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Messnetz

Durch natürliche und anthropogene Emissionen in die Atmosphäre gelangte Stoffe werden auf der Erdoberfläche abgelagert und bewirken Stoffeinträge in Vegetation, Boden und Gewässer. Quellen der wichtigsten anthropogenen Emissionen sind: Verbrennung fossiler Rohstoffe, Verkehr, Industrie, Landwirtschaft (Ausbringung von Dünger und Pflanzenschutzmittel) und Haushalte. Die Deposition erfolgt über die Niederschläge (nasse Deposition) und in Partikelform als Staubeintrag (trockene Deposition).

Niederschlagsbeschaffenheits-Messnetz  
Niederschlagsbeschaffenheits-Messnetz (Freiland- und Bestandesmessstellen des GÜN-Messnetzes und Messstellen auf landwirtschaftlichen Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF-L))

Die Überwachung der Niederschlagsbeschaffenheit auf Säurebildner, Nährstoffe und Schwermetalle erfolgt in Niedersachsen seit 1984 im Rahmen des GÜN-Messprogramms Niederschlagsbeschaffenheit (siehe obenstehende Abbildung). Derzeit umfasst das Messnetz 35 Freilandmessstellen und 6 Bestandesmessstellen. Im Bestandesniederschlag sind auch von den Bäumen ausgefilterte und an den Blattoberflächen abgelagerte Luftinhaltsstoffe enthalten, die mit dem Niederschlag von den Pflanzen abgewaschen werden. Dieses hat zur Folge, dass unter Baumbeständen im Traufbereich infolge der Auskämmwirkung der Vegetationsoberfläche ein erhöhter Stoffeintrag stattfindet.

Die Niederschlagsmessstellen liegen nicht im unmittelbaren Einflussbereich von Emittenten. Es wurde die Nähe zu versauerungsgefährdeten Gewässern oder die Lage in wasserwirtschaftlichen Einzugsgebieten angestrebt. Durch punktuelle Kontrollen sollen Kenntnisse über die örtlich und zeitlich variierende Beschaffenheit der Niederschläge ermittelt werden.

Zusätzlich zu den o.g. 41 Messstellen wurden im Rahmen des Programmes Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF) seit 1995 insgesamt 20 Freiland-Niederschlagsmessstellen auf landwirtschaftlichen BDF (BDF-L) in Emittentennähe errichtet. Weiteren 8 BDF-L wurden nahe gelegene Niederschlagsmessstellen zugeordnet, sogenannte Bezugsmessstellen. Die Messung der Niederschlagsbeschaffenheit soll eine quantitative Abgrenzung der über den Luftweg auf die BDF-L eingetragenen Stoffe gegenüber den durch Bewirtschaftungsmaßnahmen zugeführten ermöglichen.

Die Arbeitsgrundlage für Probenahmen, Messungen und Auswertungen der o.g. Messstellen ist das Depositionsmessprogramm (NLÖ, 1993). Weitere Handlungsgrundlagen bilden die NLÖ-Konzeption "Belastung von Wasser und Boden durch Schadstoffe in Luft und Niederschlägen" (NLÖ, 1995) sowie die LAWA-Richtlinie "Atmosphärische Deposition" (LAWA, 1998).

Literatur:

Niedersächsisches Landesamt für Ökologie (NLÖ) (1993): Belastungen von Wasser und Boden durch Schadstoffe in Luft und Niederschlägen - Messprogramm Niederschlagsbeschaffenheit, Hildesheim.

Niedersächsisches Landesamt für Ökologie (NLÖ) (1995): Belastungen von Wasser und Boden durch Schadstoffe in Luft und Niederschlägen - Bestandsaufnahme und Konzept für ein Untersuchungs- und Forschungsprogramm, 2. Auflage, 99 S., Hildesheim.

Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) (1998): Atmosphärische Deposition - Richtlinie für Beobachtung und Auswertung der Niederschlagsbeschaffenheit, Berlin.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Anouchka Jankowski

NLWKN Hannover-Hildesheim
An der Scharlake 39
D-31135 Hildesheim
Tel: +49(0)5121/509-112
Fax: +49(0)5121/509-196

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