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Sulfatgehalte

Hohe Sulfatkonzentrationen können geogene Ursachen haben, aber auch Indikatoren für Einträge aus der Landwirtschaft sein. Sulfat ist in Mineraldüngern enthalten. Erhöhte Sulfatkonzentrationen können außerdem auf eine durch autotrophe Denitrifikation verdeckte Nitratbelastung hinweisen. Bei diesem Prozess bauen Mikroorganismen das zugeführte Nitrat ab. Die dafür notwendige Energie beziehen sie aus der Aufspaltung von Mineralien wie z.B. Pyrit (Eisendisulfid), welches dabei zu Sulfat oxidiert wird.

Gemittelte Sulfatkonzentration an ausgewählten Messstellen des Grundwassergüte-Grundmessnetzes  
Gemittelte Sulfatkonzentration an ausgewählten Messstellen des Grundwassergüte-Grundmessnetzes (Entnahmetiefe bis 25 m); Untersuchungsjahr 2002
Bildrechte: NLWK (seit 01.01.05 NLWKN): Datengrundlage; NLÖ (seit 01.01.05 NLWKN): Auswertung
Die nebenstehende Karte zeigt die räumliche Lage der in 2002 gefundenen Sulfatkonzentrationen. Es heben sich der Südteil des ehemaligen Regierungsbezirks Weser-Ems und der Streifen von Sulingen über Hannover bis östlich Braunschweig als Belastungsschwerpunkte heraus. Damit wird sehr wahrscheinlich, dass auch die hohe Nitratbelastung dieser Gebiete aus landwirtschaftlichen Quellen stammt.

Hohe Sulfatkonzentrationen können dieselben natürlichen Ursachen haben wie die des Kaliums. Die Trinkwasserverordnung trägt dem mit einem relativ hohen Grenzwert von 240 mg/l Rechnung. In Porengrundwasserleitern, die keine Sulfatmineralien (z.B. Gips) enthalten, stammt das Sulfat aus dem natürlichen Schwefelkreislauf. In diesen Fällen gelten Konzentrationen bis 100 mg/l als geogen [SCHLEYER/KERNDORFF 1992].

Der frühere Regierungsbezirk Braunschweig fällt durch ein abweichendes Verteilungsmuster und besonders hohe Sulfatkonzentrationen auf. Die Karte zeigt einen Belastungsschwerpunkt im Raum Göttingen und einen weiteren westlich und nördlich von Braunschweig. Während ersterer in der Hauptsache durch den dort verbreiteten Gipskarst verursacht ist, sind bei letzterem überwiegend anthropogene Einflüsse anzunehmen. Dies belegen sowohl die hohen Kalium-Messwerte im oberflächennahen Grundwasser dieses Raums als auch die örtlich stark wechselnde Nitratbelastung, die auf autotrophen Nitratabbau hinweist.

[Das Original der abgebildeten Karte finden Sie auch als Download links in der Infospalte.]

Ursachen hoher Sulfatkonzentrationen
Wie ein Vergleich der Karten zur Nitrat- und zur Kaliumbelastung nahelegt, sind anthropogene Einträge auch für die erhöhten Sulfatkonzentrationen der sich in nordwestlicher und westlicher Richtung anschließenden Gebiete im damaligen Regierungsbezirk Hannover und im Süden des früheren Regierungsbezirks Weser-Ems ursächlich. Die hohen Belastungen im küstennahen Grundwasser sind dagegen zweifellos durch zudringendes Salzwasser verursacht. Die Lage der Salz-/Süßwassergrenze ist allerdings nicht nur geogen bedingt, sondern wird in erheblichem Maß durch Grundwasserentnahmen beeinflusst.

Literatur:

SCHLEYER, R. & H. KERNDORF (1992): Die Grundwasserqualität westdeutscher Trinkwasserressourcen. VCH-Verlagsgesellschaft, Weinheim.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Anouchka Jankowski

NLWKN Hannover-Hildesheim
An der Scharlake 39
D-31135 Hildesheim
Tel: +49(0)5121/509-112
Fax: +49(0)5121/509-196

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