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Die Sondermessnetze

Die relativ weitmaschige Überwachung der Grundwassergüte mit Hilfe des staatlichen Grundmessnetzes wird durch die Sondermessstellen ergänzt und verdichtet. Diese werden überwiegend von Dritten betrieben.

Grundwasser-Sondermessstellen und -messnetze dienen in erster Linie der Erfüllung spezieller, räumlich und zum Teil auch zeitlich begrenzter Messaufgaben.

Die Daten ausgewählter Messstellen aus dieser Gruppe fließen in die landesweiten Auswertungen der Untersuchungsergebnisse mit ein. Die Auswahl orientiert sich an der wasserwirtschaftlichen Bedeutung und an der örtlichen Belastungssituation des jeweiligen Grundwasserleiters. Voraussetzung für ihre Einbeziehung in die staatliche Grundwassergüteüberwachung ist, dass die Ausbaudaten genau bekannt sind, damit eventuelle Besonderheiten bei der Auswertung der Ergebnisse berücksichtigt werden können.

Die Zugehörigkeit zur Gruppe der Sondermesstellen und die Gliederung innerhalb dieser Gruppe orientiert sich in erster Linie an den jeweiligen Untersuchungsaufgaben. Da diese wechseln können, ist auch die Zuordnung der einzelnen Messstellen variabel.

Die Zahl der derzeit in Niedersachsen betriebenen Sondermessstellen (rund 3500) ist nicht genau bekannt, weil sie in der Regel von nichtstaatlichen Stellen nach Bedarf eingerichtet, genutzt und auch wieder aufgegeben werden.

Die weitaus größte und wichtigste Untergruppe der Sondermessstellen wird von den Wasserversorgungsunternehmen eingerichtet und betrieben. Diese beobachten in den Einzugsgebieten ihrer Wasserwerke im Rahmen der sogenannten Eigenüberwachung die Grundwasserqualität. Dies geschieht durch die Untersuchung des geförderten Rohwassers, insbesondere aber mit Hilfe von Grundwassermessstellen, die sich im Vorfeld der Förderbrunnen befinden (Vorfeldmessstellen). Sie dienen dem Zweck, eine nachteilige Veränderung der Grundwassergüte zu erkennen, bevor das Wasser die Förderbrunnen erreicht. Der Abstand zwischen Vorfeldmessstellen und Förderbrunnen wird dabei so bemessen, dass genügend Zeit für Gegenmaßnahmen bleibt.

Die Messdaten von Rohwasser- und Vorfeldmessstellen werden im Einvernehmen mit den Wasserversorgungsunternehmen, die für den Betrieb dieser Messstellen verantwortlich sind, für das Grundwassergütemessnetz des Landes genutzt. Damit wird sichergestellt, dass für alle bedeutenden Wasserwerkseinzugsgebiete in Niedersachsen ausreichende Informationen über die Grundwassergüte auf Dauer zur Verfügung stehen.

Wichtige Aussagen über die Grundwassergüte lassen sich ferner durch Einbeziehung der Messergebnisse aus der Trinkwasserüberwachung gewinnen. Geeignet sind insbesondere die Rohwasserdaten von Wasserwerken und Einzelwasserversorgungsanlagen, in denen das gewonnene Grundwasser ohne Aufbereitung als Trinkwasser genutzt wird.

Ferner können Grundwassergütemessstellen mit herangezogen werden, die im Zusammenhang mit der Überwachung z. B. von Abfallablagerungen und Altablagerungen eingerichtet wurden.

In den von Grundwasser-Messstellen Dritter erfassten Gebieten werden in der Regel keine staatlichen Messstellen mehr eingerichtet.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Anouchka Jankowski

NLWKN Hannover-Hildesheim
An der Scharlake 39
D-31135 Hildesheim
Tel: +49(0)5121/509-112
Fax: +49(0)5121/509-196

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