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Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

August 2015


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27.08.2015


Vorstellungsbesuch in Emden

Am Donnerstagmorgen empfing der Emder Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung Rainer Kinzel mit seinen Kollegen von der unteren Naturschutzbehörde die Mitarbeiter der Naturschutzstation. Diese stellten Aufgaben und Ziele der Einrichtung in Leer dar und berichteten von ihrer bisherigen Arbeit. Reichlich Gesprächsstoff bot das laufende Verfahren zur Ausweisung des Naturschutzgebietes „Unterems“. Neben Neuregelungen für das Teilgebiet Petkumer Deichvorland wurden weitere ortsspezifische Besonderheiten im Hoheitsbereich der Stadt Emden diskutiert. Heinrich Pegel und Peter Pauschert boten fachliche Unterstützung unter anderem bei der Klärung einiger Teile der geplanten Verordnung an.

Thomas Wegmann (links),  Astrid Heißenbüttel-Brinkmann (rechts) von der Emder Naturschutzbehörde sowie Heinrich Pegel von der Naturschutzstation Ems  
Thomas Wegmann (links), Astrid Heißenbüttel-Brinkmann (rechts) von der Emder Naturschutzbehörde sowie Heinrich Pegel von der Naturschutzstation Ems

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12.08.2015

Über den Emsrand geschaut: Deichbau im Leda-Jümme-Gebiet

Leda und Jümme bilden die bedeutendsten Seitengewässer der Unterems. Das Leda-Jümme-Gebiet unterliegt als flaches, breites Seitental wie die Ems dem täglichen Tideeinfluss. Die Unterhaltung und bei Bedarf die Verstärkung der Deiche am weitverzweigten Gewässersystem obliegt dem Leda-Jümme-Verband mit Sitz in Leer. Derzeit finden Baumaßnahmen gleich an mehreren Gewässerabschnitten statt. Neben den bei allen Eingriffen in freier Landschaft zu berücksichtigenden Grundsätzen von Ausgleich oder Ersatz entstandener Schäden springt für die Natur manchmal auch etwas mehr heraus. So zum Beispiel am Godensholter Tief im Süden Barßels. Hier wurde auf die Verstärkung des Deiches in vorhandener Trasse verzichtet, stattdessen dem Fluss durch Rückdeichung wieder Überschwemmungsraum zurückgegeben. Solche natürlichen Süßwasserwatten und Sümpfe sind wertvolle Biotope, die oft Mangelware an unseren kanalisierten Flüssen sind. Und sie wirken positiv auf die Ems selbst, denn Überflutungsbereiche sind Kinderstuben für die Fischfauna des gesamten Gewässersystems.

Im weiteren Verlauf des Godensholter Tiefs, hier heißt es Barßeler Tief, wurden Überlauf und Entwässerungsgraben eines ungeregelten Polders nach binnen verlegt. Da sich in der Grabensohle zahlreiche seltene und geschützte Pflanzen angesiedelt hatten, wurde das neue Gerinne so dimensioniert, dass die wertvolle Vegetation den Ortswechsel komplett mitmachen konnte. Schlangenwurz, Froschbiss & Co. nahmen dabei trotz unsanfter Umsiedlung mit der Baggerschaufel keinen Schaden.

Deichbau am Godensholter Tief bei Barßel  
Der neue Deich (rechts) folgt einem weiten, ehemaligen Flussbogen. Der alte, unmittelbar am Gewässerufer liegende Deich (links) ist schon zur Hälfte abtgetragen. Hier wird die Tide künftig frei ein- und ausschwingen können.
Umgesiedelte Schlangenwurz- und Röhrichtbestände im neuen Graben am Barßeler Tief  
Umgesiedelte Schlangenwurz- und Röhrichtbestände im neuen Graben am Barßeler Tief
Umgesetzte Sohlvegetation mit Schlangenwurz (oder Sumpf-Calla, Drachenwurz: breite herzförmige Blätter, Fruchtstände mit weißem Hüllblatt), rechts hinten blühender Blutweiderich  
Umgesetzte Sohlvegetation mit Schlangenwurz (oder Sumpf-Calla, Drachenwurz: breite herzförmige Blätter, Fruchtstände mit weißem Hüllblatt), rechts hinten blühender Blutweiderich
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06.08.2015

Antrittsbesuch bei Deichacht Moormerland und Entwässerungsverband Oldersum

Heiko Albers, Oberdeich- und Obersielrichter sowie Verbandsingenieur Adolf Wilken empfingen die Mitarbeiter der Naturschutzstation Ems als bekannte Gesichter in neuer Funktion. Sowohl Heinrich Pegel, bis Mai 2015 in der Naturschutzstation Fehntjer Tief beschäftigt, als auch Peter Pauschert, vormals als Landespfleger beim NLWKN in Aurich, blicken auf langjährige berufliche Kontakte mit den Oldersumer Unterhaltungsverbänden zurück. Bei Tee und Krintstut mit Käse unterhielt man sich über die neuen Aufgaben der Emsstation, die laufenden Unterhaltungsarbeiten an Deichen und Gewässern sowie über künftig anstehende Maßnahmen.

Vor Ort erläuterte Adolf Wilken den Stationsleuten die inzwischen hergestellte Fischdurchgängigkeit am Sauteler Schöpfwerk. Hier waren im Rahmen einer Kompensationsmaßnahme umfangreiche Umbauarbeiten am Siel erfolgt. Seither gewährleistet eine vollautomatische Anlage mit Süßwasser-Lockstrom eine regelmäßige Fisch-Passierbarkeit des Sielbauwerkes auch in Sielzug-armen Zeiten. Im Jahr 2009 konnte die Wirksamkeit der Einbauten in Untersuchungen des Gewässerökologen Dr. Oliver-D. Finch, NLWKN Betriebsstelle Aurich, nachgewiesen werden.


von links nach rechts: Heinrich Pegel von der Naturschutzstation, Oberdeich- und Obersielrichter Heiko Albers  und Verbandsingenieur Adolf Wilken vor dem Sauteler Schöpfwerk  
von links nach rechts: Heinrich Pegel von der Naturschutzstation, Oberdeich- und Obersielrichter Heiko Albers und Verbandsingenieur Adolf Wilken vor dem Sauteler Schöpfwerk
Adolf Wilken erläutert die Funktionsweise der Einbauten zur Fischpassierbarkeit  
Adolf Wilken erläutert die Funktionsweise der Einbauten zur Fischpassierbarkeit
Unterster Teil einer gerade zu Wartungszwecken ausgebauten Pumpe  
Unterster Teil einer gerade zu Wartungszwecken ausgebauten Pumpe
Vor dem Schacht einer der insgesamt vier leistungsstarken Pumpen  
Vor dem Schacht einer der insgesamt vier leistungsstarken Pumpen
Emsmarina am Sauteler Schöpfwerk  
Emsmarina am Sauteler Schöpfwerk
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