NLWKN Niedersachen klar Logo

Beiträge zum Fließgewässerschutz II

- Renaturierungsmaßnahmen und Erfolgskontrollen -


Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen

Heft 2/06, 76 S., 2,50 €

Beiträge

Zu diesem Heft
Das vorliegende Heft über Fließgewässerrenaturierungen und Erfolgskontrollen ist eine Zusammenstellung verschiedener Autorenbeiträge, die im Rahmen einer zweitägigen Fachtagung der NNA in Kooperation mit dem NLWKN – Geschäftsbereich Naturschutz – Ende September 2005 in Camp Reinsehlen vorgestellt worden sind. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Umsetzungspraxis der Gewässerentwicklung und zur ökologischen Wirksamkeit, Eignung und Qualität von verschiedenen Renaturierungsmaßnahmen, die anhand von ausgewählten Umsetzungsbeispielen an norddeutschen Fließgewässern vorgestellt und erörtert wurden. Dabei ging es in erster Linie um Projekte, bei denen im Anschluss an die Maßnahmenumsetzung mehr oder weniger umfangreiche Begleituntersuchungen zur Erfolgskontrolle durchgeführt wurden.
Eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse findet sich auch in den NNA - Mitteilungen 1/2006.
Alle Beiträge zeigen einen beispielhaften Ausschnitt aus dem Alltag der Umsetzungspraxis der Gewässerrenaturierung und der Durchführung von Untersuchungen zu Erfolgskontrollen. Sie dokumentieren damit in eindrucksvoller Weise die Bemühungen um den Schutz und die Verbesserung unserer Fließgewässer und vermitteln einen Eindruck von den vielerorts bereits laufenden Aktivitäten zur Entwicklung unserer Bäche und Flüsse, die dazu beitragen, die Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen.

Vorwort
Gut vorbereitet auf zukünftige Herausforderungen – Naturschutz und Wasserwirtschaft im NLWKN
Schutz und Entwicklung unserer Fließgewässer und ihrer Auen sind gleichermaßen Aufgabe der Wasserwirtschaft und des Naturschutzes. Die hohe Übereinstimmung der grundlegenden Zielsetzungen beispielsweise in der Renaturierungspraxis und in der Gewässerentwicklungsplanung ist offensichtlich.
Auch zwischen den Zielen der EU-Richtlinien des Naturschutzes, der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL), der Vogelschutz-Richtlinie (VS-RL) und der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), bestehen zahlreiche Gemeinsamkeiten, Anknüpfungspunkte und Schnittstellen. Infolgedessen bieten sich vielfältige Möglichkeiten des Zusammenwirkens und einer koordinierten und sich ergänzenden Vorgehensweise im praktischen Vollzug.
Die Umsetzung der europarechtlichen Regelungen wird zukünftig zu den Kernaufgaben und Schwerpunkten in der Arbeit der Wasserwirtschafts- und Naturschutzverwaltung gehören und auch das Handeln von Naturschutz und Wasserwirtschaft im NLWKN in immer stärkerem Maße bestimmen. Angesichts der inhaltlichen Gemeinsamkeiten von Naturschutzzielen und der WRRL gilt es daher, die Synergien zu nutzen, die sich zur Verwirklichung von Zielen des Gewässer- und Naturschutzes ergeben.
Eine entscheidende Voraussetzung für ein erfolgreiches gemeinsames Wirken von Naturschutz und Wasserwirtschaft ist eine gut organisierte und reibungsarme Zusammenarbeit mit effizienten Kooperations- und Kommunikationsstrukturen. Sie sind der Schlüssel für die Bewältigung der vor uns liegenden Aufgaben und Herausforderungen auf dem Gebiet des Natur- und Fließgewässerschutzes.
Der NLWKN hat sich diesen Herausforderungen gestellt: Die komplexen, ineinander greifenden Themen des Gewässer- und Naturschutzes erfordern ein hohes Maß an fachlicher und inhaltlicher Kompetenz, die der NLWKN als moderne Fachbehörde vorhalten und anbieten kann. Durch die Neuorganisation des Landesbetriebes und das formale Zusammenwachsen der Wasserwirtschafts- und Naturschutzverwaltung unter einem Dach wächst zusammen, was im Gewässerschutz zusammen gehört – eine entscheidende Voraussetzung, um die kommenden Aufgaben zu bewältigen.
Das vorliegende Heft soll mit seinen fundierten Beiträgen dabei helfen, diesem Ziel näher zu kommen und die Ziele des Natur- und Fließgewässerschutzes gemeinsam zu erreichen.

Siegfried Popp
Direktor des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

nach oben

Fließgewässerrenaturierung und Erfolgskontrollen in Zeiten der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL)
von Peter Sellheim

Inhalt
1 Einführung
2 Die Renaturierung von Fließgewässern in Niedersachsen – zum Stand der Dinge

2.1 Erfolgreich in der Umsetzung – das Niedersächsische Fließgewässerprogramm
2.2 Die Wasserrahmenrichtlinie – neuer Schwung für die Entwicklung unserer Gewässer
2.3 Gemeinsame Ziele bei der Gewässerentwicklung: Das Zusammenwirken von Naturschutz und Wasserwirtschaft
2.4 Gewässerentwicklung zwischen Anspruch und Wirklichkeit – bisherige Erfahrungen, fachliche Schwerpunkte und Folgerungen
3 Erfolgskontrollen – zwischen Erkenntnisgewinn und Monitoringverpflichtung
3.1 Renaturierung und der Lerneffekt
3.2 Erfolgskontrollen und Monitoring nach WRRL
3.3 Folgerungen – wozu Erfolgskontrollen?
4 Fazit und Ausblick
5 Zusammenfassung
6 Literaturhinweise

Zusammenfassung
Die in den zurückliegenden Jahren umgesetzten Renaturierungsprojekte auf Bundes- und Landesebene haben zu erkennbaren ökologischen Verbesserungen an unseren Fließgewässern geführt. So sind beispielsweise in Niedersachsen im Rahmen des Niedersächsischen Fließgewässerprogramms landesweit zahlreiche Maßnahmen der naturnahen Gewässergestaltung geplant, gefördert und umgesetzt worden. Die inhaltlichen Schwerpunkte der landesweit umgesetzten Maßnahmen lagen bisher vornehmlich bei punktuellen baulichen Maßnahmen unmittelbar am Gewässerlauf. Vorgehensweise und Zusammenarbeit bei der Programmumsetzung und die von gewässerbezogenen Arbeitskreisen begleitete Erarbeitung von Gewässerentwicklungsplänen haben sich insgesamt sehr bewährt und dazu beigetragen, dass sich die Kooperation und Kommunikation zwischen der Naturschutz- und Wasserwirtschaftsverwaltung auf fast allen Ebenen deutlich verbessert hat.
Der derzeitige Umsetzungsstand von Maßnahmen des Fließgewässerprogramms und die aus der jahrelangen Renaturierungspraxis durch die Maßnahmenumsetzung und die Durchführung von Untersuchungen zur Erfolgskontrolle gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse werden beschrieben und vor dem Hintergrund der EG-WRRL diskutiert. Es wird aufgezeigt, dass die bisherige Umsetzung von Maßnahmen der naturnahen Gewässergestaltung und die bisherigen Renaturierungsbemühungen dazu beitragen, die Ziele der WRRL und die geforderten guten Zustände zu erreichen.
Insgesamt ist aber auch deutlich geworden, dass sich zukünftige Maßnahmenschwerpunkte angesichts der nach wie vor bestehenden großen Probleme an unseren Fließgewässern nicht mehr nur auf die Umgestaltung von Querbauwerken beschränken dürfen, sondern verstärkt andere gravierende Belastungsfaktoren an den Gewässern "ins Visier" nehmen müssen, wie z.B. strukturelle Defizite in Gewässer und Aue, unnatürliche Stoff- und Sedimenteinträge oder intensive Gewässerunterhaltung.
Die in den vergangenen Jahren gesammelten Erfahrungen und die durchgeführten Begleituntersuchungen zur Erfolgskontrolle haben dabei zu vielen fachlichen Erkenntnissen geführt, die dabei helfen. Die entsprechenden fachlichen Anforderungen und Zielsetzungen sowie Umsetzungsmöglichkeiten für erfolgreiche Gewässerentwicklungen werden ebenso erörtert wie die grundlegenden Anforderungen an die Durchführung gezielter Erfolgskontrollen vor dem Hintergrund der Vorgaben der WRRL.
Es wird großer Anstrengungen bedürfen, um eine nachhaltige ökologische Verbesserung unserer Fließgewässerlandschaften und den geforderten guten ökologischen Zustand zu erreichen. Mit Inkrafttreten der WRRL und ihren verbindlichen inhaltlichen und zeitlichen Vorgaben werden aber – so ist zu hoffen – Bemühungen zur ökologischen Verbesserung unserer Gewässer deutlich an Fahrt gewinnen.
Durch das Zusammenwirken von Wasserwirtschaft und Naturschutz, insbesondere bei der Umsetzung von Natura 2000 und WRRL und die hohe Übereinstimmung der jeweiligen grundlegenden Ziele in der Gewässerentwicklung und bei der Renaturierungspraxis ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte und Schnittstellen, die bei unseren Bemühungen zur ökologischen Verbesserung und Entwicklung niedersächsischer Gewässerlandschaften genutzt werden sollen.

nach oben

Erfahrungen zu Erfolgskontrollen bei Fließgewässerrenaturierungen – Ergebnisse eines BMBF-Projektes
von Wolfgang Dickhaut

Inhalt
1 Vorbemerkung
2 Struktur, Methoden und Zielsetzung des Projektes
3 Zentrale Ergebnisse
3.1 Anforderungen – strukturell und finanziell
3.2 Inhaltlich-fachliche Anforderungen
4 Fazit – Erfolgskontrolle und Monitoring
5 Zusammenfassung
6 Literatur

Zusammenfassung
Im Rahmen eines BMBF-Forschungsprojektes "Fließgewässerrenaturierung heute" wurden bei 21 konkreten Renaturierungsprojekten an Fließgewässern Norddeutschlands Daten von vorhandenen Erfolgskontrollen zusammengetragen und der Erfolg der durchgeführten Projekte bewertet und erörtert. Als Fazit der Erfahrung aus dieser Projektevaluation ist u.a. festzustellen, dass es insgesamt sehr wenige systematische und langjährige Erfolgskontrollen von Renaturierungsmaßnahmen gibt.
Aus den Ergebnissen und Erkenntnissen wurden aktuelle Planungsgrundsätze und Vorschläge für die gute fachliche Praxis der Fließgewässerrenaturierung erarbeitet. Als zentrales Ergebnis des Forschungsprojektes werden bestimmte strukturelle und inhaltlich-fachliche Anforderungen diskutiert, die an Planung und Umsetzung künftiger erfolgreicher Projekte bei der Gewässerrenaturierung gestellt werden müssen.

nach oben

Eigendynamische Gewässerentwicklung – ein kosteneffizienter Maßnahmentyp zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie in Niedersachsen
von Michael Buschmann

Inhalt
1 Ausgangssituation
2 Prioritäre Kulisse für den Maßnahmentyp "eigendynamische Gewässerentwicklung" in Niedersachsen

3 Umsetzung des Maßnahmentyps "eigendynamische Gewässerentwicklung"
3.1 Methoden zur Initiierung der eigendynamischen Gewässerentwicklung
3.2 Initialmaßnahmen
3.3 Dokumentationsbeispiele aus dem Berg- und Hügelland
4 Begriffsbestimmung und Einschätzung der rechtlichen Rahmenbedingungen
5 Erprobung des Maßnahmentyps "eigendynamische Gewässerentwicklung" im Rahmen der laufenden Modellvorhaben zur Umsetzung der EG-WRRL in Niedersachsen
6 Zusammenfassende Empfehlungen für die Nutzung des Maßnahmentyps "eigendynamische Gewässerentwicklung" zur Umsetzung der EG-WRRL in Niedersachsen
7 Zusammenfassung
8 Literatur

Zusammenfassung
Der Beitrag betrachtet die Erfolgskontrolle im Rahmen der Fließgewässerrenaturierung aus einem besonderen Blickwinkel. Gegenstand der Betrachtungen ist die eigendynamische Regenerationsfähigkeit der Fließgewässer. Anhand ausgewählter Beispiele von ehemals ausgebauten Gewässern, die in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht bzw. nur sehr extensiv unterhalten wurden, werden zunächst die Phasen der Gewässerrestrukturierung dargestellt. Darauf aufbauend werden die Möglichkeiten zur gezielten Nutzung der eigendynamischen Gewässerentwicklung zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) aufgezeigt. Es wird vorgeschlagen, den beschriebenen Maßnahmenansatz als eigenständigen Maßnahmentyp zunächst in die in Niedersachsen üblichen Unterhaltungspläne und Gewässerentwicklungspläne (GEPL) und zum gegebenen Zeitpunkt in die Bewirtschaftungspläne gemäß WRRL zu übernehmen. Dafür ist eine systematische Herangehensweise und eine methodische Unterstützung zur Identifizierung der für den Maßnahmentyp geeigneten Gewässerabschnitte erforderlich.

nach oben

Umgestaltungsmaßnahmen und Erfolgskontrollen an der Ihme – Gewässerentwicklung in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft
von Günter Ratzbor

Inhalt
1 Ausgangsvoraussetzungen
2 Planungsansatz
3 Umsetzungsprobleme
4 Umgestaltungsmaßnahmen
5 Erfolgskontrollen
6 Entwicklung der Ihme und Folgerungen
7 Zusammenfassung
8 Literatur

Zusammenfassung
In dicht besiedelten und intensiv genutzten Landschaftsteilen stößt die ökologische Optimierung von Gewässern an Grenzen. Grund und Boden stehen nur sehr eingeschränkt zu hohen Preisen zur Verfügung. Siedlungsbedingte Vorflutverhältnisse können nicht zurückgebaut werden. Eine Renaturierung von Fließgewässern und ihren Auen ist im eigentlichen Wortsinn nicht möglich. Dennoch ist es auf zwei Kilometern gelungen, den Bördebach Ihme südlich von Hannover als natürlich funktionierendes Gewässer wieder herzustellen. Da nicht der Wasserspiegel auf das Niveau des Talraums angehoben werden konnte, wurde der Talraum zumindest teilweise auf das Niveau des Wasserspiegels abgesenkt. Die Erfolgskontrolle zeigt, dass der umgestaltete Abschnitt der Ihme viele Elemente, Ausprägungen und Prozesse eines tatsächlich natürlichen Gewässers aufweist und damit die Anforderungen der WRRL an die Strukturentwicklung der Gewässer mehr als erfüllt.

nach oben

Maßnahmen der Auenentwicklung an der Elbe – Erfahrungen und Erkenntnisse
von Karl-Heinz Jährling

Inhalt
1 Einführung
2 Ursachen und Folgen der tief greifenden Veränderungen in der Gewässerlandschaft der Elbaue

2.1 Hochwasserschutz im Einzugsgebiet
2.2 Verkehrswasserbauliche Maßnahmen
3 Die Anbindung von Auengewässern als Maßnahmen zur Auenentwicklung
3.1 Wiederanschluss "Kurzer Wurf" bei Klieken
3.1.1 Zielsetzung und Maßnahmenumsetzung
3.1.2 Festgestellte Entwicklungen
3.2 Anschluss "Baggerloch Parchau"
3.2.1 Zielsetzung und Maßnahmenumsetzung
3.2.2 Festgestellte Entwicklungen
3.3 Randgewässeranschluss bei Dornburg
3.3.1 Zielsetzung und Maßnahmenumsetzung
3.3.2 Festgestellte Entwicklungen
4 Folgerungen
5 Zusammenfassung
6 Literatur

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund der an der Elbe vorgenommenen anthropogenen Eingriffe und der daraus erwachsenen Veränderungen stellt sich das heutige morphologische Bild des Flusses und der Aue, primär bezogen auf vergleichende Betrachtungen des Gewässerbestandes und auf hiermit verknüpfte eigendynamische Vorgänge, drastisch verändert dar.
Dass es sich dabei jedoch keineswegs um völlig unumkehrbare Entwicklungen handelt, lässt sich an Hand verschiedener Projekte nachweisen. Dabei ergeben sich bei einer ganzheitlichen Herangehensweise und einer vertretbaren Zielposition – auch und gerade bei Berücksichtigung der Nutzung der Elbe als Wasserstraße und der Gewährleistung eines notwendigen Hochwasserschutzes in einem ausreichenden und vertretbaren Maße – deutliche Potenziale im Bereich der Gewässerreaktivierung sowohl in der rezenten als auch in der fossilen Aue bzw. in den reaktivierbaren Teilen der fossilen Aue.
Neben direkten Gewässerreaktivierungen in der derzeit bestehenden rezenten Elbaue besitzen Wiederbelebungen von Gewässeraltstrukturen in der fossilen Aue im Zuge von Rückdeichungen auf Grund der großen ökologischen Effizienz der Gesamtmaßnahme einen sehr hohen Stellenwert. Wesentlich ist dabei aus Sicht des Verfassers insbesondere die Berücksichtigung des Prozessschutzes als Basis für derartige Maßnahmen gegenüber herkömmlichen, häufig relativ statischen Arten- und Biotopschutzgedanken.
Mit den hier angeführten Beispielen wurden mehrere weitere Projekte im Bereich der Mittleren Elbe realisiert. Diverse Folgevorhaben sind grundsätzlich möglich und teilweise schon in Vorbereitung bzw. angedacht.
Möglich wurden und werden solche konkreten Vorhaben nur in einer guten, interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Interessenvertretern. Neben der Zusammenarbeit des Naturschutzes und der Wasserwirtschaft auf Landesebene – in der Praxis bei den verschiedenen Deichrückverlegungen in Sachsen-Anhalt bewährt, aber inhaltlich noch lange nicht immer ausreichend – trifft dies in besonderem Maße für die Umsetzung gemeinsamer Vorhaben zwischen der Wasserstraßenverwaltung des Bundes und den Naturschutz- und Wasserbehörden des Landes zu.

nach oben

Das Haseauenprojekt im Landkreis Emsland – Maßnahmenumsetzung und Begleituntersuchungen zur Erfolgskontrolle
von Dominique Remy

Inhalt
1 Einleitung
2 Lage und historische Entwicklung
3 Ziele, Hypothesen und Maßnahmen
4 Erfolgskontrolle: Wie?
5 Methoden
6 Ergebnisse und Entwicklungen

6.1 Reaktivierung von Altwassern
6.2 Deichrückbau: Auslöser dynamischer Prozesse
6.3 Strukturen als Folge entfesselter dynamischer Prozesse
6.4 Vegetation
7 Fazit und Folgerungen
8 Zusammenfassung
9 Literatur

Zusammenfassung
Die Hase ist ein typisches Fließgewässer der Sandlandschaften des Nordwestdeutschen Tieflandes und mit einer Gesamtlänge von 168 km das längste Seitengewässer der Ems. Technische Ausbaumaßnahmen, Veränderungen im Abflussverhalten und des Grundwasserstandes, intensivierte Wiesen- oder Weidennutzung in der Aue führten seit Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem quantitativen und qualitativen Rückgang typischer Elemente und Strukturen einer Auenlandschaft.
Im Rahmen eines Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens (E+E-Vorhaben) wurden von 1999-2001 unter Federführung des Landkreises Emsland und des Bundesamtes für Naturschutz mit dem Rückbau von Deichen und dem Anschluss von Altwassern umfangreiche Renaturierungs- und Redynamisierungsmaßnahmen umgesetzt. Die entsprechenden Begleituntersuchungen wurden von der Universität Osnabrück bis 2003 durchgeführt. Das Untersuchungsgebiet umfasste 9 km Fließstrecke der Hase und deren Aue unterhalb von Haselünne und schloss neben Altwassern, Teichanlagen sowie einigen Bächne und Grabensystemen auch den Mündungsbereich der Mittelradde mit ein.
Ausgehend von der Erfassung des Ausgangszustandes von Vegetation und Uferstrukturen im Jahr 1999 befassten sich die Untersuchungen bis Ende 2003 mit den Auswirkungen dynamischer Prozesse, die durch die baulichen Maßnahmen, Nutzungsänderungen und die Aufgabe der Uferpflege ausgelöst wurden. Von besonderem Interesse waren dabei die Auswirkungen auf die von der Gewässerdynamik unmittelbar beeinflussten Bereiche wie Uferzonen, ausgedeichte Flächen sowie angeschlossene Altwässer und deren Entwicklung.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Veränderungen der Gewässer- und Auenstrukturen und der Zusammensetzung der charakteristischen Lebensgemeinschaften. Durch die Umsetzung der baulichen Maßnahmen und die dadurch einsetzende Entwicklung kam es mit neu entstandenen Uferabbrüchen, Verlagerung von Uferlinien, Anlandungen usw. augenscheinlich zu einer Zunahme der Strukturvielfalt im Ufer- und Sohlenbereich und in der Auenlandschaft. Ebenso festzustellen ist beispielsweise auch ein flächenhafter Zuwachs auentypischer Vegetation gegenüber dem Ausgangszustand.
Insgesamt belegen die Ergebnisse – abgesehen von suboptimalen Altwasseranschlüssen – insgesamt den Erfolg der durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen, durch die damit auch ein Beitrag zur Erreichung des nach der EG-WRRL guten ökologischen Zustandes für die Hase geleistet worden ist.

nach oben

Begleituntersuchungen im Zuge der Hunte-Laufverlängerung
von Volker Knuth

Inhalt
1 Einleitung und Problemstellung
2 Ursachen der Erosionsproblematik und ihre Folgen
3 Durchführung der Renaturierungsmaßnahme
4 Untersuchungsmethodik
5 Ergebnisse der Begleituntersuchung

5.1 Morphologie und Strukturentwicklung
5.2 Terrestrische und aquatische Vegetation
5.3 Makrozoobenthos
6 Bewertung der Ergebnisse und Folgerungen
7 Zusammenfassung
8 Literatur

Zusammenfassung
Im Winter 1995/1996 wurde zwischen Wildeshausen und Oldenburg erstmalig eine Laufverlängerung der Hunte durch den Neubau und Anschluss zweier Gewässerschleifen durchgeführt. Das Pilotprojekt ist die erste Maßnahme eines Konzeptes zur Behebung der anhaltenden Erosionsproblematik der Hunte, das eine Laufverlängerung durch Neubau von Flussschleifen, Öffnung verfüllter Altarme bzw. Wiederanschluss bestehender abgetrennter Altgewässer in Verbindung mit einer Anhebung der Flusssohle vorsieht.
Im Rahmen der Begleituntersuchungen sollten Ergebnisse über die Wirkungen des baulichen Eingriffs in den Naturhaushalt, die Wiederbesiedlung der neuen Abschnitte, die Stabilität der Ufer und die Entwicklung der Gerinnegeometrie sowie erste Erkenntnisse über die Wirkung der Laufverlängerung hinsichtlich der Tiefenerosion gewonnen werden. Mit dem dreijährigen Untersuchungsprogramm wurde die Anfangsphase der Entwicklung mit ihrer vergleichsweise starken Dynamik erfasst.
Als Ergebnis der dreijährigen Begleituntersuchung ist festzustellen, dass der gewählte Ansatz "Renaturierung durch Remäandrierung" eine Entwicklung in Richtung der Zielsetzung des Gesamtkonzeptes zur Verbesserung der ökologischen und morphologischen Situation in Gang gesetzt hat. Die neu angelegten Hunteschleifen mit der angrenzenden Aue haben bereits wenige Jahre nach der baulichen Umgestaltung wesentliche Biotopfunktionen übernommen.
Sowohl die strukturelle Entwicklung der Neubaustrecke als auch die kurze Wiederbesiedlungszeit für Makrozoobenthos, aquatische und terrestrische Vegetation zeigen, dass die Auswirkungen des baulichen Eingriffs in den Naturhaushalt durch das in diesem Anschnitt noch vorhandene Potenzial relativ schnell kompensiert werden können. Daher empfiehlt sich eine Fortführung des Konzeptes an anderen Stellen unter Berücksichtigung der in der Begleituntersuchung erarbeiteten Schlussfolgerungen, um schrittweise das seit langem gestörte hydraulisch-morphologische Gleichgewicht der Hunte wieder herzustellen.

nach oben

Erfolgskontrollen zur Reduzierung der Gewässerunterhaltung – Erfahrungen mit der Umsetzung im Rahmen des Ise-Projektes
von Karsten Borggräfe

Inhalt
1 Einleitung
2 Untersuchungsgebiet und Ausgangssituation
3 Ziele und Maßnahmen
4 Veränderung der Gewässerunterhaltung von 1989-2005
5 Wirkungen der reduzierten Gewässerunterhaltung

5.1 Entwicklung der Ufervegetation
5.2 Entwicklung der Wirbellosenfauna der Ise
5.3 Entwicklung der Avifauna
5.4 Rückkehr des Fischotters
6 Neue Fragestellungen und Probleme hinsichtlich der Gewässerunterhaltung
7 Zusammenfassung
8 Literatur

Zusammenfassung
Die bisherigen Entwicklungen und Ergebnisse an der Ise zeigen, dass auch ausgebaute Fließgewässer mit geringer Fließgeschwindigkeit ein Potenzial zur Revitalisierung und Restrukturierung besitzen, wenn die Handlungsspielräume für eine Reduktion der Intensität der Gewässerunterhaltung genutzt werden. Die kontinuierliche Reduktion dieser Unterhaltungsmaßnahmen, verbunden mit der aktiven Bepflanzung der Uferböschung und der Förderung der Spontanansiedlung von Ufergehölzen, förderte die eigendynamische Entwicklung des Gewässers. Neue Mäander konnten an der Ise bisher zwar noch nicht entstehen, jedoch zeigte sich, dass sich in dem bestehenden Gewässerbett kleinräumige und vielfältige Veränderungen in der Morphologie und der Substratzusammensetzung einstellten. Bevor die Gewässerunterhaltung modifiziert wurde, bildeten die geradlinigen und baumfreien Trapezprofile über weite Teile des Jahres den Normalzustand. Seitdem die Wasserpflanzenbestände über weite Abschnitte in der gesamten Vegetationsperiode Bestand haben, können sie als Substratfilter für Sedimentationsprozesse und als Strömungsteiler wirken und tragen damit zur Substrat- und Strömungsdiversifikation bei und vermindern insgesamt den Sedimenttransport im Gewässer. Sie werden daher besonders gut, aber nicht ausschließlich von Fließgewässerspezialisten besiedelt und auch von Amphibien und Fischen als Substrat für Ei- und Laichablage, als Nahrungs-, Aufwuchs- und Versteckräume genutzt.
Die z.T. katastrophalen Auswirkungen der konventionellen mechanischen Unterhaltungsmaßnahmen auf die Gewässerwirbellosen und Fische sind vielfach bekannt. Die aus ökologischer Sicht positiven Wirkungen der reduzierten Gewässerunterhaltung können in der Ise, über die hier dargestellten Ergebnisse hinaus, an der Zunahme der Muschelbestände (vor allem Malermuschel, Unio pictorum) und der beiden auf der Gewässersohle lebenden Libellenarten Gemeine Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus) und Grüne Keiljungfer (Ophiogomphus cecilia) abgelesen werden. Beide Arten entwickeln sich über 3 Jahre als Larven in und auf der Gewässersohle und konnten ihre Abundanzen und Verbreitungsräume in den letzten Jahren erheblich ausdehnen. Sie nutzen unterschiedliche Substrate, wobei G. vulgatissimus eher sandig-schlammige und O. cecilia eher kiesig-sandige Abschnitte bevorzugt. Aufgrund der Zunahme beider Arten in der Ise können sie als Charakterarten für eine in großen Bereichen intakte Flusssohle und ein abwechslungsreiches Substratmosaik angesehen werden.
Die Veränderung der Artengemeinschaften der Ufervegetation durch die Reduktion der Mahdhäufigkeit ist noch lange nicht abgeschlossen und z.T. erst in Ansätzen zu erkennen. Durch Unterlassen der Ufermahd sind das ganze Jahr über, auch im Winter, Strukturen in der Landschaft vorhanden, die für eine vielfältigen Tierwelt Lebens- und Rückzugsraum darstellen. Vogelarten, die z.B. Brachen, Röhrichte und Ufergehölze bevorzugen, besiedelten die neuen Strukturen entlang des Gewässers in kurzen Zeiträumen. Deutlich ist dies mit den sehr hohen Zunahmen der Brutvögel in der Uferzone zu belegen. Die kontinuierliche Entwicklung der Gehölze an der Uferböschung führt allerdings auch zu einer Veränderung der Zusammensetzung der Vogelgemeinschaften. Der zu Beginn in die Uferröhrichte eingewanderte Sumpfrohrsänger wird mit dem zunehmend dichter werdenden Ufergehölzen durch den Gelbspötter ersetzt.
Ein weiterer Hinweis auf die Verbesserung der Strukturen entlang der Ise ist die inzwischen erfolgte Rückkehr des Fischotters. Die regelmäßigen und häufigen Nachweise des Fischotters im gesamten Jahresverlauf belegen dies eindrucksvoll.
Defizite bestehen noch vor allem bei gröberen Strukturen wie z.B. Altholz im und am Gewässer. Hier muss jedoch noch für Akzeptanz geworben werden, damit auch größere Äste in das Gewässer fallen und dort liegen bleiben dürfen. Ebenso wird die zukünftige Entwicklung, die u.a. mit Uferabbrüchen verbunden sein wird, neue Fragen hinsichtlich der Gewässerunterhaltung aufwerfen.
Ein entscheidender Schritt von Naturschutzseite und von Seiten des Unterhaltungsverbandes war die Kommunikation untereinander und die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit können die unterschiedlichen Interessen am Gewässer berücksichtigt werden, auch wenn es aufgrund der unterschiedlichen Sichtweisen auch immer wieder Interessenkonflikte gibt.
Deutlich wurde auch, dass der gemeinsame Lernprozess zur Veränderung der Gewässerunterhaltung noch nicht abgeschlossen ist und auf allen Seiten der Mut und die Bereitschaft für Veränderungen in kleinen Schritten vorhanden sein muss.
Im Zusammenhang mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie bietet sich für Unterhaltungsverbände und Naturschutzverbände ein weites Kooperationsfeld, von dem die Fließgewässer profitieren können.

nach oben

Leitbild, Referenz und Wiederbesiedlungspotenzial – ein Bewertungsrahmen für Erfolgskontrollen an der salzbelasteten unteren Werra
von Gerd Hübner & Ulrich Braukmann

Inhalt
1 Einleitung und Problemstellung
2 Bewertungsschema
3 Untersuchungsgebiet und Methodik
4. Ergebnisse

4.1 Ähnlichkeitsvergleiche mit der "Referenz"
4.1.1 Wasserbeschaffenheit
4.1.2 Makrozoobenthos
4.2 Makrozoobenthos-Wiederbesiedlungspotenzial
4.3 Limnofaunistisches Leitbild
5. Diskussion
5.1 Bewertungsansätze und -methoden
5.2 Ökologische Situation der unteren Werra
6 Zusammenfassung
7 Literatur

Zusammenfassung
Der Beitrag untersucht schwerpunktmäßig anhand des Makrozoobenthos, ob bzw. inwieweit sich die reduzierte Salzbelastung der unteren Werra auf die Flussfauna ausgewirkt hat. Dazu erfolgten im Zeitraum 2001-2003 Beprobungen der chemisch-physikalischen Wasserbeschaffenheit und biologische Gewässeruntersuchungen. Die Bewertung des derzeitigen ökologischen Zustandes des Flusses stützt sich auf den Vergleich mit einer Werra-"Referenzstelle" oberhalb der Salzbelastung, auf die Betrachtung des Makrozoobenthos-Wiederbesiedlungspotenzials und auf das limnofaunistische Leitbild.
Das Makrozoobenthos der unteren Werra wird weiterhin sehr stark vom Getigerten Flohkrebs (Gammarus tigrinus) dominiert. Daneben ist insbesondere die Neuseeländische Zwergdeckelschnecke (Potamopyrgus antipodarum) teilweise in hoher Dichte vertreten. Zahlreiche Makrozoobenthos-Organismen treten nur sporadisch auf. Gegenüber der Makrozoobenthos-Fauna Mitte der 1990er Jahre konnten nur geringfügige Veränderungen festgestellt werden, sodass anhand dieser Organismengruppe immer noch eine extreme Belastungssituation nachzuweisen ist. Die Ähnlichkeiten des Makrozoobenthos der unteren Werra mit der "Referenz" lagen stets unter 20% und häufig auch nur unter 5%. Solche Ähnlichkeitsbetrachtungen mit möglichst naturnahen "Referenzstellen" am selben Gewässer und Gewässertyp werden als zusätzliche Komponente für eine ökologische Bewertung im Sinne der EG-WRRL vorgeschlagen. Zur Berechnung wird der Index nach CZEKANOWSKI auf Grundlage von logarithmierten und normierten Individuenhäufigkeiten empfohlen. Im Flussgebiet konnten nur relativ wenig Arten gefunden werden, die als potenziell besonders typische Werra-Besiedler in Frage kommen. Ein hoher Anteil dieser Arten wurde in den Hauptzuflüssen unmittelbar mündungsnah nachgewiesen. Exemplarische Vergleiche mit dem Leitbild zur Fisch- und Süßwassermolluskenfauna verdeutlichen zusätzlich die ökologische Verarmung der unteren Werra, auch wenn heute wieder mehr Fischarten im Fluss überlebensfähig sind.

nach oben

Biologische Begleituntersuchungen bei Renaturierungsmaßnahmen – fachliche Anforderungen am Beispiel der aquatischen Wirbellosenfauna
von Herbert Reusch

Inhalt
1 Einleitung und Problemstellung
2 Ausgewählte Beispielprojekte im Niedersächsischen Tiefland

2.1 Beispiel 1: Umbau von zwei Wehranlagen in der Lutter (Landkreis Celle)
2.2 Beispiel 2: Aue-Durchlass an der Schleuse Uelzen II des Elbe-Seitenkanals
2.3 Beispiel 3: Neubau eines Wümme-Armes bei Fischerhude (Landkreis Verden)
3 Schlussfolgerungen für die Praxis
4 Zusammenfassung
5 Literatur

Zusammenfassung
Für die Beurteilung des Erfolges und der Entwicklung von Renaturierungsmaßnahmen an Fließgewässern sind tierökologische Begleituntersuchungen zumeist unverzichtbar. Voraussetzung dabei ist die zielorientierte Auswahl der am besten geeigneten Tiergruppen und der entsprechenden Erfassungsmethoden.
Es werden drei ausgewählte Umgestaltungsprojekte an Gewässern des Niedersächsischen Tieflandes vorgestellt, an denen auf der Grundlage der Erkenntnisse aus biologischen Begleituntersuchungen Optimierungsmaßnahmen der umgestalteten Gewässerstrecken vorgenommen wurden. Dabei wird am Beispiel der hierfür besonders geeigneten Arten der Eintags-, Stein- und Köcherfliegen insbesondere der Fragestellung nachgegangen, ob und wie stark sich infolge einer Maßnahme das bachtypische Artenspektrum in Richtung auf den Referenzzustand verändert hat.
Die dabei gewonnenen Ergebnisse und Erkenntnisse werden dargestellt und erörtert. Es lassen sich daraus für die Durchführung von biologischen Begleituntersuchungen bestimmte Schlussfolgerungen und Mindestanforderungen ableiten, die auch vor dem Hintergrund der Monitoring-Vorgaben der EG-WRRL zu nutzen sind.

nach oben

Beiträge zum Fließgewässerschutz II  
NLWKN-WebShop

Hier finden Sie die lieferbaren landesweiten Veröffentlichungen des NLWKN:

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Naturschutzinformation

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover
Tel: +49 (0)511 / 3034-3305
Fax: +49 (0)511 / 3034-3501

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln