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Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

September 2015


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24.09.2015

Besuch aus Europa – MdEP Groote bei der Naturschutzstation in Leer


Peter Pauschert von der Naturschutzstation, MdEP Matthias Groote, Franz-Josef Sickelmann vom ARL in Oldenburg, Heinrich Pegel von der Naturschutzstation und Dezernent Helmut Dieckschäfer (von links)  
Peter Pauschert von der Naturschutzstation, MdEP Matthias Groote, Franz-Josef Sickelmann vom ARL in Oldenburg, Heinrich Pegel von der Naturschutzstation und Dezernent Helmut Dieckschäfer (von links)
In Begleitung des Landesbeauftragten für regionale Landesentwicklung, Franz-Josef Sickelmann, überzeugte sich Matthias Groote, seit 10 Jahren Mitglied des Europäischen Parlaments, von der Arbeit der jungen Station an der Ems. In kleiner Runde wurden übergeordnete Themen wie die Umsetzung des Masterplan Ems 2050 und das aktuell laufende NSG-Ausweisungsverfahren Unterems diskutiert. Daneben nutzten die Stationsmitarbeiter aber auch die Gelegenheit, um ihr Aufgabenspektrum darzulegen und aus den „ersten 100 Tagen“ ihrer Tätigkeit zu berichten. Matthias Groote bot grundsätzliche Unterstützung an und erklärte, sobald die Naturschutzstation in ein festes Domizil umgezogen sei, sich für einen offiziellen Delegationsbesuch aus Brüssel einzusetzen.

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23.09.2015

Probebohrungen bei Stapelmoor

Gem. Artikel 17 Abs. 3 des Masterplan Ems 2050 soll auch im Bereich Holtmusen/Stapelmoor südlich von Weener ein Tidepolder mit ästuartypischen Lebensräumen geschaffen werden. Wie bereits im Bereich Vellage und Coldemüntje geschehen, sind auch hier qualifizierte Bodenansprachen mit Entnahmen von schichten- und tiefenorientierten Bodenproben sowie feldchemische Voruntersuchungen (Kalkgehalt, Boden-pH) erforderlich.

Unter der fachlichen Bauleitung von Edda Klose, Betriebsstelle Aurich des NLWKN, führt das Ingenieurbüro „Baugrund Ammerland“ derzeit die Bohrungen bis in 4 m Tiefe durch. Die Proben werden anschließend im Labor analysiert und dabei auf Anteil organischer Bestandteile, Säurebildungspotenzial, Neutralisierungskapazität, pH-Wert, Leitfähigkeit sowie Gehalt von Chlorid und Sulfat untersucht.


Sascha Ruba (rechts) bei der Bohrung, während Lars Hemmje (links) auf Kalkgehalt prüft und die Erkenntnisse in einem Schichtenverzeichnis notiert  
Sascha Ruba (rechts) bei der Bohrung, während Lars Hemmje (links) auf Kalkgehalt prüft und die Erkenntnisse in einem Schichtenverzeichnis notiert
Bohrstange mit „fettem“, also sehr tonreichem Kleiboden  
Bohrstange mit „fettem“, also sehr tonreichem Kleiboden
Sascha Ruba bei der chemisch-physikalischen Voruntersuchung, hier der pH-Wertmessung einer Probe  
Sascha Ruba bei der chemisch-physikalischen Voruntersuchung, hier der pH-Wertmessung einer Probe

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21.09.2015

Besuch hauptamtlicher Ornithologen

Die Stationsmitarbeiter begrüßten am 15.09.2015 mit Katja Behm, Thorsten Krüger, Dr. Markus Nipkow und Knut Sandkühler vier Hannoveraner Kolleginnen und Kollegen der Staatlichen Vogelschutzwarte. Nach einer „Trockenübung“ im Büro, bei der Heinrich Pegel und Peter Pauschert von ihren aktuellen Aufgabenfeldern berichteten, ging es ins Gelände.

Zunächst wurde vor dem Hintergrund vorhandener Brutvogelhabitate am Emsaltarm Vellage die geplante Anlage eines „Pilot-Tidepolders“ diskutiert. Anschließend ging es in die Leda-Jümme-Niederung. Am Polder Holter Hammrich, inzwischen ein vogelkundlicher „Hotspot“ mit zahlreichen Brut- und Rastvorkommen seltener Arten, überzeugte man sich vom Gelingen eines gemeinsamen Projektes von Hochwasser- und Naturschutz. Wie zur Exkursion bestellt bot sich mit einem über den weiten Wasserflächen jagenden Fischadler ein besonders eindrucksvolles Bild.


Am Altarm Vellage (von links) - Heinrich Pegel von der Naturschutzstation, Katja Behm, Dr. Markus Nipkow, Thorsten Krüger und Knut Sandkühler von der Staatlichen Vogelschutzwarte  
Am Altarm Vellage (von links) - Heinrich Pegel von der Naturschutzstation, Katja Behm, Dr. Markus Nipkow, Thorsten Krüger und Knut Sandkühler von der Staatlichen Vogelschutzwarte
Abfahrbereites Kreuzfahrtschiff an der Papenburger Meyerwerft unterhalb des Vellager Altarms  
Abfahrbereites Kreuzfahrtschiff an der Papenburger Meyerwerft unterhalb des Vellager Altarms
Katja Behm und Heinrich Pegel am Polder Holter Hammrich im Leda-Jümme-Gebiet  
Katja Behm und Heinrich Pegel am Polder Holter Hammrich im Leda-Jümme-Gebiet
Den Fischadler im Blick: Thorsten Krüger und Dr. Markus Nipkow von der Vogelschutzwarte  
Den Fischadler im Blick: Thorsten Krüger und Dr. Markus Nipkow von der Vogelschutzwarte

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14.09.2015

Treffen mit lokalen Jagdverbänden

Gleich zweimal trafen sich die Mitarbeiter der Naturschutzstation Ems in der vergangenen Woche mit Organisationen der Landesjägerschaft Niedersachsens: Am Mittwoch (9.9.) stellten Peter Pauschert und Heinrich Pegel im Rahmen einer erweiterten Vorstandssitzung der Leeraner Jägerschaft Aufgaben und Ziele der Naturschutzstation vor. Im anschließenden Gespräch wurden die Themenfelder Masterplan Ems, Schutzgebietsausweisungen Unter- und Außenems sowie Gänsefraß-Problematik angerissen. Des Weiteren wurden im Hinblick auf die großflächigen Schutzgebiete an der Ems auch die neuen niedersächsischen Jagdzeitenregelungen diskutiert. Vorsitzender Manfred Willms begrüßte das Angebot der Naturschutzstation allen Nutzergruppen an der Ems als Informations- und Kommunikationsplattform zur Verfügung zu stehen. Er selbst sicherte eine konstruktive Zusammenarbeit der Jägerschaft bei Aufgaben von Naturschutz und Landschaftspflege zu.

Am Freitag (11.9.) erläuterte Peter Pauschert dem Hegering Barßel vor Ort die Rückdeichungsmaßnahmen an Soeste und am Godensholter Tief. Im Rahmen einer Deichverstärkung waren bereits im Jahr 2009 zwei Altarme mit insgesamt rund 2,4 ha Überflutungsfläche wieder an das Wasserstandsregime der Soeste angebunden worden. Am Godensholter Tief bei Neulohe wird der Deich aktuell zurückverlegt, hier entsteht eine etwa 1 ha große Überflutungsfläche. Beide Maßnahmen wurden in Trägerschaft des Jeda-Jümme-Verbandes durchgeführt und naturschutzfachlich von Peter Pauschert in seiner früheren Funktion als Landespflege-Ingenieur bei der Betriebsstelle Aurich begleitet. Vertreter des Barßeler Hegerings lobten die neu entstandenen Naturflächen als für das Wild wichtige Rückzugsräume.


Luftbild der Deichrückverlegung bei Barßel  
Luftbild der Deichrückverlegung bei Barßel
Rückverlegung bei Barßel bei Hochwasser kurz nach der Deichöffnung  
Rückverlegung bei Barßel bei Hochwasser kurz nach der Deichöffnung
Im Bau befindliche Rückdeichung am Godensholter Tief bei Neulohe  
Im Bau befindliche Rückdeichung am Godensholter Tief bei Neulohe
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07.09.2015

Wiederherstellung oder Optimierung der Fischdurchgängigkeit an Seitengewässern der Ems - Gemeinsame Exkursion mit Experten aus den Niederlanden und dem NLWKN

Das im „Masterplan Ems 2050" enthaltene Maßnahmenpaket beinhaltet auch eine Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit von Sielen, Schleusen und Schöpfwerken. Mit der Umsetzung dieser Projekte ist der Aufgabenbereich Gewässerbewirtschaftung/ Flussgebietsmanagement der Betriebsstelle Aurich betraut. Leiterin Anke Joritz und Gewässerbiologe Dr. Oliver-David Finch besprachen am 07.09.2015 entsprechende Realisierungsmöglichkeiten mit Jeroen Huisman von der VHL University of Applied Sciences in Leeuwarden und Peter Paul Schollema von der Waterschap Hunze en Aa's.

Die niederländischen Gewässerökologen verfügen über langjährige Erfahrungen in Planung und baulicher Gestaltung funktionierender Anlagen. Nach Einführung und theoretischer Erörterung im Gebäude der Naturschutzstation ging es an die Ems. An Wasserbauwerken in Oldersum, bei Terborg und in Pogum diskutierten die Fachleute vor Ort unterschiedliche Möglichkeiten zur Installation von Querungshilfen.

Je nach Art und Lage kommen Einbauten zusätzlicher Hubtore oder Klappen, spezielle Aufstiegsanlagen im Bypass oder auch ökologisches Sielen und Fischschleusungen in Frage. Unterschiedliche Bewegungsmuster und Verhaltensweisen von in der Ems vorkommenden wandernden Fischarten erfordern dabei eventuell Kombinationen mehrerer Varianten. Während viele Arten der Strömung einmündender Fließgewässer entgegenschwimmen, werden andere passiv durch den Tiderhythmus verdriftet.

Die Vermeidung von Salz- und insbesondere von Schlickeinträgen ins Binnenland stellt eine weitere Herausforderung dar. Die Mitarbeiter der Naturschutzstation erfuhren viel Neues von den aquatischen Lebensgemeinschaften in der Ems und den Bemühungen zu ihrem Erhalt und zur Wiederausbreitung auf niederländischer wie auf deutscher Seite.


Anke Joritz (vorne links), Jeroen Huisman und Dr. Oliver-David Finch am Oldersumer Siel  
Anke Joritz (vorne links), Jeroen Huisman und Dr. Oliver-David Finch am Oldersumer Siel
Mündung des Oldersumer Sieltiefs  
Mündung des Oldersumer Sieltiefs
Peter Paul Schollema (vorn) erläutert den deutschen Kollegen das Wanderverhalten unterschiedlicher Fischarten  
Peter Paul Schollema (vorn) erläutert den deutschen Kollegen das Wanderverhalten unterschiedlicher Fischarten
Äußere Hubtore am Oldersumer Sieltief  
Äußere Hubtore am Oldersumer Sieltief
Diskutieren Möglichkeiten des Fischaufstiegs (von links: Heinrich Pegel, Dr. Oliver-David Finch, Jeroen Huisman, Peter Paul Schollema und Anke Joritz)  
Diskutieren Möglichkeiten des Fischaufstiegs (von links: Heinrich Pegel, Dr. Oliver-David Finch, Jeroen Huisman, Peter Paul Schollema und Anke Joritz)
Schleuse im Ems-Seitenkanal bei Oldersum  
Schleuse im Ems-Seitenkanal bei Oldersum
So groß sind die aufsteigenden Fische…? Jeroen Huisman im Gespräch mit Dr. Oliver-David Finch, im Hintergrund Peter Paul Schollema  
So groß sind die aufsteigenden Fische…? Jeroen Huisman im Gespräch mit Dr. Oliver-David Finch, im Hintergrund Peter Paul Schollema
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