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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Wadebruch"

(NSG HA 085)


Verordnung über das Naturschutzgebiet "Wadebruch" in der Stadt Garbsen, im Landkreis Hannover vom 04. 06.1985

Aufgrund der §§ 24, 29 und 30 des Nieders. Naturschutzgesetzes vom 20. 08. 1981 (Nds. GVBl. S. 31) geändert durch Artikel 26 des Gesetzes zur Bereinigung des Nieders. Straf- und Ordnungswidrigkeitenrechts vom 05. 12. 1983 (Nieders. GVBl. S. 281) wird verordnet:

§ 1 Naturschutzgebiet

(1) Das in Abs. 2 näher bezeichnete Gebiet wird zum Naturschutzgebiet "Wadebruch" erklärt.

(2) Das Naturschutzgebiet liegt ca. 500 m nord-westlich von Schloß Ricklingen am östlichen Ufer der Leine in der Gemarkung Schloß Ricklingen, Flur 12.

(3) Der Geltungsbereich des Naturschutzgebietes ergibt sich aus der mitveröffentlichten Karte im Maßstab 1: 5000.

Die Grenze ist dort durch eine Punktreihe dargestellt. Sie verläuft auf der Linie, die die Punktreihe von außen berührt. Das Naturschutzgebiet ist ca. 16 ha groß.

§ 2 Schutzzweck

(1) Das Feuchtgebiet im Überschwemmungsgebiet der Leine ist charakterisiert durch das frühere Prallufer der Leine mit quellendem Hangwasser und die davor liegenden grundwassernahen und häufig überfluteten Flächen. An diese Standortbedingungen angepaßte Vegetationsbestände wie z. B. Röhrichte und Flutrasen konnten sich auf Teilflächen insbesondere im letzten Jahrzehnt entwickeln.

(2) Das Naturschutzgebiet ist Lebensraum von schutzbedürftigen Tierarten, insbesondere Wat- und Wasservögel, sowie von Amphibien. Es soll künftig auch schutzbedürftigen Pflanzengemeinschaften und -arten eine Lebensstätte bieten.

Schutzzweck ist die Erhaltung, Pflege und Entwicklung dieses Lebensraumes mit seinen charakteristischen Standortbedingungen und der direkte Schutz der hier lebenden Arten.

Die besondere Eigenart dieses kleinen, in sich abgeschlossenen Teiles einer Flußauenlandschaft mit landschaftsprägenden Einzelbäumen im Grünlandbereich (z.B. Kopfweiden) und einem naturnah bewaldeten ehemaligen Prallhang soll erhalten, gepflegt und entwickelt werden.

§ 3 Verbote

(1) Gemäß § 24 (2) Nieders. Naturschutzgesetz sind alle Handlungen, die das Naturschutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern, verboten. Das Naturschutzgebiet darf nicht betreten werden.

(2) Ferner ist es verboten, Haustiere frei laufen zu lassen.

§ 4 Freistellungen

Zugelassen sind:

a) Die im Sinne des Nieders. Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße Bewirtschaftung als Dauergrünland einschließlich der Errichtung von Weidezäunen und Viehtränken auf den in der mitveröffentlichten Karte als landwirtschaftliche Nutzfläche gekennzeichneten Flächen mit folgenden Einschränkungen
- Kein Umbruch zum Zwecke einer Neuansaat oder Ackerzwischennutzung sowie keine sonstige Veränderungen der Oberflächengestalt des Bodens.
- Kein Einsatz chemischer Präparate zur Unkraut- oder Schädlingsbekämpfung.

b) Der Abtrieb von Pappeln auf dem Flurstück 54/1.

c) Der Aufbau und die einzelstammweise Nutzung der in der Anlagekarte als Wald gekennzeichneten Flächen (Flurstück 32 ganz, sowie Flurstücke 54/1, 52, 49/2, 41/1, 31/1 teilweise) als standortgemäßer und landschaftsgerechter Laubmischwald jedoch ohne den Einsatz chemischer Präparate einschl. entsprechender waldbaulicher Maßnahmen zum Umbau vorhandener Nadelwaldbestände;

d) Die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes mit Ausnahme von Hegemaßnahmen und der Anlage von Luderplätzen;

e) Die ordnungsgemäße Unterhaltung der bestehenden Anlagen des Energie- und Fernmeldewesens durch deren Betreiber;

f) Unterhaltungsmaßnahmen am Leineufer zur Sicherung der Vorflut, jedoch nicht am Gewässer 3. Ordnung (Flurstücke 62 und 63);

g) Maßnahmen zum Schutz, zur Erhaltung, zur Pflege und Entwicklung des Gebietes und seiner landschaftlichen Eigenart, die im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde durchgeführt werden.

§ 5 Duldungspflicht

Die Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten sind verpflichtet, folgende Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung des Naturschutzgebietes zu dulden:

a) die Pflege der Kopfweiden

b) die Mahd von Röhricht und das Beseitigen von Unrat auf den in der Karte als ungenutzt gekennzeichneten Flächen.

§ 6 Befreiungen

Von den Verboten dieser Verordnung kann die Bezirksregierung Hannover auf Antrag Befreiungen gemäß § 53 des Nieders. Naturschutzgesetzes gewähren.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Wer den Verboten des § 24 Abs. 2 des Nieders. Naturschutzgesetzes oder einem Verbot des § 3 Abs. 2 dieser Verordnung zuwiderhandelt, begeht gem. § 64 Nr. 4 bzw. Nr. 1 des Nieders. Naturschutzgesetzes eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße nach § 65 Abs. 1 des Nieders. Naturschutzgesetzes geahndet werden kann.

§ 8 Inkrafftreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Hannover in Kraft.

Hannover, den 4. 6.1985

507-222 22/Ha 85

Bezirksregierung Hannover

Im Auftrage

Meyer

Abteitungsdirektor

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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