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Klimawandel verändert den Wasserhaushalt deutlich

31. Grundwasser-Workshop diskutiert Strategien für neues Wassermanagement in Niedersachsen


Grundwasserstände verändern sich im Jahresverlauf und über längere Zeiträume. Im niederschlagsreichen Jahr 2024 lagen sie auf einem sehr hohen Niveau. Bereits 2025 bewegten sie sich wieder auf einem deutlich unterdurchschnittlichen Stand.   Bildrechte: NLWKN
Grundwasserstände verändern sich im Jahresverlauf und über längere Zeiträume. Im niederschlagsreichen Jahr 2024 lagen sie auf einem sehr hohen Niveau. Bereits 2025 bewegten sie sich wieder auf einem deutlich unterdurchschnittlichen Stand.

Vechta. - Was bedeutet die Klimaveränderung für das Grundwasser? Und welche Strategien zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sind effektiv? Diese Themen standen am 29. September 2026 im Fokus des 31. Grundwasser-Workshops des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Vechta. „Veränderungen des Wasserbestands und sich verändernde Nutzungsansprüche stellen die Wasserwirtschaft vor große Herausforderungen. Das erfordert eine vorausschauende Bewirtschaftung der Ressourcen“, sagte NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer. Vertreter aus Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik aus ganz Deutschland diskutierten in Vechta über aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze für eine nachhaltige Sicherung der Grundwasserressourcen.

Der Klimawandel verändert den Landschaftswasserhaushalt und damit auch den Grundwasserhaushalt nachhaltig. Veränderungen bei Niederschlägen, Wasserflüssen und der zeitlichen Verfügbarkeit von Wasser treffen auf wachsende und sich verändernde Nutzungsansprüche – etwa in der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Industrie. Damit gewinnt die Klimafolgenanpassung für die Wasserwirtschaft zunehmend an Bedeutung und bietet beim Umgang damit vollkommen neue Herausforderungen.

„Wasser ist eine unserer wichtigsten natürlichen Ressourcen“, so NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer. „Der Austausch der Experten beim Grundwasser-Workshop soll dazu beitragen, Wissen zusammenzuführen und gemeinsam tragfähige Antworten auf die vielen Fragen rund um den Klimawandel zu entwickeln.“ Sie betonte die Bedeutung eines gemeinsamen und vorausschauenden Handelns: „Gerade beim Grundwasser müssen wir Entwicklungen frühzeitig erkennen und unsere Bewirtschaftung langfristig darauf ausrichten. Dafür brauchen wir belastbare Daten, fachlichen Austausch auf allen Ebenen und gemeinsame Lösungen über die Grenzen einzelner Nutzungen und Zuständigkeiten hinweg.“

Im Mittelpunkt des Workshops stand deshalb nicht nur die Analyse der aktuellen Situation. Die Veranstaltung richtete den Blick ausdrücklich nach vorn: Welche Anpassungsstrategien sind erforderlich? Wie kann Wassermengenmanagement unter veränderten klimatischen Bedingungen gelingen? Und welche Erfahrungen lassen sich aus bereits laufenden Projekten und Initiativen gewinnen?

Die Abteilungsleiterin aus dem Niedersächsischen Umweltministerium, Uta Schöneberg, unterstrich die gemeinsame Verantwortung bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels: „Eine nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung ist eine zentrale Zukunftsaufgabe. Niedersachsen setzt deshalb auf konkrete Projekte, Förderansätze und Initiativen, die Klimafolgenanpassung und ein nachhaltiges Wassermengenmanagement miteinander verbinden.“ In diesem Zusammenhang würdigte sie die bereits aufgebauten Arbeitsstrukturen auf regionaler und kommunaler Ebene, wie beispielsweise regionale Arbeitsgruppen und Wasserversorgungskonzepte, die bereits viel erreicht haben und betonte, dass dieses bestehende Netzwerk weiter ausgebaut werden solle.

Relevante Akteure arbeiten zunehmend zielgerichtet zusammen

Der Workshop gliederte sich in zwei thematische Blöcke. Zunächst ging es um den Klimawandel und die aktuelle Grundwassersituation. Fachleute beleuchteten unter anderem Klimarisiken für die Land- und Forstwirtschaft, die Entwicklung der Grundwasserstände in Niedersachsen sowie die Grundwasserverfügbarkeit in Deutschland. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse der landesweiten Zustandsbewertung gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie vorgestellt.

Im zweiten Teil standen konkrete Vorhaben und Initiativen zum Umgang mit Klimafolgen in der Grundwasserbewirtschaftung im Mittelpunkt. Themen waren unter anderem landesweite Projekte zum Grundwassermanagement und Förderinitiativen des Landes Niedersachsen, die digitale Erfassung von Grundwasserentnahmen in der Feldberegnung, Agroforstwirtschaft und forstökologisches Wassermengenmanagement sowie Einsparpotenziale beim Trinkwasser. Den Abschluss bildete ein Blick auf Erfahrungen und Instrumente des dänischen Grundwassermanagements im Klimawandel.

NLWKN-Direktorin Rickmeyer betonte: „Mit der heutigen Veranstaltung wurde einmal mehr deutlich, dass sich die komplexen Herausforderungen für ein nachhaltiges Wassermengenmanagement nur fach- und sektorenübergreifend lösen lassen. In diesem Prozess müssen die relevanten Akteure aus Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung zielgerichtet zusammenarbeiten. Die Beiträge auf dem diesjährigen Grundwasser-Workshop sind ein guter Beleg dafür, dass es bereits sehr erfolgreiche Initiativen im Lande gibt, auf deren Basis fachliche Impulse gegeben werden. Jetzt gilt es, diese positiven Ansätze und Konzepte weiter in die Fläche zu tragen.“

NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer und Uta Schöneberg, Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, auf dem Grundwasser-Workshop des NLWKN in Vechta.   Bildrechte: Anna Wehring, Landkreis Vechta
NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer und Uta Schöneberg, Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, auf dem Grundwasser-Workshop des NLWKN in Vechta.
In Grundwassermessstellen wie dieser misst der NLWKN regelmäßig Grundwasserstände und entnimmt Proben für die Analyse von Inhaltsstoffen. Bildrechte: Gunter Wriedt
In Grundwassermessstellen wie dieser misst der NLWKN regelmäßig Grundwasserstände und entnimmt Proben für die Analyse von Inhaltsstoffen.
NLWKN-Logo Bildrechte: NLWKN

Artikel-Informationen

erstellt am:
01.10.2026

Ansprechpartner/in:
NLWKN Pressestelle

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
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30453 Hannover / 26506 Norden
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