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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Sandwater"

(NSG WE 118)


Verordnung für das Naturschutzgebiet "Sandwater"

Aufgrund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 in der Fassung vom 20. Januar 1938 (Nieders. GVBl. Sb. II S. 908) geändert und ergänzt durch das Erste Anpassungsgesetz vom 24.6.1970 (Nds. GVBl. S. 237) und das Fünfte Gesetz zur Verwaltungs- und Gebietsreform vom 21.6.1972 (Nds. GVBl. S. 309) sowie des § 7 Abs. 1, 5 und des § 17 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 in der Fassung vom 16. September 1938 (Nieders. GVBl. Sb. II S. 911) wird verordnet:

§ 1

Das Binnenmeer "Sandwater" mit seiner Umgebung in der Gemarkung Simonswolde (Landkreis Aurich), ist von dem Regierungspräsidenten in Aurich in dem in § 2 näher bezeichneten Umfang als Naturschutzgebiet am 15.11.1973 unter Nr. AU 22 in das Naturschutzbuch eingetragen und damit dem Schutze des Naturschutzgesetzes unterstellt worden.

§ 2

Das Schutzgebiet in der Flur 12 der Gemarkung Simonswolde hat eine Größe von 58,79 hat und wird wie folgt begrenzt:

Norden: Südseite der Kreisstraße 11 bis zur Flurgrenze (Vorfluter) nach Osten und diese entlang (Südseite des Vorfluters);

Osten: Die oben genannte Flurgrenze (Westseite des Vorfluters) nach Süden bis über den südlich des Sandwaters verlaufenden unbefestigten Gemeindeweg hinweg;

Süden: Südseite des unbefestigten Gemeindeweges bis zur befestigten Gemeindestraße im Westen;

Westen: Ostseite der befestigten Gemeindestraße nach Norden bis zur Kreisstraße 11.

Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1 : 5 000 "rot" eingetragen, die bei dem Regierungspräsidenten in Aurich niedergelegt ist. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich beim Niedersächsischen Landesverwaltungsamt - Naturschutz, Landschaftspflege, Vogelschutz - in Hannover, beim Landkreis Aurich als untere Naturschutzbehörde und bei der Gemeinde Ihlow.

§ 3

(1) Im Bereich des Naturschutzgebietes dürfen Maßnahmen, die eine Beeinträchtigung der Natur, insbesondere der Pflanzen-, Vogel- und übrigen Tierwelt, der Wasser- und Nährstoffverhältnisse sowie die Oberflächengestalt des Bodens herbeiführen, nicht vorgenommen werden.

(2) Im Bereich des Schutzgebietes ist vorbehaltlich der in § 4 getroffenen Regelung im einzelnen folgendes verboten:

a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen oder die Pflanzendecke abzubrennen oder durch chemische Stoffe zu schäden,

b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen (auch durch das Fotografieren), zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen;

c) Pflanzen und Tiere einzubringen;

d) bauliche Anlagen aller Art sowie militärische Einrichtungen, Einfriedungen, Absperrungen, Verkaufseinrichtungen und Bootsstege, auch wenn sie keiner bauaufsichtlichen Genehmigung bedürfen oder nur vorübergehender Art sind, zu errichten oder zu verändern.

e) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt, Abraum, Müll, land- und forstwirtschaftliche Abfälle oder Bodenbestandteile zu lagern, aufzuschütten oder einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der natürlichen Wasserläufe oder Wasserflächen auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen;

f) ohne Genehmigung des Regierungspräsidenten in Aurich neue Wege oder Straßen zu bauen bzw. vorhandene auszubauen,

g) die Wege zu verlassen, zu zelten, zu lagern, oder Wohnwagen und andere für die Unterkunft geeignete Fahrzeuge aufzustellen, Feuer zu machen, Abfälle wegzuwerfen oder das Schutzgebiet auf andere Weise zu beeinträchtigen.

h) die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören (insbesondere durch Tonwiedergabegeräte jeder Art, Modellflugzeuge u. a.),

i) Inschriften, Bild- und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen;

j) das Reiten und Fahren auf nicht hierfür ausgewiesenen Wegen,

k) Hunde frei herumlaufen zu lassen,

l) ortsfeste Draht- und Rohrleitungen zu erstellen,

m) das Befahren des Gewässers mit Booten, außer zur Unterhaltung der Gewässer und zur rechtmäßigen Ausübung der Jagd und Fischerei,

n) das Befahren des Gewässers mit Motorbooten,

o) Schrott oder andere Materialien zu lagern, nicht mehr funktionsfähige Maschinen, sonstige Geräte oder Teile davon abzustellen,

p) außerhalb der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze Kraftfahrzeuge zu fahren, abzustellen oder zu waschen,

q) in die bestehenden Wasserverhältnisse des Sandwaters einzugreifen, insbesondere Maßnahmen durchzuführen, die eine Absenkung des Wasserspiegels zur Folge haben können,

r) Abwässer einzuleiten oder den See auf andere Weise zu verschmutzen.

§ 4

Zur Beseitigung von Verunstaltungen oder von Schäden haben die Grundeigentümer und Nutzungsberechtigten die von den zuständigen Naturschutzbehörden angeordneten Maßnahmen zu dulden.

§ 5

(1) Unberührt von den Vorschriften des § 3 bleiben:

a) die bisherige landwirtschaftliche Nutzung, das Reitschneiden sowie eine Nutzung, auf deren Ausübung beim Inkrafttreten dieser Verordnung ein durch besonderen Verwaltungsakt begründeter Rechtsanspruch bestand;

b) die rechtmäßige Ausübung der Jagd; die von der Jagdbehörde nach den jagdrechtlichen Bestimmungen verordneten Beschränkungen sind dabei einzuhalten;

c) die rechmäßige Ausübung der Fischerei;

d) die Entnahme und Weiterleitung von Grundwasser sowie die Herstellung der dafür notwendigen technischen Vorrichtungen;

e) die Renovierung der baulichen Anlagen.

(2) In besonderen Fällen können Ausnahme von den Vorschriften dieser Verordnung von dem Regierungspräsidenten in Aurich genehmigt werden.

§ 6

Bei Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieser Verordnung finden Nr. 4 und 5 des Artikels 70 (Bußgeldvorschriften) des Gesetzes zur Anpassung des Landesrechts an das Erste Gesetz zur Reform des Strafrechts, an das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten und an das Einführungsgesetz zum Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (Erstes Anpassungsgesetz) vom 24. Juni 1970 (Nds. GVBl. Nr. 22 vom 25.6.1970, S. 237) Anwendung. Die Ordnungswidrigkeit kann danach mit einer Geldbuße bis zu 10 000 Deutsche Mark geahndet werden.

§ 7

Diese Verordnung tritt am Tage nach der Ausgabe des Amtsblattes für den Regierungsbezirk Aurich, in dem sie veröffentlicht ist, in Kraft. Mit dem gleichen Tage tritt die Verordnung zur einstweiligen Sicherstellung von Landschaftsteilen in Simonswolde vom 1.11.1960 (Amtsblatt für den Regierungsbezirk Aurich Nr. 22vom 21.11.1960, S. 113) außer Kraft.

Aurich, den 20 November 1973

Der Regierungspräsident - 414 -

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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