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In der Hannoverschen Moorgeest rollen wieder die Bagger

NLWKN setzt die Bauarbeiten im Bissendorfer und im Helstorfer Moor fort


Das letzte Baufenster 2025/2026 wurde im Helstorfer Moor dafür genutzt, die Bautrassen von Gehölz freizustellen und für die kommenden Erdbauarbeiten vorzubereiten.   Bildrechte: NLWKN
Das letzte Baufenster 2025/2026 wurde im Helstorfer Moor dafür genutzt, die Bautrassen von Gehölz freizustellen und für die kommenden Erdbauarbeiten vorzubereiten.
Hannover - Im LIFE+ Projekt „Hannoversche Moorgeest“ geht die Bauphase in die sechste Runde. Der überwiegende Anteil sind Erdarbeiten, die bereits im Baufenster 2025/2026 begonnen wurden. Nasse Witterungsverhältnisse und die anschließende Brut- und Setzzeit haben die Maßnahmenumsetzung im Bissendorfer und Helstorfer Moor ausgebremst. Nun werden die Restarbeiten in Angriff genommen. Ergänzend sind noch lokale Optimierungsarbeiten im zentralen Bissendorfer Moor vorgesehen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) leitet die Umsetzung der Maßnahmen in ständigem Vor-Ort-Kontakt mit den ausführenden Baufirmen. Im Umfeld der Bauarbeiten kann es auf den angrenzenden Feldwegen zu Einschränkungen kommen. Der Landesbetrieb bittet daher um Verständnis für die notwendigen Arbeiten und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten.


Nach einer planmäßigen Unterbrechung der Bauphase sind aus den geschützten Mooren nun wieder erste Motorengeräusche von Spezialmaschinen zu hören, die die notwendigen Gehölz- und Erdbauarbeiten fortsetzen. Noch bis in den August 2027 wird das EU-geförderte Naturschutzprojekt umgesetzt. Ziel der Renaturierungsarbeiten ist die Anhebung der Moorwasserstände durch den Einstau von Regenwasser, um selten gewordene, moortypische Arten und Lebensräume zu fördern. Weiterhin wird der Landschaftswasserhaushalt stabilisiert, da Moore große Wassermengen in der Landschaft zurückhalten und sukzessive wieder abgeben können. Vergleichen kann man diese Eigenschaft mit denen eines Schwamms. Darüber hinaus sind die vier Moore (Helstorfer, Otternhagener, Schwarzes und Bissendorfer Moor) mit ihren Torfauflagen von bis zu sieben Meter wertvolle Kohlenstoffspeicher, deren Erhalt von ausreichender Wassersättigung abhängt. Bei optimalen Wasserständen kann das Moor wachsen und die Torfauflage wird größer. Das dient nicht nur dem Klimaschutz, sondern auch dem Hitzeschutz, denn Moore wirken durch ihre kühlende Wirkung insbesondere bei hohen Lufttemperaturen ausgleichend.


Konkret bedeutet die Umsetzung der Bauarbeiten, dass Gehölze entfernt werden, um die letzten Baufelder freizustellen, in denen anschließend die regenwasserrückhaltenden Dämme aus ortseigenem Torf aufgebaut werden. Aufgrund des feuchten Untergrunds werden besondere Anforderungen an Mensch und Maschine gestellt, um die Eingriffe so gering wie möglich zu halten. Dazu zählen zum Beispiel besonders breite Kettenlaufwerke für einen geringen Bodendruck und schonende Techniken der Materialentnahme. Begleitet werden die Baufirmen durch die Ingenieure des NLWKN, welche für Bauplanung und Bauleitung zuständig sind und von einer ökologischen Baubegleitung. Ihre Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass alle naturschutzfachlichen Anforderungen eingehalten werden und im Bedarfsfall einzugreifen. „Eine Wiedervernässung und die damit verbundenen Bauarbeiten zu Gunsten der moortypischen Arten und seltenen Lebensräume stellen zunächst einen Eingriff dar. Daher ist es besonders wichtig, dass ökologische Belange während der laufenden Bauarbeiten nicht vernachlässigt werden“, betont Celia Guthof, die seitens des NLWKN die Baumaßnahmen naturschutzfachlich begleitet. Das ist auch der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover ein wichtiges Anliegen, weshalb die Projektpartner stets in engem Austausch stehen.


Der besondere Fokus dieses Baufensters liegt auf den umfangreichen Arbeiten im Helstorfer Moor. Nach der bereits im letzten Jahr erfolgten Gehölzfreistellung und der Vorbereitung der Bautrassen steht jetzt der Bau der wasserrückhaltenden Torfdämme an. Zusätzlich werden letzte Holzpolter beseitigt. Auch ins Bissendorfer Moor kehren die Baufirmen mit ihren Maschinen zurück. Der Bau von rund 1,5 Kilometer Torfdamm im Bereich des Kaltenweider Hauptvorfluters steht noch aus. Außerdem werden die letzten Arbeiten am neu angelegten Entwässerungsgraben entlang des Achtminutenwegs abgeschlossen. Dieser dient der Sicherstellung der Entwässerung für die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. Zusätzlich werden im Zentrum des Moores noch Nacharbeiten vorgenommen, die der Optimierung des Regenwasserrückhaltes dienen.

Torfmoose und moortypische Pflanzenarten profitieren von den Wiedervernässungsmaßnahmen im Bissendorfer Moor. Aus der Luft lassen sich die Veränderungen eindrucksvoll dokumentieren.   Bildrechte: Region Hannover
Torfmoose und moortypische Pflanzenarten profitieren von den Wiedervernässungsmaßnahmen im Bissendorfer Moor. Aus der Luft lassen sich die Veränderungen eindrucksvoll dokumentieren.

Hintergrundinformationen zum Projekt:


Homepage: www.life-moorgeest.niedersachsen.de

Projektfilm: www.youtube.com/watch?v=CerZQ2krvHY

 


Kontakt:

Projektmanagement

Susanne Brosch, 0511-3034-3115, susanne.brosch@nlwkn.niedersachsen.de

 


Technische Projektbetreuung Helstorfer Moor

Niklas Wilkens niklas.wilkens@nlwkn.niedersachsen.de

Johanna Franz johanna.franz@nlwkn.niedersachsen.de

 


Technische Projektbetreuung Bissendorfer Moor

Johanna Franz johanna.franz@nlwkn.niedersachsen.de

 

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Artikel-Informationen

erstellt am:
05.08.2026

Ansprechpartner/in:
NLWKN Pressestelle

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76a / Am Sportplatz 23
30453 Hannover / 26506 Norden
Tel: +49 (0)511 3034-3322 sowie +49 (0)4931/ 947 -173 und +49 (0)4931/ 947 -181
Fax: +49 (0)4931/947 - 222

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