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Schutz vor Radon

Strahlenschutz


Radon Bildrechte: NLWKN
Die Gemeinden Braunlage, Clausthal-Zellerfeld und Goslar (Stadt) werden als Radonvorsorgegebiete ausgewiesen.

Von Helge Behnsen, Cindy Liebetruth, Kirsten Rupprecht

Auch im Jahr 2020 war das Thema Radon wieder in vielen Schlagzeilen präsent und rückte unter Gesichtspunkten der aktuellen Pandemie und vermehrter Heimarbeit Anfang des Jahres 2021 abermals verstärkt in den öffentlichen Fokus. Zum einen waren die Bundesländer bis Jahresende verpflichtet, Radonvorsorgegebiete - das sind Gebiete, in welchen seit Ende 2020 ein besonderer Schutz vor Radon gilt - auszuweisen, zum anderen warnte unlängst das Bundesamt für Strahlenschutz vor Heimarbeit in Kellerräumen, da dort häufiger erhöhte Radonwerte auftreten können.

Radon kommt als natürliches radioaktives Edelgas überall vor. Wir Menschen können es allerdings weder riechen noch sehen, wodurch Radon zu einer unbewussten Gefahr werden kann. Radon entsteht beim radioaktiven Zerfall von Uran im Erdboden und ist weltweit für den größten Teil der natürlichen Strahlenbelastung der Bevölkerung verantwortlich. Über undichte Stellen und Leitungen oder auch aus Baumaterialien selbst, kann es in Gebäude, insbesondere in Kellerräume, gelangen. Dort kann sich das Gas anreichern und zu einem steigenden Lungenkrebsrisiko führen. Raucher sind dabei besonders gefährdet.

Bundesweit sehen das Strahlenschutzgesetz und die Strahlenschutzverordnung seit 2018 umfangreiche Regelungen zum Radonschutz vor. Hervorzuheben ist dabei der festgelegte Referenzwert für Innenräume von 300 Becquerel pro Kubikmeter und die Regelungen zum Schutz vor Radon an Arbeitsplätzen in Radonvorsorgegebieten.

Die Radonberatungsstelle im NLWKN

Mit der Radonberatungsstelle des Landes Niedersachsen bietet der NLWKN eine Anlaufstelle für interessierte Bürger und Bürgerinnen, die Unterstützung beim Schutz vor Radon durch unabhängige und wissenschaftlich fundierte Informationen in Niedersachsen suchen. Seit Juli 2020 widmet sich Helge Behnsen in der Betriebsstelle Hildesheim der Öffentlichkeitsarbeit und der Informationsbereitstellung zum Thema Radon, den Kernaufgaben der Radonberatungsstelle. Im Zuge dessen wurde im Laufe des vergangenen Jahres der Webauftritt erweitert und aktualisiert. Online-Informationsveranstaltungen für besonders betroffene Gebiete befinden sich in der Planungsphase. Die langfristige Perspektive der Beratungsstelle ist die weitere Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema Radon. Hier steht aufgrund der gesetzlichen Regelungen der Gesundheitsschutz (Arbeitsschutz) im Vordergrund. Für eine zuverlässige Information der Arbeitgeber wurde Ende des Jahres, in Zusammenarbeit mit der Pressestelle des NLWKN, als erster Schritt der Flyer "Radon in Niedersachsen - Informationen für ArbeitgeberInnen" erarbeitet. Dieser wurde im Februar 2021 veröffentlicht und ist auf der Informationsseite als Download verfügbar.

Ausweisung von Radonvorsorgegebieten in Niedersachsen

Bis Ende des Jahres 2020 waren die zuständigen Behörden verpflichtet, Gebiete festzulegen, in denen die über das Jahr gemittelte Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Luft in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen den Referenzwert überschreitet. In Niedersachsen wurden die Gemeinden Braunlage, Clausthal-Zellerfeld und Goslar als Radonvorsorgegebiete identifiziert und aufgrund dieser Empfehlung durch das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig per Allgemeinverfügung als solche ausgewiesen. In diesen Gemeinden gelten nun besondere Maßnahmen zum Schutz vor Radon. Dazu zählt insbesondere die Messpflicht der Radon-222-Aktivitätskonzentrationen an allen Arbeitsplätzen in Erd- und Kellergeschossen sowie erweiterte Anforderungen bei der Errichtung von Neubauten mit Aufenthaltsräumen (darunter auch Einfamilienhäuser) und Arbeitsplätzen. Sämtliche Pflichten und Maßnahmen sind unter dem Thema Radonvorsorgegebiete zusammengefasst.

Bei der Ausweisung der durch Radon gefährdeten Gebiete war vor allem die Expertise des NLWKN gefragt. Infolge der erfolgreich durchgeführten Radon-Messkampagnen, die sowohl Innenraum- als auch Bodenluftmessungen umfassten, konnten die Gebiete mit einer erhöhten Gefahr durch Radon im Landkreis Goslar zuverlässig identifiziert werden. Auch der Landkreis Göttingen weist im Vergleich zum Rest des Landes höhere Radonkonzentrationen auf. Hier sind jedoch weitere umfangreiche Messungen nötig, um eine Eingrenzung der betroffenen Gemeinden zu ermöglichen. Auch im Jahr 2021 werden daher die Radonmessungen durch den NLWKN weitergeführt, sowohl gezielt in besonders gefährdeten Bereichen als auch in ganz Niedersachsen, um mit Hilfe umfassender Daten auch weiterhin kompetente Informationen für die Bevölkerung und die Politik zu liefern.


Artikel-Informationen

erstellt am:
10.06.2021
zuletzt aktualisiert am:
23.06.2021

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