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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Bissendorfer Moor II"

(NSG HA 070)


Verordnung über das Naturschutzgebiet "Bissendorfer Moor II" in der Gemeinde Wedemark, Gemarkung Scherenbostel und der Stadt Langenhagen, Gemarkung Kaltenweide, Landkreis Hannover vom 03. 04. 84

Aufgrund der §§ 24, 29 und 30 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes vom 20. März 1981 (Nds. GVBl. S. 31, geändert durch Gesetz vom 05. 12. 1983, Nds. GVBl. S. 281) wird verordnet:

§ 1 Naturschutzgebiet

(1) Das in Abs. 2 bezeichnete Gebiet in den Gemarkungen Scherenbostel (Gemeinde Wedemark) und Kaltenweide (Stadt Langenhagen) wird zum Naturschutzgebiet "Bissendorfer Moor II" erklärt.

(2) Die Abgrenzung des Naturschutzgebietes ergibt sich aus der mitveröffentlichten Karte. Die Grenze ist dort durch eine Punktreihe dargestellt. Sie verläuft auf der Linie, die die Punktreihe von außen berührt. Das Naturschutzgebiet hat eine GröBe von rund 95 ha.

§ 2 Schutzzweck

(1) In Erweiterung des Naturschutzgebietes "Bissendorfer Moor" sollen Lebensstätten für an das Moor angepaßte schutzbedürftige Tier- und Pflanzenarten erhalten, gepflegt und entwickelt werden. Die bereits vorangeschrittene Hochmoorregeneration soll gezielt weiter verfolgt werden.

Der westliche langgezogene Teil des Naturschutzgebietes mit seinen zum Teil landwirtschaftlich genutzten Flächen dient als Pufferzone für das sich südlich anschließende Naturschutzgebiet "Bissendorfer Moor". Dieser Bereich soll darüber hinaus als Lebens- und Nahrungsraum für gefährdete Tierarten — und hier vor allem Vogelarten - erhalten und entwickelt werden.

(2) Außerdem soll die besondere Eigenart des Gebietes, geprägt durch gehölzfreie Hochmoorbereiche, Übergangszonen mit Baumbestand und feuchten Grünlandflächen in den Randlagen erhalten, gepflegt und entwickelt werden.

§ 3 Verbote

(1) Nach § 24 Abs. 2 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes sind im Naturschutzgebiet alle Handlungen verboten, die das Naturschutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern.

Das Naturschutzgebiet darf nur auf den in der Örtlichkeit beschilderten Moorpfaden betreten werden.

(2) Ferner sind folgende Handlungen verboten, die das Naturschutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile gefährden oder stören können:

a) zu reiten,

b) Hunde frei laufen zu lassen,

c) das Überfliegen des Naturschutzgebietes sowie eines 200 m breiten Randstreifens außerhalb des Naturschutzgebietes mit Flugmodellen.

§ 4 Freistellungen

Von den Verboten des § 24 Abs. 2 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes und den Verboten des § 3 dieser Verordnung sind folgende Abweichungen zugelassen:

a) Die im Sinne des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung einschließlich der Errichtung von Weidezäunen und Viehtränken entsprechend der in der mitveröffentlichten Karte genannten bisherigen Nutzungsformen auf den jeweils gekennzeichneten Flächen einschließlich der Umwandlung von Acker in Grünland,

b) die ordnungsgemäße Gewässerunterhaltung,

c) die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

d) das betreten des Gebietes durch die Eigentümer und Nutzungsberechtigten,

e) Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung des Gebietes und seiner landschaftlichen Eigenart, die im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde durchgeführt werden.

§ 5 Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen

Die Grundeigentümer und Nutzungsberechtigten sind verpflichtet, auf den in der mitveröffentlichten Karte als ungenutzt gekennzeichneten Flächen südlich des nördlichen Moorgrabens, der in der Karte des Naturschutzgebietes markiert ist, folgende Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung des Naturschutzgebietes zu dulden:

a) Das Entfernen von Bäumen und Sträuchern insbesondere Birken und Kiefern,

b) das Mähen oder Abbrennen überalteter Heide- und Pfeifengrasbestände,

c) die Beweidung durch Schafe,

d) die Wiedervernässung des Torfkörpers.

§ 6 Befreiungen

Von den Verboten dieser Verordnung kann die Bezirksregierung Hannover auf Antrag Befreiungen gemäß § 53 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes gewähren.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Wer den Verboten des § 24 Abs. 2 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes oder einem Verbot des § 3 Abs. 2 dieser Verordnung zuwiderhandelt, begeht gemäß § 64 Nr. 4 bzw. Nr. 1 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße nach § 65 Abs. 1 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes geahndet werden kann.

§ 8 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Hannover in Kraft.

Hannover, den 3. 4. 1984

Bezirksregierung Hannover

507-22222 Ha 70

Im Auftrage

Hillmann

Ltd. Baudirektor

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

NSG-Schild Bildrechte: NLWKN

Naturschutzgebiet "Bissendorfer Moor II"

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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