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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Hohe Sieben"

(NSG HA 035)


Verordnung über das Naturschutzgebiet "Hohe Sieben" in der Gemeinde Hüde, Samtgemeinde "Altes Amt Lemförde", Landkreis Diepholz, zuletzt geändert durch die 1. Verordnung zur Änderung der Verordnung über das Naturschutzgebiet "Hohe Sieben" in der Gemeinde Hüde, Landkreis Grafschaft Diepholz vom 06. 08. 1971

Aufgrund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. 6. 1935 in der Fassung des Ersten Anpassungsgesetzes vom 24. 6. 1970 (Nds. GVBl. S. 237) sowie des § 7 Abs. 1, 5 und des § 17 der Durchführungsverordnung vom 31. 10. 1935 in der Fassung vom 16. 9. 1938 (Nds. GVBl. Sb. ll S. 911) wird mit Zustimmung des Nds. Kultusministers verordnet:

§ 1

Das Gebiet "Hohe Sieben" in der Gemarkung Hüde (Landkreis Grafschaft Diepholz) ist in dem in § 2 näher bezeichneten Umfang als Naturschutzgebiet am 16. 6. 1971 unter Nr. Ha 35 vom Nds. Kultusminister als oberste Naturschutzbehörde in das Landesnaturschutzbuch eingetragen und damit dem Schutz des Naturschutzgesetzes unterstellt worden.

§ 2

Das Schutzgebiet hat eine Größe von 75.27.65 ha und umfaßt:

a) Flur 13, Flurstücke 15, 16, 17, 18, 39, 40, 41, 42, 56, 57/1, 57/2, 58/1, 60/1, 61, 62, 63, 64 (teilweise), 3;

b) die dem Deich vorgelagerte Verlandungszone in einer Breite von 200 m. Die südliche Begrenzung wird gebildet durch eine gedachte Linie in westlicher Verlängerung der Grenze zwischen den Flurstücken 58/1 und 58/2 Flur 13 und die nördliche Grenze wird gebildet durch eine gedachte Linie in westlicher Verlängerung der Grenze zwischen den Flurstücken 13 und 15 Flur 13.

Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte 1 : 5 000 rot eingetragen und die Flurstücke und die Besitzer in einem besonderen Verzeichnis aufgeführt. Die Karte und das Flurstückverzeichnis sind Bestandteil dieser Verordnung und bei der oberen Naturschutzbehörde in Hannover niedergelegt. Weitere Ausfertigungen der Karte und des Verzeichnisses befinden sich beim Nieders. Landesverwaltungsamt - Naturschutz und Landschaftspflege - in Hannover, beim Regierungspräsidenten in Hannover und beim Landkreis Grafschaft Diepholz in Diepholz.

§ 3

(1) Im Bereich des Schutzgebietes dürfen Maßnahmen, die eine Veränderung oder Beeinträchtigung der Natur, insbesondere der Pflanzen-, Vogel- und übrigen Tierwelt mit ihren Lebensbedingungen herbeiführen, nicht vorgenommen werden.

(2) Im Bereich des Schutzgebietes ist deshalb insbesondere verboten:

a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden, abzureißen oder die Pflanzendecke abzubrennen;

b) Waldbestände sowie Gebüsche und Gehölze außerhalb der geschlossenen Waldflächen kahl zu schlagen oder zu roden, Heide- und Moorflächen oder Magerrasen aufzuforsten;

c) den nichtjagdbaren Vögeln, die sich hier ständig oder vorübergehend aufhalten oder das Naturschutzgebiet überfliegen, nachzustellen, oder sie zu beunruhigen, Eier oder Nester fortzunehmen oder zu beschädigen oder die Brut- und Wohnstätten zu beeinträchtigen oder zu stören;

d) den übrigen freilebenden nichtjagdbaren Tieren nachzustellen, sie zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen;

e) Pflanzen und Tiere einzubringen;

f) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt, Müll, Abfälle oder andere Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt einschl. der natürlichen Wasserläufe oder Wasserflächen auf andere Weisem zu verändern oder zu schädigen;

g) Maßnahmen vorzunehmen, die zu einer Veränderung der stehenden und fließenden Gewässer, insbesondere zu einer Absenkung des Wasserspiegels in den Moorflächen oder zu deren Nährstoffanreicherungen führen;

h) die öffentlichen Wege zu verlassen, das Gebiet mit Motorfahrzeugen zu befahren, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen, zu zelten, zu lagern, zu baden, zu parken, Wohnwagen aufzustellen oder Fahrzeuge zu waschen;

i) Bild- und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen;

k) Wochenendhäuser, Verkaufsbuden, Hütten, militärische Anlagen oder sonstige bauliche Anlagen, auch wenn sie keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen oder nur vorübergehender Art sind, sowie Freileitungen und Einfriedigungen zu entrichten oder aufzustellen;

l) den Wasserhaushalt des Gebietes zu verändern.

§ 4

Zur Beseitigung von Veränderungen oder Beeinträchtigungen haben die Grundeigentümer und Nutzungsberechtigten Maßnahmen zu dulden, soweit ihnen dadurch keine wirtschaftlichen Nachteile entstehen.

§ 5

Unberührt bleiben:

a) die ordnungsgemäße wirtschaftliche Nutzung auf den bisher genutzten Flächen und in der bisher üblichen Weise, einschl. der Errichtung von Weidezäunen,

b) Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde erfolgen,

c) die Instandhaltung der Wirtschaftswege,

d) die rechtmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei,

e) das Betreten und Befahren des Gebietes, soweit dies für die vorstehend aufgeführten Maßnahmen erforderlich ist.

§ 6

In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung vom Regierungspräsidenten in Hannover zugelassen werden. Sie müssen zugelassen werden, soweit das beabsichtigte Vorhaben keine Veränderungen oder Beeinträchtigungen i.S. des § 3 bewirkt.

Ausnahmen können unter Auflagen und Bedingungen zugelassen werden.

§ 7

Wer der Bestimmung des § 3 dieser Verordnung, zuwiderhandelt, begeht nach § 21 a Reichsnaturschutzgesetz eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann mit einer Geldbuße bis zu 10 000,- DM geahndet werden.

Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird nach § 21 Reichsnaturschutzgesetz bestraft, wer vorsätzlich in einem eingetragenem Naturschutzgebiet Veränderungen vornimmt.

Weitergehende Strafbestimmungen bleiben hiervon unberührt.

§ 8

Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündigung in Kraft.

Hannover, den 6. 8. 1971

Der Regierungspräsident in Hannover

de Terra

410/22222 Ha 35

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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