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Waldumbau

Entwicklung von standortgerechten Wäldern, Aufbau mehrstufiger Mischbestände


Im Bereich des Life-Projektgebietes befinden sich ca. 157,52 Hektar Waldfläche (= 27,15 % des Gebietes). Hiervon sind nur etwa 26,23 Hektar von heimischen Laubbaumarten dominiert.

Naturnaher Eichenwald
Naturnaher Eichenwald im Norden des Life-Projekt-Gebietes
Bei über 80 % der Wälder im Gebiet handelt es sich um Erstaufforstungen mit Nadelbäumen, die zudem oftmals von Baumarten fremdländischer Herkunft dominiert werden (insbesondere Schwarzkiefer, Japanlärche und Sitkafichte).
Naturferne Nadelforsten
Naturferne Nadelforsten dominierten bei Projektbeginn das Waldbild im Life-Projektgebiet

Im Rahmen des Life-Projektes fand ein Umbau von Waldflächen in einer Größenordnung von über 52,5 ha statt.

Die Lage und der Umfang der bearbeiteten Flächen kann der hier als Download verfügbaren Karte entnommen werden. Aus der Karte sind auch die verwendeten Arten und Stückzahlen ersichtlich.

Waldbestände am Burgwall (Abteilung 38 c1, b1 tlw.)

Die am Burgwall gelegenen Lärchenbestände wurden im August 2006 durchforstet (7,72 ha), um die Lichtverhältnisse in der Kraut- und Strauchschicht zu verbessern. Die beiden mittleren Waldblöcke (Abt. 38 b1 tlw., 2,9022 ha) wurden Mitte April 2007 vollflächig mit heimischen Laubgehölzen unterbaut, da hier die Voraussetzungen für die Entwicklung eines naturnahen Laubmischwaldes wegen der vergleichsweise geringen Durchmischung mit der Späten Traubenkirsche besonders günstig waren. Außerdem ist es aufgrund der zentralen Lage dieser Waldbestände innerhalb der großflächigen Heidegebiete und entlang des mit Heide bewachsenen Burgwalls naturschutzfachlich besonders wünschenswert, den Waldumbau nicht nur auf einem Viertel oder der Hälfte der Fläche umzusetzen.

Die weiter westlich liegenden Waldblöcke am Burgwall (Abt. 38 c1; 8,1814 ha) bedurften eines weiteren Lichtungshiebes, um hier Eichen anpflanzen zu können. Der Hieb erfolgte hier im Winterhalbjahr 2007/2008, die Pflanzung heimischer Gehölze fand im Frühjahr 2008 statt.

Pflanzung von Stieleichen
Pflanzung von Stieleichen in einem Lärchenbestand am Burgwall
Waldbereiche der Abteilungen 37 (tlw.), 43 und 50

In den Abteilungen 37a1, 43a1, 50a1 und 50b1 wurden im Winter 2007/2008 die Bestände durch Vorbereitungshiebe stark aufgelichtet und im Frühjahr 2008 auf Teilflächen (insgesamt 7,7777 ha) unterbaut. In diesen Beständen wurden ausschließlich Rotbuchen gepflanzt. Die Pflanzung erfolgte in besonders stark aufgelichteten „Pflanzlöchern“ (Femel) von ca. 50 m Durchmesser. Von den 2008 insgesamt im Rahmen des Life-Projektes gepflanzten Rotbuchen wurden in diesen Abteilungen ca. 20.800 Stück gepflanzt.

Damit wurde die Buche weitaus dichter gepflanzt als sonst üblich, um die Späte Traubenkirsche in den neu geschaffenen lichten Bereichen möglichst gleich zu unterdrücken. Von diesen Flächen aus soll sich die Buche in den bearbeiteten Abteilungen selber weiter ausbreiten.

Buchenpflanzung im Rahmen des Waldumbaus
Buchenpflanzung im Rahmen des Waldumbaus

Abteilung 39 a1

Die Abt. 39 wurde soweit sie im Life-Projektgebiet liegt in den Waldumbau einbezogen. Anders als die Abt. 37 (tlw.), 43 und 50 ist diese noch nicht so stark mit Später Traubenkirsche durchsetzt, so dass nach Durchforstung mit einer plötzlichen Vermehrung der Art aufgrund höheren Lichtgenusses nicht zu rechnen ist. Der Unterbau erfolgte im Rahmen des Life-Projektes durch Pflanzung mit Rotbuche im Frühjahr 2008. Hier wurden auf 0,9495 ha ca 2.500 Stück gepflanzt.

Im September 2009 erfolgte ergänzend eine Waldrandgestaltung auf 0,62 ha mit standortheimischen Laubgehölzen: 225 St. Schlehe (Prunus spinosa), 225 St. Waldhasel (Corylus avellana), 225 St. Hundsrose (Rosa canina), 225 St. Salweide (Salix caprea), 25 St. Gemeine Stechpalme (Ilex aquifolium), 75 St. Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum), insgesamt 1.100 Pflanzen.

Unterbauter Schwarzkieferbestand
Mit Rotbuche unterbauter Schwarzkieferbestand
Weitere Informationen zu der Umsetzung dieser Maßnahme und deren Ergebnisse können Sie dem in der Infospalte als Download verfügbaren Schlussbericht entnehmen.

Life
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Gerd-Michael Heinze

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Geschäftsbereich Regionaler Naturschutz
Außenstelle "Naturschutzstation Unterelbe"
Alte Hafenstr. 2
D-21729 Freiburg
Tel: +49 (0)4779 / 92681-14
Fax: +49 (0)4779 / 92681-15

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