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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Flumm-Niederung"

(NSG WE 224)


Verordnung vom 26.06.1995 über das Naturschutzgebiet "Flumm-Niederung" in der Gemeinde Großefehn, Landkreis Aurich

Aufgrund der §§ 24 und 30 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) i. d. F. vom 11.04.1994 (Nds. GVBl., S. 155), wird verordnet:

§ 1 Unterschutzstellung

(1) Das in Abs. 3 näher bezeichnete Gebiet wird zum Naturschutzgebiet "Flumm-Niederung" erklärt.

(2) Das Naturschutzgebiet ist ca. 365 ha groß.

(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der mitveröffentlichten Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25.000 sowie in einer Karte im Maßstab 1 : 5.000 mit einem Punktraster dargestellt. Die äußere Kante des Punktrasters kennzeichnet die Grenze des Naturschutzgebietes.

Das Naturschutzgebiet "Flumm-Niederung" ist in vier Zonen unterteilt. Die Zonen sind in der Karte mit dem Maßstab 1 : 5.000 wie folgt dargestellt:

Zone I - nicht unterlegt, Zone II - schraffiert, Zone III - dunkles Punktraster, Zone IV - dunkel unterlegt.

Die Zone I umfasst die Bereiche, die nicht Zone II, III und IV sind.

Die Zone II umfasst

- die Flurstücke 42/2, 42/5, 42/6, 42/10, 58, 62/1, 63 und 65/1 der Flur 12, Gemarkung Holtrup, in ihrer Gesamtheit,

- die Flurstücke 38, 39/1, 43 und 49/1 der Flur 13, Gemarkung Holtrup und das Flurstück 83 der Flur 5, Gemarkung Ostersander, in ihrer Gesamtheit,

- die Flurstücke 72/1, 73/1, 73/2, 74/1, 75/1 der Flur 12, Gemarkung Holtrup sowie die Flurstücke 30/1, 31/1, 32/1, 33/1, 34/1, 35/1, 36/1, 37/1 und 46/1 der Flur 13, Gemarkung Holtrup, in Teilen, und zwar vom Meedeweg sowie bezüglich der Flurstücke 37/1 und 46/1 von den Flurstücksgrenzen der Flurstücke 38 bzw. 49/1 südlich in Richtung Flumm bis zu einer durch Pflöcke mit farblicher Kennzeichnung markierten Linie.

Die Zone III umfasst die Flurstücke 16, 41/12 und 42/13 der Flur 14, Gemarkung Holtrup, in ihrer Gesamtheit.

Die Zone IV liegt in der Flur 1 der Gemarkung Westgroßefehn.

Sie umfasst

- die Flurstücke 70, 72/5, 72/7, 80/2, 80/11, 163/61, 193/39 und 196/47 in ihrer Gesamtheit,

- das Flurstück 58 in Teilen. Die südliche Abgrenzung verläuft in gerader Verlängerung der nördlichen Grenze der Flurstücke 56/1 und 211/54.

- das Flurstück 77/2 in Teilen. Die südliche Abgrenzung verläuft in gerader Linie in Verlängerung der nördlichen Grenze des Flurstücks 80/10 bis zu einem auf dem Flurstück 77/2 erstellten Wall. Die Grenze zieht sich in Richtung Norden am Wall entlang, geht dann am Wall in Richtung Südost bis zur Verlängerung der Flurstücksgrenze des Flurstücks 77/1.

- das Flurstück 72/8 in Teilen. Die nördliche Abgrenzung verläuft in Verlängerung des Flurstücks 77/2 entlang des vorhandenen Grabens, führt dann entlang des Grabens in Richtung Nordnordost bis zur Neuen Wieke West.

(4) Die vorgenannten Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.

(5) Ausfertigungen der Verordnung mit den Karten werden bei der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde -, Theodor-Tantzen-Platz 8, 26122 Oldenburg,

und der

Gemeinde Großefehn, 26629 Großefehn,

aufbewahrt und können dort von jedermann während der Sprechzeiten kostenlos eingesehen werden.

§ 2 Schutzzweck

Das Niederungsgebiet der Flumm ist Bestandteil des letzten großräumig und noch naturgeprägt erhaltenen Hammrichs in Nordwest-Niedersachsen. Wegen seiner Ausstattung mit einem Mosaik verschiedener schutzbedürftiger Biotoptypen ist die Niederung als Naturraum und Kulturlandschaft für die Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes sowie für Wissenschaft, Natur- und Heimatkunde von außerordentlicher Bedeutung.

Zweck dieser Verordnung ist die langfristige Sicherung und Entwicklung der Meedelandschaft sowie ihrer Gewässer mit diesen Werten und als Standort und Lebensraum für zahlreiche, teilweise vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensgemeinschaften.

§ 3 Schutzbestimmungen

(1) Gem. § 24 Abs. 2 Satz 1 NNatG sind im Naturschutzgebiet alle Handlungen verboten, die dieses oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern.

(2) Das Naturschutzgebiet darf gem. § 24 Abs. 2 Satz 2 NNatG außerhalb der gekennzeichneten Wege nicht betreten werden.

(3) Ferner sind gem. § 24 Abs. 3 Satz 1 NNatG innerhalb des Naturschutzgebietes folgende Handlungen verboten, die das Naturschutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile gefährden oder stören können:

- die nicht dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen, Wege und Plätze mit Kraftfahrzeugen zu befahren oder Kraftfahrzeuge dort abzustellen

- Hunde frei laufen zu lassen,

- zu reiten,

- Feuer anzuzünden,

- der Betrieb (Start, Flug einschließlich Überflug, Landung) von nach Luftverkehrsrecht erlaubnisfreien und erlaubnispflichtigen unbemannten Luftfahrzeugen (wie Ballone, Drachen, Flugmodelle mit Verbrennungsmotoren oder Raketenantrieb, fern- oder ungesteuerte Flugkörper mit oder ohne Eigenantrieb),

- die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören.

§ 4 Freistellungen

(1) Freigestellt von den Schutzbestimmungen des § 3 dieser Verordnung sind

1. Maßnahmen, zu deren Durchführung eine gesetzliche Verpflichtung besteht. Sie sind hinsichtlich Zeitpunkt und Ausführung vor ihrer Durchführung mit der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - abzustimmen,

2. die im Sinne des Nieders. Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung, nicht jedoch die folgenden Maßnahmen:

a) In der Zone I

- Veränderung des Wasserhaushalts,

- Veränderung des Bodenreliefs,

-Umwandlung von Dauergrünland in Acker und die ackerbauliche Zwischennutzung von Grünland,

- Grünlanderneuerung,

- Anlage von Wald oder Baum- und Forstkulturen,

- Kultivierung nicht oder nicht mehr genutzter Flächen,

- Portionsbeweidung sowie Beweidung mit Schafen,

- Beweidung mit Pferden,

- mechanische Grünlandpflege, einschl. Mahd zwischen dem 15.03. und 20.06. j. J.,

- Ausbringung von Gülle und Jauche,

- Anwendung von Pflanzenschutzmitteln,

- Anlage von Erdsilos bzw. Feldmieten;

b) in der Zone II:

- Veränderung des Wasserhaushalts,

- Veränderung des Bodenreliefs,

-Umwandlung von Dauergrünland in Acker und die ackerbauliche Zwischennutzung von Grünland,

- Grünlanderneuerung; die Grünlandpflege durch Scheiben- und Schlitzdrillsaatverfahren und die einfache Nachsaat bleiben zulässig,

- Anlage von Wald oder Baum- und Forstkulturen,

- Kultivierung nicht oder nicht mehr genutzter Flächen,

- Portionsbeweidung sowie Beweidung mit Schafen,

- Beweidung mit Pferden,

- die Mahd vor dem 01.06. sowie die Grünlandpflege in der Zeit vom 15.03. bis 01.06. j. J.,

- Ausbringung von Gülle und Jauche, ausgenommen Festmist (max. 1 DE/ha),

- Anwendung von Pflanzenschutzmitteln,

- Anlage von Erdsilos bzw. Feldmieten;

c) in der Zone III:

- Veränderung des Wasserhaushalts,

- Veränderung des Bodenreliefs,

-Umwandlung von Dauergrünland in Acker und die ackerbauliche Zwischennutzung von Grünland,

- Grünlanderneuerung; die Grünlandpflege durch Scheiben- und Schlitzdrillsaatverfahren und die einfache Nachsaat bleiben zulässig,

- Anlage von Wald oder Baum- und Forstkulturen,

- Kultivierung nicht oder nicht mehr genutzter Flächen,

- Portionsbeweidung sowie Beweidung mit Schafen,

- Beweidung mit Pferden,

- die Ausbringung von Jauche und Gülle auf einem ca. 2 m breiten Schutzstreifen entlang aller Gewässer III. Ordnung,

- Anwendung von Pflanzenschutzmitteln,

- Anlage von Erdsilos bzw. Feldmieten;

d) in der Zone IV:

- Veränderung des Wasserhaushalts,

- Veränderung des Bodenreliefs,

-Umwandlung von Dauergrünland in Acker und die ackerbauliche Zwischennutzung von Grünland,

- Grünlanderneuerung; die Grünlandpflege durch Scheiben- und Schlitzdrillsaatverfahren und die einfache Nachsaat bleiben zulässig,

- Anlage von Wald oder Baum- und Forstkulturen,

- Ausbringung von Gülle und Jauche,

- Anwendung von Pflanzenschutzmitteln,

- Anlage von Erdsilos bzw. Feldmieten;

- die Errichtung vorübergehender und dauerhafter baulicher Anlagen aller Art, auch soweit dafür keine Genehmigung erforderlich ist.

3. die Bewirtschaftung gemäß den Vorgaben des Pflege- und Entwickungsplanes

4. das Betreten oder Befahren des Gebietes, soweit dies zur rechtmäßigen Nutzung oder Bewirtschaftung erforderlich ist, durch den Nutzungsberechtigten oder Eigentümer sowie durch Bedienstete der Naturschutzbehörden und des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie - Fachbehörde für Naturschutz - in Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben.

5. die Ausübung der Fischerei mit der Angel durch Mitglieder des Bezirksfischereiverbandes für Ostfriesland e. V. vom Südufer der Flumm aus nachdem 15.06. bis zum 31.12. j. J. in der Zeit vom kalendarischen Sonnenaufgang bis zum kalendarischen Sonnenuntergang.

(2) Freigestellt sind außerdem mit der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - abgestimmte oder von ihr angeordnete Maßnahmen, die dem Schutz, der Erhaltung und der Entwicklung des Naturschutzgebietes dienen.

§ 5 Befreiungen

Von den Verboten dieser Verordnung kann die Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - nach Maßgabe des § 53 NNatG auf Antrag Befreiung gewähren.

§ 6 Zuwiderhandlungen

(1) Gem. § 329 Abs. 3 Strafgesetzbuch (StGB) wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer entgegen einer zum Schutz eines Naturschutzgebietes oder einer als Naturschutzgebiet einstweilig sichergestellten Fläche erlassenen Rechtsvorschrift Bodenschätze oder andere Bodenbestandteile abbaut oder gewinnt, Abgrabungen oder Aufschüttungen vornimmt, Gewässer schafft, verändert oder beseitigt, Moore, Sümpfe, Brüche oder sonstige Feuchtgebiete entwässert, Wald rodet, Tiere einer i. S. des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützten Art tötet, fängt, diesen nachstellt oder deren Gelege ganz oder teilweise zerstört oder entfernt, Pflanzen einer i. S. des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützten Art beschädigt oder entfernt oder ein Gebäude errichtet und dadurch den jeweiligen Schutzzweck nicht unerheblich beeinträchtigt. Handelt der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe.

(2) Gem. § 64 NNatG handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Vorschriften in § 3 und § 4 Abs. 1 dieser Verordnung verstößt.

Ein Verstoß kann gem. § 65 NNatG im Falle des § 3 Abs. 1 und 2 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 100.000,-- DM, im Falle des § 3 Abs. 3 und § 4 Abs. 1 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 50.000,-- DM geahndet werden.

§ 7 Hinweise

Die Jagdausübung (i. S. von § 1 Abs. 4 und 5 BJagdG) wird nicht berührt.

§ 8 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Weser-Ems in Kraft.

Oldenburg, den 26.06.95

Bezirksregierung Weser-Ems

Bernd Theilen

Regierungspräsident

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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