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Grundwasser-Workshop 2016 in Cloppenburg

Der 21. Grundwasser-Workshop am 01.06.2016 konnte einen neuen Besucherrekord von 225 Teilnehmern verbuchen. Mit großem Interesse wurde auch in diesem Jahr von einem breit gefächerten Teilnehmerkreis die Rede von Umweltminister Wenzel zur Situation der Mikroschadstoff- und Nährstoffbelastung des Grundwassers verfolgt. Minister Wenzel stellte fest, dass Nitrat das Ministerium seit fast 30 Jahren beschäftige, es aber weiterhin eine gigantische Herausforderung bleibt. Experten hätten ermittelt, dass landesweit 80 kt Stickstoff zu viel gedüngt würden. Aufgrund der Nitratbelastung seien 60 % der Landesfläche gemäß Wasserrahmenrichtlinie in einem schlechten Zustand. Dieses zeige den hohen Handlungsbedarf, so Wenzel.


Neben dem "Dauerbrenner: Nitratbelastung" als Hauptbelastungsfaktor im Grundwasser sind in den letzten Jahren weitere Grundwasserbelastungen durch anthropogene Spurenstoffe, u.a. Human- und Tierarzneimittel, festgestellt worden. Die Auswirkung des Einsatzes von Antibiotika auf das Grundwasser wird in verschiedenen Projekten in Niedersachsen untersucht. Beim Workshop wurde an die in 2015 vorgestellten Projektergebnisse angeknüpft. Aktuelle Erkenntnisse zur Ursachenforschung von Rückständen von Human- und Tierarzneimitteln im Grundwasser sowie Ergebnisse der landesweiten Untersuchungen in Niedersachsen wurden präsentiert.


Die in 2015 angeschobene landesweite Untersuchung von 157 Grundwassermessstellen hat ergeben, dass an jeder siebten Messstelle Wirkstoffe aus der Gruppe der in Antibiotika verwendeten Sulfonamide gefunden wurden. Viehstarke Regionen sind häufiger betroffen, aber auch in vieharmen Gebieten wurden Wirkstoffe im Grundwasser gefunden. Ferner wurde der Fragestellung nachgegangen, ob es sich bei den Eintragsquellen um Tier- oder Humanarzneimittel handelt und welche Eintragspfade bestehen. Aus diesem Grund wurden neben den Grundwasserproben auch Proben von Gärresten, Sickerwasser, Böden und Kleinkläranlagen untersucht.


Als weitere Themen sind aktuelle Erkenntnisse, Methoden und Maßnahmen zur Stickstoffminderung im Grundwasser vorgestellt worden. Die Nitratabbauprozesse im Grundwasser, die in vielen Bereichen Niedersachsens für die Minderung der Nitratbelastung im Grundwasser von Bedeutung sind, wurden erörtert. Zur Bestimmung der endlichen Ressource "Denitrifikation" sind Methoden zur Identifizierung und Abschätzung der "Lebensdauer" des Nitratabbaus erläutert worden. Anhand eines Praxisbeispiels für das Grundwassergütemonitoring in einem Wasserschutzgebiet wurde veranschaulicht, weshalb die Kenntnisse des Nitratabbaupotenzials und des Grundwasseralters eine entscheidende Rolle für die optimierte Flächenauswahl von Wasserschutzmaßnahmen und die Erfolgskontrolle spielen können. Abschließend wurde eine Strategie zur Steigerung der Stickstoffeffizienz auf der Gesamtbetriebsebene durch die Reduzierung des Mineraldüngereinsatzes präsentiert.


Die Vorträge des Grundwasser-Workshops finden Sie rechts in der Info-Spalte.

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