NLWKN klar

Tide Projekt

Der NLWKN engagiert sich seit Januar 2010 in Abstimmung mit dem Umweltministerium im EU-Projekt TIDE (Tidal River Development). Unter Beteiligung von Projektpartnern aus den Niederlanden, Großbritannien, Belgien und Deutschland beschäftigt sich das Projekt mit verschiedenen Aspekten einer zukunftsfähigen Bewirtschaftung von großen und intensiv genutzten Ästuaren im Nordseeraum. Vor dem Hintergrund verbindlicher Umweltrichtlinien der Europäischen Union bietet TIDE die Chance, durch einen Blick über den nationalen Tellerrand von den Erfahrungen der europäischen Nachbarn bei Forschung, Umweltüberwachung und Management zu profitieren und die so gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen der zukünftigen Arbeit an den Ästuaren von Weser, Elbe und Ems zu nutzen.

Wirtschaftliche Nutzung sowie Deich- und Sielbau zum Schutz der Wirtschafts- und Siedlungsräume vor Sturmfluten und Hochwasser haben die natürliche Dynamik der tidebeeinflussten Flussmündungen (Ästuare) des Nordseeraumes über die Jahrhunderte hinweg zunehmend eingeschränkt. Im Laufe der vergangenen 100 Jahre führte insbesondere die intensive Inanspruchnahme durch Hafenwirtschaft und Schifffahrt zu einer Zurückdrängung des ursprünglich vorhandenen Tier-, Pflanzen- und Lebensraumbestandes. Vor dem Hintergrund verbindlicher europarechtlicher Vorgaben wie der Wasserrahmenrichtlinie und der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie stehen die EU-Mitgliedstaaten bereits seit mehreren Jahren vor der Herausforderung, die strikten Zielsetzungen zur Verbesserung der Lebensumwelt und der Wasserqualität zu erfüllen. Jeder Mitgliedstaat hat hierbei eigene Bewirtschaftungsstrategien entwickelt und individuelle Erfahrungen gesammelt.

Das EU-Projekt Tidal River Development (TIDE), in dem Projektpartner aus den Niederlanden, Großbritannien, Belgien und Deutschland zusammenarbeiten, wird über das INTERREG IVB-Nordseeprogramm gefördert. Ziel ist die Ableitung von zukunftsfähigen Strategien für eine nachhaltige Entwicklung und Bewirtschaftung der großen Flussmündungen im Nordseeraum, wobei die Ästuare von Weser, Elbe, Humber (GB) und Schelde (BE, NL) unmittelbar in das Projekt eingebunden sind. Die wesentliche Chance dieses EU-Projekts liegt in seiner internationalen Perspektive, die es den Projektpartnern erlaubt, direkt von den Erfahrungen der europäischen Nachbarn zu profitieren. Hierbei soll an vorhandene Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der Partnerländer in den Bereichen Ökologie, Governance, Kommunikation und Maßnahmen angeknüpft werden.

Der NLWKN ist über die Betriebsstelle Brake-Oldenburg als Projektpartner in TIDE eingebunden. Ein Schwerpunkt der Projektarbeit liegt auf der Zusammenstellung von Beispielen für praktische Maßnahmen mit unterschiedlichen Zielsetzungen, die im Bereich der projektbeteiligten Ästuare durchgeführt wurden, sowie deren systematischer Evaluation. Ziel ist die Ableitung von Handlungsempfehlungen für eine optimierte Auswahl, Planung und Umsetzung zukünftiger Renaturierungsmaßnahmen, die beispielsweise im Rahmen der laufenden Phase der Maßnahmenumsetzung gemäß Wasserrahmenrichtlinie von Nutzen sein sollen. Zudem trägt der NLWKN die Verantwortung für die Bearbeitung zweier auf das Weserästuar bezogener Pilotmaßnahmen, die in der Projektlaufzeit von TIDE so weit wie möglich in Richtung ‚Umsetzungsreife' vorangetrieben werden sollen. Eine der Pilotmaßnahmen beschäftigt sich mit der Ermittlung von Möglichkeiten zum Schutz und zur Renaturierung von geogenen und biogenen Hartbodenlebensräumen wie zum Bespiel Muschelbänken in den Stromrinnen der Außenweser. Die zweite Pilotmaßnahme befasst sich mit Optionen zur Renaturierung von aquatischen, amphibischen und terrestrischen Habitaten im Bereich der Nebenarme der Weser. Erste Ergebnisse zum Fortschritt beider Pilotprojekte werden Ende 2011 vorliegen.

TIDE wird unter der Leitung von Hamburg Port Authority (HPA) durchgeführt und umfasst eine Laufzeit von insgesamt drei Jahren (Januar 2010 - Dezember 2012). Die Belange der Tideweser werden durch den NLWKN, den Bremer Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa (SUBVE), den Bremer Senator für Wirtschaft und Häfen (SWH) und die Universität Bremen vertreten. Nähere Informationen zu TIDE sind unter www.tide-project.eu abrufbar.

Kontakt: Dr. Wilfried Heiber und Sonja Saathoff , Betriebsstelle Brake-Oldenburg

Tide Projekt

Hier können Sie Infomaterial herunterladen zum TIDE Projekt

 TIDE Projekt Übersicht
(PDF, 1,06 MB)

 Faktenblatt Weserästuar
(PDF, 0,56 MB)

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln