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Heimliche Durchzügler im späten Frühjahr

Landesweite Regenbrachvogel-Erfassung 2026


.   Bildrechte: Gerd-Michael Heinze

Der Regenbrachvogel ist ein Langstreckenzieher, der auf dem ostpaläarktischen Zugweg in Westfrika überwintert und in der Übergangszone von Tundra zu Taiga auf Island, in Nordskandinavien und Nordrussland brütet. In Niedersachsen ziehen die Vögel auf dem Heimzug in ihre Brutgebiete für einen kurzen Zeitraum im April und Mai durch. Dabei sind sie hauptsächlich in Küstennähe und in angrenzenden Marschlebensräumen anzutreffen; doch auch im Tiefland können Einzelvögel oder kleine Gruppen auftauchen.

Die Ems-Dollart Region stellt mit der Emsmarsch, dem Fehntjer-Tief, dem Leda-Jümme-Gebiet und dem Rheiderland ein traditionelles Rastgebiet für den Regenbrachvogel dar. Die Vögel nutzen verschiedene Flachwasser-Bereiche des Ems-Ästuars als Schlafplatz und fliegen von hier aus überwiegend landwirtschaftlich genutzte Grünlandflächen zur Nahrungssuche an. Untersuchungen aus dem Jahr 2011 weisen dem Gebiet eine nationale Bedeutung für rastende Regenbrachvögel zu. Weitere Erfassungen und Analysen fanden in den folgenden Jahren bis 2022 statt.

Aus anderen potentiellen Rastgebieten ist jedoch wenig bekannt. Aus diesem Grund wurde zur Monatswende April/Mail 2026 erstmalig eine von der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung getragene landesweite Synchronerfassung mit dem Ziel einer möglichst flächendeckenden Erfassung jedes potentiellen Rastgebietes durchgeführt. Vom 29.04. bis 04.05.2026 wurden grünlanddominierte Niederungen, Grünland im Umkreis renaturierter Moore sowie Salzwiesen und Wattflächen als Schwerpunkträume des Vorkommens auf anwesende Regenbrachvögel kontrolliert.

Drei Regenbrachvögel (rechts) und Großer Brachvogel im Vergleich.   Bildrechte: Gerd-Michael Heinze
Drei Regenbrachvögel (rechts) und Großer Brachvogel im Vergleich.
Von den Schlafplätzen in Flachwasserbereichen, fliegen die Vögel tagsüber zu ihren Nahrungsflächen.   Bildrechte: Gerd-Michael Heinze
Von den Schlafplätzen in Flachwasserbereichen, fliegen die Vögel tagsüber zu ihren Nahrungsflächen.
Nahrung suchen die Regenbrachvögel hauptsächlich auf feuchtem bis nassem Wirtschaftsgrünland; hier finden sie Schnakenlarven als bevorzugte Beute.   Bildrechte: Gerd-Michael Heinze
Nahrung suchen die Regenbrachvögel hauptsächlich auf feuchtem bis nassem Wirtschaftsgrünland; hier finden sie Schnakenlarven als bevorzugte Beute.

An dieser Erfassung beteiligten sich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Naturschutzstationen Fehntjer Tief und Ems. Unterstützt wurden sie dabei von Kollegen des LIFE IP GrassBirdHabitats und des Niedersächsischen Weges. Dabei konnten im Rheiderland über 700 Regenbrachvögel festgestellt werden. Die erhobenen Daten gilt es nun in einer Gesamtbetrachtung in den Kontext zu rücken und einzuordnen.

Nahrungssuchende Regenbrachvögel im Wymeerster Hammrich, aufgenommen im Rahmen der landesweiten Erfassung 2026.   Bildrechte: Felix Närmann/NLWKN
Nahrungssuchende Regenbrachvögel im Wymeerster Hammrich, aufgenommen im Rahmen der landesweiten Erfassung 2026.
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Artikel-Informationen

erstellt am:
18.05.2026
zuletzt aktualisiert am:
19.05.2026

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