NLWKN

Niedersächsisches Rote-Liste-Forum 2025

Vom 15.-16.11.2025 veranstaltete der Landesweite Artenschutz im NLWKN das erste niedersächsische Rote-Liste-Forum, zu welchem er in die Räumlichkeiten der Niedersächsischen Naturschutzakademie in Camp Reinsehlen einlud. Derzeit befinden sich zehn Rote Listen beim NLWKN in Koordination, in Bearbeitung oder in Planung. Für die Auftaktveranstaltung wurden die Autorinnen und Autoren jeder Roten Liste für Niedersachsen und Bremen eingeladen. Ergänzt wurde die Liste der rund 40 Teilnehmenden durch einen Vertreter des Niedersächsischen Umweltministeriums sowie dem Leiter des bundesweiten Rote-Liste-Zentrums.

Ziel der zweitägigen Veranstaltung war die Förderung eines Artgruppen-übergreifenden Austauschs zwischen den Rote-Liste-Autorinnen und -autoren auf Landesebene. Der Fokus lag auf einem gezielten Austausch zur Rote-Liste-Methodik, welche durch das Bundesamt für Naturschutz und das Rote-Liste-Zentrum entwickelt wurde und bei allen aktuellen Rote-Liste-Projekten in Niedersachsen angewendet wird. Verschiedene Fragen und Herausforderungen bei der Anwendung der komplexen Methodik wurden hierzu in Workshops diskutiert.

Ein wichtiges Diskussionsthema war der Umgang mit unzureichenden Datenlagen. Einige Artengruppen – beispielsweise die Großpilze mit rund 6000 Arten in Niedersachsen und Bremen – stellen allein durch die enorme Anzahl der Arten hinsichtlich einer repräsentativen Erfassung einen kaum leistbaren Kartieraufwand dar, erschwerend kommt die anspruchsvolle Bestimmung vieler Arten hinzu. Bei nahezu allen Rote-Liste-Projekten stellt die ehrenamtliche Datenerfassung, neben den durch den NLWKN-beauftragten Kartierprojekten, daher eine unverzichtbare Grundlage für die Erstellung Roter Listen dar. In diesem Zuge wurde auch die Frage der Nutzung von Citizen-Science-Daten für Rote Listen diskutiert. Solche Daten wurden von den Teilnehmenden grundsätzlich als eine große Bereicherung der Datenbestände angesehen und externe Meldeportale als wichtiges Instrument in der Nachwuchsförderung von Artenkennerinnen und -kennern. Dennoch gab es Diskussionen über die Nutzbarkeit dieser Daten für die Gefährdungsbeurteilung, da insbesondere die Möglichkeiten der Datenvalidierung teilweise eine große Herausforderung darstellen.

Schließlich standen allgemeinere Themen wie die Anforderungen an systematische Arterfassungen in Niedersachsen oder auch die Bildung von Artgruppen-übergreifenden Synergien bei Kartierungen im Vordergrund. Neben Vorträgen und Workshops bot die Veranstaltung Zeit für den direkten Austausch zwischen den Teilnehmenden.

Über beide Tage hinweg herrschte unter den Teilnehmenden eine äußerst positive Grundstimmung, die sich in angeregtem Fachaustausch und konstruktiven Diskussionen niederschlug. Im Kreis der Artexpertinnen und -experten war eine Atmosphäre der Zuversicht und Aufbruchsstimmung spürbar, auch Probleme im behördlichen Artenschutz wurden konstruktiv und lösungsorientiert besprochen. Es war ein Wochenende des Kennenlernens, Vernetzens und der Weiterbildung in Bezug auf Rote Listen, woraus das Rote-Liste-Team des NLWKN ein durchweg positives Fazit zieht. Das zweite Forum ist bereits in Planung und findet im November 2026 statt.


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Von A wie Armleuchteralgen über R wie Reptilien bis zu Z wie Zikaden: So eine breit aufgestellte (niedersächsische) Artenexpertise findet man selten an einem Ort.
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Eine kleine Exkursion durch die Heide unter Leitung von Dirk Mertens vom VNP Lüneburger Heide rundete die Veranstaltung ab.
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Das Interesse geht bei allen Teilnehmenden weit über die eigene Artgruppe hinaus. Hier wird den Fachpersonen für Binnenmollusken, Fledermäuse und Kleinschmetterlinge ein Pilz, eine "Erdzungen"-Art der Gattung Geoglossum, vorgestellt.

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