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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Fehntjer Tief-Süd"

(NSG WE 209)


Verordnung vom 30.11.1992 über das Naturschutzgebiet "Fehntjer Tief-Süd" in den Gemeinden Moormerland, Landkreis Leer, und Großefehn, Landkreis Aurich

Aufgrund des § 24 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) in der Fassung vom 02.07.1990 (Nds. GVBl. S. 235) wird verordnet:

§ 1 Unterschutzstellung

(1) Das in Abs. 3 näher bezeichnete Gebiet wird zum Naturschutzgebiet "Fehntjer Tief-Süd" erklärt.

(2) Das Naturschutzgebiet ist ca. 340 ha groß.

(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der mitveröffentlichten Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25.000 sowie in einer Karte im Maßstab 1 : 5.000 mit einem Punktraster dargestellt. Die äußere Kante des Punktraster kennzeichnet die Grenze des Naturschutzgebietes.

(4) Die vorgenannten Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.

(5) Eine Ausfertigung der Karte im Maßstab 1 : 5.000 wird bei der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde -, Theodor-Tantzen-Platz 8, 2900 Oldenburg

und

der Gemeinde Moormerland, 2956 Moormerland,

sowie der Gemeinde Großefehn, 2961 Westgroßefehn,

aufbewahrt und kann dort von jedermann während der Sprechzeiten kostenlos eingesehen werden.

§ 2 Schutzzweck

Das Niederungsgebiet des Fehntjer Tiefs ist Bestandteil des letzten großräumig und noch naturgeprägt erhaltenen Hammrichs in Nordwest-Niedersachsen. Wegen der Ausstattung mit einem Mosaik verschiedener schutzbedürftiger Biotoptypen ist die Niederung als Naturraum und als Kulturlandschaft für die Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts sowie für Wissenschaft, Natur- und Heimatkunde von außerordentlicher Bedeutung.

Zweck dieser Verordnung ist die langfristige Sicherung und Entwicklung der Meedelandschaft sowie ihrer Fließgewässer mit diesen Werten und als Lebensraum für zahlreiche, teilweise vom Aussterben bedrohte Pflanzen, Pflanzengesellschaften, Tierarten und ihrer Lebensgemeinschaften.

§ 3 Schutzbestimmungen

(1) Gemäß § 24 (2) NNatG sind alle Handlungen verboten, die das Naturschutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern.

(2) Das Betreten oder Befahresn des Naturschutzgebietes ist verboten.

(3) Zur Vermeidung von Gefährdungen und Störungen ist es verboten, Hunde frei laufen zu lassen.

§ 4 Freistellungen

(1) Freigestellt von den Schutzbestimmungen des § 3 dieser Verordnung sind

a) Maßnahmen, zu deren Durchführung eine gesetzliche Verpflichtung besteht. Sie sind hinsichtlich Zeitpunkt und Ausführungsweise vor ihrer Durchführung mit der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - abzustimmen,

b) die i. S. des Nds. Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung, nicht jedoch die folgenden Maßnahmen (1 - 11):

1. Veränderung des Wasserhaushalts,

(die Regelung des Siebten Flurbereinigungsänderungsbeschlusses hinsichtlich der Gebiete A und B, die in der Krte 1 : 5.000 schraffiert dargestellt sind, bleibt hiervon unberührt

2. Veränderung des Bodenreliefs,

3. Umwandlung von Dauergrünland in Acker,

4. Grünlanderneuerung und die ackerbauliche Zwischennutzung außer in den Gebieten A und B,

5. Anlage von Wald oder Baum- und Forstkulturen,

6. Kultivierung nicht oder nicht mehr genutzter Flächen,

7. Portionsbeweidung sowie Beweidung mit Pferden und Schafen,

8. mechanische Grünlandpflege einschließlich Mahd zwischen dem 15.03. und 20.06. j.J. (die in der Karte 1 : 5.000 dargestellten Gebiete A und B sind hiervon ausgenommen),

9. Ausbringen von Gülle und Jauche, außer auf den Ackerflächen des Gebietes B,

10. Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf den Grünlandflächen,

11. Anlage von Erdsilos bzw. Feldmieten.

c) die Bewirtschaftung gemäß den Vorgaben des Pflege- und Entwicklungsplanes.

d) das Betreten und Befahren des Gebietes durch den Eigentümer oder den Nutzungsberechtigten, soweit dies zur rechtmäßigen Nutzung und Bewirtschaftung erforderlich ist,.

e) die Nutzung der öffentlichen Wege in der Zeit vom 16. Julie bis 14. März j .J.

f) das Schlittschuhlaufen auf dem Ayenwolder/-Rorichumer Tief im Rahmen des nicht organisierten Gemeingebrauchs

g) das Durchfahren des Gebietes auf dem Rorichumer Tief (Ayenwolder Tief) sowie auf dem Fehntjer Tief, südlicher Arm, mit Wasserfahrzeugen bis zu einer Geschwindigkeit von 3 Knoten in der Zeit von Sonnenaufgang bis Sonneruntergang eines jeden Tages, wobei an den Ufern der Gewässer mit Waserfahrzeugen aller Art nicht angelegt und nicht festgemacht werden darf. Vom Anlegeverbot ausgenommen ist das Südufer des Ayenwolder/Rorichumer Tiefs.

h) die Ausübung der Fischerei mit der Angel vom Südufer des Rorichumer Tiefs (Ayenwolder Tiefs) aus.

(2) Freigestellt sind außerdem mit der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - abgestimmte Maßnahmen, die dem Schutz, der Erhaltung und der Entwicklung des Naturschutzgebietes dienen,

§ 5 Befreiungen

Von den Verboten dieser Verordnung kann die Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - nach Maßgabe des § 53 1 NNatG auf Antrag Befreiung gewähren.

§ 6 Duldung

Von den Grundeigentümern und Nutzungsberechtigten ist zur Pflege und Entwicklung des Naturschutzgebietes die Durchführung folgender Maßnahmen nach rechtzeitiger Ankündigung zu dulden:

- notwendige Maßnahmen zur Beseitigung von aufkommenden Kraut- und Gehölzaufwuchs auf Flächen, die zur Sicherung des Schutzzwecks niedrige Vegetationsstrukturen aufweisen sollen,

- notwendige Maßnahmen der Gewässerpflege wie die Beseitigung von den Schutzzweck beeinträchtigendem Ufergehölz,

- die Einrichtung von Anlagen zur wissenschaftlichen Begleitung und Kontrolle der Gebietsentwicklung sowie

- die Öffnung und den Anschluss von Altarmen an das bestehende Gewässersystem.

§ 7 Zuwiderhandlungen

(1) Gemäß § 329 Abs. 3 Strafgesetzbuch (StGB) wird mit Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer innerhalb des Naturschutzgebietes oder innerhalb eines als Naturschutzgebiet einstweilig sichergestellten Fläche entgegen dieser Verordnung Bodenschätze oder andere Bodenbestandteile abbaut oder gewinnt, Abgrabungen oder Aufschüttungen vornimmt, Gewässer schafft, verändert oder beseitigt, Moore, Sümpfe, Brüche oder sonstige Feuchtgebiete entwässert oder Wald rodet und dadurch wesentliche Bestandteile eines solchen Gebietes beeinträchtigt, ohne in Besitz einer Befreiung zu sein.

(2) Gemäß § 64 NNatG handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Vorschriften in § 3 und § 4 Abs. 1 dieser Verordnung verstößt.

(3) Ein Verstoß kann gemäß § 65 NNatG im Falle des § 3 Abs. 1 und 2 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 50.000,-- DM, im Falle des § 3 Abs. 1 und § 3 Abs. 2 und 3 und § 4 Abs. 1 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 10.000,-- DM geahndet werden.

§ 8 Hinweis

Jagdliche Belange werden durch diese Verordnung nicht berührt.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Weser-Ems in Kraft. Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Verordnung über das Naturschutzgebiet "Hamm- und Puddemeer" vom 22.01.1979 (veröffentlicht im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Weser-Ems Nr. 6 vom 09.02.1979) außer Kraft.

Oldenburg, den 30. November 1992

Bezirksregierung Weser-Ems

Dr. Eckart Bode

Regierungspräsident

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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