewiesen sein.  
Foto 6: … doch so tief in die Erde wie die Eltern gelangt es nicht. Es wird noch eine Zeit lang auf Fütterungen der Eltern angewiesen sein.

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07.06.2016

Kurz vor dem Abflug: Kiesdach-Austernfischer fast flügge

Etwa acht Wochen sind vergangen, seit die Mitarbeiter der Naturschutzstation das auf dem gegenüberliegenden Hochhaus-Flachdach brütende Austernfischerpaar entdeckten. Von den ursprünglich vier geschlüpften Jungvögeln haben drei die gefahrreiche Kükenphase glücklich überstanden, ein sicher überdurchschnittliches Ergebnis. Die markante Schwarz-Weiß-Zeichnung dominiert bereits über dem flaumigen Dunenkleid, Hand- und Armschwingen sind gut entwickelt. Ihnen bleiben wohl nur noch wenige Tage auf der 400 m² großen Dachfläche, dann dürften sie den Sprung in die Tiefe wagen und den Altvögeln in die Wiesen und Weiden rund um Leer folgen…


Foto 1: Erwartungsvoll sammeln sich die drei Küken am Dachrand.  
Foto 1: Erwartungsvoll sammeln sich die drei Küken am Dachrand.
Foto 2: Der futtertragende Altvogel hat sich mit lautem Pfeifen bereits angekündigt, eines der Küken springt ihm auf den Dachsims entgegen, die Flügel scheinen fast schon tragfähig…  
Foto 2: Der futtertragende Altvogel hat sich mit lautem Pfeifen bereits angekündigt, eines der Küken springt ihm auf den Dachsims entgegen, die Flügel scheinen fast schon tragfähig…
Foto 3: …oben und unten gespanntes Warten…  
Foto 3: …oben und unten gespanntes Warten…
Foto 4: ...das Küken oben ist zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort…  
Foto 4: ...das Küken oben ist zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort…
Foto 5: …während die unten gebliebenen diesmal das Nachsehen haben.  
Foto 5: …während die unten gebliebenen diesmal das Nachsehen haben.
Foto 6: Zwischen den Fütterungen ist Gefiederpflege angesagt, eine besonders wichtige „Nebenbeschäftigung“ vor dem Jungfernflug.  
Foto 6: Zwischen den Fütterungen ist Gefiederpflege angesagt, eine besonders wichtige „Nebenbeschäftigung“ vor dem Jungfernflug.

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02.06.2016

Sicherungsarbeiten am Sauteler Kanal – Naturschutzstation unterstützt Bestandsermittlung

Am Sauteler Siel bei Kleihusen an der Ems trafen sich am Donnerstagmorgen zur frühen Stunde Stationsmitarbeiter Peter Pauschert und Natalie Schaap, Kollegin aus Aurich. Zusammen begingen sie die rund 3 km lange Kanalstrecke zwischen dem Sauteler Schöpfwerk und der Eisenbahnbrücke bei Neermoor. In diesem Bereich plant der NLWKN im Auftrag des Entwässerungsverbands Oldersum die Sanierung abgerutschter Uferböschungen in naturnaher Bauweise.

Über einen Zeitraum von mehreren Jahren sollen Abbrüche am Südufer abschnittsweise mit lebenden Röhrichtmatten befestigt werden. Frau Schaap, in Aurich für die naturschutzfachliche Planung und Begleitung von Baumaßnahmen verantwortlich, hatte die Naturschutzstation um eine Einschätzung der Brutvogel-Lebensräume am Kanal gebeten. Vor allem an dem intakten, mit Schilf bestandenen Nordufer sangen zahlreiche Blaukehlchen sowie Schilf-, Teich- und Sumpfrohrsänger, während im angrenzenden, überwiegend extensiv bewirtschafteten Grünland Wiesenvögel wie Kiebitz, Uferschnepfe und Rotschenkel ihre Küken führten.

Insgesamt 39 Vogelarten wurden bei der Exkursion beobachtet, darunter 29 Arten, die als potenzielle Brutvögel im Nahbereich des Kanals in Frage kommen. Da die Bauarbeiten grundsätzlich außerhalb der Brut- und Aufzuchtzeit erfolgen sollen, ist mit artenschutzrechtlichen Konflikten kaum zu rechnen. „Die Wiederherstellung der typischen Schilfufer dürfte sich für die Gilde der Röhrichtbrüter eher vorteilhaft auswirken“, meinte Pauschert.


Foto 1: Mündungsbereich des Sauteler Kanals bei Neermoor, am Horizont das Sauteler Siel. Während das Nordufer (im Bild rechts) noch einen breiten Röhrichtgürtel aufweist, ist das Südufer (links) nur noch sehr lückig mit Schilf bewachsen.  
Foto 1: Mündungsbereich des Sauteler Kanals bei Neermoor, am Horizont das Sauteler Siel. Während das Nordufer (im Bild rechts) noch einen breiten Röhrichtgürtel aufweist, ist das Südufer (links) nur noch sehr lückig mit Schilf bewachsen.
Foto 2: Aufmerksame Rotschenkel auf angrenzenden Mähwiesen  
Foto 2: Aufmerksame Rotschenkel auf angrenzenden Mähwiesen
Foto 3: Schafe mit ihren Lämmern an den Kanaldeichen  
Foto 3: Schafe mit ihren Lämmern an den Kanaldeichen
Foto 4: Plattbauchlibelle  
Foto 4: Plattbauchlibelle
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