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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Groen Breike"

(NSG WE 134)


Verordnung vom 14.12.1982 über das Naturschutzgebiet "Groen Breike", Gemeinden Südbrookmerland und Ihlow, Landkreis Aurich

Aufgrund des § 24 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) vom 20.03.1981 (Nds. GVBl. S. 31) wird verordnet:

§ 1 Unterschutzstellung

Das in § 3 dieser Verordnung näher bezeichnete Gebiet wird zum Naturschutzgebiet "Groen Breike" erklärt.

§ 2 Schutzzweck

Der Bereich um die Gewässer Breike/Groen Breike stellt ein Niederungsmoor dar, das u. a. typische Kleinseggensümpfe, Röhrichte und extensiv genutztes Grünland aufweist. Das Niederungsmoor hat sich in einer natürlichen Senke, die weitgehend unter dem Meeresspiegel liegt, aus einem verlandeten See samt seiner Umzäunung entwickelt. Der Landschaftsteil "Groen Breike" stellt inmitten der weiträumigen Niederung, die über Unterschöpfwerke entwässert und inzwischen intensiv landwirtschaftlich genutzt wird, einen naturnahen Biotop dar.

Durch Beibehaltung hoher Wasserstände und extensiver Nutzung soll dieses Rückzugsgebiet für seltene und bedrohte Arten sowie Lebensgemeinschaften in unmittelbarer Nachbarschaft zum Feuchtgebiet von nationaler Bedeutung "Ostfriesische Meere" in seinem ursprünglichen Zustand erhalten und entwickelt werden und auch ein kulturhistorisches Dokumt darstellen.

§ 3 Geltungsbereich

(1) Das Naturschutzgebiet ist ca. 55 ha groß.

(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer Karte im Maßstab 1 : 5.000 mit einem Punktraster dargestellt. Die äußere Kante des Punktrasters kennzeichnet die Grenze des Schutzgebietes.

(3) Die vorgenannte Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.

§ 4 Schutzbestimmungen

(1) Im Naturschutzgebiet sind gemäß § 24 (2) alle Handlungen verboten, die das Schutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern.

(2) Das Naturschutzgebiet darf nicht betreten werden.

(3) Im Naturschutzgebiet ist außerdem verboten,

a) Pflanzen oder Tiere einzubringen oder zu entnehmen,

b) wildlebende Tiere zu beunruhigen, zu fangen oder zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen aufzustellen,

c) Hunde frei laufen zu lassen,

d) mit Fahrzeugen zu verkehren,

e) chemische Pflanzenbehandlungsmittel anzuwenden,

f) Gülle einzubringen.

§ 5 Freistellungen

(1) Unberührt von den Vorschriften des § 4 dieser Verordnung bleiben die bisherige zulässige Nutzung, sowie eine Nutzung, auf deren Ausübung bei Inkrafttreten dieser Verordnung ein Rechtsanspruch bestand.

(2) Unberührt bleiben insbesondere

a) die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung im bisherigen Umfang. Verboten ist die Umwandlung von Grünland in Äcker, chemische Pflanzenbehandlungsmittel anzuwenden und Gülle einzubringen;

b) die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd;

c) mit der oberen Naturschutzbehörde abgestimmte Maßnahmen, die dem Schutz, der Erhaltung und der Entwicklung des Naturschutzgebietes dienen und

d) Unterhaltungsmaßnahmen an Gewässern II. und III. Ordnung. Sie sind jedoch in ihrer Ausführungsweise mit der oberen Naturschutzbehörde abzustimmen.

§ 6 Befreiungen

Von den Verboten dieser Verordnung kann die Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - nach Maßgabe des § 53 NNatG auf Antrag Befreiung gewähren.

§ 7 Zuwiderhandlungen

(1) Ordnungswidrig handelt gemäß § 64 NNatG, wer, ohne daß eine Befreiung erteilt wurde, vorsätzlich oder fahrlässig

a) den Verboten des § 4 Abs. 2 und 3 dieser Verordnung zuwiderhandelt,

b) entgegen § 24 Abs. 2 NNatG in diesem Naturschutzgebiet Handlungen vornimmt, die das Naturschutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann gemäß § 65 NNatG im Falle des Abs. 1 Buchst. a) mit einer Geldbuße bis zu 10.000,-- DM, im Falle des Abs. 1 Buchst. b) mit einer Geldbuße bis zu 50.000,-- DM geahndet werden.

(3) Strafbestimmungen bleiben unberührt.

§ 8 Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Weser-Ems in Kraft.

(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung vom 25.08.1981 über die einstweilige Sicherstellung des Landschaftsteiles "Groen Breike" (Amtsblatt für den Regierungsbezirk Weser-Ems Nr.359 vom 04.09.1981), berichtigt im Amtsblatt des Regierungsbezirks Weser-Ems Nr. 43 vom 30.10.1981, außer Kraft.

Oldenburg, den 14.12.1982

Bezirksregierung Weser-Ems

Dr. Schweer

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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