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Öffentlichkeitsbeteiligung zu Managementmaßnahmen von invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung

Unterlagen für zwei weitere Arten ab dem 1. September 2020 im Internet verfügbar


Seit 1. Januar 2015 ist die Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des europäischen Parlaments und des Rates über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten in Kraft. Auf Grundlage des Artikel 4 dieser Verordnung wurde eine Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung aufgestellt.

Diese sogenannte „Unionsliste“ ist am 03.08.2016 mit 37 Tier- und Pflanzenarten in Kraft getreten (Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141). Mit einer Aktualisierung vom 02.08.2017 wurde die Unionsliste um weitere 12 Arten ergänzt (Durchführungsverordnung (EU) 2017/1263). Die Öffentlichkeitsbeteiligungen zu den Managementmaßnahmen für weit verbreitete Arten dieser Listungen fanden 2017 und 2018 statt.

Mit der Durchführungsverordnung (EU) 2019/1262, welche am 15.08.2019 in Kraft getreten ist, wurde die Unionsliste um weitere 13 Pflanzenarten und vier Tierarten ergänzt.

Für Arten der Unionsliste, die bereits als weit verbreitet gelten, sind nach Artikel 19 der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 Managementmaßnahmen festzulegen. Arten, die sich in einer frühen Phase der Invasion befinden oder erstmalig auftreten, sind gegenüber der EU-Kommission nach Artikel 16 zu notifizieren und nach Artikel 17 der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 zu beseitigen.

Das Bundesamt für Naturschutz hat eine Methodik entwickelt, um zwischen weit verbreiteten Arten und Arten, die sich in einer frühen Phase der Invasion befinden, zu unterscheiden. Danach gelten folgende Arten der Durchführungsverordnung (EU) 2019/1262 zusätzlich als weit verbreitet:

Ailanthus altissima
Götterbaum
Lepomis gibbosus
Sonnenbarsch


Der Öffentlichkeit wird nach Artikel 26 Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 die Möglichkeit gegeben sich an der Vorbereitung, Änderung oder Überarbeitung von Managementmaßnahmen frühzeitig zu beteiligen.

Mit Bekanntmachung des NLWKN vom 12.08.2020, welche im niedersächsischen Ministerialblatt Nr. 37/2020 vom 12.08.2020 veröffentlicht wurde, ist für Niedersachsen folgendes Verfahren bezüglich der Anhörung zu Managementmaßnahmen für invasive gebietsfremde Arten von unionsweiter Bedeutung festgelegt worden:

Unter der Internetadresse www.anhoerungsportal.de sind seit dem 01. September 2020 alle benötigten Unterlagen zu finden.

Bei den zur Verfügung gestellten Unterlagen handelt es sich neben den Maßnahmenblättern für die beiden Arten auch um eine weiterführende erklärende Einleitung, die Differenzierung von weit verbreiteten Arten und Arten, die sich in einer frühen Phase der Invasion befinden sowie Angaben zur Verbreitung in Niedersachsen.

Unter dieser Internetadresse ist es darüber hinaus möglich, direkt Stellung zu nehmen. Die Frist zur Auslegung endet am 1. Oktober 2020, der Onlinezugang zu den Unterlagen wird jedoch im Sinne der Bürgerfreundlichkeit auch während der Äußerungsfrist weiterhin möglich sein. Die Frist zur Äußerung endet am 2. November 2020.

Auf eine Auslegung der Unterlagen in den Betriebsstellen des NLWKN wird in diesem Jahr aufgrund der COVID-19-Pandemie verzichtet. Das alternative Verfahren ist im oben genannten Ministerialblatt beschrieben.

Der invasive Götterbaum kommt bisher überwiegend im Siedlungsraum vor und kann andere Pflanzen am Wachstum hindern (Allelopathie)   Bildrechte: Christian Boestfleisch

Der invasive Götterbaum kommt bisher überwiegend im Siedlungsraum vor und kann andere Pflanzen am Wachstum hindern (Allelopathie).

Ansprechpartner:

Dr. Linus Günther

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